Katholisches Profil bei Bildung schärfen
Nachrichten 06/10/2010 10:50:54
Die Kirche begleite „den gesamten Bildungslebenslauf, von der Kindertagesstätte über Grundschule, Realschule, Gymnasium und Universität bis hin zur Erwachsenenbildung“, sagte Erzbischof Marx. Dabei gelte es, Glaube und Wissen wieder stärker zu verbinden: „Religion und Glaube sind nicht etwas Zusätzliches, sondern der Ausgangspunkt“, stellte Marx fest. „Die reine Information kann nie genug sein“, zugleich gebe es „keine Werteorientierung ohne Aneignung von Informationen“. Gerade in der Verschränkung von Werten und Wissen liege die Herausforderung katholischer Bildungsarbeit.
„Das Evangelium ist immer auch Bildung, die den Menschen vorwärts bringt“, betonte Erzbischof Marx bereits in seiner Predigt. Katholische Bildungsarbeit betreibe keine „Musealisierung, sondern eine lebendige Tradition, die fortgeführt werden muss“. Der christliche Glaube „gehört zur Wahrheit dieses Landes“, konstatierte Marx. „Auch in unserer pluralen Gegenwart gilt: Unsere Gesellschaft, unser Staat sind nicht indifferent.“ Vor diesem Hintergrund könne die Kirche die Menschen „mit dem Licht des Glaubens zu ihren eigenen Möglichkeiten hinführen“, ergänzte Marx in seinem Festvortrag. Angesichts der unzähligen Erfahrungen des Scheiterns in einer modernen Welt müsse Bildungsarbeit „die Menschen stark machen, ihr Leben zu bewältigen“ und „ihre Freiheit verantwortungsvoll zu leben“. Katholische Bildungseinrichtungen könnten Menschen dabei unterstützen, „in der Unübersichtlichkeit zurechtzukommen, nicht einfach mitzuschwimmen und nicht einfach das zu tun, was man tut, sondern eine Persönlichkeit zu werden“. Letztlich bestehe die Aufgabe katholischer Bildungseinrichtungen darin, „deutlich zu machen, dass Glaube und Religion lebenserweiternd, lebensprägend und qualifizierend sind“, resümierte Marx zum Ende seines Vortrags. So sollten auch die Besucher des Kardinal-Döpfner-Hauses, „durch Wissen und Bildung erkennen, dass Glaube lebensdienlich und befreiend ist“.
Der gebürtige Münchner Rainer Boeck (57) folgt in der Leitung des Kardinal-Döpfner-Hauses auf Guido Anneser, der dem Bildungshaus der Erzdiözese 16 Jahre lang als Direktor vorstand. Boeck wurde 1980 in Freising von Kardinal Joseph Ratzinger zum Priester geweiht. Von 1982 bis 1988 war er Erzbischöflicher Sekretär bei Kardinal Friedrich Wetter, anschließend leitete er bis zum Jahr 2000 als Regens das Erzbischöfliche Priesterseminar St. Johannes der Täufer in München, danach wurde er Diözesan- und Landespräses des Kolpingwerks sowie Mitglied im Bundesvorstand des Kolpingwerks. Boeck folgt Anneser auch im Amt des Rektors der Konkathedrale und Domkirche Mariä Geburt in Freising nach. Guido Anneser (62) wurde in Freising geboren und 1974 in Rom zum Priester geweiht. Von 1978 bis 1982 war er Subregens im Priesterseminar in München, von 1982 bis 1994 Pfarrer in St. Severin in Garching bei München. 1994 hat er die Leitung des Kardinal-Döpfner-Hauses übernommen, die er nun auf eigenen Wunsch abgegeben hat, ebenso wie das Amt des Rektors der Domkirche Mariä Geburt in Freising. Das Freisinger Bildungszentrum Kardinal-Döpfner-Haus bietet als größtes Bildungshaus der Erzdiözese im Bereich der Erwachsenenbildung ein vielfältiges Programm mit Kursen in Theologie und Spiritualität, Ethik und Politik, Kultur und Persönlichkeitsbildung.

