Mit Priesterkragen im Restaurant: Die Rechnung hat ein anonymer Gast schon bezahlt
Nachrichten 07/10/2010 05:13:56
Sie sind jung, dynamisch, humorvoll – hübsch. Sie passen irgendwie nicht ins Bild, das man normalerweise von einem Pfarrer hat. Hilft es Ihrer Arbeit, wenn Sie nicht gleich als Pfarrer erkannt werden, oder ist das eher hinderlich?
Dadurch, dass ich immer Priesterkleidung trage, ist eigentlich klar, dass ich Pfarrer bin. Damit habe ich auch immer ganz positive Erfahrungen gemacht. Beispielsweise war ich vor einiger Zeit mit einem anderen Pfarrer nobel essen. Als wir bezahlen wollten, sagte der Kellner, dass eine unbekannte Person bereits für uns bezahlt habe. Diese Person hatte sich gefreut, dass dort im Restaurant zwei junge Priester anwesend waren. So etwas kommt natürlich selten vor, zeigt aber, dass es den Leuten gefällt, wenn wir im Ortsbild vorkommen. Der Pfarrer ist da und versteckt sich nicht. Auch hier in Eschen sagten mir Leute nach einem Monat ohne Pfarrer: «Gut, dass jetzt wieder ein Pfarrer im Ort ist.» Der Pfarrer scheint ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Ich habe ganz, ganz selten negative Erfahrungen gemacht. Ich sage mir aber auch immer: «Wer sich einsetzt, setzt sich aus.» Da muss man damit rechnen, dass man vielleicht vom einen oder anderen verlacht wird. Aber da stehe ich drüber.
Zum ganzen Interview:
http://www.vaterland.li/index.cfm?id=10830&source=lv&ressort=home

