Abschlußpredigt von Kardinal Schönborn über Priestertum und Laien
Nachrichten 16/10/2010 12:45:06
Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof: "Wer die Priesterweihe empfängt, wird nicht in einen höheren Grad des Christseins befördert, sondern er bekommt einen besonderen Dienst. Das, was ihn mit allen Christen verbindet, ist das gemeinsame Priestertum aller Getauften". Das Konzil habe das mit der Formulierung angesprochen, dass sich das allgemeine Priestertum und das hierarchische Priestertum "dem Wesen und nicht dem Grade nach" unterscheiden.
Pförtnerin über Kardinal Ratzinger: "E un vero cristiano“
Kardinal Schönborn berichtete, wie er vor vielen Jahren - als Kardinal Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI. - als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation neu im Amt war, die damalige Pförtnerin des "Sant Uffizio", die Signora Clelia, gefragt hatte, wie denn der neue Chef sei. Und er habe die Antwort erhalten: "E un vero cristiano - er ist ein wahrer Christ". Es gebe keinen schöneren Ehrentitel "für jeden von uns" - ober er nun Papst oder Bischof, Priester, Ordenschrist oder Laie - sei, betonte der Wiener Erzbischof. Alle seien berufen, "wahre Christen" zu sein. Das sei die wahre Berufung. Dass es in der Kirche ein geweihtes Amt gibt, sei als Dienst zu verstehen, "um dem Volk Gottes beizustehen".
Abschließend äußerte Kardinal Schönborn seine Hoffnung, dass die Grundintuition des Zweiten Vatikanischen Konzils vom gemeinsamen Priestertum aller Getauften in der Erzdiözese Wien "immer tiefer" in der Erzdiözese Wien verwirklicht wird.











