Elfenbeinküste: Ohne Mess-Stipendien können die Priester nicht überleben
Nachrichten 28/10/2010 06:12:20
Zur Lage in seinem Land vor der Wahl am 31. Oktober sagte er: "Als ich vor wenigen Wochen nach Europa abreiste, hatte man damit begonnen, Ausweispapiere und Wahlscheine zu verteilen und die Menschen zu informieren. Zu der Zeit war die gesellschaftliche Stimmung im Land recht gut. Jede politische Partei war vor Ort, um ihr Handlungsprogramm der Bevölkerung zu präsentieren."
Die wirtschaftliche Situation sei nach wie vor schwierig, sagte der Bischof. Durch den Bürgerkrieg hätte eine Flaute geherrscht: "Es gab kaum Investitionen, weil die Investoren durch die Weder-Krieg-noch-Frieden-Situation misstrauisch waren." Inzwischen habe man zwar die Produktion zum Teil gesteigert oder wiederaufgenommen, z.B. den Baumwollanbau nördlich seiner Region, doch befinde sich das Land insgesamt in einer abwartenden Haltung. Man warte ab, was am 31. Oktober und danach passiere.
Sollte die Wahl ruhig verlaufen, rechnet der Bischof damit, dass es wirtschaftlich "schnell wieder bergauf gehen wird". Er befürchte jedoch wie seine Landsleute, dass das Ergebnis wie bei vielen afrikanischen Wahlen in Zweifel gezogen werde, was Gewalttätigkeiten nach sich ziehen könne. "Wir hoffen, dass alles gut geht und wir nicht wieder einen Schritt zurückgehen", so Dogbo.
Der Bischof betonte, die Priester in seiner Diözese hätten auch in diesem Jahr viel von "Kirche in Not" empfangen, vor allem Mess-Stipendien zur Sicherung ihrer Existenz. "Ohne die Mess-Stipendien könnten viele Priester bei uns ihren Beruf nicht ausüben", sagte er. Auch habe das Hilfswerk die Anschaffung eines Kopiergeräts möglich gemacht. Er bedankte sich im Namen der Priester, Ordensleute, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Diözese für die Unterstützung.
"Allein die Priester der Elfenbeinküste haben im laufenden Jahr durch das Hilfswerk mehr als 18.200 Mess-Stipendien bekommen, 1.800 davon gingen in die Diözese von Bischof Dogbo", informiert die Afrika-Referentin von "Kirche in Not", Christine du Coudray.
Marko Tomashek zufolge, einem weiteren Mitarbeiter der Zentrale des Hilfswerks, werden weltweit um die 1,2 Millionen Messen in Auftrag gegeben. Somit wird statistisch gesehen alle halbe Minute eine Heilige Messe irgendwo auf der Welt im Auftrag eines Wohltäters von "Kirche in Not" gefeiert.
Und das hat gemäß der Lehre der Katholischen Kirche Konsequenzen. Denn in jeder Eucharistiefeier wird Christus "durch die Macht seines Wortes und seines Geistes" gegenwärtig, so der Katholische Katechismus. Das habe Auswirkungen auf das Heil der Welt.

