Erzbischof von Paderborn: Kinderabtreibung ist „himmelschreiendes Unrecht“
Nachrichten 28/11/2010 07:44:37
In seiner Predigt wies Erzbischof Becker auf „das nach wie vor himmelschreiende Unrecht der Tötung ungeborenen Lebens in Deutschland“ hin. Noch immer würden in einem der reichsten Länder der Welt Jahr für Jahr rund 120.000 Kinder im Mutterleib getötet. „Bevor sie das Licht der Welt erblicken können, endet ihre Existenz durch das Eingreifen von Menschen, die doch eigentlich ihr Leben wecken und fördern sollten“, so Erzbischof Becker. Dies sei eine „apokalyptische Vorstellung“, die leider der Wirklichkeit entspreche und Christen immer wieder mahne und gleichzeitig beflügle, sich „den Schutz des ungeborenen Lebens“ auf die Fahnen zu schreiben und mit allen Kräften zu fördern.
Mit der Aussetzung des Allerheiligsten nach der Eucharistiefeier, dem Gebet des freudenreichen Rosenkranzes und dem abschließenden sakramentalen Segen wurde in einer Gebetsvigil um den Schutz des ungeborenen Lebens in unserer Gesellschaft gebetet. Papst Benedikt XVI. hatte alle Gläubigen in der ganzen Welt an der Schwelle zum Advent um ihr Mit-Beten für das gefährdete, ungeborene Leben gebeten und selbst im Petersdom in Rom eine „Gebetswache für das werdende Leben“ gehalten.
„Das Kirchenjahr öffnet uns für das Heilshandeln Gottes. Im Kirchenjahr gibt Gott den Takt vor und wir dürfen uns seinem ‚Atemrhythmus’ anvertrauen“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt im Blick auf das am ersten Advent beginnende neue Kirchenjahr. Das Kirchenjahr erinnere daran, dass „Gott zu jeder Zeit bei uns ankommen möchte“, führte der Paderborner Erzbischof aus. Indem Christen Jahr für Jahr neu die Geheimnisse ihres Glaubens und damit das Heilshandeln Gottes an den Menschen nicht als etwas Vergangenes und Abgeschlossenes, vielmehr als etwas Gegenwärtiges und Aktuelles feiern würden, seien sie daran erinnert, dass Gott „jeden Tag neu mit uns leben will: Er schenkt uns seine Zeit je neu“.
Er lade dazu ein, sich im neuen Kirchenjahr für Gott Zeit zu nehmen, sich bewusst die Zeit zu nehmen, die das Kirchenjahr vorgebe, so Erzbischof Becker weiter. Das bedeute, Weihnachten nicht im Advent zu feiern, sich der Fastenzeit auszusetzen und Ostern nicht direkt nach Karneval zu begehen, auch die „ereignisärmere“ Zeit zwischen den Hochfesten zu ertragen und sich nicht in die lange Sommerpause zu verabschieden, denn auch sie sei von Gott erfüllte Zeit, konkretisierte Erzbischof Becker. „Lassen Sie sich im neuen Kirchenjahr den Takt von Gott angeben, nicht von den Trends unserer Zeit und den damit verbundenen Geschäftsinteressen. Vertrauen wir darauf: Unser Gott ist der Gott der rechten Zeit. Und er hat alle Zeit der Welt: Für uns und zu unserem Heil.“
Bild: pdp, Adventsvigil in Paderborn


