"Der Ikonoklasmus der Gegenwart zeigt sich somit nicht als bloße Bildervernichtung, sondern als bewusste Zerstörung derjenigen Bildtradition, die den überlieferten kirchlichen Lehren autorativen Ausdruck verleihen soll. Es ist somit ein Ikonoklasmus der religiösen Neuerung, der auf der Grundlage spezifischer Welt- und Religionsbilder die Darstellungen der alten sakralen Normativität ablehnt und dessen neue Ausdrucksform der Schaffung eines neuen religiösen Bewusstseins in die Hände … [More]
"In dem Maße, in dem außerdem durch die Philosophie der Neuzeit statt des Seins das Bewusstsein zum fast ausschließlichen Gegenstand philosophischer Reflexion gemacht wurde, erwies sich die Philosophie als ebenso seins-wie schönheitsvergessen. Was sollte denn auch an Schönheit und Kunst auf dem dürren Rasen des kategorischen Imperativs, der hegelianischen Linken oder gar auf dem Asphalt der Frankfurter Schule noch blühen! Mit dem Verlust des katholischen Welt- und Menschenbildes war auch … [More]
"...In der Tat drückt sich seit Feuerbach, Marx und gerade Nietzsche in je eigener Sprache formulierter Protest "wider den Herrn und seinen Gesalbten sowie die daraus erwachsende Verzweiflung adäquat in der Kunst der Moderne aus"
haben sie die Publikation gelesen? Ich habe sie mir vor vielen Monaten gekauft und gelesen. Sie behandelt das Problem der Zerstörung der Glaubensinhalte, die durch diesen Ikonoklasmus von statten gehen, und stellt sie in den Zusammenhang mit dem Glaubensverlust unserer Zeit.
Es ist schließlich nicht nur eine religiöse Krise sondern auch eine Krise der Kunst. Die Kunst war noch nie so wertlos und wenig geschätzt wie heute.
Aus kunsthistorischer Sicht hat der Aufbruch des Konzils fast mehr sakrale Kunstwerke unwiederbringlich vernichtet als die lutherische Reformation und die Bilderstürmerei der Calvinisten und Zwinglinianer. Das sollte uns zu denken geben. Ich kann euch nur empfehlen dieses Buch zu lesen, ich habe schon meine Schlüsse daraus gezogen.
Hallo Barocker Conde, habe ich das richtig gelesen? "Die billige Polemik, die sie uns vorwerfen, hat einen Denkfehler." Gehören Sie zur Familie des Buchautors?
Achja und Bildersturm bzw. Ikonoklasmus bezeichnet nicht nur eine Bilderfeindlichkeit sondern auch eine Aktion, nämlich die gezielte Vernichtung von Bildern, bzw. die Glaubensinhalte, die durch diese Bilder dargestellt sind.
Lieber WilliWinzig. Die billige Polemik, die sie uns vorwerfen, hat einen Denkfehler. Die Renaissance hat die Bilder der Romanik nicht gelöscht sondern lediglich durch neue Bilder ersetzt. Ein kleiner Crash-Kurs in religiöser Kunstgeschichte täte auch ihnen gut! Eine frohe Weihnacht und besinnliches neues Jahr mit viel Krippen und vor allem Bilder! Denn unser Heiland ist kein Abstraktum sondern in Fleisch und Blut geborener Gott, der greifbar ist und keineswegs unsichtbar. Genauso wie die … [More]
Wieso arbeitet dann die Werbung ausschließlich mit Bildern? Es täte dieser Bilderflut auch eine Fastenzeit gut. Ist aber bezeichnend--- je schlechter die Zeit, umso bunter das Leben!!
Begriffsverwirrung: "Bildersturm" bzw. "Ikonklasmus" ist Ausdruck der Bilderfeindlichkeit. Die Gegenwart ist geradezu vom Gegenteil gekennzeichnet: Niemals hat es eine solche Bilderflut gegeben wie heute. Da tut es gut, wenn die Kirche gegen dieser Übermäßigkeit eine Fastenzeit ausgerufen hat. Was in der Gegenwart tatsächlich geschieht, ist das Auswechseln der Bilder. Ein solches Auswechseln hat es immer gegeben. Die romanischen Kirchen z.B. waren bis zum 12ten Jahrhundert bunt gemalt. … [More]
Ich kann gerne Bildmaterial zur Verfügung stellen. Ich schließe meinen Magister in Kunstgeschichte ab und habe allerhand Kirchen in meiner Datenbank. Davon sind viele Detailbilder dabei, weil ich auch Retabel und Skulpturen im Detail fotografiere. Ich habe insbesondere viel Material aus Spanien, Frankreich, Schweden und Deutschland.
Ich würde mich über eine solche HP sehr freuen. Die Vergehen an kirchlichen Ausstattungen müssen auch bekannt gemacht werden. So geht es nicht weiter.
es waere interessant, einmal ein umfassendes dokumentationsarchiv zum bildersturm im 20. jh. aufzubauen, am besten online... jeder hat ja in seiner nachbarschaft kirchen die ausgeraeumt wurden, und wie die user hier schreiben, finden sich zweifellos noch photos und zeitzeugen um die vorgaenge darzustellen - mit den namen der kirchlichen verantwortungstraeger und deren vorgehensweisen.
eine solche homepage waere jedenfalls sehr wertvoll - hat von ihnen wer zeit und lust, sowas anzufangen?
Mir ist der Fall von St. Cornelius Dülken im Bistum Aachen bekannt, das damals das Bistum dem Pfarrer sogar Raum zum Einmotten der Altäre angeboten hatte! Aber es wurde alles zerhackt und verbrannt! Was ein unbändiger Hass.
Heute wundert man sich beim Gang durch die Kirche das überall Heiligenfiguren hängen dabei waren Sie Teil dieser Altäre. Natürlich ist alles schön weiß!
In meiner Nachbarpfarrei, die die Heimatkirche eines bedeutenden Bildschnitzers war und daher überreich ausgestattet, wurde bereits 1954 tabula rasa gemacht. Und damit auch nichts rückgängig gemacht werden kann, wurde alles direkt verbrannt. Die Gemeinde wusste nicht Bescheid, der Pfarrer hat alles alleine mit einigen Helfern während der Woche organisiert. Dann wurde alles weiß gestrichen und am Sonntag kam die geschockte Gemeinde dann in die Kirche. Einige Teile wurden gerettet, da sie zu … [More]