Bischof Ackermann: Bei Sexualmoral andere Grenzen als bei Frauenordination
Nachrichten     15/02/2011 15:51
(gloria.tv/ Bistum Trier) Eine offene Diskussion über den Weg der Kirche in die Zukunft hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann gefordert. Mit Blick auf das Memorandum von Theologieprofessoren für Reformen in der katholischen Kirche und die Forderung von acht CDU-Politikern, so genannte „viri probati“ (bewährte Männer) zum Priesteramt zuzulassen, sagte der Trierer Bischof in einem Interview mit der Trierer Bistumszeitung „Paulinus“, dass es „keine Gesprächsverbote“ geben dürfe.

Selbst wenn es zu einem Thema wie dem Priesteramt der Frau „klare lehramtliche Festlegungen“ gebe, müsse es möglich sein, Dinge kritisch hinterfragen zu können. Dabei werde es auch zu Kontroversen und Streit kommen. „Aber es ist wichtig, dass das in einer respektvollen Haltung geschieht und man nicht von vorneherein dem Gegenüber die Katholizität abspricht“, fordert Bischof Ackermann.

Generell seien die jetzt diskutierten Themen von unterschiedlicher Qualität. Beim Priestertum der Frau gebe es eine „klare amtliche Festlegung“. „Zu sagen, da führen wir einen ergebnisoffenen Dialog, das wäre ein Trugschluss“, betont Bischof Ackermann, die Grenze sei hier anders gezogen als etwa bei Fragen der kirchlichen Rechtskultur oder der Sexualmoral.

Hier sieht Bischof Ackermann vor allem Gesprächsbedarf. „Wir spüren ja, dass die Kirche hier auf breiter Fläche nicht mehr gefragt ist, dass Menschen da keine Orientierung mehr von ihr erwarten.“ Hier habe Kirche aber eine Menge zu sagen, wenn es um die Gestaltung von Beziehung, von gelingendem Leben gehe. Die Frage sei, was Kirche bei Brüchen und Scheitern im Leben anzubieten habe. „Da müssen wir mehr Wege finden, um die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit zu verringern.“

Die Zulassung von „viri probati“ zum priesterlichen Dienst würde vor allem personell eine gewisse Entlastung bringen, sei aber keine Lösung für die eigentliche Herausforderung, die in der Verlebendigung des Glaubens bestehe. Letztlich gehe es um eine neue Vergewisserung über die Frage, ob der Glaube dem Leben die entscheidende Perspektive gebe. Auf diese Frage zu antworten in einer Situation der Freiheit, in der der Glaube nicht mehr gestützt sei durch das Milieu oder die Tradition, das sei heute die eigentliche Herausforderung. „Die lösen wir nicht dadurch, dass wir „viri probati“ zum priesterlichen Dienst zulassen.“

Verheerend sei die derzeitige Diskussion um den Zölibat vor allem für die Berufungspastoral. Zölibatäre Lebensweise werde zunehmend diskreditiert und nur noch kritisch angeschaut. Es sei so, dass zölibatär Lebende immer mehr in den Ruf kämen, „arme, bedauernswerte Typen zu sein.“ „Dadurch werden der Dienst und die Lebensform wahrhaftig nicht attraktiver.“

Mit Blick auf den von den Bischöfen angekündigten Dialogprozess sei es wichtig, Formen zu finden, wie dieser gestaltet werden könne und Themen festzulegen. Wichtig sei, dass man auch einen Weg der geistlichen Erneuerung gehe und nicht nur „eine Art parlamentarischer Debatte“ führe.
Salutator         15/02/2011 16:05
Die "Kirche" hat zu lange das böse weltliche Spiel mitgemacht. Die Königsteiner Erklärung gehört widerrufen, damit diese "Kirche" wieder "dialogfähig" ist.
Zu bedenken ist aber, dass die Hl. Kirche kein Dialogverein ist, sondern einen Sendungsbefehl und einen Lehrauftrag hat.
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