Reaktionen zur Instruktion Universae Ecclesiae - Lob der Piusbruderschaft
Nachrichten 14/05/2011 05:33:52
Das Schreiben verweist auf ein wachsendes Interesse von Gläubigen an dieser Form der Messe. Benedikt XVI. hatte 2007 in dem Erlass «Summorum Pontificum» den 1970 weltweit abgelösten Ritus als «außerordentliche Form» wieder zugelassen. Die normale Form bleibt aber die «modernere» Feier gemäß dem Messbuch von Papst Paul VI. (1963-1978).
Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte, das Schreiben enthalte «keine grundlegenden Neuerungen»; zudem sei das Interesse an der alten Messe in Deutschland gering. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftler sprach von einem Rückschritt, der die innerkirchlichen Spannungen verschärfen werde. Lobend äußerte sich die traditionalistische, von Rom nicht anerkannte Piusbruderschaft.
Die Instruktion «Universae ecclesiae» präzisiert die Voraussetzungen für die Feier der tridentinischen Messe in Pfarreien. Diese Form der Messe solle «dauerhaft bestehenden» Gruppen von Anhängern der alten Liturgie ermöglicht werden, auch wenn die Gruppe aus Personen mehrerer Pfarreien und Diözesen besteht. Eine Mindestzahl von Gläubigen wird nicht genannt. Die Nutzung von Pfarrkirchen sieht die Instruktion auch weiterhin nur «gelegentlich» vor. Eine Neuerung ist, dass die Gottesdienste der Kar- und Ostertage künftig sowohl in der üblichen Form als auch in der tridentinischen Weise gefeiert werden können.
Die römische Liturgie in ihrer früheren Form sei ein «wertvoller Schatz», den es zu bewahren gelte und der allen Gläubigen angeboten werden solle, heißt es in dem neunseitigen Schreiben der Päpstlichen Kommission «Ecclesia Dei». Es gebe keinen Widerspruch zwischen der ordentlichen und der außerordentlichen Form der Messe. Diese seien vielmehr «zwei Gebrauchsweisen des einen römischen Ritus».
Zugleich grenzt sich der Vatikan von radikal traditionalistischen Gruppen ab, die die Gültigkeit der «Neuen Messe» bestreiten oder den Papst nicht als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche anerkennen. Die Behauptung, dass die «Neue Messe» ungültig sei, ist auch unter Anhängern der traditionalistischen Piusbruderschaft verbreitet, mit denen Rom derzeit Gespräche über eine Wiederannäherung führt.
Die Bischöfe werden aufgefordert, die Möglichkeit für eine angemessene Hinführung des Klerus zu dieser Form der Messe zu schaffen. Voraussetzung sei eine grundlegende Kenntnis der lateinischen Sprache. Auch in der Priesterausbildung sollen Latein und der tridentinische Ritus eine größere Rolle spielen.
Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, betonte, das Schreiben enthalte «keine grundlegenden Neuerungen» und werde keine größeren Auswirkungen auf die kirchliche Praxis haben.
In Deutschland gebe es trotz einer gewissen Zunahme seit 2007 noch immer ein geringes Interesse an der alten Messe. Gegenwärtig werde in den 11.383 deutschen Pfarreien nur an 128 Orten regelmäßig die tridentinische Messe gefeiert.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftler, Benedikt Kranemann, bemängelte, die Kritik aus der Bischofskonferenz und von Theologen an der Einführung zweier paralleler Liturgieformen habe «keinerlei Berücksichtigung gefunden». Das Dokument gehe zudem an den Problemen der Kirche in Deutschland vorbei. «Was der Mehrheit auf den Nägeln brennt, taucht in dieser Diskussion überhaupt nicht auf», sagte der Erfurter Professor.
Die traditionalistische Piusbruderschaft begrüßte das Papier mit den Worten, Benedikt XVI. schiebe einer «willkürlichen Unterlaufung» der Regelungen durch viele Bischöfe einen «notwendigen Riegel» vor.
Zudem freue die Bruderschaft die päpstliche Anordnung, in den Priesterseminaren stärker zur lateinischen Sprache hinzuführen und den angehenden katholischen Priestern die Möglichkeit zu bieten, «den altehrwürdigen überlieferten Ritus zu erlernen».


