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Je zeitgemäßer die Liturgie, umso mehr laufen die Leute weg
Nachrichten  21/07/2011 08:01:13
Bild: Leupolt/Bistum Fulda

(gloria.tv/ bpf) Eine schmerzliche Feststellung: Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer nimmt nach wie vor kontinuierlich ab. Von Bischof Heinz Josef Algermissen

Ein durch Tod oder Wegzug frei gewordener Platz in der Kirche wird in der Regel nicht wieder besetzt. Es gelingt kaum oder nur mit äußersten Mühen, Kinder etwa nach der Erstkommunion durch kirchliche Aktivitäten in Jugend- oder Messdienergruppen bei der Stange zu halten.

Wenn die Jugendlichen das Firmsakrament empfangen haben, ist der Auszug fast total. Die Liturgie ist in Not geraten, weil sich immer weniger zu ihrer Feier zusammenfinden.

Diese Not versetzt viele in der Kirche Verantwortliche in argen Stress. Nicht wenige sind der Meinung, die sinkenden Teilnehmerzahlen seien von unzeitgemäßen, auf jeden Fall den heutigen Menschen nicht mehr ansprechenden Gottesdienstformen verursacht. Also müsste die Liturgie mit allen zur Verfügung stehenden Kräften, Mitteln und Medien „gestaltet werden“, auf dass sich der heutige Mensch darin erkenne, nicht nur zur Sprache, sondern nach Möglichkeit auch aktiv zu Wort komme.

Dass man trotz aller Anstrengungen um einen zeitgemäßen Gottesdienst der Not, in welche die Liturgie geraten ist, nicht begegnen kann, hat mittlerweile die Erfahrung gelehrt. Im Gegenteil: Je mehr man versucht, durch „zeitgemäße“ Gottesdienstgestaltung den vermeintlichen Erwartungen des modernen Menschen entgegenzukommen, um ihn auf diese Weise in die Kirche zu locken, desto mehr Plätze werden leer.

Die meisten Menschen lassen sich trotz aller Anstrengungen eben doch nicht zu einem Gottesdienst „verleiten“, der ihre alltäglichen Sorgen und Nöte selbst am Sonntagmorgen noch einmal aufgreift, ohne wirkliche Auswege aufzuzeigen, geschweige denn Trost und Zuversicht zu vermitteln.

Diejenigen, die auf Grund ihres Glaubens und religiösen Engagements in Erwartung der authentischen Liturgie der Kirche ohnehin kommen, werden mit vielen dieser Gottesdienste nur noch genervt und gelangweilt, weil sie nichts anderes sind als eine öde, auf die Nerven gehende Wiederholung dieser faktischen Welt an heiliger Stätte. Bar jeder Faszination für das Heilige und sich grundlegend unterscheidende Göttliche macht man vielfach aus dem Gottesdienst einen banalen „Event“. Das allein von Gott kommende erlösende Neue bleibt aus.

Liturgie muss aber faszinieren, damit die Mitfeiernden spüren: Gott ist da. Vom Gottesdienst der Christen sollte gelten, was Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther schreibt: Ein Ungläubiger soll vom Gottesdienst der Christen buchstäblich gepackt sein, „und so wird er sich niederwerfen, Gott anbeten und ausrufen: Wahrhaftig, Gott ist bei euch!“ (1 Kor 14,21)

Wir müssen uns das einmal klar machen: Gott braucht unsere Gottesdienste nicht. Aber wir brauchen den Dienst Gottes für uns und zum Heil der ganzen Welt. Erfassen wir eigentlich, was das heißt, dass Gott uns Menschen dient? Er dient uns, wie eine Mutter ihren kleinen Kindern dient, sie nährt, pflegt und auch manche Nacht an ihrem Bett wacht. In jeder heiligen Messe schenkt uns Gott den eingeborenen Sohn, damit wir durch ihn leben.

Der Vater schenkt uns seinen Sohn in unsere Hostienschale und in den Kelch hinein, damit der Leib und das Blut des Herrn in der Feier der hl. Eucharistie für die ihn Empfangenden zur „Arznei der Unsterblichkeit“ und zum „Gegengift gegen den Tod“ werde, wie schon in der Frühzeit des Christentums der Hl. Ignatius von Antiochien die eucharistischen Gaben bezeichnet hat.

Im Gottesdienst erfahren wir Gottes heilende Gegenwart, sehen die Mitmenschen, ja die Welt mit ganz anderen Augen, betrachten sie mit dem Blick Gottes, erfahren in der Feier die Freude seiner Gegenwart – und sind so davor gefeit, anderen weh zu tun oder sie gar zu missbrauchen.

Vorstehender Beitrag erscheint als „Wort des Bischofs“ in der Kirchenzeitung „Bonifatiusbote“ vom 24. Juli 2011.
Please type your posting here
Diaspora_Christ  23/07/2011 16:11:34
@Sünder(in)...Danke für diese Erläuterung
Ich kann grad nicht so viel dazu schreiben...weil ich i.wie in Trauer bin...aber Sie haben das toll formuliert...
elisabethvonthüringen  23/07/2011 11:32:05
Auf einer Unterseite der DBK kann man Viagra bestellen, wird auf eine Rede von Bischof Mussinghoff in Oman im Wortlaut verwiesen, dazu folgt ein verwirrender Text

Bonn (kath.net) Offensichtlich wurde die Homepage der Deutschen Bischofskonferenz gehackt. Auf einer der Unterseiten der Homepage wurde eine "Pressemeldung" mit der Headline "Kamagra oral jelly berlin" veröffentlicht. Anschließend folgt ein verwirrender Text, in dem unter anderem folgendes steht: "viagra bestellen ohne rezept, … [More]
RupertvonSalzburg  22/07/2011 03:54:34
Bereits am 4.12. 2003 war in der Zeitung: "Die Welt"
folgendes zu lesen: "Tatsächlich haben die katholischen
Gruppierungen, die den liturgischen Veränderungen
mit Skepsis oder sogar mit Ablehnung gegenüberstehen,
Zulauf. 1998 hat Kurienkardinal Josef Ratzinger die
Bischöfe aufgefordert, "die Feier der Hl. Messe in
lateinischer Sprache wieder zu entdecken".
Ratzinger will das Rad nicht zurückdrehen, aber er
scheute sich nicht, zu sagen,dass die "wilde Kreativität"
nach dem Konzil "das Mysterium … [More]
PiusXP  21/07/2011 17:27:03
IZAAC, volle Zustimmung! Lieber Unitate, ich stimme Ihnen zu. Mir geht es aber hauptsächlich um die Theologie und die Fehler der modernen (nouvelle?) Theologie, aber trotzdem, danke für ihre Wortmeldung!
!
IZAAC  21/07/2011 17:24:34
Die heilige Messe muss der Welt absolut frontal gegenüber stehen.

Messe und Welt müssen weiß und schwarz sein.

Wenn beides auf grau und grau hinausläuft, dann interessiert die Messe nicht.

Erst wenn der Mensch sich aus dieser [satanischen] Welt lösen will, dann wird er auch zur heilgen Messe finden, sie lieben und dort GOTT finden!

Lösen wird er sich, wenn er feststellt, dass diese Welt ihn nicht ausfüllen kann und er kein vollkommenes Glück in dieser Welt finden kann.

Dann wird er das … [More]
UNITATE!  21/07/2011 17:10:12
abe rich weiß nicht wen man im blickfeld für die neuevangelisirung hat???kommen da die traiotnalistischen kräfte nicht zu kruz??

ich möchte anmerken: treu zum papst sind die meisten aber es geht mir vor allem um die liturgie!!!!
Heine  21/07/2011 15:34:20
Vatikan veranstaltet Konferenz zum Thema Neuevangelisierung
UNITATE!  21/07/2011 15:32:05
hier steht alles drinnen: Redemptionis sacramentum

http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html

unbedingt durchlesen und jedem priester zukommen lassen!
RupertvonSalzburg  21/07/2011 14:31:48
Eucharistie und Priester sind ein Herz.

(Gedicht von Pfarrer Hermann Wagner)

Selten war das Priesterleben
so verworren, so umfragt,
wie das ist in unsern Tagen,
dass bald jeder dran verzagt.

Weitere Strophen unter "Texte"
barbaramaria  21/07/2011 14:14:40
Ein klärendes und weisendes Wort. Dank an Bischof Algermissen.
Latina  21/07/2011 10:04:29
ja,als kind habe ich beim ao-ritus,den ich damals ja nicht verstand,die hüte der frauen gezählt,nach farben sortiert und dann die kopftücher ....aber die bekannten lieder,meist die schubertmesse und die marienlieder konnte ich bald auswendig und habe kräftig mitgesungen....mein highlight als kind war die kapellenwagenmission ( kirche in not)..mit den beiden franziskanern aus holland,die uns kindern katechese gaben,bonbons mitbrachten und bei meiner familie unterkamen.mein vater hat sich … [More]
Conde_Barroco  21/07/2011 10:01:18
Der "Normalbürger" hat hier doch bisher nur provoziert. Ein Dialog ist das ja ohnehin nicht möglich.

Was stellst du denn dann solche Fragen Latina?
Conde_Barroco  21/07/2011 10:00:12
@ Latina: Ich fand die Novus Ordo Messen auch "langweilig".
Aber ich habe mir immer Skulpturen und Gemälde angeschaut und mir den Leidensweg Jesu und die Geschichten der Heiligen vor Augen geführt.

Heute gehe ich gerne in die Messe und seitdem ich den außerordentlichen Ritus kenne, sitze ich gerne meine zwei Stunden in der Kirche ohne einen Hauch von Langeweile. Deo gratias!
Latina  21/07/2011 09:54:19
normalbürger findet kirche langweilig--darf ich mal nachfragen: welcher konfession gehörst du denn an? glaubst du an gott? wie steht denn deine freundin zum glauben? auch so?? wennn du katholisch bist,empfehle ich dir den you-cat als einstieg....
lelule100  21/07/2011 09:51:11
Was soll, das zerfleischt euch doch net gegenseitig!

Schon mal gehört, wo zwei oder mehr Leute an mich denken da bin ICH mitten unter ihnen. Jesus

Liturgie trägt dazu bei das sich Leute dazu versammeln um Jesus zu gedenken. (sallop und einfach ausgedrückt)

Die Liturgie sollte ein Mysterium sein den, das ganze Gott als Dreieinigkeit Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist, das alles ist ein Mysterium und muss als solches angepackt werden. Früher gingen die Leute zur Messe weil es ein … [More]
Galahad  21/07/2011 09:48:12
@Latina

Da ist was dran mit den Altenheimen. Das habe ich auch schon erlebt.

Latina  21/07/2011 09:40:54
ja,wenns so zeitgemäß wird,dann laufe ich auch schnell weg( trotz des defekten knies)....man muss sich heutzutage geistliche Nischen suchen,ist so...habe ich gottlob in meiner heimatstadt:einige morgendliche werktagsmessen in den großgemeinden,nachmittägliche und sonntägliche messen in altenheimkapellen.übrigens altenheime gibt es eigentlich in jeder stadt--schaut doch da mal rein,die messen werden dort sicherlich ohne die pfarrherrlichen eigenwilligkeiten schlicht und schön gefeiert- … [More]
elisabethvonthüringen  21/07/2011 09:35:25
>>Das Äußerste und das Zivilreligiöse vertragen sich nicht. So ist Lammerts Fassung des Vaterunser in seiner Abweichung von dem ökumenischen Text auch ein Zeugnis für jenen „Zwang zur Häresie“, den der Soziologe Peter L. Berger schon vor vierzig Jahren als Folge des intellektuellen Drucks der Moderne auf die Offenbarungsreligionen diagnostiziert hat: Wer von einer säkularen Öffentlichkeit anerkannt werden will, muss in seinem Glaubensbekenntnis auswählen, woran er noch glauben zu … [More]
Salutator  21/07/2011 09:34:08
@ Normalbürger
Was ist das denn? Katholisches Profil?

Sicher nicht das, was man landläufig bei diözesanen Veranstaltungen so finden kann - ruhmreiche Ausnahmen und einzelne Gläubige natürlich ausgenommen.

Ich verstehe die Frage sehr gut und nehme sie auch ernst, da sich das sogenannte "katholische Profil" eigentlich vom "protestantischen Profil" nur noch im "Gottesdienst" am Weihrauch und den Glöckchen unterscheiden lässt.
UNITATE!  21/07/2011 09:30:30
@nomralbürger

dieses getue der NUR liebe gott , sünde und hölle aus dem kirchen verbannen, selbstbewusstes verkünde die einzige und wahre kirche jesus christi zu sein,der papst ist nicht nur ein patriarch oder staatsoberhaupt sondern der stellvetreter christi auf erden, mehr traditon, das römisch soll mehr platz bekommen (weniger national , mehr latein in der liturgie), ökumen ja aber nicht dieses illusorische gehabe ( die protestanten werden noch schneller als wir aussterben , das ist … [More]
Salutator  21/07/2011 09:30:05
Soll ich einem Freimaurer trauen?
Galahad  21/07/2011 09:28:27
Das sind einmal wahre Worte.

elisabethvonthüringen  21/07/2011 09:17:33
Kirche in der Krise
8. Juli 2011
Für jeden Europäer, der unter dem Jubel der Massen aus der Kirche austritt, treten zehn Chinesen ein. Unter Lebensgefahr.
(Josef Bordat)
elisabethvonthüringen  21/07/2011 09:09:07
Die Zahl der Christen nimmt nicht ab...nur die Zahl der "christlichen" Gottesdienstbesucher...
Teilnehmer  21/07/2011 08:58:45
Da die Zahl der Christen abnimmt, nimmt "natürlich" auch die Zahl der Gottesdienstteilnehmer ab. Der Versuch, Christen zu "machen", indem man den Gottesdienst mit Alltagsbanalitäten auffüllt, ist "natürlich" zum Scheitern verurteilt. Und dazu ist der Gottesdienst auch gar nicht da. Jawohl Bischof Algermissen, das ist wahrer Gottes-Dienst: "Gott ist bei uns!" und "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Wo sich Christen nur in ihrem eigenen Namen … [More]
elisabethvonthüringen  21/07/2011 08:50:08
Dahinschütten...

Hermann Kurzke, Emeritus der Germanistik an der Universität Mainz und Leiter des dortigen Gesangbucharchivs in der FAZ
vom 22. April:
Immer mehr Wörter, Verse, Sätze verfallen dem Tabu, das sie langsam umstrickt wie eine Spinne ihr Opfer. Gleichzeitig wird die Erosion der religiösen Sprache von der Vulgäraufklärung vorangetrieben. Seine Majestät das Ich hat die Herrschaft übernommen; Hochverrat am Ich ist es, „O Herr, ich bin nicht würdig“ zu sagen. Einst war der … [More]
Sankt Michael  21/07/2011 08:16:18
Kaum zu glauben, dass das vom Algermissen stammen soll.
Die SJM-Männer, die er aus seinem Bistum verjagt hat, haben sich gerade durch die würdige Liturgie und die tragfähige Kinder- und Jugendkatechese ausgezeichnet.

Oder ist das bloß wieder: "Jetzt sag ich mal was katholisches, damit ich keine zu großen Probleme mit den Konservativen kriege, in Wirklichkeit denke ich aber anders" wie es auch Schönborn musterhaft betreibt.
Normalbürger  21/07/2011 08:09:27
Verstehe ich nicht. Was ist das denn? Katholisches Profil?
UNITATE!  21/07/2011 08:04:31
die lösung: liturgiereform und davor katechismusunterricht und weniger kritik des klerus am heligenvater und der lehre der kriche,mehr KATHOLISCHES profil,authentizität
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