Katholisch gewordene Anglikaner brauchen eine Million pro Jahr
Nachrichten 17/07/2011 13:40:48
Der Vatikan hatte im November 2009 mit dem Papsterlass «Anglicanorum coetibus» eigene Kirchenstrukturen für übertrittswillige Anglikaner ermöglicht. Sie erlauben den Konvertiten die Beibehaltung anglikanischer Traditionen bei gleichzeitiger Gemeinschaft mit dem Papst. Mitte Januar wurde in Großbritannien das erste Personalordinariat errichtet. Das Ordinariat, das die früher anglikanischen Gläubigen, Pfarreien und Geistlichen organisieren soll, muss sich selbst finanzieren. Das gilt auch für die Pensionsansprüche der Geistlichen.
Laut dem «Times»-Bericht haben 12 der bislang 57 neugeweihten übergetretenen Priester finanziell abhängige Kinder. Zwei der Priester erläuterten, in der anglikanischen Kirche hätten sie bis zum Alter von 70 Jahren mit ihren Familien Anspruch auf freies Wohnen sowie auf eine garantierte Pension gehabt. Diese Absicherungen bestünden nun nicht mehr.
Eine anglikanische Organisation hatte kürzlich angekündigt, den zum Katholizismus übergetretenen Anglikanern eine Millionenspende zukommen lassen. Das Vorhaben stieß unter Anglikanern auf Kritik.
Die Wohlfahrtskommission der Kirche von England wurde aufgefordert, die Rechtmäßigkeit der Spende zu prüfen. Bei der Organisation handelt es sich um die anglokatholische «Bruderschaft des Heiligsten Sakraments». Sie hat sich bei ihrer Gründung 1862 zum Ziel gesetzt, das katholische Element innerhalb der anglikanischen Kirche zu fördern.

