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Kirche in Deutschland legt Gedenktag für Johannes XXIII. fest
Nachrichten  08/10/2011 15:26:53
(gloria.tv/ KNA) Sein Bild hängt bis heute in vielen italienischen Wohnungen und Geschäften, denn in den knapp fünf Jahren seines Pontifikats hat er einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Von Ludwig Ring-Eifel (KNA)

Die Italiener nennen ihn bis heute einfach «Il Papa buono», den «guten» oder «gütigen» Papst. Mehr als in allen historischen Rückblicken kommt in diesem Beinamen zum Ausdruck, dass Johannes XXIII. das Bild des Papsttums in der Öffentlichkeit revolutionär verändert hat. Die deutschen Bischöfe beschlossen am Freitag, dass der seliggesprochene Papst jetzt auch in Deutschland offiziell verehrt werden darf. Als Gedenktag legten sie den 11. Oktober fest.

Als der aus Oberitalien stammende Angelo Giuseppe Roncalli am 28. Oktober 1958 kurz vor seinem 77. Geburtstag auf den Stuhl Petri gewählt wurde, spürten die Menschen schnell einen neuen Stil. Anders als sein asketischer und aristokratisch wirkender Vorgänger Pius XII. sprach er in einfacher Sprache mit den einfachen Menschen und machte auch kein Geheimnis aus seiner Vorliebe für die leiblichen Freuden der guten Küche seiner Heimat. Einige seiner Aussprüche sind zu geflügelten Worten geworden, etwa der Satz aus seiner Antrittsrede nach der Papstkrönung: «Ich bin Joseph, Euer Bruder!» oder sein selbstironischer Ausruf: «Johannes, nimm dich nicht so wichtig!»

Doch über das Menschliche hinaus sind es vor allem die von ihm eingeleiteten Reformen, die ihm einen Platz in der Kirchengeschichte sicherten. Schon drei Monate nach seiner Wahl verkündete der eigentlich «nur» als Übergangspapst Gewählte die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Diese größte Bischofsversammlung der Kirchengeschichte (1962-1965) trat drei Jahre später im Petersdom zusammen und legte mit ihren Beschlüssen die Grundlage für die Öffnung der katholischen Kirche gegenüber der modernen Welt.

Ein schweres Krebsleiden beendete das Leben Johannes XXIII. 1963, lange bevor das Konzil zum Abschluss kam. Doch sein Verdienst bleibt, tiefgreifende Reformen in der Liturgie, in der Seelsorge und im Verhältnis zu anderen Kirchen und Religionen angestoßen zu haben.

Schon vor dem Konzil hatte er manches in der vatikanischen Kurie und in der Kirche radikal verändert. Den entrückt-monarchischen Herrschaftsstil seines Vorgängers Pius XII. hatte er abgeschafft.

Als erster Papst redete er die Christen anderer Konfessionen mit «Brüder» an. Bereits in seiner Zeit als Apostolischer Delegat in Bulgarien, Griechenland und der Türkei (1935-1944) bemühte er sich um gute Kontakte auch mit der Orthodoxie. Er half, wo er konnte, gegen die Deportationen durch die deutschen Besatzer. Ab 1945 war er Nuntius in Frankreich, wo er auch vor dem Kontakt mit Marxisten nicht zurückschreckte.

Diesen Mut und diese Offenheit setzte er auf dem Papstthron fort: In einer sensationellen Geste empfing er noch wenige Monate vor seinem Tod die Tochter und den Schwiegersohn des sowjetischen Parteichefs Nikita Chruschtschow und leitete damit einen ersten Versuch der Entspannung zwischen dem Vatikan und den kommunistischen Machthabern im Osten ein. In seiner letzten Enzyklika «Pacem in terris» setzte er sich mit dem Rüstungswettlauf und den drohenden Konsequenzen eines Atomkriegs auseinander. Er appellierte eindringlich an die Mächtigen in Ost und West, durch Verhandlungen die Bewaffnung zu reduzieren und den Frieden zu sichern.

Für die Christen und für die Welt habe Johannes XXIII. eine Ära der Hoffnung eröffnet, betonte sein Nachfolger Johannes Paul II. bei der Seligsprechung Roncallis im Jahr 2000. Zwar habe dieser keine neuen Lehrinhalte verkündet. Neu seien aber die Art und Weise ihrer Darstellung gewesen: «Neu war der Stil im Sprechen und Agieren, neu die Sympathie, mit der er auf einfache Menschen wie auf die Mächtigen der Welt zuging.»

Lange über seinen Tod hinaus wird Johannes XXIII. von den Gläubigen verehrt. Schon sieben Jahre nach seinem Tod wurde das Verfahren zur Seligsprechung eröffnet. Sein unverwester Leichnam hat die letzte Ruhestätte im Petersdom gefunden - in einem Glas-Sarg unter einem Altar des rechten Vierungspfeilers, ganz nahe am Grab des Apostels Petrus.
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POS  11/10/2011 13:50:04
Auch die Seligsprechung Johannes XXIII. war absolut verfehlt. Warum?
Wenn Sie der englischen Sprache mächtig sind, lesen Sie dieses exzellente Dokument eines äußerst sachkundigen und echt-gläubigen Priesters und Theologen:
John XXIII “Blessed”, Too? - Open Letter to the Episcopate - by father dr. Luigi Villa
RM  10/10/2011 03:47:11
Der zum Seligen ernannte Johannes XXIII. hat sich geweigert, die 3. Botschaft von Fátima bekannt zu machen. Diese setzt eine große Apostasie voraus - siehe hierzu unter anderem http://www.youtube.com/watch?v=Zvy2ADhwBKY http://www.youtube.com/watch?v=DGNBJZee7D0. 2000 wurde lediglich ein Teil des 3. Geheimnisses bekanntgegeben, nicht aber die 3. Botschaft selbst. Es geht um die große Apostasie und um Satans Einfluß auf die Kirchenhierarchie, der auch direkt den Papst betrifft.
Latina  10/10/2011 00:31:24
man muss nicht jeden papst lieben--die päpste des 20. jahrhunderts und unser jetziger papst sind mir alle sehr lieb.
Rabberan  09/10/2011 18:47:46
Bezüglich sogenannter "schlechter Päpste" in der Geschichte!
Vielleicht sollte man sich das einmal anhören und urteilt dann etwas barmherziger über so manchen Papst. Manchmal, wenn man den Rosenkranz betet, könnte man sich auch darüber einmal Gedanken machen.
logos  09/10/2011 18:37:30
Ohne jetzt auf ein Wissen zurückgreifen zu können, mir ist nur grad etwas in den Sinn gekommen

Könnte der Ausspruch "Beendet das Konzil" (so er denn wirklich getätigt wurde) nicht auch bedeuten, dass, analog zu Landpfarrer unter mir, das Konzil für JohannesXXIII in eine falsche Richtung ging, weil es ihm nicht weit genug ging?

Wie gesagt ich weiss von nix, mir ist nur der Gedanke gekommen.
Landpfarrer  09/10/2011 18:31:09
@yprianus und Loriot
Immerhin hat Weihbischof Peter Henrici SJ, der Jahrzehnte an der Gregoriana in Rom gelehrt hat und übrigens ein Verwandter von Hans Urs von Balthasar ist, ebenfalls behauptet, Johannesd XXIII. hätte, wenn er länger gelebt hätte, das Konzil wohl abgebrochen angesichts der Entwicklung, die es nahm.
Defensor Fidei  09/10/2011 18:30:22
die einzigen wirklich schlechten päpste in der geschichte waren die dekadenten renaissancepäpste

So pauschsal würde ich die Aussage eh nicht stehen lassen. Vermutlich waren die scheinbar so dekadenen Päste dieser Zeit aber gar nicht so schlecht gewesen, wie uns die Historiker weismachen wollen.

In Wahrheit mangelt es nicht an Versuchen, die Geschichte der Familie Borgia seriös und objektiv zu untersuchen.

In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts veröffentliche z.B. der belgische … [More]
cyprian  09/10/2011 18:17:26
@ Loroit - Sie müssen es ja wissen! Immer die Frage, in wessen Geschichtsbüchern man liest. Ich lasse Ihnen Ihre Freude.
Loriot  09/10/2011 12:38:25
@cyprianus

Johannes hat nie gesagt "stoppt das Konzil", das ist ein Märchen, das immer wieder erzählt wird, dadurch aber nicht wahrer wird.
intellego1  09/10/2011 12:13:21
cyprianus hat Recht. Wir haben eine verwahrloste Kirche.
elisabethvonthüringen  09/10/2011 10:22:45
Papst Pius XII.

Am 9. Oktober 1958 starb Pius XII. in Castel Gandolfo.

Selten wurde ein Papst posthum einem derartigen Rufmord ausgesetzt wie dieser, basierend auf einem einzigen Theaterstück in deutscher Sprache.
Insbesondere der Historiker Michael Hesemann arbeitet - teilweise zusammen mit der jüdischen Organisation Pave the way - an der Klarstellung der geschichtlichen Fakten zu Pius XII.

Dazu gibt es einige Links unter dieser Rubrik bei mir.
[Hab den Link korrigiert, danke für den … [More]
PiusV  09/10/2011 10:20:39
Aus gegebenem Anlass:

Heute ist der Todestag des großen Papst Pius XII. Vor 53 Jahren ist er heimgegangen.

Beten wir für eine baldige Seligsprechung
cyprian  09/10/2011 07:03:46
Das, was jetzt abläuft, hat der Selige bestimmt nicht gewollt und sich nicht erträumen lassen. Er soll ja kurz vor seinem Tod gesagt haben: "Stoppt das Konzil!" Wer einschlägige Bücher liest wird erfahren, dass das Konzil in seinem Verlauf in eine völlig andere Richtung umschlug. Die "rheinischen Bischöfe" (D. F, CH) waren da ganz federführend. - Der sel. Joh. XIII. möge jetzt für die Kirche bitten, dass der Heilige Geist das schenken möge, was der Selige eigentlich wollte: eine … [More]
Latina  09/10/2011 01:04:01
die einzigen wirklich schlechten päpste in der geschichte waren die dekadenten renaissancepäpste.....alle anderen waren großartige Männer des glaubens und ich freue mich auch,dass der selige papa buono nun einen gedenktag im heiligenkalender bekommt.
PiusV  08/10/2011 22:24:31
Aber ich bin überglücklich, dass auch wir jetzt den Sel. Papst Johannes verehren dürfen - jetzt realisiere ich das erst, das ist großartig!!!!!!!



Werde von diesem Recht ausgiebig Gebrauch machen
PiusV  08/10/2011 22:04:58
Wer Johannes XXIII. für die heutigen Missstände in der Kirche verantwortlich machen will, der ist schlicht ein Ignorant.

Sel. Johannes XXIII. guten, frischen Wind wolltest Du in die Kirche lassen. Und wäre das Konzil in Deinem Sinne umgesetzt worden, dann hätten wir heute einige Probleme weniger.

Guter Papst Johannes, bete für die Verblendeten die Dich so derart falsch bewerten und deinen Namen für ihre Politik missbrauchen.
Loriot  08/10/2011 21:17:28
Ich möchte daran erinnern, dass Johannes XXIII. selig gesprochen ist. Kann ein Seliger seine Kirche "kaputtmachen" und "zerfetzen"?

Ich glaube es gilt eher: "Gut gemeint und gut getroffen"
elisabethvonthüringen  08/10/2011 17:44:04
Auf seinem Grabstein steht: "Gut gemeint und schlecht getroffen"
cyprian  08/10/2011 16:07:59
Hauptsache, er ist jetzt dem heiligen Apostel Petrus ganz nahe ... ! -- Und wozu haben die ganzen Reformen geführt? Zu einer völlig kaputten und zerfetzten Kirche! - "Wer Wind sät wird Sturm ernten!"
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