Wahre Jüngerschaft
robertgollwitzer  13/10/2011 17:05
(Quelle: www.katholisch-leben.org)

Wahre Jüngerschaft

Was ist ein Jünger?

Kurz gesagt ein Schüler oder ganz einfach jemand, der dem Beispiel eines Lehrers folgt und sich dessen Lehren zueigen macht.

Jünger gab es auch schon im Alten Testament, wo sie Propheten gefolgt sind:

“Ich will diese Warnung sorgfältig bewahren und die Lehre in meinen Jüngern wie mit einem Siegel verschließen.” (Jes 8,16 – Einheitsübersetzung)

Auch in 2 Kön 2,7 lesen wir von “Prophetenjüngern”.

In ähnlichem Sinn sind auch Verse wie Sprichwörter 4,1 (Einheitsübersetzung) zu verstehen:

“Ihr Söhne, hört auf die Mahnung des Vaters, merkt auf, damit ihr Einsicht lernt.”

Wenn wir ins Neue Testament sehen, so hatte zum Beispiel Johannes der Täufer Jünger:

“Am Tag darauf stand Johannes wieder dort und zwei seiner Jünger standen bei ihm.” (Joh 1,35 – Einheitsübersetzung)

Aber auch die Pharisäer hatten Jünger:

“Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen…” (Mt 22,16 – Einheitsübersetzug)

Die Phaerisäer wiederum nannten sich Jünger des Moses:

“wir aber sind Jünger des Mose” (Joh 9,28 – Einheitsübersetzung)

Meist jedoch wird mit dem Wort “Jünger” im Neuen Testament ein Nachfolger Jesu Christi bezeichnet. Dies kann etwa ganz allgemein gehalten sein:

“In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm…” (Apg 6,1 – Einheitsübersetzung)

Oder aber bezogen auf einen der zwölf Apostel:

“Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.” (Mt 10,1 – Einheitsübersetzung)

“Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.” (Mk 16,15-18 – Einheitsübersetzung)

Mit “Jünger” koennen aber die 72 Ausgesendeten bezeichnet werden:

“Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.” (Lk 10,1 – Einheitsübersetzung)

In der Apostelgeschichte wird mit “Jünger” jeder Gläubige – Mann oder Frau – bezeichnet.

Zumeist finden wir den Begriff “Jünger” in den Evangelien und der Apostelgeschichte und zumeist bezeichnet er die zwölf Apostel. Paulus etwa war ein solcher Juenger: Er haette ein respektierter Rabbi werden können, dies sah er aber als wertlos an, verglichen mit der Nachfolge Jesu Christi. Er nahm das Kreuz auf sich und ertrug bereitwillig Verfolgung, körperliche Gewalt und schließlich sogar den Märtyrertod. Er war der Schüler des berühmtesten Rabbis aller Zeiten – Gamaliel – und hätte mit seinem Talent Ruhm und Geld bekommen können. Stattdessen verzichtete er auf Reichtum und predigte lieber das Evangelium. Im Gegensatz zu so manchen heutigen Fernsehprediger vermied er nicht die schwierigen und unbequemen Worte Jesu, auch und gerade, was Sünde anging, sondern hörte, liebte und befolgte sie.

Jesus ist nach Seiner Auferstehung in eine besondere und direkte Beziehung mit Seinen Jüngern getreten: Er hat mit Ihnen gegessen und hat sich sogar von ihnen berühren lassen. Er ist die Mitte und ruft uns durch Sein Wort und Seine Zeichen. (KKK 542, 645)

Jesus hat Seine Jünger angehaucht und somit den Geist gespendet (vgl. Joh, 20,22). Die Sendung Christi und des Geistes wird somit zur Sendung der Kirche: “Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.” (Joh 20,21 – Einheitsübersetzung) (KKK 730). Der Heilige Geist wird bei und in den Jüngern sein und sie “in die ganze Wahrheit führen” (Joh 16,13 – Einheitsübersetzung). Der Heilige Geist wird zuerst von demütigen Menschen aufgenommen – so etwa von den ersten Jüngern (KKK 725).

“Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.” (1 Petr 2,21 – Einheitsübersetzung)

Jesus will diejenigen an Seinem Erlösungsopfer beteiligen, denen Sein Erlösungsopfer zuerst zugute kommt, vor allem etwa Seine Mutter (vgl. Lk 2,35). (KKK 618)

In Seinem Namen haben die Jünger Wunder gewirkt (vgl. Mk 16,17), da Gott Vater Ihnen alles gewaehrte, worum sie um Jesu Namen gebittet haben (vgl. Joh 15,16). (KKK 434).

Was bedeutete es nun aber, Jünger Jesu zu sein?

Es hat mal jemand gesagt, dass das Christentum bedeutet, zum Fuß des Kreuzes zu kommen. Jüngerschaft aber bedeutet, das Kreuz zu umfassen. Dafuer müssen wir Ihm aber unser ganzes Leben geben.

Jünger sein bedeutet auf jeden Fall weitaus mehr, als nur ein Schüler oder ein Anhänger zu sein. Damals ging es nicht darum, einem normalen Rabbi nachzufolgen – Jesus war weitaus mehr als das.

Er hatte nicht Theologie studiert und braucht auch keine Erlaubnis, um zu lehren:

“Die Juden wunderten sich und sagten: Wie kann der die Schrift verstehen, ohne dafür ausgebildet zu sein?” (Joh 7,15 – Einheitsübersetzung)

So wie Jesus lehrte, hatte noch nie jemand zuvor gelehrt:

“Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.” (Mt 7,28-29 – Einheitsübersetzung)

Jesu Jünger kamen nicht einfach nur zu Ihm, um belehrt oder unterrichtet zu werden. Er rief sie mit eigener Autoritaet zur Jüngerschaft:

“Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.” (Mt 4,19 – Einheitsübersetzung)

Auch in anderer Hinsicht unterschied sich die Jüngerschaft, zu der Jesus Seine Anhänger rief, von der Jüngerschaft anderer: Es ging hier nicht darum, dass Seine Jünger danach trachteten, eines Tages Jesus gleichgestellt zu sein, so wie dies etwa bei den Pharisäern der Fall war. Er war nicht einfach nur ein weiser und schlauer Lehrer, dem Seine Jünger andächtig lauschten. Jesus rief Seine Jünger zu einem völlig neuen Leben – und Er lebte ihnen dies selbst vor!

“Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?” (Mt 16,24-26 – Einheitsübersetzung)

“Wenn dich deine Hand zum Bösen verfuehrt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.” (Mk 9,43 – Einheitsübersetzung)

“Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.” (Mt 10,37-39 – Einheitsübersetzung)

Das ist eine harte Botschaft: Wir sollen Jesus mehr lieben als Vater und Mutter, wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen, Ihm nachfolgen und all unsere Besitztümer aufgeben. Um in Sein Königreich zu kommen, bedarf es einer schweren und folgenreichen Entscheidung unsererseits. Ein radikaler Ruf nach ebenso radikaler Nachfolge – selbst wenn der Preis hierfuer unser eigenes Leben ist! Ein Ruf zu wahrer Juengerschaft!

Viele Menschen heutzutage erkennen nicht, wie radikal und wie ernst gemeint dieser Ruf ist.

Wie war das aber nun: Einerseits sollen wir Vater und Mutter ehren – zumindest steht das so in den Zehn Geboten – andererseits sollen wir Jesus mehr als Vater und Mutter lieben, sie sogar für Ihn verlassen und Jesus auch dann nachfolgen, wenn das einen Keil in unsere Familien treibt! Widerspricht sich da die Bibel nicht? Ebenso sollen wir Ihn mehr als unsere Ehegattinnen und Ehegatten lieben – wie passt das alles zusammen?

Wir sollen Vater und Mutter gar “hassen” (in Lk 14,26 heisst es etwa in der Einheitsübersetzung: “Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.”)??

Um all dies zu verstehen, muessen wir uns auch bewusst sein, dass sowohl im damaligen Hebräischen wie im Aramäischen keine Komparative wie im Deutschen gebildet werden. Wenn wir also jemanden mehr als einen anderen lieben, wurde das damals so ausgedrückt, dass man den, der einem am wichtigsten ist, “liebt” – und jeden, der danach kommt, “hasst”.

Jesus sagte tatsächlich, dass es in unserem Leben nur eine absolute Priorität geben dürfe. Nur einer vierdiene absoluten Gehorsam und absolute Zuneigung: Gott.

Diese Verse sollen uns dazu bringen, unser eingenes Gewissen zu erforschen: Lieben wir Ihn wirklich mehr als alles und alle anderen? Lieben wir Ihn mit ganzem Herzen, Geist und Verstand? Mit allem was wir haben? Jesus kann nicht einfach nur ein Teil unseres Lebens sein, eine Art Zutat zum Hauptgericht. Er muss das sein, was Er ist: Gott.

Wie oft haben wir uns entschuldigt, wenn es darum ging, Verantwortung in der Gemeinde zu uebernehmen, an Veranstaltungen teilzunehmen, aktiv unseren Glauben im Rahmen der Evangelisation zu verkünden, anderen Menschen zu helfen – mit Ausreden wie “Ich habe keine Zeit”, “Ich muss arbeiten”, “Wir bekomen Besuch”, “Das Thema liegt mir nicht”, “Ich komme mit dem Priester nicht zurecht”, “Ich will noch ins Fitnessstudio”, “Wir haben nur eine gemütliche Männerrunde – fang’ bloß nicht wieder mit deiner Evangelisation an!” usw. War uns da Gott wichtiger als alles andere? Wohl kaum.

Wie oft haben wir Kompromisse geschlossen, wenn es um Sünde ging, um Entschuldigungen dafür zu finden, dass wir etwas tun können, dass Gott nicht gefällt. Ein Motto der frühen Heiligen war: Lieber sterben als sündigen! Wenn sie die Wahl hatten zwischen Gott und etwas, das Gott missfallen koennte, wählten sie immer Gott. Ein wunderbares Beispiel hierfür sind die Märtyrer. Sie opferten ihre Verpflichtungen Gott gegenüber nicht einmal, wenn das ihr eigenes Leben kostete! Das ist wahre Jüngerschaft!

Was bedeutet es nun, dass wir unser Kreuz auf uns nehmen und ihm nachfolgen müssen, um sein Jünger zu sein?

Vergessen wir nicht, dass Er vom Kreuz sprach, bevor Er gekreuzigt wurde und Seine Jünger diesen Hinweis wirklich völlig verstehen konnten! Wie seltsam muss sich das für Seine Jünger damals angehört haben!

Unser Kreuz auf uns zu nehmen bedeutet mehr, als nur ein wenig mehr Gewicht auf unsere Schultern zu laden. Der zentrale Punkt beim Kreuz ist ja gerade, dass wir auch sterben könnten! Wir selbst müssen sterben, unser altes Ich, unser eigener Wille, unser Ego muss sterben, damit Jesus leben kann! Im äußersten Fall müssen wir sogar bereit sein, unser eigenes Leben niederzulegen!

Was meint Jesus nun damit, dass wir all unsere Besitztümer aufgeben sollten?

Jesus sagt dieser Worte nach der Analogie vom Turmbau, für dessen Planung erst überprüft werden müsse, ob die Mittel ausreichen und vom König, der gegen einen anderen in den Krieg zieht und sich erst hinsetzt und überlegt, ob die Zahl seiner Männer ausreicht.

Dann sagt Jesus in Lk 14,33: “Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.” (Einheitsübersetzung)

Genauso dumm wie es waere, einen Turm zu bauen, ohne die nötigen Mittel hierfür zu haben oder in den Krieg zu ziehen, um hierfür gerüstet zu sein, wäre es auch, Jesu Jünger sein zu wollen, ohne all seine Besitztümer vorher aufzugeben! Wir würden ganz einfach nicht durchhalten als Seine Jünger! Warum? Sehen wir uns hierfür Mt 6,24 an (Einheitsübersetzung):

“Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.”

Jesus meint nicht zwangsweise, dass wir all unsere Bankkonten auflösen sollen. Er meint vielmehr, dass wir ALL unsere Besitztümer Gott übergeben müssen und für den Dienst an und für Ihn verwendet werden sollen. Wir sind nur Verwalter, nicht aber Eigentümer von den Dingen, von denen wir denken, dass sie uns gehören. Alles, was wir haben, hat Gott uns gegeben – und es ist mit einer Absicht und einer Verantwortung verbunden. Unsere Familien zu ernähren ist offensichtlich Teil dieser Verantwortung. Ebenso ist es Teil dieser Verantwortung, für die eigene Ernährung, Ausbildung, Kleidung und Unterkunft zu sorgen. Wir werden hierfür auch zur Verantwortung gezogen werden (vgl. Mt 25,14-30). Besitzt das, was wir haben, uns – oder besitzt es Gott? Hängen wir an diesen Dingen, oder haben wir ein gelöstes Verhältnis dazu? Jesus sagt uns sehr deutlich, dass wir nicht Seine Jünger sein koennen, wenn wir daran hängen!

Jesus hat eine Menge Fans heutzutage – wieviele Jüngerinnen und Jünger sind aber darunter?

Wer Sein Jünger sein will, muss mehr tun, als einfach nur ab und an von oder über Ihn zu hören, auf christliche Veranstaltungen oder in Gottesdienste zu gehen (so wichtig das auch ist!). Er muss all das auch in die Praxis umsetzen!

Wer Jesu’ Jünger sein will, muss brennen, wenn es darum geht, Seine Lehre jeden Tag mit voller Leidenschaft zu leben, sein Kreuz auf sich zu nehmen, Jesus immer an die erste Stelle zu setzen und Ihm absolute Priorität enzuraeumen sowie für Seinen Ruhm und für den Dienst and und für Ihn alles zu geben!

Maria war so eine Jüngerin. Sie sagte Ja zu Gott – auch wenn es ihren Tod bedeutet haette (sie hätte unter dem Gesetz Mose für ein Kind, das außerhalb der Ehe gezeugt wurde, gesteinigt werden können!). Sie sagte Ja, auch wenn das ihre Ehe zu Josef zerstören hätte koennen (wenn Gott Josef nicht im Traum erschienen wäre). Sie nahm ihr Kreuz jeden Tag auf sich und folgte Jesus nach bis zum Ölberg. Ihr Herz wurde unzählige Male durchbohrt – dies aber vereinigte sie noch mehr mit Jesus. Außerdem war sie arm und losgelöst von irdischen Besitztümern – so arm sogar, dass sie in einem Stall für Tiere gebar und ihr Kind in eine Krippe legte. So arm, dass sie und Josef sich nicht einmal ein Lamm im Tempel bei der Vorstellung Jesu leisten konnten, sondern zwei Tauben nehmen mussten. So arm – und doch so reich, da Gott ihr einziger Schatz war.

Auch die Apostel waren wahre Jünger. Alle ausser einem wurden auch tatsächlich gekreuzigt. Sie “freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden.” (Apg 5,41 – Einheitsübersetzung) Auch sie waren losgelöst von der materiellen Welt, arm im Geiste und fanden ihren wahren Schatz in Gott. Sie folgten Jesu’ Gebot: “Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt” (Mt 10,9-10 – Einheitsübersetzung). So arm, dass Petrus dem Gelähmten beim Tempeltor, der dort um Almosen bettelte, antwortete: “Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher!” (Apg 3,6 – Einheitsübersetzung).

Auch Mutter Theresa zeigte uns, was es heisst, Jüngerin Jesu zu sein. Sie gab sich Jesus ganz und voller Vertrauern hin – und war gleichzeitig immer frohen Mutes und voller Liebe! Sie liebte Jesus ueber alles und vertraute sich Ihm bedingungslos an. Sie nahm Sein Kreuz täglich auf sich und stellte dabei fest, dass es nicht so sehr ein Symbol des Schmerzes, sondern der Liebe war, die sogar den Schmerz der Kreuzigung erträglich machte. Was weltliche Besitztuemer anging, so lebte sie selbst in völliger Armut, losgelöst von all dem, was sie von Gott trennen koennte.

Gott ruft uns zu einer ähnlichen Jüngerschaft. Wir sollen Ihn an die erste Stelle setzen, uns aufopfernd und voller Liebe Ihm und anderen hingeben und alles, was wir haben, zum Dienst an und für Ihn zu verwenden. Um das aber zu tun, brauchen wir einen Plan – so wie man einen Plan braucht, um einen Turm zu bauen. Angesichts der ungeheuren Aufgabe, die Gott uns gegeben hat – Seine Jünger zu sein – muessen wir uns hinsetzen und einen Plan entwerfen, wie wir dieses Ziel mit Seinen Vorgaben erreichen können. Alles andere wäre ganz einfach dumm.

Was sind also wesentliche Bestandteile davon, Jünger zu sein?

Das Gebet. Tägliches Gebet hilft uns dabei, in der Liebe zu Gott zu wachsen. Wie seltsam und befremdend ist es doch, hören zu müssen, dass Menschen keine Zeit zum Beten finden! Wohl aber zum Fernsehen oder für andere Vergnügungen! Die Form ist hierbei nicht so wichtig – solange wir das Gebet zum Bestandteil unseres täglichen Lebens machen. Das Gebet hilft uns auch, Entscheidungen zu treffen, die uns von Gott geschenkten Gaben am besten zu nutzen, demütig zu werden sowie unser tägliches Kreuz zu tragen.

Tägliches Bibelstudium. Unerlässlich für jeden Christen!

Der tägliche Gottesdienstbesuch. Hier hören wir Gottes Wort und können uns von Ihm durch Sein Fleisch und Sein Blut in den Gestalten von Brot und Wein ernähren lassen. Dies wird uns stärken, wenn es darum geht, die täglichen Kämpfe im Zusammenhang mit der Jüngerschaft zu bestehen. Ja, es erfordert tägliche Opfer, dies zu tun – aber ist es all das nicht wert, um Gott selbst empfangen zu dürfen? Außerdem können wir Gott so zeigen, dass wir nicht jeden Tag nur dem Mammon dienen, sondern zuallererst Ihm.

Regelmäßige Beichte. Jeder von uns wird gelegentlich fallen. Lassen wir unsere Wunden von Jesus heilen, bekennen wir unsere Sünden und lassen uns von Ihm vergeben, lassen wir uns von Ihm die Kraft für den Neuanfang schenken! Die Beichte hilft uns auch, zu erkennen, ob wir Gott wirklich mit unserem ganzen Herzen, Geist und mit unserer ganzen Kraft geliebt haben. Auch schenkt sie uns Klarheit, wenn es darum geht, auszumachen, ob wir an irgendetwas mehr haengen als an Gott. Hierzu gehört auch ein System von gegenseitiger Rechenschaft. Wir muessen anderen die Chance geben, uns zu ermutigen, aber auch zu ermahnen, falls erforderlich – und dasselbe für sie tun.

Die bedingungslose Aufopferung. Andere zu lieben, wie Jesus uns geliebt hat, notfalls sogar sein Leben fuer andere hinzugeben sind Kennzeichen Seiner Jüngerinnen und Jünger. Jesus ruft vielleicht nicht jeden dazu, Maertyrer zu werden, gleichwohl sollen wir alle in aufopfernder und demütiger Liebe dienen – Gott und den Mitmenschen. Wir müssen uns zum Wohle anderer selbst verleugnen. Diese aufopfernde und selbstlose Liebe hilft uns dabei, unser Ego zu überwinden, ebenso unsere Bequemlichkeit und unser Hängen an irdischen Besitztümern – und stattdessen mehr so wie Christus zu werden. “Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.” (Kol 1,24 – Einheitsübersetzung).

Nicht zu vergessen: Das Eingebundensein in eine Gemeinde sowie in ein Netz von engen christlichen Freunden, die unser Innerstes kennen und uns bei Bedarf auffangen können. Letztlich gehört hierzu auch die Sorge um das eigene leibliche und psychisch-/mentale Wohl. Unser Körper ist der Tempel Gottes – und wir sollten pfleglich mit ihm umgehen. Auch die Sorge um unser geistiges Wohl gehört hierzu: zum einen der Kontakt zu, einem geistlichen Ratgeber, zum anderen das tägliche Verweilen im Heiligen Geist, das Erfülltsein von Ihm und das Hören auf Seine Stimme:

“Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem anderen – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, Geister zu unterscheiden, wiedem einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten.” (1 Kor 12,7-10 – Einheitsübersetzung)

“Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allen widerspricht das Gesetz nicht.” (Gal 5,22-23 – Einheitsübersetzung)

Werden wir uns dafür entscheiden, die Saat, die Gott in unseren Herzen gesaet hat, wachsen zu lassen? Werden wir wahre Jüngerinnen und Jünger Jesu werden – anstatt nur Fans? Jüngerinnen und Jünger, die ständig danach trachten, zu lernen und zu wachsen, um Jesus ähnlicher zu werden? Jesus, der uns als Seine Jüngerinnen und Juenger ruft, wird uns auch all die Hilfe geben, die wir hierfür brauchen. Sagen wir Ja zu Ihm wie Maria dies in Nazareth tat, oder am Fuss des Kreuzes, damit wir die Chance haben, einmal fuer immer Amen zu Ihm im Himmel zu sagen!

Eine weitere wesentliche Aufgabe der Juenger war und ist die Weitergabe des christlichen Glaubens, die Verkuendigung Jesu Christi. Durch sie sollen Menschen zum Glauben an Ihn gefuehrt werden (KKK 425).

Die Apostel brannten förmlich danach, dies zu tun:

“Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.” (Apg 4,20 – Einheitsübersetzung)

“Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens. Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde.” (1 Joh 1,1-2 – Einheitsübersetzung)t

“Meine Botschaft und Verkuendigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stuetzte, sondern auf die Kraft Gottes.” (1 Kor 2,4-5 – Einheitsübersetzung)

“Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.” (Joh 3,30 – Einheitsübersetzung)

Gott will nicht nur unsere Fähigkeiten, Er will vor allem unsere Verfügbarkeit – uns selbst.

Vielleicht haben wir Angst oder denken, wir sind nicht geeignet dafür, Jünger zu werden. Sehen wir uns den Propheten Jeremia im Alten Testament an, wie er auf die Berufung Gottes voller Zweifel reagiert und wie Gott ihn beruhigt:

“Das Wort des Herrn erging an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Da sagte ich: Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung. Aber der Herr erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollt du verkünden. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten – Spruch des Herrn.” (Jer 1,4-8 – Einheitsübersetzung)

Wir können Gott immer trauen. Er wird immer an unserer Seite sein und uns nie verlassen. Manchmal ist vielleicht alles dunkel um uns herum – dann bedarf es einfach ein klein wenig Glauben und Vertrauen in Seine Macht, Stärke und Weisheit.

Fuer die Jünger Christi war es wesentlich, den Glauben zu bewahren, aus ihm zu leben, ihn zu bekennen, mutig zu bezeugen und weiterzugeben (KKK 1816). Alle müssen “bereit sein, Christus vor den Menschen zu bekennen und ihm in den Verfolgungen, die der Kirche nie fehlen, auf dem Weg des Kreuzes zu folgen” (LG 42 – vgl. DH 14).

“Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen. (…) Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.” (Mt 10,32-33.35-36 – Einheitsübersetzung)

Werden wir uns kühn zu Jesus bekennen? Werden wir die Wahrheit verkünden – ohne Abstriche und ohne Rücksicht auf Verluste? Oder werden wir zu einer einer Art liberalen Christentums, wie es der protestantische Theologe H. Richard Niebuhr vor 70 Jahren beschrieben hat:

“A God without wrath brought men without sin into a kingdom without judgement through the ministrations of a Christ without a cross.” (Source: insightscoop.typepad.com. Taken from a column that originally appeared in the September 9, 2007 edition of Our Sunday Visitor newspaper in a slightly different form).

Dietrich Bonhoeffer hat derartige Auffassungen als “billige Gnade” bezeichnet. Derselbe Bonhoeffer, der von den Nazis umgebracht wurde, weil er sich weigerte, seinen Glauben an Jesus Christus zu verleugnen.

Wie weit sind wir bereit, zu gehen?

Gehen wir noch einmal zurueck ins Alte Testament:

“Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist.” (Jes 55,6 – Einheitsübersetzung)

Es wird also eine Zeit geben, in der der Herr nicht mehr nahe ist und sich nicht mehr finden lässt!

“Sät als eure Saat Gerechtigkeit aus, so werdet ihr ernten, wie es der (göttlichen) Liebe entspricht. Nehmt Neuland unter den Pflug! Es ist Zeit, den Herrn zu suchen; dann wird er kommen und euch mit Heil überschütten.” (Hos 10,12 – Einheitsübersetzung)

Jetzt ist die Stunde! Jetzt ist der Tag! Eine zweite Chance werden wir nicht bekommen!

“Bittet den Herrn um Regen zur Regenzeit im Frühjahr! Der Herr lässt Gewitterwolken entstehen, er füllt sie mit Regen und gibt den Menschen das Grün auf dem Feld.” (Sach 10,1 – Einheitsübersetzung)

Bereiten wir unser Feld vor – und überlassen es dem Herrn, wann Er den Regen sendet!

Werden wir zu Kriegern Jesu!

“Und schliesslich: Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn! Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt.” (Eph 6,10-13 – Einheitsübersetzung)

Satan ist eine Realität – auch wenn das heute viele icht mehr wahrhaben wollen. Er steckt hinter jeder Art von sündhaften Emotion und Absicht: Hass, Lügen, Gewalt, Lust, Gier, Wut und Neid. Ebenso entwickelt er neue Mittel und Wege, sündhaftes Vergnügen zu suchen und zu bekommen – etwa stärkere Drogen oder Pornographie über das Internet. Für seine Absichten benutzt er alles Mögliche: Musik, Sex, Essen, Sport, Geld, Kunst, Kino, Medien, Krieg, Internet und vieles mehr. Nichts ist ihm zu schade, um die menschliche Rasse anzugreifen!

Und was tun wir?

Vielleicht haben wir ein spärlich besuchtes Gebetstreffen einmal wöchentlich. Oder wir helfen ab und zu mal bei einer Suppenküche für Arme aus. Vielleicht organisieren wir einmal jährlich eine Veranstaltung oder stellen uns mit einem Stand auf eine jährliche Großveranstaltung. Oder wir starten ein oberflächliches Programm, um unsere Jugend bei der Stange zu halten. Dazu noch ein wenig Fasten ab und zu – und wir denken, wir sind die großen Glaubenskämpfer!

Das sind wir aber ganz bestimmt nicht. Eher kleine Kinder, die mit Spielzeugsoldaten spielen und hölzerne Häuserblocks anstatt wirkliche Häuserblocks erobern. Das muss sich ändern, wenn wir eine wirkliche spirituelle Revolution starten wollen! Wir müssen zu den Waffen des Glaubens rufen!

Satan ist ein Meister der Lügen – und eine der Geheimnisse psychologischer Kriegsführung ist es, feindliche Truppen zu überzeugen, dass Aufgabe süss schmeckt, dass es besser ist, zu kapitulieren als weiterhin zu kämpfen, dass die Niederlage unvermeidlich ist.

Wie oft haben wir diesen Lügen geglaubt, anstatt den Kampf aufzunehmen? Wie oft haben wir uns mit Kompromissen zufriedengegeben oder uns biblische Wahrheiten, die uns nicht schmeckten, schön geredet? Wie oft haben wir uns eingeredet, dass Jesus nicht wirklich gemeint hat, was Er gesagt hat – dass man das nicht wörtlich nehmen dürfe, was da in der Bibel steht, sondern mehr oder weniger als schöne Geschichte des Glaubens sehen soll? Wie oft haben wir resigniert, anstatt zu kämpfen?

Wenn Satan einmal seinen Fuss in der Tür hat, wird er auch versuchen, reinzukommen.

Er versucht uns zu erzählen, dass die Dinge doch gar nicht so schlimm sind. Wir sollten uns nicht so viele Gedanken wegen der Sünde machen und dass ein Kompromiss doch besser sei als ein Konflikt. Wir müssten doch nicht auf diese radikalen christlichen Fundamentalisten hören – warum nicht einfach vernünftig sein? Man darf doch nicht gleich so übertreiben! Was ist schon so schlimm dabei, wenn zwei Erwachsene, die sich lieben, aus freiem Willen Sex miteinander haben, auch wenn sie nicht miteinander verheiratet sind? Was ist schon so dramatisch daran, wenn man sich einen Drink gönnt, um die Nerven zu beruhigen? Was ist so falsch daran, wenn ein Mann mit einem anderen Mann intim wird – schließich sind sie doch so geboren und können nicht anders! Was ist schon so sündig daran, wenn eine Frau mit einer anderen Frau Sex hat, wenn sie doch für Männer nichts empfinden kann? Sei doch kein Fundamentalist – es reicht doch, wenn du dich von den wirklich schlimmen Sachen wie Mord, Diebstahl oder Vergewaltigung fernhältst – und ansonsten lernst, tolerant zu sein! Und warum gleich in die Luft gehen, wenn sich jemand auch mal woanders umsieht – schließlich gibt es Schönes in allen Religionen zu entdecken! Natürlich sind deine Überzeugungen wahr – Jesus ist tatsächlich der einzige Retter und Erlöser! Aber man muss ja nicht gleich so fanatisch werden wie diese Verrückten, die die Abtreibungsärzte umbringen oder sich in entlegene Gegenden zurueckziehen und auf das Ende der Welt warten! Es reicht doch, wenn man ein gutes Leben führt und sich um seine Familie kümmert – eine höhere Berufung als das gibt es nicht! Du kannst doch auch dein Christsein zeigen, ohne so viele Worte dabei zu verlieren. Spende was an die nächste Kirche und halte dich ansonsten mit deinen Überzeugungen etwas zurück - ist doch Privatsache und hat in der Arbeit nichts zu suchen! Im übrigen brauchst du dich auch nicht so aufregen wegen der paar Sünden ab und zu – Gott versteht das. Er kennt dich doch!

Derartige Lügen klingen sehr verlockend und so manch einer fällt darauf herein. Öffnen wir den Menschen die Augen! Steigen wir in den Ring! Wir haben einen mächtigen Gegner – lernen wir zu kämpfen!

Wenn wir aber kämpfen, dürfen wir nicht aufhören, bis wir unser Ziel erreicht haben. Ansonsten waren unsere Anstrengungen umsonst – zumindest teilweise. Wenn wir nicht bis zur Erreichung unseres Ziels kämpfen, lassen wir die Tür für Satan offen – und das kann tödliche Konsequenzen mit sich bringen!

Dennoch kämpfen einige von uns nicht – vielleicht weil sie wenig Hoffnung haben, dass sich etwas ändert. Wenig Hoffnung, dass es eine spirituelle und moralische Revolution in unserer Gesellschaft geben könnte. Kein Wunder, dass wir so am Boden sind! D.L. Moody wies einmal darauf hin, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen denen, die kämpfen, um zu gewinnen – wenn sie können – und denen, die ganz einfach käempfen, um zu gewinnen!

Ein feiges Herz und ein zweifelnder Geist werden im Kampf nicht bestehen können, wie C.H. Mackintosh einmal festgestellt hat!

Che Guevara und mit ihm die kubanische Revolution waren unter anderem deshalb erfolgreich darin, das Regime von Batista zu stürzen, weil sie die gefährliche Einstellung mancher Revolutionäre und Möchtegern-Revolutionäre überwinden konnten, die inaktiv blieben und sich hinter dem Vorwand verstecken, dass man gegen eine professionelle Armee sowieso nichts unternehmen kann, die schließlich abwarteten, bis in irgendeiner Art und Weise alle notwendigen objektiven und subjektiven Bedingungen gegeben waeren – ohne jedoch selbst daran zu arbeiten, dass dieser Fall eintritt.

Viele Gläubige haben genau diese Einstellung. Sie hoffen, dass sich die Dinge irgendwie und irgendwann zum besseren wenden. Oder sie warten einfach voellig ziel- und planlos darauf, dass der Herr wiederkommt. Bis dahin wird ja eh alles einfach nur schlechter.

Wir müssen handeln! Wir sind gerufen, in die Welt zu gehen und die Gute Nachricht zu verkünden sowie Menschen zu Jüngern Jesu Christi zu machen! Worauf warten wir noch?

Die Dunkelheit ist dunkel genug. Was haelt uns also noch zurueck? Warum haben wir noch keinen Handlungsplan entwickelt?

Wir vertrauen immer noch auf die Politik – darauf, dass jeder Politiker, der sagt, er sei ein praktizierender Christ, auch tatsächlich einer ist. Man müsse ihn also nur wählen und darauf vertrauen, dass es dieses Mal nach der Wahl doch anders ausgehen wird als beim letzten Mal!

“Gottesfurcht verlangt, Böses zu hassen. Hochmut und Hoffart, schlechte Taten und einen verlogenen Mund hasse ich.” (Sprichwörter 8,13 – Einheitsübersetzung

“Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!” (Röm 12,9 – Einheitsübersetzung)

Unser Kampf richtet sich nicht gegen Menschen. Wir kämpfen mit dem Teufel selbst, mit seiner dämonischen Armee, mit seinen hinterhältigen Plänen. Dieser Kampf wird mit Gebeten gekämpft, mit Aufopferung, Taten, Gehorsam, Glauben und Gottvertrauen – gestützt auf den Empfang der Sakramente. Er wird in unseren Koepfen geführt, in unseren Wohnungen, in unseren Schulen und an unseren Arbeitsplätzen, in unseren Kirchengemeinden und in unserer Gesellschaft.

Manchmal ist es ein Kampf Mensch gegen Mensch, ein Leben nach dem anderen, eine Entscheidung nach der anderen, ein Gebet nach dem anderen, eine Tat des Gehorsams nach der anderen. Wenn wir uns aber weigern, aufzugeben und Kompromisse zu schließen, werden wir den Sieg des Herrn sehen. Natürlich werden wir nicht erleben, dass jede Seele gerettet wird oder jede Stadt sich – oder gar das ganze Land sich ändert. Wir können aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass eine spirituelle Revolution uns nach vorantreiben wird. Millionen werden gerettet werden und viele Staedte werden sich ebenfalls ändern. Ein Großteil der Nation wird erneuert werden.

Teile mit uns diese Vision!

Der Grund warum unsere Gesellschaft heute in einem derart dramatischen Zustand ist, liegt nicht so sehr bei korrupten Politikern oder vom rechten Weg abgekommenen Schauspielern oder Rockstars. Das Hauptproblem dürfte bei der Kirche selbst zu suchen sehen, die oft zu viele Kompromisse eingegangen ist. Den Weg, den die Kirche geht, geht auch die Gesellschaft! Wollen wir die Gesellschaft ändern, müssen wir erst einmal wieder zurück zum Altar!

Unsere Revolution muss eine Revolution der Liebe sein – eine selbstlose, aufopfernde, übernatürliche Liebe. Wenn unsere Feinde uns vefluchen, segnen wir sie. Wenn sie uns Böses antun, tun wir ihnen Gutes. Wenn sie uns verfolgen, beten wir für sie. Wenn sie uns hassen, lieben wir sie. Wenn sie uns töten, werden wir leben! Alle reden über Radikalität - was könnte radikaler sein als das?

Wenn wir Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen die Gute Nachricht verkünden wollen, müssen wir zuerst einmal ihre Füße waschen! Wenn wir Müttern, die abtreiben wollen, davon abbringen und sie von der Sündhaftigkeit ihres Vorhabens überzeugen wollen, müssen wir uns zuerst einmal um ledige Mütter und ihre Kinder kümmern! Wenn wir den Frauen beistehen, die gerade eine Abtreibung hinter sich haben und die geistigen und emotionalen Wunden davon mit sich tragen!

Henly nennt das “militante Liebe”: Bei dieser Art der Liebe greift das Leben den Tod an, das Licht den Tod, die Wahrheit Lügen. Militante Liebe fügt anderen kein Leid zu, sondern ist sogar bereit, Leid für andere auf sich zu nehmen. Militante Liebe nagelt ihre Feinde nicht ans Kreuz, sondern ist bereit, sich für sie ans Kreuz nageln zu lassen. militante Liebe wäscht die Füße derer, die sie betrügen und verraten.

“In allem erweisen wir uns als Gottes Diener: durch große Standhaftigkeit, in Bedrängnis, in Not, in Angst, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Zeiten der Unruhe, unter der Last der Arbeit, in durchwachten Nächten, durch Fasten, durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken” (2 Kor 6,4-7 – Einheitsübersetzung)

Vergessen wir unser Selbstmitleid und unsere Ausreden und gehen wir das an, wozu uns Gott jetzt berufen hat! Wenn jetzt nicht die Stunde ist, wird die Stunde nie kommen!

J. Hudson Taylor hat einmal gesagt, dass wir bei unserer Konzentration auf Methoden und Mittel vielleicht zu wenig auf die Quelle der Kraft selbst geachtet haben: das Erfülltsein vom Heiligen Geist!

Wir wurden von Gott damit beauftragt, die Gute Nachricht zu verkünden und Menschen zu Jüngern zu machen. Haben wir dabei vielleicht vergessen, dass wir dafür auch einen Handlungsplan brauchen?

Reicht es denn nicht, sich auf den Heiligen Geist zu verlassen?, mag manch einer fragen. Hat der Heilige Geist aber keinen Plan? Verlässt Er sich bei der Durchführung Seiner Absichten nur auf den Zufall? Auf keinen Fall! Es ist kaum möglich, die Evangelien und die Apostelgeschichte zu lesen, ohne darin einen Plan zu erkennen, eine göttliche Strategie. Die Tatsache, dass Gott uns manchmal überrascht und anders handelt, als wir uns das vielleicht vorgestellt haben, bedeutet nicht, dass Er nicht weiss, wo Er hin will oder wie Er dorthin gelangt.

“Plaene kommen durch Beratung zustande. Darum führe den Kampf mit Ueberlegung!” (Sprichwörter 20,18 – Einheitsübersetzung)

“Denn durch Ueberlegung gewinnst du den Kampf, viele Ratgeber verhelfen zum Sieg” (Sprichwörter 24,6 – Einheitsübersetzung)

“Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns mit Ausdauer in den Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.” (Heb 12,12 – Einheitsübersetzung)

Ein Punkt, den wir oft vernachlässigen: Evangelisation. Missionare wie Oswald Smith haben uns daran erinnert, dass die Kirche, die nicht evangelisiert, zum Fossil wird und dass eine der wichtigsten (wenn nicht die wichtigste!) Aufgabe der Kirche die Evangelisation der Welt ist! Aber – wie F.H. Henry sagte – das Evangelium ist nur dann die Gute Nachricht, wenn sie auch rechtzeitig bei den Menschen ankommt!

Worauf warten wir also?

”Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst.”

(Jakobus 1,22 – Einheitsübersetzung)

Wir gehen vielleicht regelmässig in den Gottesdienst, singen die Lieder mit – und denken, wir tun damit schon viel und sind deshalb gute Christen. All dies ist natürlich nichts Schlechtes, aber wenn es dabei bleibt, sind wir einfach nur ein mehr oder weniger passiv konsumierendes Publikum und täuschen uns somit selbst. Jesus hat uns aber nicht erlöst, damit wir nur ein passives Publikum sind!

Passive Zuhörer verändern die Welt nicht. Sie beginnen auch keine Revolutionen. Genausowenig bringen sie das Königreich Gottes voran oder erfüllen das grosse Gebot (zu allen Völkern zu gehen, alle Menschen zu taufen und sie zu Jüngern Jesu zu machen sowie sie zu lehren, alles zu befolgen, was Jesus den ersten Jüngern geboten hat). Ein passives Publikum macht dem Teufel keine Angst. Nicht im geringsten. Wir müssen diese passive “Zuhörer-Mentalität” zerstoeren. Das wird ganz bestimmt nicht leicht in einer Kultur, die ganz auf Unterhaltung und Superstars hin orientiert ist (was auch an der Kirche nicht spurlos vorübergegangen ist!).

WIR müssen aktiv werden – und nicht nur irgendjemand in der Kirche, der dafür bezahlt wird! Jeder einzelne von uns! Frank Viola hat bereits deutlich darauf hingewiesen, dass Paulus sich immer (abgesehen von den Pastoralbriefen, die an einzelne Menschen geschrieben waren) an die Kirche insgesamt – also alle Gläubigen – gewandt hat und nicht nur an ihre Leiter! Die gläubige Gemeinde als ganze ist gerufen, sich selbst zu organisieren, gefallene Glieder in geschwisterlicher Liebe zu disziplinieren, die zu warnen, die vom Weg abkommen, die Schwachen und Traurigen zu trösten und zu unterstützen, Werke der Liebe zu verrichten, einander zu ermahnen und zu ermutigen, einander zu lehren und voneinander zu lernen, einander zu dienen, die Lasten der anderen zu tragen, füreinander zu sorgen, einander die Füßße zu waschen, einander zu lieben, Güte und Mitgefühl füreinander zu zeigen, einander aufzurichten, einander zu ertragen, einander zu guten Taten zu ermuntern, füreinander zu beten, Gastfreundschaft füreinander zu zeigen und einander unsere Sünden zu gestehen, füreinander Mitleid zu zeigen, aber auch andere zu fuehren, materielle Güter zu teilen und andere zu heilen.

Jesus fordert von Seinen Jüngern einen radikalen, absoluten Gehorsam. Ein Gehorsam, der so extrem ist, dass er für einen Großteil der Welt – und einen grossen Teil der Kirche – als fanatisch, ja fast wie ein Kult erscheint. Jesus ruft uns alle als Seine Jünger. Wissen wir wirklich, was das bedeutet?

Wir sollten nicht nur ein “Christ” oder ein “Gläubiger”, sondern vor allem ein “Jünger” sein – ein Begriff, der mehr als 260 Mal im gesamten Neuen Testament verwendet wird (einschliesslich mehr als 230 mal in den Evangelien und 28 mal in der Apostelgeschichte). Wie können wir den Ruf nach wahrer Jüngerschaft herunterspielen oder gar ignorieren, wenn er doch ein derart wichtiges Thema in der Bibel darstellt?

Zum Vergleich: Das Wort “Christ” etwa kommt nur drei mal im gesamten Neuen Testament vor (Apg 11, Apg 26, 1 Ptr 4) – das Wort “Gläubiger” oder “Glaubender” nur 26 mal!

Was bedeutet das?

Was sagt uns das, wenn viele von uns kein Problem haetten, sich als “Christ” oder “Gläubiger” oder “Glaubender” zu bezeichnen, sehr wohl aber, wenn es darum geht, sich “Jünger” zu nennen? Alleine das Wort laut auszusprechen, zwingt uns beinahe dazu, unser Gewissen zu erforschen, ob wir den wirklich Jünger sind!

Denken wir an die Kultur des Neuen Testaments:

“Rabbi” war nicht ein formaler Titel oder ein klerikales Amt zu dieser Zeit. “Rabbi” war vielmehr ein Ehrerntitel, den besondere Lehrer und Führer erhielten. Ergebene Studenten folgten diesen Rabbis nach. Rabbi Yohanan (Johannes der Täufer) hatte seine Anhänger, ebenso Rabbi Yeshua (Jesus) (vgl. Joh 4,1; 31).

Ein Schüler wurde mit seinem Lehrer in Verbindung gebracht. Sein ganzes Leben drehte sich um seinen Meister (Lk 6,40; Mt 10,24-25). So blieben auch die ursprünglichen zwölf Jünger Jesu stets an dessen Seite. Sie waren Ihm sogar näher als Seine eigene Familie (Mt 12,48-50). Er teilte Seine Geheimnisse mit ihnen und sandte sie auch aus, um Ihn zu vertreten (Mt 10,40) und um Seine Mission auszufuehren (Mt 10,7-8).

In den Evangelien ist aber nicht nur von den zwölf Aposteln die Rede. In der Mehrzahl der Fälle ist sogar nicht von den zwölf Aposteln die Rede, wenn es “Jünger” heisst, sondern von den vielen Männern und Frauen, die Jesus nachfolgten. Und Jesus hat es ihnen bestimmt nicht leicht gemacht, Ihm nachzufolgen!

“Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben! Jesus erwiderte: Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben!” (Mt 8,21-22 – Einheitsübersetzung)

Das New International Dictonary of New Testament Theology betont, dass die Nachfolge Jesu als Jünger das bedingungslose Opfern seines ganzen Lebens bedeutet. Matthäus unterstreicht besonders, dass Jünger sein bedeutet, an Jesus und an Gottes Willen gebunden zu sein (Mt 12,46-50; vgl. Mk 3,31-35).

“Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.” (Lk 9,61-62 – Einheitsübersetzung)

“Als Jesus von dort wegging, sah er einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm.” (Lk 5,27-28 – Einheitsübersetzung)

“Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort liessen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.” (Mt 4,18-20 – Einheitsübersetzung)

Er rief – und sie ließen alles zurück und folgten Ihm. Das ist Kurzform die Vorstellung von Jüngerschaft, von wahrer Ergebenheit. Das ist die Norm des Neuen Testaments.

Dieser Ruf nach wahrer Jüngerschaft beinhaltete aber immer auch den Ruf nach dem Dienen. Der messianische jüdische Gelehrte Dan Gruber meinte einmal, anstatt jemanden zu fragen: “Bist du gerettet”, sollten wir lieber fragen: “Wem dienst du?”.

In Lk 14,33 sagt Jesus: “Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.”

Tom Skinner wies darauf hin, dass dies einer der härtesten Verse in der Bibel sei und viele Menschen wünschten, er wäre nicht da. Solche Menschen sagen, Gott wolle doch nicht wirklich, dass wir alles aufgeben. Man könne doch Christus nachfolgen und sein Ding durchziehen, ohne alles aufzugeben! Sie führen dann oft an, was die Bibel wirklich damit sagen will, ist, dass wir dazu bereit sein sollten.

Sieh dir selbst diesen Vers an – siehst du hier irgendwo den Ausdruck “bereit sein”?

Wir tendieren manchmal dazu, unseren Verstand abzuschalten, wenn wir bestimmte Abschnitte in der Bibel lesen. Der Jesus der Evangelien ist ja immer so offen und direkt in Seinen Forderungen! Es sieht fast so aus, als bedürften Seine Lehren immer eine Erklärung oder Abänderung unsererseits. Denken wir nicht manchmal – bewusst oder unbewusst – genau so?

Vielleicht versuchen wir uns einzureden, dass all das vielleicht für die ersten Jünger Jesu gegolten haben mag. Sie konnten ja wirklich alles verlassen und mit Jesus gehen, sogar bis zum Tod. Bei uns ist das aber doch ganz anders! Sie waren Jünger – wir sind doch nur Gläubige, Glieder einer Ortskirche!

Unser Glaube ist doch sehr bequem und kostet uns wenig, geschweige denn dass er uns irgendwie in Schwierigkeiten bringen koennte. Unser Glaube ist doch eher “vernünftig” als radikal. Die Dinge sind doch heute anders. Alles hat sich geändert. Oder?

Nicht, was Gottes Wille und Wege angeht. Nicht, was Seine Forderungen und Ansprüche betrifft. Ein Jünger ist ein Jünger, und dieser Begriff bezeichnete am öftesten die Glieder der Kirche, des Leibes Christi, in der Apostelgeschichte. Wenn man ein Gläubiger war, war man ein Jünger – und Jesus machte unzweifelhaft klar, was das bedeutete.

Jetzt einmal ganz offen: Welches Buch, welcher Theologe, welcher Mensch hat das Recht, uns sagen zu wollen, Jesus hätte nicht wirklich gemeint, was Er da gesagt hatte, als Er davon sprach, was es bedeutete, Sein Jünger zu sein? Dass Seine Aussagen nur für einige wenige Auserwählte zutrafen? Auserwählte, die aus anderem Stoff waren als die Gläubigen des 21. Jahrhunderts? Auf welcher Grundlage verfälschen wir die Aussagen unseres Herrn?

“We”re called to be the Church militant, not the Church mush!”

Fr. Bill Casey, Superior of the Fathers of Mercy

Als Christinnen und Christen ist es nicht unser Ziel, um jeden Preis Menschen gefallen zu wollen, sondern Gott. Wir gehorchen den Gesetzen des Landes, in dem wir leben; wenn diese jedoch Gottes Gesetz widersprechen, dann müssen und werden wir Gottes Gesetz befolgen. Hierfür bedarf es aber viel Weisheit und Vorbereitung, was mögliche Konsequenzen angeht (siehe Apg 5,25-29).

Auch sollten wir ständig vom Heiligen Geiste erfüllt sein. Keinesfalls sollten wir Seine Stimme ignorieren. Auch sollten wir unsere geistigen Gaben trainieren und ausüben (siehe 1 Kor 12,1-11).

“Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.” (Joh 15,16 – Einheitsübersetzung)

Eine wesentliche Quelle unserer Jüngerschaft: Das tägliche Gebet und Bibelstudium. Nehmen wir uns Jesus als Vorbild: Er wusste, wo Er herkam und wo Er hinging. Auch wir sollten das wissen. Auch Mutter Theresa betete täglich und ausgiebig.

Gott hat uns mit vielen wunderbaren Gaben ausgestattet – die wenigsten unter uns nutzen jedoch dieses ungeheure Potential! Was wir doch tun und erreichen könnten, wenn wir nur mutig und furchtlos voranschreiten und Unbekanntes wagen würden!

Wenn wir behaupten, Christinnen und Christen zu sein, uns aber weigern, auch so zu leben, wie Jesus es uns aufgetragen hat, verleugnen und entehren wir Ihn. Geben wir Ihm also unser uneingeschränkt und für alle sichtbar unser ganzes Leben!

In einer Zeit, in der sich Menschen vom christlichen Glauben abwenden, ist es umso wichtiger – ja lebenswichtiger! -, diesen offen und furchtlos sowie in Liebe und Demut zu verkünden!

“Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen. Dann werden die, die euch beschimpfen, weil ihr in (der Gemeinschaft mit) Christus ein rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer Verleumdungen schämen müssen.” (1 Petr 3,15-16 – Einheitsübersetzung)

Papst Benedikt XVI. hat kürzlich in “Ubicumque et Semper” einem Apostolischen Brief in der Form eines Motu Proprio daruf hingewiesen, dass es einer neuen Evangelisierung zur Vertiefung des reinen und festen Glaubens bedarf. Eine Evangelisierung, deren wiederbelebende Kraft vom Heiligen Geist sowie von einer tiefgehenden Gotteserfahrung kommen muss. Als Instrumente empfahl er ausdrücklich auch die neuen Formen sozialer Kommunikationsmittel, aber auch die Verwendung des “Katechismus der Katholischen Kirche”.

Eine derartige Evangelisierung muss von allen Gläubigen getragen werden. Wir alle haben von Gott Gaben und damit auch Aufgaben bekommen. Nutzen wir sie!

In diesem Zusammenhang ein Verweis auf das Sakrament der Firmung (vgl. Joh 14,15-21):

Durch dieses Sakrament und die damit geschenkte Gnade des Heiligen Geistes werden wir zu Soldaten Christi, zu Zeugen des Evangeliums für die Welt. Jesus versprach, den Heiligen Geist zu schicken, was dann an Pfingsten geschah (Apg 2,3-4): Der Heilige Geist kam auf die Apostel herab. Diese wurden von Ihm verändert und verwandelt:

“Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen.” (Apg 4,33 – Einheitsübersetzung)

“Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen.” (Apg 2,43 – Einheitsübersetzung)

Sie zeigten auch die persönliche Heiligkeit des christlichen Lebens:

“Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besassen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füssen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte” (Apg 4,34-35 – Einheitsübersetzung)

Die Firmung setzt diese Gnade, die Die Apostel an Pfingsten erfahren durften, fort.

In Samaria sehen wir die Firmung als eine sakramentale Handlung ausserhalb und getrennt von der Beichte: Petrus und Johannes besuchen eine Gruppe von Gläubigen, die im Namen Jesu getauft worden waren, aber noch nicht den Heiligen Geist empfangen hatten. Die Apostel legten die Hände auf die getauften Gläubigen und der Heilige Geist kam über sie (Apg 8,14-17). Auch heute noch wird durch dieses Handauflegen seitens der Bischöfe der Ritus der Firmung vollzogen (KKK, 1285-1321).

Durch diese Gnade des Heiligen Geistes wurde uns auch eine ganz persönliche Berufung als Jünger Jesu Christi aufgegeben! Wir sind Soldaten Christi – also handeln wir auch danach!

“Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor alem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen” (Eph 6,14-18 – Einheitsübersetzung)

Amen.

Quellen:

u.a. Scott Hahn, “Catholic Bible Dictionary”, Doubleday Religion, New York 2009. ISBN 978-0-385-51229-9

Michael L. Brown, “Revolution – The Call to Holy War” Regel Books. Ventura, California, USA, 2000. ISBN 0-8307-2640-3

Michael L. Brown, “Revolution in the Church. Challenging the Religious System with a Call for Radical Change.” Chosen Books, Grand Rapids, MI, USA, 2002. ISBN 0-8807-9310-2 (pbk.)

Fr. Roger J. Landry on www.cuf.org

Katechismus der Katholischen Kirche. München (R. Oldenburg Verlag) 1993.

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Our Sunday Visitor

Matthew Bakholer, “Mission Preparation Training”, ByFaith Media, Great Brittain 2006, ISBN 1846851653 (978-1-84685-165-0)

Papst Benedikt XVI: “Apostolischer Brief in Form eines Motu Proprio Ubicumque et Semper des Obersten Hirten Benedikt XVI. mit dem der päpstliche Rat zur Förderung der neuen Evangelisierung errichtet wird” (Quelle: www.kath.net / Dr. Alexander Pytlik)