Polnische Fluglinie verzichtet auf Kreuz-Verbot für Angestellte
Nachrichten 10/02/2012 18:40:24
LOT-Angestellte und konservative Politiker hatten der Fluglinie vorgeworfen, mit dem Verbot die Religionsfreiheit des Personals zu beschneiden. Das Unternehmen hatte die Anweisung damit begründet, dass die Fluglinie immer mehr nichtchristliche Passagiere befördere.
Angehörige anderer Religionen sollten durch christliche Zeichen nicht «gestört» werden. Mit der Maßnahme folge man dem Beispiel anderer Fluggesellschaften.
Unternehmenssprecher Leszek Chorzewski betonte nun, man achte die «Tradition und Empfindlichkeit der Polen». Es habe nie die Absicht bestanden, das Tragen von Kreuz-Anhängern und anderen religiösen Symbolen ganz zu verbieten. Vielmehr wäre dies auch weiterhin unter der Uniform erlaubt gewesen, betonte er.
Der ehemalige Verkehrsminister Jerzy Polaczek hatte die Anweisung als Skandal bezeichnet. Abgeordnete der konservativen Opposition warfen der Fluggesellschaft vor gegen die Verfassung zu verstoßen. Das rechtskonservative Internetportal «Fronda.pl» veröffentlichte als Reaktion die E-Mail-Adresse von LOT-Chef Marcin Pirog und rief zu Protest auf. Die Fluglinie mache sich zum Feind nicht nur der Christen, sondern auch der Juden, Muslime und der Gläubigen anderer Religionen, heißt es auf der Website.

