Heilig-Rock-Wallfahrt: Warnung vor „anonymer Meinungsmache im Internet“
Nachrichten 14/05/2012 07:31:57
„Es kann doch nicht sein, dass wir in unserer Kirche mehr übereinander als miteinander reden, ja dass sogar auf vermeintlich „katholischen“ Internet-Plattformen anonym in abschätziger Weise über andere geschrieben und deren Glaube in Frage gestellt wird. Dabei geschieht eine doppelte Verletzung der Liebe. Nicht nur in der Art, wie wir über Menschen sprechen, die anderer Auffassung sind, sondern auch dadurch, dass ich mich in diesen harten Worten nicht einmal selbst zu erkennen gebe. Liebe lebt hingegen davon, dass sie personal ist.
Dass sie erfahrbar wird und sich aussetzt. In der Anonymität, wie dies im Internet gegeben ist, und als Errungenschaft von verschiedener Seite immer wieder propagiert wird, wird diese Liebe zutiefst verletzt. Deshalb dürfen wir uns nicht damit abfinden, dass unter dem Deckmantel der Freiheit die anonyme Meinungsmache im Internet gefördert wird. Dahinter steht eher eine Ängstlichkeit und Feigheit, die sich darin äußert, dass sich jemand mit dem, was er sagt oder tut, nicht in Verbindung gebracht werden will.
Liebe hat keine Angst, sich zu öffnen, weil sie nichts zu verbergen hat. Wo ich jedoch mit meiner Person nicht für das eintrete, was ich denke und sage, da bleibe ich das entscheidend Menschliche schuldig: dass wir dazu da sind, einander zu lieben.“


