K-TV: Umbau der Seelsorgestrukturen
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K-TV — 19/11/2009 01:20:31: Das Sprechergremium des Netzwerks katholischer Priester nimmt die Fakten und Folgen der momentanen Strukturveränderungen in den deutschen Diözesen in den Blick. Referat auf der 21. Internationalen Theologischen Sommerakademie in Aigen im Mühlkreis / Oberösterreich.
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Monika Elisabeth — 21/11/2009 15:47:52:

@Leo

Ja... wenn die Eltern ihre eigene Religion besser kennen würden und die Erstkommunionvorbereitung auch qualitativ hochwertig ausführen würden, dann liefe zumindest das schon mal wie am Schnürchen.

Dazu fehlt aber an allen Ecken die nötige Katechese... für Eltern und dann natürlich auch für deren Kinder.

Und finde heute mal einen ordentlichen Katechet oder Katechtin - allein das ist schon schwer. Ich habe gruslige Sachen von so manchen Katechetinnen gehört... da schüttelt es einen, wenn man bedenkt das solche Irrlehrer auf kleine Kinderseelen losgelassen werden.

Wer trägt dafür Sorge?

Mit Laien-Ämter kommen wir dagegen nicht an.

Leo — 21/11/2009 14:19:49:

Kirche ohne Priester geht nicht. Aber Kirche ohne Familien, ohne Christgläubige gibt es ebenfalls nicht. Gäbe es Priester ohne Mütter?
Wie oft höre ich Klagen über eine fehlende religiöse Bildung in den Familien: diese Aufgabe ist in der Tat Aufgabe der Eltern. Augustinus hat schon gesagt, dass der Familienvater der Bischof der Familie sei. Mir geht es nicht darum, Priester und andere Christen gegeneinander auszuspielen, sondern jeder soll das tun, zu was er in seinem Stand berufen ist und keiner soll dem anderen etwas wegnehmen, was ihm zu eigen ist. Gleichzeitig sind alle Glieder im Leib Christi aufeinander angewiesen, auf gegenseitiges helfendes Gebet und wechselseitige Unterstützung. Ich wehre mich nur gegen einen Eindruck, dass Priester irgendwie als Christen erster Klasse und die sogenannten Laien als Christen zweiter Klasse angesehen werden könnten. Laut dem damaligen Erzbischof Dyba gibt es einen höheren Stand als Laien- oder Klerikerstand: Es ist der Stand der Heiligkeit!
Eine Stärkung der Priester sehe ich genau darin, dass sie von Aufgaben entlastet werden, die ihnen nicht unbedingt obliegen müssten. Für die Erstkommunionvorbereitung waren noch vor - wenn ich mich recht erinnere - 2 Jahrhunderten die Eltern selber verantwortlich.

hans03 — 21/11/2009 01:34:40:

Kirche ohne Priester halte ich für unmöglich. Die Sakramente, zentrale Gnaden unserer Kirche, die uns von Gott geschenkt werden, können nur von Priestern gespendet werden. Eben darum geht es ja gerade in diesem Video. Deshalb müssen die Priester auch in ihrer Aufgabe gestärkt werden.

Wir sind alle Christen, Brüder und Schwestern. Auch die Priester gehören dazu, wenn gleich gerade von einigen (nicht allen!) Theologen und Laienorganisationen ein Gegensatz zwischen Laien und Klerikalen konstruiert wird. Gerade wir Laien haben die wichtige Aufgabe, in der Kirche mit unserem Gebet und Dienst beizutragen und die Priester in ihrem wichtigen Amrt zu unterstützen.

Eine kostspielige 72Stunden-Aktion ist nicht so wichtig wie eine elementare seelsorgerische Betreuung in den Pfarrgemeinden.

pina — 21/11/2009 00:46:46:

mir ist immer noch die hl.messe mit der sakramentenspendung das allerwichtigste-ich gehe in keine wort-gottes-feiern( kein gelungener ausdruck,denn nicht alles ist wort gottes)-und kann mit auch nicht gut vorstellen,welche weiteren aufgaben laien bekommen sollten--lesung lesen-reicht mir-kommunionspendung ist mir beim priester lieber,viel lieber....auf leichtbekleidete und unangemessene laien in der kirche kann ich verzichten-daher gehe ich in altenheimmessen,wo der " schweif" unzähliger messdienerinnen und messdiener auch fehlt-und ich eine wunderbare sehr würdige heilige messe erleben darf

auch in meiner stadt sind die priester fast alle im pensionsalter und in den n ächsten jahren kann durchaus die überlegung getroffen werden,eine der 3 gemeinden einzusparen--schon jetzt kommt nur mehr ein kaplan,stadtkaplan genannt.....

Yohanan — 21/11/2009 00:23:19:

@leo
du hast recht. Der Untergang des Priestertums ist eine Begleiterscheinung des Niedergangs der Kirche, auch des Volkes insgesamt. Ich weiss nicht, aber ich glaube nicht, dass katholisches Leben in einer Gemeinde ohne Priester unmöglich ist. Vielfache geschichtliche Belege gibt es, dass der Glaube auch ohne Priester überlebt hat. Entscheidend ist die Aufrechterhaltung der Sehnsucht nach Christus und die Erziehung, nach seinen Geboten zu leben. Das trägt auch dann Frucht, wenn nur einmal im Jahr Beichte und Kommunion möglich sein sollten.

Leo — 20/11/2009 16:44:29:

Wenn ich auch in Vielem dem Priesternetzwerk zustimme, so bleibt in mir doch ein Eindruck hängen, dass wieder fast alles an Aufgaben an den Priestern hängen bleiben soll und die sogenannten Laien den Priestern irgendwie im Wege stehen.
Ich selbst bin im kirchlichen Dienst, aber habe meinen Dienst nie so verstanden, dass ich den Priestern irgendetwas wegnehmen möchte, sondern dass ich als ausgebildeter Theologe bestimmte Tätigkeiten in der Kirche wahrnehmen kann, die nicht speziell priesterlicher Art sind, wohl aber einer Ausbildung bedürfen.
Wenn ich von sogenannten "Laien" spreche, dann deshalb, weil inzwischen dieses Wort im allgemeinen Sprachgebrauch als Bezeichnung für einen Nichtfachmann, für einen, der sich nicht auskennt, verwendet wird. Natürlich weiß ich, dass mit Laien eigentlich einer gemeint ist, der zum Volk Gottes gehört, aber ein solches Verständnis ist wohl kaum noch vorauszusetzen.
Deshalb plädiere ich dafür, die zum Volk Gottes Gehörenden als Christen zu bezeichnen, einige davon sind dann zugleich Priester: Ähnlich verhält es sich auch in einem Staatswesen: alle sind Bürger, einige davon sind Beamte. Die Bürger werden hier nicht in erster Linie als Nicht-Beamte verstanden.
Früher betete man im Ave Maria: Du bist gebenedeit unter den Weibern. Da aber das Wort Weib eine eher negative Bedeutung gewonnen hat, wurde es durch "Frauen" ersetzt.
Vielleicht sind die heutigen Seelsorgestrukturprobleme eine Motivation dafür, darüber nachzudenken, wie überhaupt ein gemeinsames Zusammenwirken aller Christen der verschiedenen Stände aussehen könnte.

hans03 — 20/11/2009 14:13:05:

Ich verstehe gar nicht, warum hier darüber gestritten wird, ob dieser Vortrag der Wirklichkeit entspricht. Ich kann nur bestädigen, dass die Redner weitgehendst Recht haben.

Unsere Pfarrer waren früher (bis Emde der 80iger) bis zu ihrem Lebensende im Amt. Dies hat sich seitdem bedauerlicherweise geändert. In unserer politischen Gemeinde (ca 6.000 Einwohner) gab es bis vor zwei Jahren vier katholische Pfarrgemeinden. Die wurden alle zu einer großen Pfarrgemeinde fusioniert. Dennoch haben alle Filialgemeinden einen Kirchenchor, Meßdiener, Frauengemeinschaftenu.s.w.

Unser heutiger Pfarrer muß die Hl. Messe feiern, Alte und Kranke betreuen, Seelsorge durchführen. Wir haben zusätzlich einen verheirateten Diakon, eine Pastoralreferentin und einen emeritierten Pfarrer, der einspringen muss, wo Not ist. In allen Filialkirchen werden Samstags und Sonntags und auch zweimal in der Woche hl. Messen gefeiert.

Der vorherige Pfarrer war ca 10 Jahre im Amt. Er begleitete die Fusion der vier ehemals selbständigen Gemeinden begleitete, ließ sich aus dem Pfarreramt entlassen, da er gesundheitlich diese Aufgabe nicht mehr auf sich nehmen konnte. Der neue junge Pfarrer muss die Seelsorge in allen vier Filialgemeinden übernehmen und die Großgemeinde "managen".

Keiner weiss, wie lange er bleiben wird und wann er eine neue Pfarrei oder ein anderes Amt übernimmt. Letztenendes führt dies alles dazu, dass die Seelsorge unter einer solchen Situation natürlich leidet.

Umso wichtiger ist es für uns Gemeindemitglieder, unsere Gemeinden durch unser Gebet und die Teilnahme an den Gottesdiensten so gut zu stärken, wie wir es können.

Lothar Domin — 20/11/2009 13:32:32:

imagodei:Ich kann die Kritik der Priester voll unterstützen.
Der Prozess der Zusammenführung der Pfarrgemeinden bringt Unklarheiten, Unsicherheiten, beschädigt das Vertrauen der Laien und Kleriker in die Bistumsleitung.
Die Priester leiden unter dem Verlust der Seelsorge und empfinden sich als Manager von Mega-Räumen. Es wird Zeit, sich wieder mit Menschen zu befassen, sonst säkularisiert sich die Kirche weiter, und die Menschen suchen ihr Heil bei anderen Göttern.

holger — 20/11/2009 06:29:24:

EIN GOSSARTIG!!!DIESER BEITRAG GIBT SEHR GUT ,DIE GEGENWERTIGE GEWOLLTE MISSSTÄNDE WIEDER!!!!!ICH MÖCHTE KEINE NEUE EVANGELICHE "KIRCHE " ,sonder DIE EINE HEILIGE RÖMISCH KATHOLISCHE KIRCHE!!!!!

Deus semper major — 20/11/2009 01:58:47:

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass vieles, was in den Beiträgen ausgesagt wird, stimmt. Das interessante ist, das die sog. Basis (Gemeindemitglieder, Gremien etc.) oft der gleichen Meinung sind. Es besteht eine große Unzufriedenheit, und auch unter den Ehrenamtlichen macht sich Frust breit. Der Priester steht in diesem Spannungsfeld: Auf der einen Seite soll er die Entscheidungen von oben verteidigen/durchführen, auf der anderen Seite sieht er ganz deutlich in der Gemeindearbeit, wie sich das auswirkt - es wird für viele zur Zerreißprobe. Ich würde zwar nicht so weit gehen, zu behaupten, man will den Priester abschaffen (wer sollte denn dann die Hostien konsekrieren, welche dann von Laien ausgeteilt werden?). Aber die Art und Weise, wie Bischöfe und Generalvikariate mit "ihren Leuten" in dieser Frage umgehen, wird zunehmend unfreundlicher.

magister — 19/11/2009 14:19:58:

Die wirklich von brüderlicher Liebe geprägte Gesprächskultur fehlt. Sie hat nichts mit der gruppendynamischen Mobbingsituation (...Ihr werdet von Scharlatanen über die Wirklichkeit getäuscht und eingelullt...) gemein.

Es wäre es von großem Vorteil, wenn wir alle "ein Stück ehrlicher miteinander umgehen" . Wie wäre folgender Vorschlag:
Alle von irgendeinem Ordinariat/Generalvikariat besoldeten Nutzer und Zuschreiber heben ihre Tarnkappen hoch. Sie beginnen ab sofort ihre bezahlten Zuschriften in Zukunft mit ihrem Klarnamen und dem Klarnamen ihrer Auftragsgeber.

Da wären wir schon ein gutes Stück weiter.

Pax!

Clara Mu. — 19/11/2009 13:26:45:

Die Priester reden fantastisch. Besonders der am Anfang.

Monika Elisabeth — 19/11/2009 12:09:46:

Das denke ich auch, liebe Sonnengesang.

Auf diese Erlebnisberichte muss man eingehen und nachsehen an was so manche Diözesen kranken.

Sonnengesang — 19/11/2009 11:42:57:

Was in diesem Vortrag an Fakten und Erlebnisberichten gebracht wurde, kann man ebenso auf Schweizer Verhältnisse übertragen. Mit der Umorganisation der Pfarreiräume (Zusammenlegen der Pfarrgemeinden etc.) , wird der Pfarrer effektiv auf die Zelebration reduziert, aus dem Reli-Unterricht entfernt, etc. pp.

Ich weiss von Fällen, wo konservative Priester abgelehnt wurden, nur aus dem Grund, weil sie konservativ waren (nicht lateinisch! das wäre dann eh zuviel).

Wer nun argumentiert, die Statistiken und Zahlen der Ordianriate würden die Priester Lügen strafen, hat wohl selber Scheuklappen angelegt.

Monika Elisabeth — 19/11/2009 11:14:19:

Diese Fragen stehen im Raum weil sie berechtigt sind.

Es gibt zu häufig diese Erfahrungen von Priestern, die nicht gewollt wurden weil sie "zu" fromm und keine "Managertypen" waren. Zu häufig um noch zu behaupten, es sei alles im normalen Bereich.

Ein Problem unserer Zeit ist: Es wird vergessen, dass sich die Heilige Katholische Kirche ihre Priester nicht nach weltlichen Arbeitsmarkt-Kriterien aussucht. Und doch kommen immer mehr Diözesen in Versuchung, der Welt alles nachmachen zu wollen. Was schon in der Welt unmenschlich vonstatten geht mit all dem Leistungsdruck und Mobbing, soll dann hier plötzlich nicht mehr so sein? Naiv ist es, das zu glauben.

Yohanan — 19/11/2009 11:13:02:

Ich will euch noch den guten Artikel Das Abhängen der Kreuze in den Herzen von Pater Recktenwald auf http://www.kath-info.de/ ans Herz legen.

Ich denke, wir haben schon eine Vorstellung vom Richtigen und wir sollten wieder zur Auseinandersetzung mit Irrlehren und falschen Lehrern und Theologen voranschreiten. Es gibt eben unter der Zunft der Theologen wirklich Irrlehrer, die mit der Produktion von Irrlehren Geld verdienen. Diese Leute entweihen den Namen des Herrn, sie dienen nicht dem Aufbau der Kirche. Ich weiß wirklich nicht, was noch werden soll? Ist eine Einheit der Christen nicht unmögllich, wenn schon in unserer röm-kath Kirche dermaßen divergierende Ideen vagabundieren. Die Bischöfe werden dem nicht Herr, sie sind Dompteure, die immer auf den Konsens,die Harmonie, den Frieden bedacht sind. Dabei kommt natürlich kein Format heraus. Aber das ist in Deutschland von der vergehenden Generation geradezu so gezüchtet worden.

Hoffnung geben mir eigentlich nur solche Netzwerke, die quer zu den offiziellen Institutionen und Gremien liegen. Nur dort beobachte ich starke Persönlichkeiten, Priester und Laien. Kluge Leute aber bewegen sich in beiden Welten und finden immer das richtige Wort. Deshalb hoffe ich, dass Bischöfe auch in Deutschland der Tradition vermehrt unter die Arme greifen und auch sie fördert.

Yohanan — 19/11/2009 10:46:42:

Warum gehen Ordinariate und Priesterseminare gelegentlich so "fragwürdig" mit Kandidaten und Priestern um?

Ich würde auch sagen, weil sie auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren. denken wir nur daran, dass Kandidaten inzwischen psychisch durchleuchtet werden, auch wegen der sexuellen Missbräuche etc. Der Rechtfertigungsdruck vor der Öffentlichkeit ist dermaßen hoch, denke ich mir.

Sei es wie es will, wir brauchen die Aufwertung und Erziehung des Gläubigen. Er ist es, der vor Christus bestehen soll, er ist es der die Gaben des Heiligen Geistes empfangen soll. Die Kirche sollte es sich nicht leisten, diejenigen im Halbwissen zu lassen, die hören wollen. In meiner Gemeinde, werden in diesem Schuljahr sämtliche Initiativen an Bibelkreis, geschweige denn Katechese, mangels Nachfrage wieder auf NULL zurückgefahren.

Eine substanzielle Ministranten-Katechese, wofür es auf der Netzwerk-Webseite Anregungen gibt, wäre eigentlich unabkömmlich. Das schweigende, dumpe Ableisten des Dienstes wird zu wenig zur nachhaltigen Kirchenbindung der Jugendlichen beitragen.

Monika Elisabeth — 19/11/2009 10:20:18:

Wenn es doch diesen Priestermangel in dem Ausmaße gibt, dass sogar ein Kardinal Schönborn keinen Rat mehr weiß, warum werden dann Priester aus Pfarreien vertrieben wo man doch jeden einzelnen gebrauchen kann?

Also das ist eine seltsame Strategie um gegen die Auswirkungen des Priestermangels anzugehen.

Etwa nicht?

Monika Elisabeth — 19/11/2009 10:17:35:

@Lolala

ich dachte diese Gemeindestruktur ist eben wegen dem sog. Priestermangel nicht aufrecht zu halten, da die Seelsorgestruktur umgebaut werden muss?

Lolala — 19/11/2009 10:11:59:

@Gänseblümchen/@Monika Elisabeth

Die Zahlen zu den augenblicklichen Priestern, zu den Priesterberufungen und zu den Priesterweihen sind allgemein für den bekannt, der es wissen will.

Wer das Gegenteil dessen behauptet, was die bischöflichen Ordinariate als die Aufsichtsämter selbst veröffentlichen, wie die Referenten in diesem Video, die es eigentlich als Priester ihrer Bistümer wissen müssen, ist für mich nichts anderes als ein Scharlatan - um kein deutlicheres Wort zu gebrauchen. Deshalb gibt es für den augenblicklichen Zusammenschluß der Gemeinden überhaupt keine Alternative, wenn die Kirche in ihrer Gemeindestruktur überleben soll.

Aber leider hören hier viele nur, was sie hören möchten.

In der Konsequenz schließe ich mich @Yohanan an.

Gregor — 19/11/2009 10:10:10:

Ich habe mich inhaltlich überhaupt nicht geäußert und werde dies auch nicht tun.

Es ist aber eine Unverschämtheit, als anonymer Nutzer mit Pauschalbehauptungen Priester als "Scharlatane" zu diffamieren, ohne irgendwelche Belege zu bringen.

Ich bin sehr für eine offene Diskussion - aber wenn, dann bitte ohne Beleidigungen, Diffamierungen, Verleumdungen! Alles andere gehört ins Forum von kreuz.net.

Gändeblümchen — 19/11/2009 10:04:50:

Mir ging es nicht um Beleidigungen sondern um die Tatsache, dass Dir anscheinend an einer offenen Diskussion nicht gelegen ist.

Vor was hast Du Angst?

Gregor — 19/11/2009 10:00:16:

Liebes Gänseblümchen,
ich habe hier nur argumentiert. Niemanden beleidigt! Falls doch, so geben Sie mir doch bitte einen Tip, an welcher Stelle. Vielen Dank!

Monika Elisabeth — 19/11/2009 09:59:56:

Ich bin Gregors Meinung - entweder kommt jetzt von Lolala noch ein Beleg dafür, dass diese Priester Scharlatane sind, oder es wird eine Entschuldigung fällig.

Monika Elisabeth — 19/11/2009 09:56:11:

@Lolala

Woher wissen sie eigentlich, dass man ihnen nichts vorgegaukelt hat?

Die Befürchtungen, die der Heilige Vater geäußert hat, können ja nicht von ungefähr kommen. Ich denke er hat einen besseren Überblick.

Gregor — 19/11/2009 09:53:42:

Lolala: "...Wirklichkeitstäuschung in den Vorträgen sei die "Wahrheit". Die Gläubigen sollten lieber ihren Bischöfen gut zuhören, anstatt sich von den Scharlatanen des Priesternetzwerkes einlullen zu lassen."

Ach wie gut, daß hier eine anonyme Posterin es besser weiß als Priester, die offen und erkennbar auftreten, zu Ihrer Aussage stehen und das Durcheinander tageintagaus erleben müssen...! Und wie überaus differenziert und sachlich Sie argumentieren! Welch ein Niveau! Alle Achtung!

"Scharlatane des Priesternetzwerkes"! Entweder belegen Sie, daß die Priesternetzwerkspriester Scharlatane sind, oder Sie sollten sich öffentlich entschuldigen!

Jedenfalls spricht Ihr Posting Bände über Ihr Benehmen und Ihre Manieren!

Yohanan — 19/11/2009 09:44:15:

@Lolala's langen Beitrag:
<<Nichts ist deutlicher vorherzusagen als die Bevölkerungszahlen. Nichts ist deutlicher vorherzusagen als die zukünftige Priesterzahl (s.o.). Deshalb ist es mehr als vernünftig, daß sich alle Bistümer in Deutschland auf den drastischen Einbruch der Priesterberufungen und Priesterweihen einstellen.<<

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Lolala hat in dieser Hinsicht natürlich recht. Ich plädiere dafür, kirchliche Laienbildung zu stärken. Die zukunft der deutschen Kirche kommt von den Laien oder sie kommt nicht. Priester erwachsen entweder aus einem verödeten Land durch Ruf des Herrn oder auf der Grundlage eines Glaubens bei den Laien. Gegenwärtig kleben wir alle am Handy und hören Gott nicht oder haben keine Zeit über den Sinn des Lebens in hinsicht auf die Glaubensbotschaft nachzudenken.

Herr, was soll aus unserem Volk nur werden, wenn jeder dritte dereinst über 65 Jahre sein wird?

Gändeblümchen — 19/11/2009 09:24:06:

Liebe Lolala,

was ist denn gegen die Mitglieder des Priesternetzwerkes einzuwenden?

Gänseblümchen

Lolala — 19/11/2009 09:07:35:

Der Kommentar von @Pina zeigt es: Dem Zuseher wird vorgegaukelt, die Wirklichkeitstäuschung in den Vorträgen sei die "Wahrheit". Die Gläubigen sollten lieber ihren Bischöfen gut zuhören, anstatt sich von den Scharlatanen des Priesternetzwerkes einlullen zu lassen. Aber leider hören viele nur, was sie hören möchten.

pina — 19/11/2009 08:49:57:

herr pfarrer jolie kommt aus dem bistum mainz--mir gefällt dieser vortrag,denn es stimmt so-ist die WAHRHEIT

Yohanan — 19/11/2009 08:44:47:

@Lolala

das ist wirklich ein freudscher Lapsus, denn das Wort Gesetz ist mir geläufiger.

Lolala — 19/11/2009 08:42:21:

@Yohanan,
vermutlich beten Sie keine
"Gesetz"
sondern ein
"Gesätz".

Yohanan — 19/11/2009 08:24:13:

In der heutigen individualistischen Gesellschaft ist eben auch in der geistlichen Gemeindeleitung Klugkeit und Pädagogik angebracht, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind. Niemand verlangt von den Rechtgläubigen, dass die ganze Gemeinde über Nacht rechtgläubig werden muss. Es wird ein längerer Prozess sein. Deshalb hält sich der Heilige Vater auch klug zurück und streut hier und da das eine oder andere ein. Er vertraut nämlich auch auf den Herrn des Weinbergs, dass er die Saat gedeihen lasse und mit Regen nähren werde.

Pfarrer sind auch keine Soldaten, die die Lehre der Kirche ohne Ansehen der Personen ihrer Herde durchsetzten müssten. Klugkeit ist gerade heute angesagt. Ich bete täglich ein Gesetz und ein Segensgebet für unsere Priester (nostris pastoribus).

Was ich hier schreibe und vorschlage, ist doch wirklich im Geiste des Evangeliums ausgesagt.

magister — 19/11/2009 08:22:30:

@ Lolala

SIE wundern sich über die Vorträge; nicht man.

Überlassen Sie die Beurteilung doch einfach den Zusehern der ausgezeichneten Beiträge und bevormunden Sie nicht andere Nutzer.

Mit fröhlichem Gruß

elisabethvonthüringen — 19/11/2009 08:09:07:

Warum soll ein 80jähriger Priester nicht mehr die Hl. Messe feiern dürfen?
Der Papst ist ja auch schon über 80 Jahre alt....
Wer den Wert einer Hl. Messe zu schätzen weiß und die Gnade kennt, die ihr entspringt, der besucht auch Hl. Messen von "uralten" Priestern...
Wir sind nur in den letzten Jahren so ver-und geblendet worden...durch diese Gestaltungsmanie....
"Du bist Priester auf ewig, nach der Ordnung des Melchisedech..."

Yohanan — 19/11/2009 08:06:38:

Sehr interessanter Fallbericht aus der Erzbistum Freiburg, Unfrieden in einer Gemeinde und rechtgläubige Priester:
http://www.priesternetzwerk.net/gfx/pdf/Horst%20So%20verheizt%20man%20Priester.pdf

Was kann man machen als rechtgläubiger Priester? Man bringt die Leute und das Ordinariat gegen sich auf, wenn man die Gemeinde auf die Zugangsbedingungen zur Kommunion hinweist.

Lösungsvorschlag: Nichts offiziell verlauten lassen, sondern Wege suchen, denjenigen, die hören wollen, Unterweisung zukommen zu lassen. Willige in der Gemeinde ansprechen, um sich mit der Lehre Christi, mit der Lehre der Kirche zu beschäftigen.

Diejenigen, die was gelernt haben, werden positiv auf die Zugangsbedingungen zur Kommunion reagieren!

Liebe Priester! Seid auch Lehrer eurer Gemeinde, sammelt die, die zu euch zur Heiligen Beichte kommen, sammelt die, die euch durch Rechtgläubigkeit etwa durch Mundkommunion auffallen, bringt diese Gläubigen zueinander in Kommunikation. Eine Gemeinde von vorne aus umzupolen, scheitert heutzutage am Eigensinn, am Eigenwillen.

Liebe Priester sammelt diejenigen, die die Kirche suchen und Ohren haben, zu hören, denn nur sie werden es in eurem Sinne weitersagen. Seid klug wie die Schlangen! Wir warten auf euch, liebe Priester!

Lolala — 19/11/2009 08:00:50:

Über die Vorträge kann man sich vielfach nur wundern. Wenn man die Herren so hört, hat man nicht den Eindruck, als hätten sie viel Ahnung von der Situation der heutigen Kirche:
Die Behauptung, daß „viele“ Priester gegen ihren Willen in Ruhestand versetzt werden, ist mit nichts zu belegen. Das Gegenteil ist der Fall: Viele ältere Priester erwarten mit Sehnsucht den Ruhestand, weil sie den immer größer werdenden Aufgaben sich nicht mehr gewachsen sehen. Stattdessen sollen Priester („Ruhestandspriester“) bis 70 Jahre und länger arbeiten. In vielen Pfarreien wurde die Leitung Ordensleuten übergeben, die eigentlich nicht dafür vorgesehen sind. Deshalb gibt es „Hilfskonstruktionen“ und „Hilfsbegriffe“, um die Tätigkeit dieser Pfarrer, die aus dem Ordensstand kommen oder die eigentlich längst im Ruhestand sind, zu bezeichnen. Vor kurzem ist im Bistum Trier ein Witwer von 68 zum Priester geweiht worden.
Am deutlichsten sieht man die Situation an den Priesterseminaren: 1990 wurden in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland 366 Neupriester und Ordensmänner geweiht, in den Jahren 1991 und 1992 waren es jeweils 329. Seither gehen die Zahlen deutlich zurück. Rainer Birkenmaier, Leiter des Zentrums für Berufspastoral in Freiburg, geht davon aus, dass sich die Zahl der Weihen in den kommenden Jahren bei jährlich 110 Neupriestern einpendeln wird. Ebenfalls deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Priesterkandidaten. Im vergangenen Jahr schlugen in Deutschland 105 junge Männer den Weg zum Priesterberuf ein. 1990 waren es noch 2876, im Jahr 1986 sogar 3627. – Hier widersprechen sich denn auch die Referenten: Pfr. Winkel leugnet den Pfarrermangel, Pfr. Jolie gibt zu, daß es ihn gibt. -
Eine der sichtbarsten Folgen des Priestermangels sind die pastoralen Neuordnungen, die in den letzten Jahren in fast allen (Erz-)Bistümern durchgeführt werden mußten. Diese führen dazu, dass nicht mehr wie früher ein Pfarrer für vielleicht 5.000 Gläubige da ist, sondern zusammen mit einem Team trägt er die Verantwortung für 15.000 Katholiken und mehr. Der Pfarrer hat also eine völlig neue Aufgabe: Nicht mehr der persönliche „private“ Kontakt des einzelnen in der Pfarrei steht im Vordergrund, sondern die Fortbildung und Einbeziehung der Laien für die pastoralen Aufgaben, die nicht dem Priester vorbehalten sind. Außerdem: Ob die priesterliche Aufgabe mit einem „mehr an Sitzungskatholizismus“ verbunden ist oder nicht, liegt zum Teil am Pfarrer selbst.
Nichts ist deutlicher vorherzusagen als die Bevölkerungszahlen. Nichts ist deutlicher vorherzusagen als die zukünftige Priesterzahl (s.o.). Deshalb ist es mehr als vernünftig, daß sich alle Bistümer in Deutschland auf den drastischen Einbruch der Priesterberufungen und Priesterweihen einstellen.
Bei weiterem Rückgang des Kirchensteuereinkommens in den nächsten Jahren (nicht nur infolge der Wirtschaftskrise) wäre es völlig unverantwortlich, wenn z.B. ein Bistum wie Essen, die Kirchen nicht verkaufen würde, die es jetzt auf den „Markt“ wirft. Ein Bistum, das sein ganzes Geld in die Erhaltung von Kirchengebäuden ohne Priester verpulvert und es den Menschen vorenthält, für die die Kirche da zu sein hat, betreibt Verrat am Auftrag Jesu!

Fazit: Viele Behauptungen der Referenten widersprechen vielfach den kirchlichen Realitäten. Wenn die Behauptungen der Referenten aber der Wirklichkeit in den Deutschen Bistümern widersprechen, dann ist zu fragen, warum solche Behauptungen in die Welt gesetzt werden. Ein Grund scheint in der persönlichen Empfindung zu liegen: Möglicherweise ist ein Priester einmal als „Sakramentenkaspar“ bezeichnet worden. Jetzt er macht sein persönliches Problem zu einem Problem der ganzen Kirche. Die Vorträge in diesem Video machen freilich auch aufmerksam auf die Sorgen und schmerzhaften Erfahrung, die durch den Gestaltwandel der Kirche erzeugt werden. Allerdings hilft ein Jammern und Wehklagen nicht weiter. Auch die Manipulation der Wahrnehmung oder die Sehnsucht nach der „schönen Vergangenheit“ hilft nicht weiter – auch früher war nicht „alles besser“. Jammern und Klagen ändert nichts an der Wirklichkeit der Kirche und der Gesellschaft. Ob wir „wollen“ oder nicht: Die Gestalt der Kirche wandelt sich im Augenblick dramatisch und in drastischer Geschwindigkeit. Diesen Wandel – auch des Priesterbildes und der priesterlichen Aufgaben - gilt es als Geschenk Gottes und als Gnadengabe an uns und an seine Kirche anzunehmen und mit Glaube, Hoffnung und Liebe zu gestalten.

Yohanan — 19/11/2009 07:41:18:

hier noch der link zur Selbstdarstellung des Priesternetzwerkes im Interview mit Gloria TV:
http://www.gloria.tv/?media=7721

magister — 19/11/2009 06:37:20:

Lieber Yohanan,

Ihre Worte waren wie ein wärmender Sonnenstrahl im grauen Herbst.

Vielen Dank für Ihre Aufmunterung!

Yohanan — 19/11/2009 06:32:58:

Lieber Magister,

die Bischöfe wollen sicher nicht den Verlust des Katholischen, aber auch sie wollen austarieren und müssen es zwischen den progressiven und den konservativen Bestrebungen. Leider ist auch in der Kirche der Lobbyismus groß, auch durch das Rätesystem, das Prof. May zu recht so anprangert.

Ich meine, die Bischöfe müssen halt auch Politik machen, und sind hierin gewissermaßen auch bemitleidenswert. Was hindert uns Laien, die sich für den rechten Glauben und das rechte katholische Leben interessieren und einsetzen, dass wir uns Anregung und Kraft aus den Netzwerken ziehen, die für die Katholizität stehen, wie hier das Priesternetzwerk, die Petrus-Priesterbruderschaft und andere.

Unterschätzen wir nicht die dynamische Kommunikation des Internets, die sich auch in der Sammlung der Rechtgläubigen auswirkt. Unser Heiliger Vater setzt auch in diesen "Internet-Kontinent" Hoffnung und ruft uns auf, ihn zu evangelisieren. Ergänzend dazu sollten wir Exerzitientermine dieser Netzwerke freudig wahrnehmen, um auch in persona miteinander zu kommunizieren, zu unserer Freude und zur Freude der Kirche.

Habt Hoffnung, ruft uns der Vater zu!

Eva — 19/11/2009 06:27:35:

@ angelina

zurecht.

(In 200 Jahren wird ihn die Kirche für das ehren, wofür er jetzt Prügel bezieht).

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