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Aquila
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11. September: hl. Paphnutius „der Bekenner”

Am 11. September gedenken wir unter anderem des hl. Paphnutius von Ägypten, auch Paphnutius „der Bekenner” genannt.
In einer schweren Christenverfolgung wurden ihm im Jahr 308 die Augen ausgestochen und die Kniekehlen durchgetrennt, dann wurde der Schwerkranke als Zwangsarbeiter in ein Bergwerk gesteckt. Nach seiner Befreiung ging er zum hl. Antonius dem Großen, und schließlich wurde er Bischof der oberen Thebais. Er kämpfte gegen die Irrlehre des Arianismus. Paphnutius nahm am 1. Konzil von Nicäa teil, wo er mit großem Einsatz verhinderte, dass damals dem Klerus ein Leben im Zölibat vorgeschrieben wurde. Weil es Leute mit verbogenem Gewissen gab, die den ordnungsgemäßen Geschlechtsverkehr der Eheleute als sündhaft betrachteten, stellte er klar, dass er erlaubt ist und der Keuschheit entspricht. Der hl. Paphnutius starb um 360 in Ägypten.
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CSc
"Freilich wurde die Erzählung über Paphnutios 1968 von dem Ostberliner Byzantinisten Friedhelm Winkelmann definitiv als Legende des 5. Jahrhunderts entlarvt, die den Paphnutios glorifiziert. Wohl hat es einen Mann solchen Namens gegeben, aber ob er Bischof war, ist ganz fraglich, und am Konzil von Nizäa hat er nicht teilgenommen. Der ganze Text ist also für die Klerikerdisziplin der ersten vier …More
"Freilich wurde die Erzählung über Paphnutios 1968 von dem Ostberliner Byzantinisten Friedhelm Winkelmann definitiv als Legende des 5. Jahrhunderts entlarvt, die den Paphnutios glorifiziert. Wohl hat es einen Mann solchen Namens gegeben, aber ob er Bischof war, ist ganz fraglich, und am Konzil von Nizäa hat er nicht teilgenommen. Der ganze Text ist also für die Klerikerdisziplin der ersten vier Jahrhunderte unbrauchbar. Freilich ist diese Erkenntnis noch längst nicht ins allgemeine Bewußtsein gedrungen." (Stefan Heid, Zölibat in der frühen Kirche. Die Anfänge einer Enthaltsamkeitspflicht für Kleriker in Ost und West, 3. Auflage, Paderborn u. a. 2003, S. 15 f.)
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gennen
Nachfrage! Er, der hl.Paphnutius, hat sich dafür eingesetzt, dass es richtig wäre in der Ehe kein Zölibat zu leben?
Aquila
Er wollte klarstellen, dass der ordnungsgemäße Geschlechtsverkehr in der Ehe nicht sündhaft ist, also von Gott erlaubt.
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Sogar mehr als nur erlaubt, für die Gültigkeit der Ehe zumindest einmal gefordert.
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Ja, gefordert. Der Begriff ,, Verweigerung des ehelichen Verkehrs " war, bis Ende 1976, in der BRD, ein Grund und ein ,, Geheimtip " für eine schnelle Ehescheidung ( ... 6 Wochen... ). Einer der Eheleute, eigentlich nur die Frau, musste diese Schuld, am Gericht, mit einem ,,ja", zugeben, dann war sie schuldig geschieden.
Moselanus
Für die Gültigkeit der Ehe ist der Vollzug der Ehe nicht erforderlich, sondern nur für ihre absolute Unauflöslichkeit. Eine nicht vollzogene Ehe kann vom Papst noch aufgelöst werden.