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Über Gott NICHT schweigen! - Sinn der ANALOGIA ENTIS

Das 4. Laterankonzil begründet, warum wir über Gott in menschlicher Sprache reden dürfen und sollen:
Es gibt gütige, wahrhaftige, schöne Menschen. Gott ist mehr, als die Eigenschaften "gütig, wahrhaftig, schön" zu besitzen, er ist die Güte, die Wahrheit, die Schönheit. Diese drei und andere Wesensbeschreibungen Gottes sind Beschreibungen entnommen, die wir Menschen für irdische Dinge haben. Aber der Unterschied des irdischen, des geschaffenen Seienden (entis creati) und des ungeschaffenen, weil ewigen Gottes (entis non creati) ist so groß, dass man nicht einfach von Ähnlichkeit reden kann, sondern nur von Entsprechung ("Analogie"), das ist eine Ähnlichkeit im größeren Unähnlichen.
(Triviales, aber einleuchtendes Beispiel: Ein Auto ist stabil durch vier Räder ähnlich einem vierbeinigen Tier und verschafft Sicht durch zwei Lampen vergleichbar den Augen - kleine Kinder meinen darum, das Auto sei ein Wesen, das sie sehen könne. Die Maschine "Automobil" ist jedem lebendigen Wesen höchst unähnlich, aber es gibt klare, nützliche Entsprechungen für Stabilität und Sicht.)
Die Lehre des 4. Laterankonzils über die Entsprechung von Irdischem und Gott erscheint auf den ersten Blick als harmlose Selbstverständlichkeit. Der Punkt ist aber der:
Die Aussage des 4. Laterankonzils wird dazu missbraucht, ein Schweigen über Gott zu proklamieren (wegen der von diesem Konzil mitformulierten größeren Unähnlichkeit). Dieses Schweigen fügt sich in die modischen Meditationen, die aus dem Buddhismus stammen und das "Nirwana" erreichen wollen, das "Nirgend-Wehen" oder "Nichts", nach Buddha das Ende allen Leidens (solange noch etwas existiere, bestehe Leid, sagt er). Dabei spricht das 4. Laterankonzil nur von einer größeren Unähnlichkeit, als es die Ähnlichkeit ist, und nicht einmal von einer unendlichen Unähnlichkeit!
Darum anders als buddhistisch inspirierte Christen das wahre Christentum: Es verkündet den ewigen (zwar geheimnisvollen und unähnlicheren als uns ähnlichen) Gott hingegen als einen, der sich geoffenbart hat und uns nahe sein will! Folglich darf das 4. Laterankonzil nur als Erlaubnis und Aufforderung gedeutet werden, ÜBER GOTT IN MENSCHLICHER SPRACHE ZU REDEN!
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michael7
Guter und sehr wichtiger Hinweis!
Gott übersteigt einerseits alles menschliche Begreifen, d.h. wir haben Ihn nicht völlig "im Griff" - sonst wäre ER nur ein (von unserer endlichen Vernunft geschaffener) Götze!
Andererseits bekennt die (katholische) Christenheit mit Nachdruck, dass Gottes Wahrheit der menschlichen Vernunft nicht völlig unähnlich ist - denn sonst hätten wir überhaupt keinen Zugan…More
Guter und sehr wichtiger Hinweis!
Gott übersteigt einerseits alles menschliche Begreifen, d.h. wir haben Ihn nicht völlig "im Griff" - sonst wäre ER nur ein (von unserer endlichen Vernunft geschaffener) Götze!
Andererseits bekennt die (katholische) Christenheit mit Nachdruck, dass Gottes Wahrheit der menschlichen Vernunft nicht völlig unähnlich ist - denn sonst hätten wir überhaupt keinen Zugang zu Gott und zur Wahrheit (theoretisch und auch sittlich-praktisch)!

Wir sind aber nicht anders als immer nur in Bezug auf die theoretische wie auch sittlich-praktische Wahrheit, dh. letztlich in Beug auf Gott!
Wir haben ein Wissen von dem, was Wissen und Wahrheit bedeutet!
Wir leben damit im Angesicht einer absoluten Wahrheit, also Gottes! (Im Praktischen spricht man hier vom Ge-Wissen).
Im katholische Glaube ist Gott weder ein völlig "begreifbarer" Götze noch ein völlig un-begreifbarer Fremder, wie in heidnischen "Religionen", aber auch im Protestantismus, wo die Möglichkeit wahrer Gotteskindschaft geleugnet und die Vernunft zur "Hure" erklärt worden ist, was wahre Gemeinschaft mit Gott letztlich unmöglich machen würde).
Nur in der katholischen Kirche ist deshalb wahre Religio, d.h. Rückbindung an Gott oder Gemeinschaft mit Gott möglich, weil nur der katholische Glaube die Offenbarung Gottes, aber auch die Berufung des Menschen zur Wahrheit, wirklich ernst nimmt!
Der katholische Glaube nimmt damit auch die Heilige Schrift ernst: Gott kann und will sich uns offenbaren, weil ER uns als Seine Ebenbilder erschaffen hat, Ihm ähnlich (vgl. Gen. 1,26-27).
Darum können wir vernünftig über Ihn reden und vernunftgemäß moralisch handeln.
Wir können Gott in Seiner natürlichen und übernatürlichen Offenbarung erkennen, deshalb auch von Ihm reden und bis zu dem Grad auch "begreifen", dass wir erkennen, dass ER unser Begreifen immer noch unendlich überragt!
Sehr geehrter @michael7: Es freut mich sehr, dass Sie meinen Artikel wahrgenommen haben und sogar gutheißen! Ihrer eigenen anschließenden Erörterung stimme ich zu, möchte aber persönlich eines klarmachen: Ein religiöses System, das der katholischen Philosophie und den hl. Sakramenten fern ist, schließt theoretisch die Gemeinschaft mit Gott aus, aber nicht notwendig tatsächlich, weil der Erlös…More
Sehr geehrter @michael7: Es freut mich sehr, dass Sie meinen Artikel wahrgenommen haben und sogar gutheißen! Ihrer eigenen anschließenden Erörterung stimme ich zu, möchte aber persönlich eines klarmachen: Ein religiöses System, das der katholischen Philosophie und den hl. Sakramenten fern ist, schließt theoretisch die Gemeinschaft mit Gott aus, aber nicht notwendig tatsächlich, weil der Erlöser, dank auch des täglich weltweit dargebrachten hl. Messopfers, auch die Herzen von Nichtkatholiken erreichen kann und nach meiner Erfahrung mit protestantischen Christen auch wunderbar und tief erreicht! Sogar das Herz Ungetauften, eines gutwilligen Moslems oder eines götzengläubigen Hindu-Kindes, hat Jesus Christus gewiss schon erreicht, berührt, bewegt, um vom Herzen aus vielleicht auch das Denken und Glauben zu wandeln (Von der Idee eines "anonymen Christentums", das anderen mit Karl Rahner schematisch angeheftet wird, ist diese meine Überlegung gewiss weit entfernt.)
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michael7
Klar, Gott ruft alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit und schenkt auch allen die notwendige Gnade, um gerettet werden zu können!
Viele Menschen finden deshalb auch trotz einer falschen oder unzureichenden religiösen Unterweisung wichtige Wahrheiten oder auch zu einer gewissen Frömmigkeit. Eine wichtige Vorstufe zur vollen Erkenntnis des wahren Glaubens, die auch schon eine Wirkung der Gnade …More
Klar, Gott ruft alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit und schenkt auch allen die notwendige Gnade, um gerettet werden zu können!
Viele Menschen finden deshalb auch trotz einer falschen oder unzureichenden religiösen Unterweisung wichtige Wahrheiten oder auch zu einer gewissen Frömmigkeit. Eine wichtige Vorstufe zur vollen Erkenntnis des wahren Glaubens, die auch schon eine Wirkung der Gnade des Heiligen Geistes ist, der uns in alle Wahrheit einführt!
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