Language
Clicks
768
Elista

„Antibiotikum aus dem Garten“ – der Meerrettich


Wir kennen ihn meist nur als Würzpflanze, den Meerrettich, auch Kren, Bauernsenf oder Rachenputzer genannt, dabei kann er uns auch in unserer Hausapotheke eine große Hilfe sein! Meerrettich ist eine starke Heilpflanze für alle Monate des Jahres, v.a. für jene, welche ein „R“ in ihrem Namen enthalten. Wie bei allen mehrjährigen Pflanzen ziehen sich die Heilkräfte dieser Powerpflanze im Herbst in die Wurzel zurück, so dass die kalte Jahreszeit zur Ernte ruft und wir sie auch genau dann gebrauchen können! Sie enthält beispielsweise viel Vitamin C (sie hat somit einst nicht nur die Seefahrer vor Skorbut bewahrt) und vor allem Senföle, welche eine hohe keimhemmende und –tötende Wirkung aufweisen. Die Senföle kennen wir aus eigener Erfahrung vom Meerrettichreiben – sie liegen vorerst in einer für den Menschen reizlosen Form vor und erst durch die beim Reiben bewirkte Verbindung von Stoffen entsteht innerhalb kürzester Zeit das reizende Allylsenföl. Dieses ist ein hochwirksames natürliches „Antibiotikum“, wobei dieser Begriff für einen pflanzlichen Stoff eigentlich falsch ist, denn er tötet keine wichtigen Bakterien, sondern behindert die krankmachende Mikroorganismen im Wachstum, hat weder Resistenzen zur Folge noch schädigt er die natürliche Keimbesiedlung der Schleimhäute – er ist also im Gegensatz zu den synthetischen Antibiotika nebenwirkungsfrei. Eine herausragende Wirkung hat der Meerrettich somit nicht nur im Verdauungstrakt, wo er z.B. die Leber unterstützt, sondern vor allem bei Infektionen der Atem- und Harnwege. Genau hier wirkt er nämlich desinfizierend, löst Husten und wirkt harntreibend, was volksheilkundlich schon lange eine große Bedeutung spielt. Die Kraftwurzel sollte dann fein gerieben mehrmals am Tag in unsere Nahrung integriert oder als Tee eingenommen werden - allerdings nur in Maßen, denn er dynamisiert den Körper sehr stark (was wir leicht erleben können, wenn wir ihn pur kauen!). So sollte er auch nicht bei Nierenentzündungen, Geschwüren im Verdauungstrakt und bei Kindern unter vier Jahren angewendet werden. Wenn er aufgelegt bzw. als Tinktur eingerieben wird, wirkt Meerrettich äußerlich angewendet als Ableitungsmittel bei Gicht, Rheuma, Nerven- und Kopfschmerzen und ist altbewährt als Auflage bei Stirnhöhlenentzündung (s.u.). Auch die Pharmaindustrie hat den Meerrettich inzwischen zur Infektabwehr entdeckt und so können wir ihn ganz praktisch, in Kombination mit Kapuzinerkresse, als Fertigpräparat kaufen. Besser scheint es aber doch, wir haben immer etwas frische Wurzel daheim, denn einer Überlieferung zurfolge soll stets ein Stückchen in der Geldbörse getragen werden und bewirken, dass der Geldbeutel nie leer wird!

Meerrettich-Auflage
Ein etwas 10 cm langes Meerrettichstück fein aufreiben (alternativ dazu kann auch Meerrettich aus dem Glas verwendet werden) und mit etwas Wasser zu einem streichfähigen Brei verrühren. Diesen Brei messerrückendick auf ein Papiertaschentuch streichen, einklappen und auf die schmerzenden Stellen lagen. Nach längstens 5 Minuten wieder entfernen, um eine übermäßige Reizung der Haut zu vermeiden und höchstens einmal täglich anwenden. Empfindliche Haut kann zuvor mit Öl eingerieben werden.
ð Bei Stirnhöhlenentzündung (auf der Stirn auflegen), Nasennebenhöhlenentzündung und Kopfschmerzen (dann im Nacken anbringen – wirkt reflektorisch und reizt nicht die Augen), Ischias, Rheuma, Hexenschuss
Meerrettichsirup
Frischen Meerrettich fein reiben (selbst diese Aktion trägt schon zur Genesung bei!) und lagenweise mit flüssigem Honig in ein Glas füllen. Nach 24 Stunden abpressen, in kleine Fläschchen füllen und kühl lagern, innerhalb einer Woche aufbrauchen
ð Bei Husten, Schnupfen, Stirnhöhlen- und Nebenhöhlenkatarrh, Asthma (löst festsitzenden Schleim) 3 bis 5 mal täglich 1 Teelöffel davon einnehmen.
ð entfernt Krankheitserreger und wirkt somit Infektionsvorbeugend
ð wirkt bei Blasenentzündung desinfizierend
Erschienen:
15. Dezember 2007
Erschienen in:
Stadtteilzeitung Rieselfeld
www.heilpflanzenkurse.de/node/253