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Hl Margareta 11 7

Wie wird der Sonntag geheiligt, wie wird er entheiligt?

Geheiligt wird dieser Tag, wenn man sich an demselben von aller knechtlichen Arbeit, die nicht durch Not geboren ist, enthält, dagegen sich nur mit Werken der Gottseligkeit, nämlich mit andächtiger Anwesenheit bei der heiligen Messe, Empfang der heiligen Sakramente, Anhörung des Wortes Gottes in der Kirche beschäftigt und zu Hause den übrigen Tag auf gottgefällige, stille Weise, z.B. durch Lesen eines guten Buches, durch Besuch eines Kranken usw., zubringt.
Ist man aber an Sonn- und Feiertagen rechtmäßig an dem Besuch des Gottesdienstes in der Kirche gehindert, so soll man sich zu Hause im Geiste mit den Gläubigen und dem Priester in der Kirche verneigen, andächtig beten, in einem guten Erbauungsbuche lesen und heilige Liebeswerke zu verrichten streben.

Entheiligt wird der Sonntag, wenn man ihn entweder im Müßiggange oder mit unnötigen Arbeiten, oder was noch ärger ist, mit Schwelgerei, Spiel und Tanz, ja sogar mit sündhaften Werken zubringt oder andere dazu verleitet.

Es würde keine so große Sünde sein, an solchen Tagen das Feld zu bebauen, als dieselben mit eitlen, gefährlichen und sündhaften Belustigungen zuzubringen, sagt der hl. Augustinus. Doch sind, wenn man dem Gottesdienste wie es sich gehört beigewohnt hat, mäßige und ehrbare Gemütfreunde an Sonn- und Feiertagen nicht verboten.

Unterricht über die Sonntage

Was ist der Sonntag?

Es ist der erste Tag in der Woche, den Gott selbst besonders geheiligt hat, der deswegen auch von den Aposteln (Offenb. 1,10) der Tag des Herrn genannt wird und dem Dienste Gottes allein geweiht sein soll.

Warum soll der Sonntag Gott allein geweiht werden?
Weil nur recht ist, dass der Mensch, der geschaffen wurde, um Gott zu dienen, von den sieben Tagen der Woche wenigstens einen ausschließlich zum Dienste Gottes und zu seinem eigenen Seelenheil anwende.
Deswegen hat Gott schon im Alten Bund den siebten Tag, oder den Samstag, an welchem Er das vollendete Werk der Schöpfung ruhen ließ, auch für den Menschen zum Ruhetag bestimmt (2. Mos. 20,8-12), an dem sie sich von allen knechtlichen Arbeiten enthalten und bloß dem Gottesdienste widmen sollten. Dies war der Sabbat oder Ruhetag der Juden, welchen sie so heilig halten mussten (2. Mos. 16,23)
Die heilige römisch-katholische Kirche, von Jesu dazu bevollmächtigt und von seinem Geiste geleitet, hat nach Anordnung der heiligen Apostel, teils, um sich von den Juden zu unterscheiden, teils aus folgenden Gründen den Sonntag zum Ruhetag der Christen gemacht:
1. Weil Gott an diesem Tage mit der Erschaffung der Welt den Anfang gemacht hat;

2. Weil an eben diesem Tage die Wiederherstellung des gefallenen Menschengeschlechtes durch die glorreiche Auferstehung Jesu Christi vollendet wurde;
3. Weil an diesem Tage nach dem Zeugnis der Überlieferung der Heilige Geist über die Apostel herabgekommen ist.
Wir feiern daher am Sonntag das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und gedenken der drei größten Wohltaten Gottes: der Erschaffung, der Erlösung, der Ankunft des Heiligen Geistes; er ist somit ein Denkmal bezüglich der Vergangenheit.
Mit Bezug auf die Gegenwart ist er ein Bild der fortdauernden Erneuerung dieser drei Wohltaten, der Erhaltung der Welt, die gleichsam eine ununterbrochene Erschaffung ist, der Erlösung und Heiligung der einzelnen Menschen.
In Bezug auf die Zukunft endlich ist er der Anfang und das Vorbild des ewigen Ruhetages im Himmel.

Warum heißt dieser Tag "Sonntag"?
Die alten Heiden hatten den sieben Wochentagen die Namen von sieben Gestirnen gegeben. Den ersten Tag der Woche nannten sie „Tag der Sonne“, Sonntag. Die Christen behielten diesen Namen bei, gaben ihm aber einen heiligen Sinn. Sie nannten ihn Sonntag, weil an diesem Tage, wie der hl. Ambrosius sagt, Christus, die Sonne der Gerechtigkeit (Malach. 4,2), die Finsternis der Hölle zerstreute und im Lichte der Auferstehung erglänzte.

aus: Des ehrwürdigen P. Leonhard Goffine Katholische Handpostille, 69. Auflg. Kösel & Pustet, mit Imprimatur, S.8

Des ehrwürdigen P. Leonhard Goffine Katholische Handpostille, 69. Auflg. Kösel & Pustet, mit Imprimatur, S.9
Hl Margareta hat diesen Beitrag in Wie wird der Sonntag geheiligt, wie wird er entheiligt? verlinkt.
Hl Margareta
@Insulaner Falls noch nicht vorhanden, legen Sie sich eine gute Dogmatik und den Schott zu und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, das Lesen von Schriften über das Leben von Heiligen kann auch sehr entspannend und erbaulich sein.
Eugenia-Sarto
@Insulaner Darum ist es sehr wichtig, dass Sie ein geistliches Leben führen und besonders am Sonntag 1-2 Stunden beten und betrachten. Dazu kann man die Messtexte mitbenutzen.
Insulaner
Ich habe nicht die Möglichkeit zur Messe / Beichte in der überlieferten Form zu gehen. Ich sehe mich daher von der Sonntagspflicht befreit. Weiter sehe ich mich nicht in der Lage, am Sonntag auf zerstreuende, entspannende Tätigkeiten zu verzichten. Ich habe nicht die Kraft dazu. Gott sei es geklagt! Und auch ich muss am Sonntag im Wechsel arbeiten. Wenn auch nur kurz. Das Fehlen einer Heiligen … Mehr
Eremitin
ganz schlimm finde ich den Verkaufsoffenen Sonntag!
Erich Foltyn
ich habe einmal gesagt, das Gebot "Du sollst den Tag des Herrn heiligen" ist erst erfüllt, wenn man ihn so verbringt, daß man am Abend noch weiss, was in der Lesung und in der Predigt gesagt wurde. Der gleich nach der Kommunion ins Kaffehaus geht auf ein Bier oder vorher üppig frühstückt, hat nix verstanden. Die Erfüllung der 10 Gebote ist leicht, aber dieses nicht so ganz.
Ministrant1961
Sehr geehrte @Hl Margareta, aber auch wenn man den kath. Glauben eigentlich kennt, ist man manchmal wirklich dankbar, für einen Beitrag, der die Erhabenheit der kath. Religion aufzeigt. Natürlich Leben wir in sehr unruhigen Zeiten, wo man sich Sorgen muß, wohin unsere hl kath. Kirche sich bewegt. Natürlich will man dann seinen Unmut Luft machen, wenn wir immer und immer wieder, von den eigenen … Mehr
Hl Margareta
@Eugenia-Sarto ich versuche eben mit Beiträgen wie diesem, das einfache ABC des kath Glaubens wieder in Erinnerung zu bringen. Besonders denke ich dabei an die vielen Mitleser die hier selbst nicht schreiben. Die Menschen lernen ja oft nicht mehr in der Familie und von den kirchlichen Hierarchien was der Sonntag ist. Es ist richtig, Gott verlangt dies von uns, weil es ein Zeugnis ist, wie z.B … Mehr
Eugenia-Sarto
@Hl Margareta Und das verlangt Gott auch von uns. Gerade in Zeiten der Glaubenskrisen sind gerade auch die Laien ,wenn die kirchliche Hierarchie es nicht tut oder kann, verpflichtet, den Glauben zu verbreiten, zu bekennen und vor allem sich das Glaubenswissen selbst gut anzueignen. Die Kirche ist kein Bedienungsladen.
Hl Margareta
@Eugenia-Sarto es ist geradezu erschreckend wieviel Raum hier dem Weltlichen eingeräumt wird. Es gäbe so viel zu tun wie z.B die Unterrichtung durch Beiträge der Mitleser, die den kath Glauben nicht so gut kennen. Unser Glaube ist so wundervoll und erhaben und es muss uns doch drängen den wahren kath Glauben zu verbreiten.
Eugenia-Sarto
@Hl Margareta Ueberhaupt sollte auf Gloria viel weniger Weltliches auch an Werktagen unter Katholiken publiziert werden. Die Menschheit steht am Abgrund in Bezug auf die Rechtfertigung, die Moral und den Glauben. Es sollte sich darum jeder Katholik mit Gott beschäftigen und dies hier in Gloria mit Glaubenseifer auch zum Ausdruck bringen. Die Zeit ist vielleicht nur noch sehr kurz, die uns zur … Mehr
Hl Margareta
Vielleicht sollte auch am Sonntag auf Gloria bei den Beiträgen und Kommentaren die Heiligung des Sonntages beachtet werden, und zu viel Weltliches vermieden werden.