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Kardinal Burke: Wir ignorieren die Wahrheit

Kardinal Raymond Burke zweifelt im Interview mit der „Tagespost“, dass es unter Papst Franziskus weitere Fortschritte in Bezug auf Summorum pontificum geben wird: „Mein Eindruck ist, dass der Papst beabsichtigt, die von Papst Benedikt XVI. in Summorum pontificum dargelegten Regeln zu beachten. In der letzten Zeit habe ich nichts bemerkt und auch nichts gelesen, um daran zu zweifeln. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Papst Franziskus generell etwas Entsprechendes weiterentwickeln wird.“

Zum Verhältnis von Dogmatik und Pastoral erklärte Burke, dass die Kirche ihre Offenbarung in bestehende Kulturen hineinbringe, um diese umzuformen: „Wenn sich die Kirche nun über ihre eigene Identität und ihre eigene Lehre nicht im Klaren ist, geht sie bei dieser Begegnung mit der Kultur das Risiko ein, von ihr vereinnahmt zu werden.“ Kardinal Burke verlangt eine Unterscheidung zwischen dem Verhältnis von Glaube und Kultur. Es gebe „einen Gegensatz zwischen seiner Lehre und dem, wie es in der Welt zugeht“.

Zur Bischofssynode fragt Burke: „Konzentriert sie sich wirklich darauf, die Menschen aufzufordern und ihnen zu helfen, erneut oder auch zum ersten Mal die in Humanae vitae enthaltene tiefsinnige Lehre zu verstehen?“ Die Barmherzigkeit habe die Kirche nicht erst im Hinblick auf irreguläre eheliche Situationen entdeckt: „Ich bin jetzt seit vierzig Jahren Priester, und meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass die Kirche immer barmherzig gewesen ist.“ Es sei Teil dieser Barmherzigkeit, die objektive Situation, in denen sich die Menschen befinden, aufrichtig zu beurteilen – und dies mit einer großen Nächstenliebe zu tun „Die Einzelnen erkennen selbst, dass ihre Situation irregulär ist, und sie verstehen, dass sie nicht imstande sind, sich dem Empfang der Sakramente zu nähern, sie wissen das tief in ihrem Herzen, weil ihr Leben irgendwie nicht im Einklang mit dem Wort Christi ist.“

Man tue heute in einer Art Sentimentalität so, als ob die Wahrheit etwas Schlechtes sei: „Wir ignorieren sie einfach und tun das, was wir wollen. Doch das ist keine Nächstenliebe. Und es ist auch keine Barmherzigkeit.“

Zur geistlichen Kommunion erklärt Burke, dass sie dieselben Dispositionen verlange, wie der tatsächliche Empfang der Kommunion. Menschen in einer „ehebrecherischen Situation“ könnten ein Verlangen nach der heiligen Kommunion besitzen.
@Josef O.
siehst Du, es geht also doch! Danke an simeon f.;
so lernen wir- nicht so Bewanderte- auch etwas!!
simeon f.
@Josef O.

Möglicherweise handelt es sich hier nicht in erster Hinsicht um ein dogmatisches Problem, sondern um ein sprachliches. Damit meine ich nicht einen lapidaren Übersetzungsfehler, ich vermute vielmehr eine Definitionsungenauigkeit.
Was ist denn eigentlich die "geistliche" Kommunion gegenüber der "körperlichen"?

Im ersten Fall laden wir Christus ein, in unser begrenztes, sündiges Sein …More
@Josef O.

Möglicherweise handelt es sich hier nicht in erster Hinsicht um ein dogmatisches Problem, sondern um ein sprachliches. Damit meine ich nicht einen lapidaren Übersetzungsfehler, ich vermute vielmehr eine Definitionsungenauigkeit.
Was ist denn eigentlich die "geistliche" Kommunion gegenüber der "körperlichen"?

Im ersten Fall laden wir Christus ein, in unser begrenztes, sündiges Sein einzutreten. Wir überlassen es aber ganz und gar dem Herrn selbst, diese Einladung anzunehmen.

Im zweiten Fall laden wir Ihn idealerweise ebenfalls ein und empfangen Ihn dann würdig und demütig aus der Hand des Priesters. Im schlimmsten Fall aber gehen wir unvorbereitet und unwürdig zum Kommunionspender und "verleiben" uns den Herrn gedankenverloren oder gar in böser Absicht ein. Wir nötigen Ihn quasi in eine unvorbereitete, unaufgeräumte und verschmutzte Wohnung einzutreteten.

Im ersten Fall kann es eigentlich überhaupt nicht zu einer unwürdigen Kommunion kommen. Christus ist frei, die Einladung abzulehnen und in solch einem Fall findet ja dann auch keine Kommunion statt. So gesehen hat Eminenz Burke recht, wenn er hier lediglich von einem Verlangen oder einer Sehnsucht spricht.

Geistliche Kommunion kann aus dieser Sicht nicht praktiziert werden. Das Zustandekommen der Kommunion hängt eben nicht von unserem einseitigen Handeln und Wollen ab.

Allerdings ist es auch nicht unmöglich, dass Christus, der tiefer in unser Herz zu schauen vermag als wir selbst, und der die Aufrichtigkeit unseres Verlangens kennt, sich unser erbarmt, und auch in eine unaufgeräumte, verdreckte und stinkige Wohnung kommt, uns heilt und uns die Kraft gibt, unser sündiges Leben hinter uns zu lassen.

Vielleicht ist es ein wenig irreführend, wenn Eminenz Cordes und Michael Gurtner den In-schwerer-Sünde-Lebenden die Empfehlung aussprechen, die geistliche Kommunion praktizieren zu sollen. Vielleicht sollte man diese Menschen vielmehr anleiten, die Sehnsucht und das Verlangen nach geistlicher Kommunion im Gebet vor Gott zu tragen. Der Vollständigkeit halber sollte dann aber auch daran erinnert werden, dass der Wunsch nach Vereinigung mit Gott letztlich immer mit dem aufrichtigen Verlangen einhergehen muss, sich von der Sünde abwenden zu wollen. Das gilt aber auch für diejenigen, die zur "körperlichen" Kommunion zugelassen sind.

Man darf doch wohl davon ausgehen, dass es Gott wohlgefällig ist, die Sehnsucht nach Ihm zu pflegen und im Gebet zum Ausdruck zu bringen. Insofern ist es sicherlich segensreich, die geistliche Kommunion anzustreben, auch wenn sie letztlich im eigentlichen Sinne nicht zustande kommt.
Gestas
@Josef O.
Ich habe mich von ihnen beleidigt und bedroht gefühlt. Es reicht, das ich es so empfunden habe.
Ich hatte meine Gründe den Nicknamen Gestas zu wählen. Über die Gründe brauche ich ihnen nichts zu sagen.
Ich brauche mir eine Ermahnung von ihnen nicht gefallen lassen und weise sie hiermit zurück. Auf ihre schlechten Ratschläge verzichte ich.
@Josef O.
Leute, die zu Deiner Frage Antwort geben könnten, sind heute nicht online; es sind dies Dogmatiker, Plaisch etc...
und wenn man nur mehr selten auf GTV ist, kann man das ja nicht sehen wer wann wie lange online ist...

Aber danke für Deine Ausführungen bezgl. Burke; ich wußte gar nicht, dass der linke Schächer Gestas heißt; ich kannte nur Dismas!
Besagtes Bildchen fand man in den Brief…More
@Josef O.
Leute, die zu Deiner Frage Antwort geben könnten, sind heute nicht online; es sind dies Dogmatiker, Plaisch etc...
und wenn man nur mehr selten auf GTV ist, kann man das ja nicht sehen wer wann wie lange online ist...

Aber danke für Deine Ausführungen bezgl. Burke; ich wußte gar nicht, dass der linke Schächer Gestas heißt; ich kannte nur Dismas!
Besagtes Bildchen fand man in den Briefen eines Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.
Josef O.
@Gestas
Sie sind traurig, weil Sie sehen müssen, dass ich mich wieder zu Wort melde? Warum denn das? Ich soll Sie schwer beleidigt und bedroht haben? Ja wie denn? Ich habe doch nichts anderes gemacht als Sie auf Ihr Fehlverhalten gegenüber dem Papst und anderen Katholiken aufmerksam zu machen.
Sie selber haben hier bei Ihrer Anmeldung bei GTv den Nick Gestas, den Namen des linken Schächers, …More
@Gestas
Sie sind traurig, weil Sie sehen müssen, dass ich mich wieder zu Wort melde? Warum denn das? Ich soll Sie schwer beleidigt und bedroht haben? Ja wie denn? Ich habe doch nichts anderes gemacht als Sie auf Ihr Fehlverhalten gegenüber dem Papst und anderen Katholiken aufmerksam zu machen.
Sie selber haben hier bei Ihrer Anmeldung bei GTv den Nick Gestas, den Namen des linken Schächers, gewählt. Weil Sie sich immer mal wieder so verhalten wie der linke Schächer, habe ich mir diese Ermahnung erlaubt: Gestas, linker Schächer, besinne Dich! Damit Du was von Ostern und von der Auferstehung hast! Ich wollte Sie damit nicht beleidigen, sondern Ihnen nur einen guten Rat geben.
Und ich sollte wenigstens den Anstand haben, mich für eine Weile - am besten wohl ganz - aus dem Forum zurückzuziehen? Ich schreibe ja eh nur mehr ganz selten, und wenn, dann stelle ich spontan Fragen zu Beiträgen, die mich interessieren und wo es Unklarheiten gibt. Und ich mache das auf eine vollkommen objektive und entspannte Art und Weise, ohne jemanden direkt anzusprechen oder gar zu verletzen. Aber anstatt eine fundierte Antwort zu bekommen, werde ich hier von Ihnen und einigen anderen nur blöd angemacht. Das bestätigt nur, was ich einigen GTv'ler schon längst gesagt habe: zw. nicht wenigen sind die Differenzen bereits so groß, dass gar kein vernünftiger Meinungsaustausch mehr möglich ist. Traurig, aber wahr.
Einen schönen Palmsonntag und eine besinnliche Karwoche!
Iacobus
"Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?" [Lukas 18, 7 f.]
Josef O.
Zitat: "Zur geistlichen Kommunion erklärt Burke, dass sie dieselben Dispositionen verlange, wie der tatsächliche Empfang der Kommunion. Menschen in einer 'ehebrecherischen Situation' könnten ein Verlangen nach der heiligen Kommunion besitzen."

Wie ich das gelesen habe, dachte ich im ersten Moment, dass hier jemand die 'Tagespost' falsch zitiert hat. Deshalb habe ich mir dort den entsprechenden …More
Zitat: "Zur geistlichen Kommunion erklärt Burke, dass sie dieselben Dispositionen verlange, wie der tatsächliche Empfang der Kommunion. Menschen in einer 'ehebrecherischen Situation' könnten ein Verlangen nach der heiligen Kommunion besitzen."

Wie ich das gelesen habe, dachte ich im ersten Moment, dass hier jemand die 'Tagespost' falsch zitiert hat. Deshalb habe ich mir dort den entsprechenden Beitrag angeschaut. Aber es stimmt... das scheint wohl tatsächlich die Meinung von Kard. Burke zu sein. Hier kann man das nachlesen:

www.die-tagespost.de/Sentimentalitae…

Das entscheidende Zitat daraus:
Tagespost: "In Übereinstimmung mit Papst Benedikt XVI. sprach Papst Franziskus in einem Interview mit einem mexikanischen TV-Sender von der geistlichen Kommunion als Möglichkeit für wiederverheiratete Geschiedene. Es gab viele Leute, die damit nicht einverstanden waren. Wie denken Sie darüber?"
Kard. Burke: "Man muss unterscheiden zwischen einer geistlichen Kommunion und dem, was sie bedeutet und einem geistlichen Verlangen nach der heiligen Kommunion. Und ich glaube, dass Papst Benedikt XVI. über Letzteres gesprochen hat."

Ich bin der Meinung, dass er damit nicht ganz richtig liegt... ja eigentlich glaube ich, dass er damit ziemlich daneben liegt.
Diesbezüglich hat Michael Gurtner auf kath.net einen sehr erhellenden Beitrag geschrieben, darin steht u.a.: "Die fehlerhafte Argumentation in dieser Angelegenheit besteht gemeinhin darin, dass man sagt, dass es auch durch die geistige Kommunion zu einer Verbindung mit Christus kommt.[...] Diese Argumentationsform übersieht die prinzipiellen Unterschiede zwischen der geistigen und der sakramentalen Kommunion [oder will sie übersehen] und der daraus folgenden Wirkung...
... und führt über diesen Irrtum zu dem falschen Schluss, dass für beide dieselben Zugangsbedingungen gelten müssen."

Um seine Auffassung zu untermauern, äußert sich Kard. Burke gegenüber der Tagespost folgendermaßen:
"Die geistliche Kommunion, wie sie auch auf dem Konzil von Trient genauestens definiert wurde, erfordert immerhin dieselben Dispositionen, um die heilige Kommunion auch tatsächlich zu empfangen."
Damit widerspricht er aber z.B. Kard. Cordes oder Michael Gurtner.
Kann uns 'Dogmatiker' oder sonstwer hier weiterhelfen?
Santiago74 likes this.
a.t.m
Sehr geehrter DrMartinBachmaier: Wenn ich mich aufregen würde, dann hätte ich viel anders geschrieben, wie sie ja Wissen bin ich niemand, der genau das schreibt was andere lesen wollen, sondern immer nur das was er gerade denkt. Ach ja kurz zu unserer letzten Diskussion zurück, vielleicht übernimmt ja Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI am 26 Okt. wieder sein Amt, wenn in Rom aus den "Geistigen …More
Sehr geehrter DrMartinBachmaier: Wenn ich mich aufregen würde, dann hätte ich viel anders geschrieben, wie sie ja Wissen bin ich niemand, der genau das schreibt was andere lesen wollen, sondern immer nur das was er gerade denkt. Ach ja kurz zu unserer letzten Diskussion zurück, vielleicht übernimmt ja Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI am 26 Okt. wieder sein Amt, wenn in Rom aus den "Geistigen Schisma", hoffentlich und dafür bete ich, auch ein "Körperliches Schisma" wird.

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
Carlus likes this.
DrMartinBachmaier
@a.t.m: Nicht aufregen, sondern das Haupt erheben; es muss ja alles so kommen. Auch Petrus haute dem Soldaten das Ohr ab, doch Jesus missbilligte das. Wie Jesus muss eben auch die Kirche gekreuzigt werden.
Anno likes this.
Santiago74
Vergelts Gott!