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„Haltet euch bereit“

Sel. John Henry Newman (1801-1890)

Theologe und Kardinal, Gründer der Oratorianergemeinschaft in England
PPS, Bd.6, Nr.17 „Waiting for Christ“ (trad. © Evangelizo)

„Haltet euch bereit“

„Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig, wer wach bleibt und sein Gewand anbehält“, sagt der Herr (Offb 16,15) [...] Wenn Christus also sagte, dass er bald komme, aber doch plötzlich und unerwartet – so sagte er damit, dass uns diese Wartezeit lang erscheinen würde [...] Wie kann es sein, dass das Christentum ständig versagt und doch immer fortbesteht? Das weiß Gott allein, der es so will –, aber so ist es. Und es ist kein Widerspruch, einerseits zu sagen, dass es [das Christentum] schon achtzehnhundert Jahre besteht, dass es noch viele weitere Jahre überdauern kann, und dass es andererseits auf ein Ende zugeht, nein vielmehr, dass es wahrscheinlich jederzeit aufhören kann zu bestehen. Und Gott will, dass wir unseren Verstand und unser Herz auf die letztere Seite der Alternative ausrichten, sie den Eindrücken von dieser Seite her öffnen, nämlich dass das Ende kommt. Es wäre heilsam, so zu leben, als würde in unseren Tagen eintreten, was irgendwann geschehen kann. Vor der Ankunft Christi war es anders: der Heiland sollte kommen und alles erfüllen; die Religion wuchs dieser Erfüllung entgegen. Es gab eine Reihe fortschreitender Offenbarungen [...] Vor der Ankunft Christi wurde die Zeit für das gläubige Gemüt nach dem Wort der Propheten ausgemessen [...] Das auserwählte Volk sollte nicht erwarten, dass Er sofort komme, sondern erst nach einem Herumreisen in Kanaan und einer Gefangenschaft in Ägypten, nach einer Wanderung durch die Wüste, nach Richtern und Königen und Propheten; endlich wurden sieben lange Wochen festgesetzt, um ihn dann in die Welt einzuführen. Diese seine Verzögerung war, so möchte ich sagen, damals allgemein anerkannt, und während seiner Verzögerung wurden andere Lehren, andere Regeln gegeben, um die Wartezeit auszufüllen. Aber als Christus dann gekommen war als der Sohn über sein eigenes Haus, mit seinem vollkommenen Evangelium, blieb nichts mehr zu vollenden übrig als die Zusammenführung seiner Heiligen. Kein höherer Priester könnte noch kommen, keine wahrere Lehre. Das Licht und das Leben der Menschen war erschienen und hat gelitten und ist wieder auferstanden. Es blieb nichts mehr zu tun übrig [...]; die Endzeit war da. Und von jetzt an zählt die Zeit nicht mehr im Plan des Evangeliums, obwohl eine bestimmte Zeitspanne zwischen dem ersten und dem letzten Kommen Christi liegt [...]. Sie läuft, nicht mehr auf das Ende zu, sondern an ihm entlang und an seinem Rand; und sie ist immer gleich nah an dem großen Ereignis, in welches sie, liefe sie dagegen, sofort hineinlaufen würde. Christus ist also immer an unserer Tür, vor achtzehn Jahrhunderten ebenso nah wie jetzt und heute nicht näher als damals; und bei seiner Wiederkunft nicht näher als jetzt.

Wahrheit bleibt Wahrheit! (Album)
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Betrachtung am 24. Oktober - Von der Berufung zum Glauben

Preis dir, o Gott, der du den Finsternissen

Mich huldreich durch des Glaubens Licht entrissen.

Es führe dieses Lichtes heller Schein

Zum ewigen Vermählungsfest mich ein.

1. Wenn ich, mein Gott, betrachte, wie tief die Welt im Argen liegt, wie viele Völker auf dem Erdkreis noch bis zur Stunde in den Finsternissen des Heidentums …More
Betrachtung am 24. Oktober - Von der Berufung zum Glauben

Preis dir, o Gott, der du den Finsternissen

Mich huldreich durch des Glaubens Licht entrissen.

Es führe dieses Lichtes heller Schein

Zum ewigen Vermählungsfest mich ein.

1. Wenn ich, mein Gott, betrachte, wie tief die Welt im Argen liegt, wie viele Völker auf dem Erdkreis noch bis zur Stunde in den Finsternissen des Heidentums irren, ja wie viele selbst derjenigen, die deine Barmherzigkeit in das Licht deines Evangeliums berief, die Augen diesem göttlichen Licht vorsätzlich verschließen, um ihre höchste Glückseligkeit in den Schatten und vergänglichen Lüsten der Zeit zu suchen: dann wird mein Herz von innigster Dankbarkeit für die so große und so unverdiente Gnade des heiligen Glaubens durchdrungen, der die künftigen Güter der ewigen Glorie mir zeigt, und mich kräftigt und ermutigt, sie durch Werke der Gerechtigkeit und Geduld in den Trübsalen dieses Lebens zu verdienen.

2. Groß fürwahr und würdig deiner göttlichen Freigebigkeit ist diese Berufung zum Glauben deines göttlichen Evangeliums, mein Gott. Welches Herz auch würde sie verschmähen, ja welches würde sie nicht in seligem Jubel annehmen, wenn es ihren unendlichen Wert betrachtet. Denn dieser Beruf ist die Einladung zu jenem himmlischen Vermählungsfest, das du, der allerhöchste König des Himmels, deinem eingeborenen Sohn, dem Bräutigam seiner Kirche, hältst, und dessen Freuden alles unendlich übersteigen, was die menschliche Einbildungskraft erreichen kann, weil alles darin himmlisch, alles göttlich, alles glorreich und ewig ist. Selig diejenigen, die indessen in diesem heiligen Beruf so wandeln, dass sie "nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes sind!" (Epheser 2,19)

3. Preise die Erbarmungen deines Gottes, der vor so vielen Tausenden zu diesem göttlichen Vermählungsfest dich berief, und bereite dich dazu durch ein frommes und gerechtes Leben. Sieh, eingeladen wurdest du durch die Boten des himmlischen Königs, durch seine Kirche. So halte dich denn jederzeit bereit, denn bald werden die Pforten der Ewigkeit aufgetan werden, die in das Gemach des himmlischen Bräutigams dich einführen. Bewahre dich also in heiliger Treue, dass du mit dem Propheten sprechen kannst: "Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit." - "Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! . . . und die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen." (Matthäus 25,6+10)
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