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Interner Bericht: Die Sichtweise von Burke zum Malteserskandal

Josef Freiherr von Beverfoerde und seine Frau besuchten kürzlich Kardinal Raymond Burke, um seine Sicht von der Situation im Malteserorden zu hören. Der Kardinal war einverstanden, diese Sichtweise in einem internen Bericht den deutschen Maltesers Ende März zur Verfügung zu stellen. Der sechsseitige Bericht erschien heute nachmittag auf "Twitter".

Der vollständige englische Bericht: INTERNAL REPORT of the ORDER OF MALTA: The view of Cardinal Burke
Die Scans: Order of Malta: Full version of Cardinal Burke

Hintergrund

Papst Franziskus empfing Kardinal Burke am 9. September 2014 in Audienz. Der Papst erklärte damals, dass er Burke von der Apostolischen Signatur absetzen und zum Patron des Malteserordens ernennen wolle. Der Schritt sei nötig, um die Malteser von einem verweltlichen Geist und „insbesondere der Freimaurerei“ zu säubern. Für diese Aufgabe wollte der Papst einen jüngeren Kardinal und einen Amerikaner. Burke entgegnete, dass er keinerlei Erfahrung mit der Freimaurerei besitze. Der Papst erklärte, dass Burke herausfinden solle, welche Malteserritter zur Freimaurerei gehören, um sie aus dem Orden auszuschließen.

Freiherr von Boeselager wird als Verantwortlicher der Verhütungskrise identifiziert

Im Oktober 2014 fand in Hong-Kong die Asien-Pazifik-Konferenz der Malteser statt. Dort berichtete der Generalsekretär der „Malteser International“, dass Verhütungsmittel verteilt würden – Kondome und frühabtreibende Hormonpräparate.

Darauf begann der Großmeister des Ordens, Matthew Festing, die Vorwürfe zu prüfen. Eine Untersuchungskommission arbeitete bis Januar 2016. Sie kam zum Ergebnis, dass „Malteser International“ massenhaft Verhütungsmittel verbreitet. Der Bericht ließ keinen Zweifel daran, dass der Großkanzler Albrecht Freiherr von Boeselager die moralisch verwerfliche Praxis akzeptiert habe. Er habe es vermieden, die Verantwortungsträger der Malteser über die Verhütungsmittel zu informieren.

Der Bericht wurde auch der Glaubenskongregation übermittelt. Kardinal Gerhard Ludwig Müller stellte sich am 12. März hinter den Text. Großmeister Festing forderte daraufhin den Großkanzler von Boeselager auf, zurückzutreten. Dieser weigerte sich. Kardinal Burke bestärkte Festing darin, den Rücktritt zu verlangen, ohne es selbst tun zu können.

Papst will Freimaurer finden

Am 10. November 2016 erklärte Burke dem Papst in einer Audienz, dass er keine Freimaurer namhaft habe machen können. Der Kardinal informierte den Papst zudem über das moralische Fehlverhalten des Ordens: „Malteser International“ hat jahrelang Kondome und frühabtreibende Verhütungsmittel verbreitet. Der Papst forderte Burke auf, gemeinsam mit Großmeister Festing die Verteilung von Verhütungsmitteln abzudrehen. Zudem sollen die führenden Malteserritter, welche den unmoralischen Projekten zugestimmt hatten, zur Verantwortung gezogen werden. Schließlich forderte der Papst den Kardinal erneut auf, die Freimaurer unter den Maltesern zu finden.

Der Papst erteilte seinen Auftrag in einem Brief vom 1. Dezember schriftlich. Der Text enthielt keine Hinweise auf die mündlich geforderte Suche nach den Freimaurern.

Großkanzler von Boeselager: „Wir müssen Verhütungsmittel geben“

Am 6. Dezember fand ein Treffen zwischen Kardinal Burke, Großmeister Festing und Großkanzler von Boeselager statt. Festing forderte den Rücktritt des Großkanzlers, weil er jahrelang der Verbreitung von Verhütungsmitteln zugestimmt habe. Burke forderte niemals den Rücktritt, was nicht in seiner Kompetenz fiel.

Der Großkanzler erklärte, dass der Untersuchungsbericht vom Januar 2016 falsch sei. Burke fragte ihn, warum er das Dokument dann nicht korrigiert habe. Dies umso mehr als der Text die Verantwortung des Großkanzlers unterstreiche. Der Großkanzler antwortete nichts, was Burke nicht verwunderte. Großkanzler von Boeselager hatte bei früheren Gelegenheiten zweimal zu ihm gesagt: „Wir müssen diesen armen Frauen die Verhütungsmittel geben, sonst werden sie sterben.“

Kardinalstaatssekretär lügt

Am 7. Dezember reiste Kardinal Burke in die USA. Dort erfuhr er von einem neuen Brief des Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Laut diesem Brief hätte Burke dem Großkanzler am 6. Dezember gesagt, dass der Papst seinen Rücktritt wünsche. Doch das ist laut Burke falsch. Parolin hatte ihn vor der Abfassung des Briefes nicht kontaktiert. Burke forderte den Kardinalstaatssekretär sofort auf, den Brief zurückzunehmen. Doch Parolin sagte nur, dass es sich um eine dringende Situation handle.

(c) Bild: Wikicommons.
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Melchiades
Verzeiht, aber irgendwie komme ich mir wie im weltpolitischen Hin und Her Getue vor. Auch erinnert es mich an etwas, was bedauerlicherweise Seiner Heiligkeit Benedikt XVI passiert ist ! Was, jedenfalls bei mir, einen bittern Nachgeschmack hinterläßt.
Theresia Katharina
Es wäre besser gewesen, über die ganze Sache nicht mehr öffentlich zu sprechen, weil das ein furchtbares Konglomerat ist, das bekommt man nicht mehr auseinander! Kardinal Burke hatte sich doch gleich von Anfang an von einigen Unterstellungen distanziert, das muss doch genügen!
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MilitiaAvantgarde
Alleine die Intention des hl Vaters den Orden zu entweltlichen und von freimaurerischen Elementen zu reinigen ist erfreulich und sollte honoriert werden...
Elisabetta
Ein Intrigantenstadl, wie er schlimmer nicht sein könnte - und das im kirchlichen Bereich. Wem kann man da was noch glauben?
Im Magnificat heißt es: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen...
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Kardinal Burke: Verschleierung des Skandals kein gutes Vorzeichen

KATH.NET-EXKLUSIV: Papst-Brief an Kardinal Burke - MEGA-Gespräch von Josef von Beverfoerde mit Kardinal Raymond Leo Burke über die Krise im Malteser-Orden - BREAKING NEWS: Screenshot des Papstbriefes vom Dezember 2016 an Burke!
Rom (kath.net/rn/red) Im Jahr 2014 bestellte Papst Franziskus Kardinal Raymond Burke zum Kar...[mehr…More
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Rom (kath.net/rn/red) Im Jahr 2014 bestellte Papst Franziskus Kardinal Raymond Burke zum Kar...[mehr]
HerzMariae
Beobachter aus Nordkorea sind von den Methoden des - vom Vatikan unterstützten - deutschen Zweigs des Malteserordens beeindruckt: "Wir konnten uns Vorgehensweisen abschauen."
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AlexBKaiser
Hier ist der Bericht über die ominöse 30-Mio-Stiftung. Auch sehr interessant:
Order or Malta: The backgrounds of the "Caritas Pro Vitae Gradu Trust"
SvataHora
Alle rechtgläubigen Bischöfe. Priester und Laien sollten gegen PaFranz aufstehen und ihm den Gehorsam verweigern! Ein Schisma wäre überfälllig. Die wahre katholische Kirche würde dann aber wahrlich nur eine ganz kleine Herde sein! Diese Revolte würde wohl weniger zu Buche schlagen als seinerzeit die Abspaltung der "altkatholischen" Sekte!
AlexBKaiser
Ein Kernübel scheint beim Kardinalstaatssekretariat zu liegen.