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Als Donald Trump der Star des Pro-Life-„Weltjugendtags“ wurde

500.000 beim Marsch für das Leben in Washington, darunter unzählige Jugendliche – Gebete, Zeugnisse, Reden, ein langer Marsch mit vielen fröhlichen, jungen Gesichtern, die Hoffnung für die Welt vermitteln - FOTOS - Von Roland Noé aus Washington DC
Washington DC (kath.net/rn)
Was für ein Fest und was für ein Zeugnis für das Leben! Bis zu 500.000 Menschen, davon mindestens 80 Prozent Jugendliche und junge Erwachsene haben am Freitag am großen Marsch für das Leben in Washington DC teilgenommen. Bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Programmbeginn haben sich tausende junge Menschen an der National Mall eingefunden. Kurz vor Beginn strömten am sonnigen und relativ milden Tag nach wie vor unzählige Menschen von allen Richtungen zum Platz in der Nähe des Weißen Hauses. Dicht gedrängt warteten hunderttausende überwiegend Jugendliche auf die musikalische Programmeröffnung durch die Musikerin Plumb. Dann begann das Hauptprogramm unter der Leitung von Jeanne Mancini, der charismatischen Präsidentin des „March for Life“, die gleich am Beginn daran erinnerte, dass dieser Marsch für das Leben die größte regelmäßige Menschenrechtveranstaltung auf der gesamten Welt ist.

Unter der Leitung von Metropolitan Tikhon, des orthodoxen Erzbischofs von Washington DC, beteten verschiedene Vertreter von christlichen Kirchen. Anschließend folgte ein Auftritt von Sr. Bethany Madonna von den Sisters of Life. Sie erzählte kurz vom Orden und dem vierten Gelübde, das die Schwestern ablegen, um sich dem Lebensschutz durch Gebet und Taten zu verpflichten. Jede Woche halten die Schwestern Einkehrtage für Studenten und Schüler und nehmen immer wieder auch hilfesuchende Frauen vorübergehend im Konvent auf. „Wir arbeiten auch mit Frauen, die eine Abtreibung hinter sich haben und sich alleine fühlen und sich ungeliebt fühlen.“

Anschließend folgte der für viele emotionale Höhepunkt der Veranstaltung. Via Satellite wurde ins Weiße Haus in den Rose Garden geschaltet. Dort sprach zuerst Vize-Präsident Mike Pence zu den Menschen auf dem Platz. Der Vizepräsident erinnerte daran, dass 45 Jahre zuvor in den USA durch den Obersten Gerichtshof das unveräußerliche Recht auf Leben aufgehoben wurde. „In diesem Augenblick begann unsere Bewegung, eine Bewegung, die von Großzügigkeit, Leidenschaft und Liebe gezeichnet ist.“ Pence stellte fest, dass vor einem Jahr mit Donald Trump der größte Pro-Life-Präsident in der Geschichte der USA gewählt wurde. Pence erinnerte an verschiedene Handlungen von Trump wie die Streichung der Gelder für internationale Abtreibungsorganisationen oder die Ernennung eines Pro-Life Höchstrichters. „Dieser Präsident ist ein unglaublicher Verteidiger des Lebens.“ Aber ab heute werde dieser Präsident noch mehr machen. „Meine Freunde, das Leben wird in den USA gewinnen, weil Liebe Leben rettet. Diese Pro-Life-Generation sollte niemals zweifeln. Wir sind mit euch. Diese Präsidentschaft ist mit euch. Und der, der gesagt hat ‚Schon im Mutterleib habe ich euch geschaffen‘, ist mit euch.

Und dann trat unter großem Jubel auf dem Platz mit US-Präsident Donald Trump erstmals ein US-Präsident beim Pro-Life-Marsch auf. „Es ist mir heute eine Ehre und ich bin wirklich stolz darauf, der erste US-Präsident zu sein, der hier im Weißen Haus beim 45. Marsch für das Leben sprechen darf.“ Trump erinnerte dann daran, dass die Teilnehmer von vielen Plätzen des Landes gekommen seien, und dies aus dem „wunderschönen Grund“, eine Kultur des Lebens zu errichten, bei der Leben gefeiert, beschützt und geschätzt werde.

„Der Marsch für das Leben ist eine Bewegung, die aus Liebe entstanden ist. Ihr liebt eure Familien. Ihr liebt eure Nachbarn. Ihr liebt eure Nation und ihr liebt jedes Kind, ob geboren oder ungeboren, weil ihr daran glaubt, dass jedes Leben heilig ist und ein besonderes Geschenk Gottes ist. Wir wissen, dass das Leben das größte Wunder von allen ist. Wir sehen dies in den Augen von jeder Mutter, die ihr wunderbares, unschuldiges und glorreich-neugeborenes Kind in ihre liebende Arme nimmt.“

Trump erinnert im Anschluss an die unheilvolle Gerichtsentscheidung vor 45 Jahren. Dadurch sei in den USA einer schlimmsten Abtreibungsgesetzgebungen auf der Welt eingeführt worden. „Dies sei falsch. Dies müsse geändert werden“, stellte Trump klar. „Amerikaner seien mehr und mehr pro-life“, Dies sehe man die ganze Zeit. Der US-Präsident erinnerte dabei an Umfragen, aus denen klar hervorgeht, dass die meisten US-Bürger keine Abtreibung bis zur Geburt wünschen. „Unter meiner Administration werden wir immer das allererste Recht in der Unabhängigkeitserklärung verteidigen. Dies ist das Recht auf Leben.“

Trump erwähnte nochmals, dass er bereits in den ersten Tagen seiner Präsidentschaft die Mexico City Policy wieder in Kraft gesetzt habe, die sämtliche Gelder für Abtreibungsgruppen weltweit verbietet. Der US-Präsident erklärte dann nochmals seine diese Woche eingeführte Exekutive Order, die es ermöglicht, dass sich Ärzte und Angestellte auf die Religionsfreiheit berufen und nicht zu einer Abtreibung gezwungen werden können.

„Wir schützen die Heiligkeit des Lebens der Familie als das Fundament unserer Gesellschaft“, setzte Trump dann fort. „Aber diese Bewegung könne nur erfolgreich durch die Herzen und die Seelen und das Gebet der Menschen sein.“

Dann stellte Trump im Rose Garden Marianne Donadio vor. Sie wurde mit 17 schwanger und war zuerst ganz verzweifelt. Ihre Eltern hatten sie aber von Anfang an unterstützt und mit großer Liebe geholfen. Sie wählte daher das Leben und nannte ihren Sohn Benedikt, den Gesegneten. Marianne baute später eine Organisation auf, die sich um Schwangere in Not kümmerte. Heute sind Marianne und ihr Ehemann Don Eltern von sechs Kindern. Trump erklärte dann mit Begeisterung, dass die Hilfsorganisation von Marianne in den letzten Jahren über 400 Frauen helfen konnte und ihnen Hoffnung schenken konnte. „Diese Hoffnung ist das wahre Geschenk dieser unglaublichen Bewegung, die uns heute zusammenbringt.“

Am Ende bedankte sich Trump bei den Teilnehmern des Marsches. „Wir sind immer bei euch. Möge Gott euch und die USA segnen. Danke. Danke.“ Auf dem Platz des March for Life herrschte nach der Rede von Trump unglaubliche Begeisterung, einige schwenkten wie im Wahlkampf auch die bekannten „Trump-Pence“-Werbeschilder. Die meisten Schilder waren allerdings nicht parteipolitisch.

Nach der Rede von Trump folgten noch einige weitere kurze Reden von US-Politikern bzw. Zeugnisse aus dem Lebensschutzbereich. Besonders umjubelt war die Rede von Paul Ryan, dem Sprecher des US-Repräsentantenhauses. „Sollten wir uns nicht beim lieben Gott bedanken, dass wir wieder einen Pro-Life-Präsident im Weißen Haus haben.“ Ryan bedankte sich, dass am Platz so eine unglaublich große Menge und vor allem so viele Jugendliche hier sind. „Die Jugendlichen hier zeigen uns. Das ist eine Bewegung, die im Aufschwung ist. Die Bewegung ist am aufstrebenden Ast, weil Wahrheit und Wissenschaft auf unserer Seite ist. Am wichtigsten aber für das Ansteigen der Bewegung ist aber, dass Liebe auf unserer Seite ist.“

Nach den Reden begann der große Marsch zum Obersten Supreme Court. Obwohl der Weg relativ kurz ist, dauerte es fast zwei Stunden bis alle Teilnehmer dort eintrafen. Auf dem Weg hatte der Marsch für das Leben zum Teil fast Volksfestcharakter. Während die einen Teilnehmer beteten, sangen viele Lieder oder skandierten verschiedene Pro-Life-Sprüche. Musiker spielten mit Gitarren, dazu gab es Musikkapellen mit Dudelsack, eine unglaublich fröhliche Schar zog den Hügel beim Kapitol hinauf, vielen sahen erst dort die unglaubliche Menschenmenge, die am Marsch teilnahm. Besonders auffällig waren die lebensfrohen und strahlenden Gesichter der vielen Jugendlichen, die einem von allen Seiten anlächelten und jederzeit für Bilder zur Verfügung standen. Auffallend war auch die starke Präsenz katholischer junger Lebensrechtsgruppen. Nach dem Eintreffen beim Höchstgericht gab es dort noch einige Pro-Life-Zeugnisse, angesichts des relativ kleinen Platzes davor verteilte sich Menge im Anschluss an die verschiedensten Himmelsrichtungen, später fand man den einen oder anderen jungen Lebensschützer beim Starbucks oder auf ruhigeren Plätzen in der sympathischen US-Hauptstadt wieder.

Ein Fazit am Ende: Diese Veranstaltung bewegt die Herzen wie kaum eine andere Veranstaltung in den USA. Das Auftreten von Donald Trump hat heute noch zusätzlich für einen Knalleffekt gesorgt und nochmals gezeigt, dass die Lebensschützer in den USA ganz und gar nicht alleine sind. Das Zeugnis der vielen Jugendlichen der „We are the Pro-life-generation“ wirkt und hat in den letzten Jahren in den USA schon viel bewirkt. Wer die Möglichkeit hat, sollte 2019 beim nächsten Pro-Life-„Weltjugendtag“ dabei sein und diesen "spirituellen Jungbrunnen", der einem erwartet, genießen. Es war „awesome“ (großartig!), mit anderen Worten kann man die Erlebnisse ansonsten kaum gut beschreiben.

Bei Interesse wird kath.net in Kooperation mit Lebensschutzgruppen auch 2019 oder 2020 kleine Reisen nach Washington DC mit gemeinsamen Hotel anbieten. Wir freuen uns über Rückmeldungen.
kath.net/news/62438
Kommentieren
Mauimiau
@ZENTRUM also soll ich wegen einem einzigen Thema jetzt das Zentrum wählen?
Stelzer
Das ist der in unseren Medien so verhetzte Trump. Während bei uns der
Frankfurter Bürgermeister gegen die Demo unserer Lebensschützer hetzt
a.t.m gefällt das. 
Versatz
Ungeboren bleibt die Hoffnung der Welt.
Tausend Teufel jagen nach den Seelen.