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Santiago74
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"Bischof Fellay ignoriert die lehramtlichen Klarstellungen, die Rom zum 'subsistit' gegeben hat"

Von Pater Recktenwald FSSP

(...) Fellay wirft Rom vor, jedes negative Urteil über andere Religionen zu vermeiden: so als ob der Papst nie die Regensburger Rede gehalten hätte, die die Wut der muslimischen Welt provozierte. Ebenso ignoriert er de facto die im Sinne einer glaubenstreuen Ekklesiologie erfolgten Klarstellungen, die Rom zum “subsistit” gegeben hat, also zur Formulierung, dass die Kirche Christi in der katholischen Kirche subsistiere. Der klassische Vorwurf lautete, dass mit dieser Formulierung die Identität und die Einzigkeit der katholischen Kirche als der Kirche Christi aufgeweicht werde. Jeder Katholik, der diesen Namen verdient, freut sich über Klarstellungen, die einer heterodoxen Deutung dieser Formulierung den Boden entziehen. Doch wie reagiert Fellay? Er schreibt: “Die Kirche ist nicht die katholische Kirche, sie besteht in ihr (subsistit in). Mag man auch behaupten, sie bestehe nur in ihr, so ist doch festzustellen, dass man damit ein Wirken des Hl. Geistes und dieser Kirche Christi außerhalb der katholischen Kirche behauptet.” Fellay leugnet also ein Wirken des Hl. Geistes außerhalb der Kirche. Das ist nicht mehr katholisch. Der Satz, dass es außerhalb der Kirche keine Gnade gebe, wurde von Papst Clemens XI. verurteilt. Jede Gnade geht aber auf ein Wirken des Hl. Geistes zurück. Vom ursprünglichen Vorwurf an das subsistit bleibt also nicht mehr viel übrig.

Man gewinnt den Eindruck, dass Fellay an einer Interpretation des Konzils im Licht der Tradition kein Interesse habe. Verräterisch ist seine Stellungnahme zur römischen Verlautbarung: “Die kürzliche Klarstellung der Glaubenskongregation bezüglich des Wortes subsistit ist in dieser Beziehung sehr erhellend. Es wird dort behauptet, die Kirche könne keine Neuheiten lehren; dabei lehrt jedoch diese Klarstellung die auf dem Konzil eingeführte Neuheit ...” Fellay tut so, als ob die Klarstellung die Neuheit, also eine Abweichung vom bisherigen Glauben, bekräftige, und ignoriert, dass sie genau das Gegenteil tut. Und eine solche Priesterbruderschaft fordert theologische Verhandlungen! Da kann Rom gleich gegen Windmühlen kämpfen."

Volltext: www.kath-info.de/piusbruderschaft.html
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