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So berichtet die belgische Presse über den Tod von Kardinal Danneels.

Die Zeitungen machen auf mit Nachrufen auf Kardinal Godfried Danneels, der am Donnerstag im Alter von 85 Jahren in Mechelen gestorben ist.

Kardinal Godfried Danneels (Bild: Giuseppe Cacace/Belga)



„Der Tod eines Papstmachers“, titelt La Libre Belgique. „Kardinal Danneels ließ die Kirche im Dorf“, so die Schlagzeile von L’Avenir. „Erst himmelhoch gelobt, dann verteufelt“, heißt es bei Het Laatste Nieuws auf Seite eins.

Fast alle Zeitungen berichten am Freitag schon auf den Titelseiten über den Tod von Kardinal Godfried Danneels. Der frühere Primas der Katholischen Kirche in Belgien und ehemalige Vorsitzende der Belgischen Bischofskonferenz ist am Donnerstag im Alter von 85 Jahren in Mechelen gestorben.

Gerade die linksliberale Zeitung De Morgen findet in ihrem Leitartikel lobende Worte für den Verstorbenen: Mit Godfried Danneels verlässt uns ein Kirchenfürst von Format. Eine Sphinx, die lange Zeit wie ein Spitzenpolitiker die Kirche mit großer strategischer Voraussicht lenkte. Beinahe wäre der Kardinal vielleicht sogar Papst geworden. Klug und geschickt öffnete er die Kirche für die Diskussionen der Moderne. Er zeigte sich offen bei Themen wie Kondomen, Aids und Sterbehilfe. Diese Hinwendung zu gesellschaftspolitischen Themen sorgte dafür, dass viele Katholiken in Belgien der Kirche treu blieben zu einer Zeit, wo in anderen westlichen Ländern die Gläubigen scharenweise aus der Kirche flohen. Sein Verhalten angesichts des Pädophilieskandals, der auch die belgische Kirche vor knapp zehn Jahren erschütterte, trübte aber nachhaltig seine Verdienste. Danneels führte seine Kirche mit sanfter Hand. Vielleicht mit zu sanfter Hand, grübelt De Morgen.

Gazet van Antwerpen ist der gleichen Meinung und führt aus: Das Schweigen von Danneels zu den Missbrauchsvorwürfen gegen belgische Priester hat an seinem Ansehen in der Öffentlichkeit gekratzt. Warum er so beharrlich geschwiegen hat, machte er nie verständlich. Er verwies lediglich auf Gott als letzten Richter, bedauert Gazet van Antwerpen.
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