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Predigt zum Pfingstsonntag

Predigt:

Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu!

Pfingstsonntag C (09.06.2019)


L1: Apg 2,1-11; L2: 1 Kor 12,3b-7.12-13 (oder: Röm 8,8-17); Ev: Joh 20,19-23 (oder: Joh 14,15-16.23b-26)

Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Am fünfzigsten Tag nach Ostern – das ist das Pfingstfest – wurde der Heilige Geist unter den Zeichen von Sturm und Feuerzungen auf die ersten Christen ausgegossen. Die Apostel und die weiteren Jünger, die gläubigen Frauen sowie die Gottesmutter Maria waren im Abendmahlssaal versammelt, als dieses Ereignis geschah.
Und Pfingsten hatte Konsequenzen für die junge Kirche: Mutig und begeistert traten Petrus und die übrigen Apostel vor die versammelte Menge, die draußen vor dem Haus zusammen gekommen war. Es waren Menschen von überall her, aus vielen verschiedenen Gegenden, denn im damaligen Römischen Weltreich herrschte ein reger Austausch, und besonders Jerusalem war ein Ort, der viele Wallfahrer und Pilger anzog.
Das Wunderbare geschah: Ein jeder hörte und verstand die Apostel in seiner Sprache. Es brauchte keine Übersetzer; der Heilige Geist bewirkte das gegenseitige Verständnis, sodass die Botschaft vom Tod und der Auferstehung Christi verkündet werden konnte und die Herzen erreichte. Viele ließen sich an diesem Tag taufen, und so nahm die Kirche ihren Anfang!
Jesus Christus selbst hatte die Apostel ausgesandt, damit sie seine Zeugen seien in der ganzen Welt. Für diese Aufgabe hatte er den Beistand des Heiligen Geistes verheißen! Seit dem ersten Pfingstfest wirkt der Heilige Geist machtvoll in den Herzen aller, die an Christus glauben. Auch wir sind in Taufe und Firmung mit den Gaben des Heiligen Geistes beschenkt worden. Wir sind geisterfüllte Menschen und sollen auch als solche auch leben. Was aber heißt das? Wie wird uns das in rechter Weise bewusst? Welche Auswirkungen kann es auf uns und andere haben, wenn wir dem Heiligen Geist bewusst Raum geben, damit er in uns und durch uns auch bei anderen wirken kann?
Vielleicht sollte man hier ein Schild aufstellen: „Vorsicht!“ Denn wenn du dich mit dem Heiligen Geist einlässt, dann wird dein Leben anders werden. Eine neue Dynamik zeigt sich; die Kraft des Heiligen Geistes belässt nichts so, wie es vorher war, sondern schenkt eine neue Sichtweise und vermittelt den inneren Anstoß zur Erneuerung des ganzen Lebens.
Wollen wir das?
Oder ist es uns letztlich vielleicht doch angenehmer, weil bequemer, wenn alles wie bisher irgendwie dahinplätschert und sich unser Leben in möglichst geordneten und überschaubaren Bahnen vollzieht?
Blicken wir auf das Beispiel der Gottesmutter Maria: Kein anderer Mensch hat sich so für das Wirken des Heiligen Geistes geöffnet wie sie. Der Heilige Geist hat Maria von Anfang ihres Lebens an in die Freundschaft mit Gott hineingestellt und mit Liebe erfüllt. Sein heiliges Wehen hat sie vor der Erbsünde und allen persönlichen Sünden bewahrt. In voller Freiheit hat Maria dem Heiligen Geist Raum gegeben, wo immer er sie im Herzen ergriffen und inspiriert hat. Sie wird daher auch als Braut des Heiligen Geistes bezeichnet. Im Heiligen Geist hat sie das Kind Jesus auf jungfräuliche Weise empfangen und der Menschheit den Erlöser geboren.
Wenn wir daran denken, dass wir in der Taufe und in der Firmung die Gaben des Heiligen Geistes empfangen haben, dann wollen wir die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria um ihre Fürbitte bei Gott anrufen: Sie möge uns ein erneuertes Bewusstsein der Gegenwart des Heiligen Geistes in unserem Leben schenken. Wir bitten sie, dass wir allezeit den Anregungen des Heiligen Geistes Folge leisten. Denn der Geist des Herrn schenkt wahre Freiheit und vermittelt uns Freude. Im Heiligen Geist werden wir gestärkt zu allem Guten und können uns auch in Anfechtungen und Widrigkeiten bewähren.
Der Heilige Geist schenkt uns eine unzerstörbare Hoffnung auf das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Diese Hoffnung dürfen wir anderen Menschen mitteilen. So wächst überall der Glaube an unseren Herrn Jesus Christus: nicht durch Überredung und Manipulation, sondern durch den Glanz der Heiligkeit, den uns der Heilige Geist vermittelt. Besonders im Gebet und im Lesen und Hören des Wortes Gottes in der Heiligen Schrift spricht der Heilige Geist zu uns.
Daher bitten wir den Herrn:
O Gott, sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu! Schenke uns im Heiligen Geist die Fülle des göttlichen Lebens und vollende uns alle in deinem ewigen Reich. Amen.
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@Bethlehem 2014 ...etwas kurz!!! Predigen geht sogar noch kürzer: Kurzpredigt
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1. Geist des Glaubens, Geist der Stärke,
des Gehorsams und der Zucht,
Schöpfer aller Gotteswerke,
Träger aller Himmelsfrucht,
Geist, der einst der heilgen Männer,
Kön'ge und Prophetenschar,
der Apostel und Bekenner
Trieb und Kraft und Zeugnis war:

2. Rüste du mit deinen Gaben
auch uns schwache Kinder aus,
Kraft und Glaubensmut zu haben,
Eifer für des Herren Haus;
eine Welt mit ihren Schätzen…More
1. Geist des Glaubens, Geist der Stärke,
des Gehorsams und der Zucht,
Schöpfer aller Gotteswerke,
Träger aller Himmelsfrucht,
Geist, der einst der heilgen Männer,
Kön'ge und Prophetenschar,
der Apostel und Bekenner
Trieb und Kraft und Zeugnis war:

2. Rüste du mit deinen Gaben
auch uns schwache Kinder aus,
Kraft und Glaubensmut zu haben,
Eifer für des Herren Haus;
eine Welt mit ihren Schätzen,
Menschengunst und gute Zeit,
Leib und Leben dranzusetzen
in dem großen, heilgen Streit.

3. Gib uns der Apostel hohen,
ungebeugten Zeugenmut,
aller Welt trotz Spott und Drohen
zu verkünden Christi Blut.
Lass die Wahrheit uns bekennen,
die uns froh und frei gemacht;
gib, dass wir's nicht lassen können,
habe du die Übermacht.

4. Schenk gleich Stephanus uns Frieden
mitten in der Angst der Welt,
wenn das Los, das uns beschieden,
in den schwersten Kampf uns stellt.
In dem rasenden Getümmel
schenk uns Glaubensheiterkeit,
öffn im Sterben uns den Himmel,
zeig uns Jesu Herrlichkeit.

5. Geist des Glaubens, Geist der Stärke,
des Gehorsams und der Zucht,
Schöpfer aller Gotteswerke,
Träger aller Himmelsfrucht,
Geist, du Geist der heilgen Männer,
Kön'ge und Prophetenschar,
der Apostel und Bekenner:
auch bei uns werd offenbar!

(Autor: Karl Johann Philipp Spitta (1801 - 1859))
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... etwas kurz!!! - Da hat sich der Hl. Geist aber schnell verabschiedet!
gennen
Warum soll die Predigt lange sein, es ist doch alles Wichtig was geschrieben steht. So lange die Christen das verstehen, was in der Predigt gesagt wird und es sich zu Herzen nehmen, ist schon ein großer Schritt getan.
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Ja, die Predigt könnte sicher länger sein! Aber vielleicht liegt die Fortsetzung im Leben dessen, der den Heiligen Geist in der Gesinnung der Gottesmutter Maria aufnimmt ...
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gennen
Eine sehr schöne Predigt zu Pfingsten. Möge der hl. Geist auf uns hier im Forum herab kommen und uns das Herz öffnen, damit wir seine Liebe empfangen können. Bitten wir unsere liebe Mutter Maria um Fürsprache.
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