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Eugenia-Sarto 5

Die Bekehrung des Räubers.

Einer der Räuber aber, die da hingen, lästerte ihn und sprach: "Wenn du Christus bist, rette dich selbst und uns."
Der andere verwies es ihm und sprach: "Fürchtest auch du Gott nicht, da du in derselben Strafe bist?
Wir zwar mit Recht; denn wir empfangen nach dem Verdienst unserer Werke. Dieser aber hat nichts Böses getan."
Und er sprach zu Jesus: "Herr, erinnere dich meiner, wenn du in dein Reich kommst."

Und Jesus sprach zu ihm:"Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du bei mir im Paradies sein."

Wie war es möglich, dass der Räuber, der ein Todsünder war, so schnell bekehrt und für denselben Tag die Verheissung des Paradieses erhielt?

Erklärung der Kirchenväter

Der Verdammte beginnt die Wahrheit zu bekennen. Vor Pilatus hatte er seine Vergehen eingestanden und erhielt dafür die Strafe der Kreuzigung.

Bei Jesus aber führt das Bekenntnis seiner Schuld zu seinem Heil.
Und der Räuber erklärt zudem, dass Christus unschuldig ist, weil er sagte: "Dieser hat nichts Böses getan." So als wollte er sagen: Siehe eine neue Ungerechtigkeit, dass die Unschuld (Jesus) mit dem Laster (Räuber) verurteilt wird.
Wir töteten die Lebenden, dieser hat die Toten auferweckt. Wir haben Fremdes geraubt, dieser befiehlt, das Seinige zu verteilen.

Der glückselige Räuber belehrt also die Anwesenden mit diesen Worten, womit er den anderen Räuber zurechtwies.
Da er aber die Ohren der Anwesenden (Juden) verschlossen sah, kehrte er zu dem zurück, der das Innere kennt (Jesus). Er sagte zu ihm: Herr, erinnere dich meiner, wenn du in dein Reich kommst.
Damit sprach er aus, dass Jesus ein König ist. Er ist ein König, der ein Reich hat.

Der Räuber empfing drei Tugenden, die der Apostel erwähnt (1 Kor. 13): Glaube , Hoffnung und Liebe.
Von der Gnade erfüllt, empfing er sie sogleich und behielt sie am Kreuz. Denn er hatte Glauben, da er den als König erkannte, den er zugleich mit sich sterben sah.
Er hatte Hoffnung, weil er den Eintritt in sein Reich verlangte. Auch hatte er in seinem Tod eine grosse Liebe, weil er den Missetäter, den anderen Räuber wegen seiner Gottlosigkeit zurechtwies.

Christus versetzte den Räuber ins Paradies mit seinen Worten vor der ganzen Welt und vor den Aposteln. Mit dem blossen Wort und dem Glauben allein ging er ins Paradies ein, damit niemand nach der Verwirrung durch seine Sünden am Eintritt verzweifelt.