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Die heilige Katharina von Genua über die Leiden des Fegfeuers.

Wisse, daß das, was der Mensch in sich für Vollkommenheit hält, vor Gott ein Mangel (Defekt) ist.
Mit all dem, was der Mensch unter dem Schein der Vollkommenheit tut, wie immer er es sieht, hört, versteht, will oder im Gedächtnis hat, in all dem befleckt er sich.
Denn wenn eine Tätigkeit vollkommen sein soll, muß sie gewirkt werden in uns ohne uns, was den innersten Beweggrund betrifft; und die Tätigkeit Gottes muß in Gott ohne den Menschen sein.
Das ist jene Tätigkeit, die Gott in jenem letzten Stadium der Einwirkung auf die Seele durch die reine, lautere Liebe aus sich allein wirkt.
Diese Einwirkung Gottes auf die Seele ist so durchdringend und glühend, daß der Leib, der die Seele umschließt, zu vergehen scheint; es ist, wie wenn die Seele in einem
gewaltigen Feuer stünde und bis zum Tod nie mehr Ruhe bekäme.
Die Liebe Gottes, die in die Seele überströmt, gibt ihr aber (nach dem, wie ich es sehe) eine solche Zufriedenheit ein, wie man dies gar nicht schildern kann.
Diese Zufriedenheit aber nimmt den Seelen, die im Fegfeuer sind, nicht einen Funken der schmerzlichen Pein.
Gerade dadurch, daß die Liebe in ihnen noch behindert ist, entsteht ja in ihnen diese schmerzliche Pein. Und diese Pein ist um so schmerzlicher, je vollkommener die Liebe ist, zu der Gott die Seele fähig macht.
So haben die Seelen in der Läuterung des Fegfeuers zugleich allergrößte Zufriedenheit und allergrößte Pein, und das eine hebt das andere nicht auf.

Buchempfehlung: Ferdinand Holböck, Die Theologin des Fegfeuers.
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Der Mensch kann sehr wohl ein vollkommenes Werkzeug des Herrn sein wenn er in ganzer Liebe und mit aller Kraft seinen Willen tut. Es schaffen tatsächlich nur wenige und viele werden das himmlische Jerusalem nicht erreichen. Die Vollkommenheit ist mit dem Willen für den Herrn zu leiden verbunden. Das Schreiben nimmt jedoch dem willigen Gläubigen das Selbstvertrauen das gefährlich ist führ den …More
Der Mensch kann sehr wohl ein vollkommenes Werkzeug des Herrn sein wenn er in ganzer Liebe und mit aller Kraft seinen Willen tut. Es schaffen tatsächlich nur wenige und viele werden das himmlische Jerusalem nicht erreichen. Die Vollkommenheit ist mit dem Willen für den Herrn zu leiden verbunden. Das Schreiben nimmt jedoch dem willigen Gläubigen das Selbstvertrauen das gefährlich ist führ den Glaubensweg des Menschen.
Das hat eine Heilige gesagt. Es war auch für mich schwer zu verkraften, schliesslich habe ich es doch verstanden.
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Die ersten drei Absätze klingen geradezu, als wären es Zitate Martin Luthers.
Gestohlen von der Mönchstradition, bei Paulus, Benedikt, Augustinus, Franz von Assisi, Dominikus, Ignatius von Loyola, zitiert bei Johannes vom Kreuz u. a. m.
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