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Melchiades

Mittel in Deutschland, die Geschichte eines angeblichen Sozialschmarotzers

Vor Jahren haben wir mal über die sogenannten „Sozialschmarotzer“gesprochen,
mit der vorwiegenden Meinung alles was die Politik und Medien sagen,
entspricht zum Teil oder Ganz der gesellschaftlichen Wahrheit.

Doch bei einer Reise in meine heimatlichen Gefilde, unternahm ich einen erneuten Versuch
mit sehr guten Bekannten, die eigentlich schon zum Freundeskreis gehörten,
Kontakt aufzunehmen. Da dieser über die Jahr, die wir nun in Bayern leben, von mir
nicht willentlich irgendwie versandet ist.
Man schreib sich noch, aber Telefonate ?
Kamen nicht mehr zu Stande, da die Telefonnummer nicht mehr vorhanden war.
Doch weshalb, und warum mir keine Neue mitgeteilt wurde, weiß ich nicht.
Karl ( so nenne ich unseren Bekannten einfach mal), war ein Garten- Landschaftsbauer aus Leidenschaft, für dem ein Arbeitstag von 12 Stunden keine Seltenheit, sondern eher die Regel waren.
Mit seiner Familie bewohnte er das eigene Einfamilienhaus , in der GALA Baufirma war er auch seit 8 Jahren in ungekündigter Stellung,
und alles war so, wie sich fast jeder das Leben vorstellt.
Dies ist der Zustand unser Bekannten und ihrem Leben bevor wir nach Bayern gingen.
Und nun als wir uns nach einigen Hin und Her wiedersahen ?
Kein Einfamilienhaus mehr, keine Arbeit kaum noch die Familie, die zu unserem Freundes- und Bekanntenkreis gehörte.
Doch was war passiert ? Eheprobleme ?
Nein ! Es fing damit an, dass sein alter Chef ( 69 ), die Firma verkaufte.
Die ersten 2-3 Jahre lief es, wie unter dem alten Chef, viele gute Aufträge, viel Arbeit, der Lohn kam immer pünktlich, so wie es Karl liebte. Es gab so gar eine Lohnerhöhung und Karl wurde die Leitung über einen Trupp GALA Bauern, mit einem weiteren Lohnzuschlag angeboten.
So würde er Vorarbeiter. Gut aus 12 Stunden wurden auch leicht mal 14 – 15 und oft bestand sein Wochenende nur aus dem Sonntag, aber durch dieses mehr an Lohn, könnte sich die Familie auch
langersehnte Wünsche leisten.
Tja, und dann ging es los ! Arbeit war mehr als genug, doch die Löhne wurden erst nur verspätet,
dann nur noch teilweise und danach nur noch unregelmäßig bezahlt.
Unter diesen Umständen führte die Belegschaft, Karl an der Spitze, ein ernstes Gespräch mit der Geschäftsleitung.
Wie Karl mir erzählt, hieß es zum einen Bezahlung die Kunden nicht, zum anderen herrscht eine Kapitalknappheit wegen der dringen benötigten Neuanschaffung vom Maschinen.
Doch man habe mit der Bank schon verhandelt und in 3 – 4 Tagen würde der Übergangskredit zur Verfügung stehen und alle Mitarbeiter erhielten nicht nur ihren ausstehenden Lohn, sondern auch
die Beträge, die der Chef schuldig geblieben war.
So gingen alle Mitarbeiter mit dieser Information nach Hause.
Am nächsten Morgen kamen alle, wie gewohnt zu „ihrer Firma“, aber dort war zwar ein GALA
Baufirma. Doch nicht mehr jene bei der sie angestellt waren !
Und am verschlossenen Tor war das Schild „ Betriebsferien“ angebracht,
mit dem Hinweis in 6 Wochen stände man den Kunden wieder zur Verfügung !
Nach eine Schockstarre, gingen die meisten Mitarbeiter, auch Karl, in den nächsten Tagen
zu einem Rechtsanwalt.
Denn keiner konnte es sich erlauben noch weiterhin, Banken, Vermieter, Stromanbieter usw. zu vertrösten. Alle wollten ihr Geld.
Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß.
Nicht nur, dass „ der Chef“ sich fleißig am Firmenkapitel bereicher hatte, von dem gewehrten Kredit seiner Frau Pelzmäntel usw. gekauft hatte.
Nein, es wurde schon vorsorglich die Firma in eine GmbH umgewandelt,
die nur eine beschränkte Haftung hatte, so dass die ehemaligen Mitarbeiter
in der Gläubigerliste so weit unten stehen, dass sie niemals auch nur einen Cent ihrer Löhne
zu sehen bekommen.
Doch es kam noch schlimmer !
Denn nach den 6 Wochen „Betriebsferien“ war nicht nur ihr Chef , jetzt „nur noch“ Geschäftsführer,
der GALA Baufirma seines Schwagers und der Rest der Herrn im Anzug wieder da.
Zwar nicht die vorher verschwundenen Maschinen, aber andere Neue,
einer anderen Firma, und eine völlig neue Belegschaft.
Karl verstand die Welt nicht mehr und fragte sich „ wo ist sie denn die Gerechtigkeit“.
Und es ging für ihn und seine Familie Schlag auf Schlag bergab.
Zwangsversteigerung des Hauses, die beiden Autos weg und, und , und...
und alles dies nur, weil die Gier einer kleine Gruppe alle ehemaligen Mitarbeiter
ins finanzielle und gesellschaftliche Aus stieß.
Doch Karl hatte noch etwas anders da durch gelernt.
Nicht der, der Opfer solcher Machenschaften wird, wird geholfen, sondern jenen,
die Existenzen vernichten werden letztendlich bejubelt und kommen zu Ehren,
ohne dass es für sie wirkliche Konsequenzen gibt.
Und nach langer, erfolglosen Bewerbungen, kam dieser fleißige Mann zu der Erkenntnis
„ Wer sich der staatlichen Versorgungsmöglichkeiten bedient, lebt zwar nicht in Saus und Braus, aber wird wenigstens nicht betrogen.
Als Karl dies widerfuhr, war er 45 Jahre, nun lebt seine Familie und er seit 3 oder 4 Jahren von Hartz IV.
Ist er oder vielleicht sein ehemaliger Chef nun ein Sozialschmarotzer ?