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Gott gebührt absoluter Gehorsam

Der hl. Thomas von Aquin stellt die Frage, ob man Gott in allem gehorchen müsse. Er nennt einen Einwand, der scheinbar beweist, dass Gott nicht in allem zu gehorchen ist: "Gott hat manchmal etwas geboten, was gegen die Tugend verstieß; wie dem Abraham, daß er sein unschuldiges Kind töte; den Juden, daß sie den Ägyptern ihre Schätze stehlen; dem Osee, daß er eine ehebrecherische Frau nehme." Der hl. Thomas weist aber darauf hin, dass in der Heiligen Schrift (Ex 24,7) geschrieben steht: "Alles, was der Herr befohlen hat, wollen wir tun und gehorsam sein." Der hl. Thomas betont, dass nichts von dem, was Gott tut, der Tugend widerspricht: "Danach also war das Gebot an Abraham, seinen unschuldige Sohn zu töten, nicht gegen die Gerechtigkeit; denn Gott ist der Herr über Leben und Tod. Ebenso verhält es sich bei den Ägyptern mit dem genannten Diebstahl; denn Gott gehört Alles und Er giebt etwas wem Er will. Auch der Urheber der menschlichen Zeugung ist Gott und jene Art und Weise, einer Frau sich zu bedienen, ist die gebührende, die Er bestimmt; es ist da nichts gegen die Keuschheit. In allen diesen Fällen ist von einer Sünde keine Rede, die aus dem Gehorsam gegen Gott gefolgt wäre."

Quelle: www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel620-4.htm

Siehe auch:
Warum befahl Gott den Israeliten die Ausrottung der Heiden?
Gehorsam gegenüber der Kirche
Was der Hl. Thomas v. Aquino hier vertuscht, ist, dass es noch krasser war: ER hatte diesem Knaben die Zukunft versprochen und widersprach nunmehr diesem SEINem eigenen Worte - und Abraham folgte IHM.
Der GOTT der Juden&Christen ist kein System der Moral oder Vernunft - sondern ein Wille (ab)solutus a legibus.
DER GESALBTE lebte nicht versunken in der Meditation wie Buddha, sondern wanderte …More
Was der Hl. Thomas v. Aquino hier vertuscht, ist, dass es noch krasser war: ER hatte diesem Knaben die Zukunft versprochen und widersprach nunmehr diesem SEINem eigenen Worte - und Abraham folgte IHM.
Der GOTT der Juden&Christen ist kein System der Moral oder Vernunft - sondern ein Wille (ab)solutus a legibus.
DER GESALBTE lebte nicht versunken in der Meditation wie Buddha, sondern wanderte umher.
Die unhäretische Mystik war immer WillensMystik (= AusLöschung des eigenen Willens).
CSc
Gott widerspricht sich niemals selbst. Obwohl es menschlich gesehen zeitweise so aussah, als ob Gott Seine Verheißung gegenüber Abraham nicht einhalten würde, hielt Abraham unerschütterlich an seinem blinden Vertrauen und an seinem absoluten Gehorsam gegenüber Gott fest - solange bis sich der scheinbare Selbstwiderspruch Gottes auflöste. Gott handelt also nicht willkürlich, auch wenn es …More
Gott widerspricht sich niemals selbst. Obwohl es menschlich gesehen zeitweise so aussah, als ob Gott Seine Verheißung gegenüber Abraham nicht einhalten würde, hielt Abraham unerschütterlich an seinem blinden Vertrauen und an seinem absoluten Gehorsam gegenüber Gott fest - solange bis sich der scheinbare Selbstwiderspruch Gottes auflöste. Gott handelt also nicht willkürlich, auch wenn es bisweilen diesen Anschein haben mag. Gott handelt im Einklang mit einem von der menschlichen Vernunft erkennbaren Sittengesetz. Unser Wille muss diesem göttlichen Willen gleichförmig sein, selbst wenn wir den göttlichen Willen nicht verstehen.
CollarUri
Das stimmt, aber wir können Ihn fragen und ggf. um eine Änderung bitten.
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CollarUri
Fällt aber etwa nicht Abraham bei einer anderen Gelegenheit dem Richter schon beinahe in den Arm?
Und zwar als er für die Gerechten in Sodom und Gomorrha betet.
Er weiss nicht, dass er damit ausgerechnet für seine Verwandtschaft spricht, sondern aus Menschenfreundlichkeit redet er auf Gott ein:

So sagte denn der HERR: "Das Geschrei über Sodom und Gomorrha ist gar groß geworden, und ihre …More
Fällt aber etwa nicht Abraham bei einer anderen Gelegenheit dem Richter schon beinahe in den Arm?
Und zwar als er für die Gerechten in Sodom und Gomorrha betet.
Er weiss nicht, dass er damit ausgerechnet für seine Verwandtschaft spricht, sondern aus Menschenfreundlichkeit redet er auf Gott ein:

So sagte denn der HERR: "Das Geschrei über Sodom und Gomorrha ist gar groß geworden, und ihre Sünde ist wahrlich sehr schwer.
Darum will Ich hinabgehen und zusehen, ob sie wirklich ganz so gehandelt haben, wie die lauten Klagen, die zu Mir gedrungen sind, von ihnen melden, oder ob es sich nicht so verhält: Ich will es erkunden."
Hierauf wandten sich die Männer von dort weg und gingen auf Sodom zu, während Abraham noch vor dem HERRN stehenblieb.
Da trat Abraham näher heran und sprach: "Willst Du wirklich die Gerechten zugleich mit den Gottlosen wegraffen?
Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt: Willst Du die wirklich umkommen lassen und nicht lieber dem Orte vergeben um der fünfzig Gerechten willen, die in ihm sind?
Fern sei es von Dir, so zu handeln, die Gerechten zusammen mit den Gottlosen ums Leben zu bringen, so daß es den Gerechten ebenso ergeht wie den Gottlosen: das sei fern von Dir! Der Richter der ganzen Erde muß doch Gerechtigkeit üben!"
Da antwortete der HERR: "Wenn Ich in Sodom fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt finden sollte, so will Ich dem ganzen Ort um ihretwillen vergeben."
Darauf nahm Abraham wieder das Wort und sagte: "Ach siehe, ich habe es gewagt, zu dem Allherrn zu reden, obgleich ich nur Staub und Asche bin.
Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten noch fünf: willst Du da wegen dieser fünf die ganze Stadt vernichten?" Er antwortete: "Nein, Ich will sie nicht vernichten, wenn Ich dort fünfundvierzig finde."
Darauf fuhr Abraham fort, Ihn nochmals anzureden, und sagte: "Vielleicht finden sich deren dort nur vierzig." Jener erwiderte: "Ich will ihnen um der vierzig willen nichts tun."
Abraham sagte: "Möge doch der Allherr nicht zürnen, wenn ich nochmals rede: Vielleicht finden sich dort nur dreißig." Er antwortete: "Ich will ihnen nichts tun, wenn Ich dort dreißig finde."
Er sprach weiter: "Siehe doch, ich habe es gewagt, zu dem Allherrn zu reden: Vielleicht finden sich dort nur zwanzig." Er antwortete: "Ich will sie schon um der zwanzig willen nicht vernichten."
Da sagte er: "Möge doch der Allherr nicht zürnen, wenn ich noch dies eine Mal rede: Vielleicht finden sich dort nur zehn." Er erwiderte: "Ich will sie schon um der zehn willen nicht vernichten."
Hierauf ging der HERR weg, nachdem Er das Gespräch mit Abraham beendet hatte; Abraham aber kehrte nach Hause zurück.《
(Gen 18, nach der Menge-Bibel)

Da stellen sich doch Fragen:
Hätte nicht auch Saul den Herrn bitten können, nachdem Er ihn geheissen hatte, den Bann zu vollstrecken: Herr, lass mich nicht so grausam handeln? (1 Sam 15)
Hat nicht unser Heiland im Garten der höchsten Bedrängnis bei allem Gehorsam gebetet: "Lass diesen Kelch an Mir vorübergehen"? (Mt 26,39 u. a.)
Sie könnten einwenden, ein Gebet sei kein Ungehorsam. Das stimmt. Es geht hier gewiss nicht um die Rechtfertigung von Ungehorsam, insofern liegt der Titel schon richtig. Aber wie steht es, wenn der Gehorsam blind ist?
Wenn der Gehorchende nicht überschauen kann, dass seine Handlung gut ist, dann hat er die Pflicht, innezuhalten. Wie er dann doch noch gehorchen muss, wird sich daraufhin, in der Folge, zeigen.
Es gibt aber die Pflicht zum absolut strikten und sofortigen Gehorsam nur bedingt. Gott lässt den Menschen wenigstens nachfragen, wünscht Er es nicht in gewissen Fällen sogar?
jaja, kann mich erinnern, das gelesen zu haben, schon vor längerer Zeit. Ja man muss alles erst lesen und noch viel mehr und sich erst längere Zeit Gedanken machen über die Sinnhaftigkeit der Moral Gottes. Und so einfach ist es nicht.
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die Eucharistie-Feier ist nur ein Teil, wenn man auch sagt, man muss nur glauben wie der Blinde, ob Jesus der Messias ist oder wie Petrus ohne etwas zu sehen. Aber von einem Katholiken, der älter wird muss man erwarten, daß er mehr weiss über Jesus und die Heilsgeschichte, die die Kultur des Abendlandes ist. Und von einem Atheisten muss man erwarten, daß er weiss, was es mit dem Jesus auf sich …More
die Eucharistie-Feier ist nur ein Teil, wenn man auch sagt, man muss nur glauben wie der Blinde, ob Jesus der Messias ist oder wie Petrus ohne etwas zu sehen. Aber von einem Katholiken, der älter wird muss man erwarten, daß er mehr weiss über Jesus und die Heilsgeschichte, die die Kultur des Abendlandes ist. Und von einem Atheisten muss man erwarten, daß er weiss, was es mit dem Jesus auf sich hat, damit er nicht Feind ist seinen Landsleuten. Nicht der Klerus hat etwas zu tun, sondern 90% der Bevölkerung hat sich von selbst um ihr Kulturerbe zu kümmern, weil das zu einer Herzensbildung des Menschen gehört. Wir sind ja keine Heuschrecken oder Läuse.
Pelekna
"Und von einem Atheisten muss man erwarten, daß er weiss, was es mit dem Jesus auf sich hat,"

Wenn ein Atrheist das nicht weiß, dann weiß er auch nicht gegen wen er agiert oder an was er nicht glaubt.

Jeder hat bestimmt einen sogenannten Atheisten im Bekanntenkreis und dem von Jesus zu erzählen ,dürfte nicht allzu schwer sein, die meisten hören sehr gerne zu, denn sie wissen wirklich nicht …More
"Und von einem Atheisten muss man erwarten, daß er weiss, was es mit dem Jesus auf sich hat,"

Wenn ein Atrheist das nicht weiß, dann weiß er auch nicht gegen wen er agiert oder an was er nicht glaubt.

Jeder hat bestimmt einen sogenannten Atheisten im Bekanntenkreis und dem von Jesus zu erzählen ,dürfte nicht allzu schwer sein, die meisten hören sehr gerne zu, denn sie wissen wirklich nicht sehr viel von dem, an das sie nicht glauben.

Sie haben recht, nicht der Klerus alleine muss sich kümmern, sondern jeder Gläubige dort wo er die Möglichkeit dazu hat.
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ich würde sagen: nicht nur der Gläubige, sondern jeder Bürger sollte sich über sein Kulturerbe informieren und es verstehen, aufnehmen und weitergeben, weil es ist kein Dreck, sondern es ist sehr schön geworden. Aber in einem Land, wo auf der Straße kein Platz mehr ist für die Autos, da ist halt nix mehr.
man hat im Alten Testament immer wieder Stellen aufgefunden, die an der Moral Gottes Zweifel aufkommen lassen. Ich habe mich nie darüber aufgeregt und mir ging es nicht um diese Stellen der Gottesmoral, sondern um die Kenntnis des Sachverhalts. Die hat man ja nicht gleich. Kardinal Schönborn hat im Fernsehen dazu nur gesagt, man solle die Bibel lesen. D.h. jeder muss selber die Antwort auf seine …More
man hat im Alten Testament immer wieder Stellen aufgefunden, die an der Moral Gottes Zweifel aufkommen lassen. Ich habe mich nie darüber aufgeregt und mir ging es nicht um diese Stellen der Gottesmoral, sondern um die Kenntnis des Sachverhalts. Die hat man ja nicht gleich. Kardinal Schönborn hat im Fernsehen dazu nur gesagt, man solle die Bibel lesen. D.h. jeder muss selber die Antwort auf seine Fragen finden und da ist nicht jemand, der es einen auf dem Präsentierteller serviert, wozu andere Jahre gebraucht haben, um es zu finden und zu studieren und man braucht es nur abzulehnen. Und drum wundert es mich, daß dem Papst nicht leid ist um die Zeit, die er hinein gesteckt hat, wenn er alles leugnet. Zu einem anderen Beruf hat er ja gar keine Fähigkeiten erlernt. In seiner materiellen Existenz ist er wohl gesichert, aber das ist ja kein Grund.
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im Katechismus steht ein Satz "Gott würde das Böse nicht zulassen, wenn er nicht auf Wegen, die wir erst im ewigen Leben vollständig erkennen werden, sogar aus dem Bösen Gutes hervor gehen ließe". Das ist das Idealste vom Idealen, das Gott zugeschrieben wird und was der Mensch nicht überbieten kann. Die Geschichten von Abrahams Söhnen usw habe ich so verstanden, daß das eben über Jahrhunderte …More
im Katechismus steht ein Satz "Gott würde das Böse nicht zulassen, wenn er nicht auf Wegen, die wir erst im ewigen Leben vollständig erkennen werden, sogar aus dem Bösen Gutes hervor gehen ließe". Das ist das Idealste vom Idealen, das Gott zugeschrieben wird und was der Mensch nicht überbieten kann. Die Geschichten von Abrahams Söhnen usw habe ich so verstanden, daß das eben über Jahrhunderte so geschehen ist, was Gott damit wollte, kann man sich nicht über Gott stellen. Die Bibel sagt halt "Gott hat es gemacht", weil man kann ja nicht wissen, warum der Eine ein großeres Volk geworden ist und der Andere ein kleiners und der Mensch kann es ja nicht besser als Gott. Also wir tun gut daran, uns nicht über Gott zu stellen und ihn als das ultimative Gute anzunehmen. Aber die Fakten, die in der Bibel stehen, muss man zur Kenntnis nehmen. Ob man Gott Gehorsam schuldet ist eine gute Frage für den Klerus, bei einem Laien stellt sich die Frage oft gar nicht
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