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Die Bevölkerung ist desinteressiert - "vollauf damit beschäftigt, sich Katzenohren aufzumontieren bei Instagram"

Es gibt keine aufgeklärte, gut informierte Gesellschaft. Das sagte der Moderator Harald Schmidt (61) der FAZ. In seinem Umfeld regiere die Oberflächlichkeit:

„Klassischer Journalismus wird heute für Leute gemacht, die entweder selbst Journalisten sind oder die damit aufgewachsen sind, dass man montags den ‚Spiegel‘ kauft, donnerstags die ‚Zeit‘ und eine Tageszeitung abonniert hat.“

In den jüngeren Generationen gebe es„vielleicht noch ein paar Künstler; danach: Schicht im Schacht. In meinem Umfeld liest niemand mehr Zeitung. Punkt.“

Die Diskussion über den Fall Relotius, der im Spiegel Fake-News erfunden hat, sei auch nur eine für die Branche, so Schmidt. Den Rest der Bevölkerung interessiere das „null“.

Und: „Wenn ich hier draußen jedem, der den Namen Robert Menasse kennt, 100 Euro gebe, komme ich mit Gewinn zurück. Sehen Sie sich doch Umfragen an, was die Leute interessiert. Die sind vollauf damit beschäftigt, sich Katzenohren aufzumontieren bei Instagram.“

[Robert Menasse ist ein österreichischer Schriftsteller, der ebenfalls Zitate erfunden hat.]

Über sich selbst sagt Schmidt ironisch. „Ich muss leider sagen, dass ich mich dabei beobachte, dass ich sechs Interviews pro Woche gebe, in denen ich sage, dass ich mich aus den Medien zurückgezogen habe.“

Der Job verändere sich: "Ich bin jetzt in der Heinz-Schenk-Phase: eine Anekdote nach der anderen.“ Dafür gebe es noch einen Markt.

Bild: Harald Schmidt, Copyright, Kandschwar, wikipedia, Creative Commons
Hier ist das Beispiel eines Mönches mit den Katzenohren aus Heiligenkreuz. Gepostet als Scherz zum Jahreswechsel.
Bibiana
Ist ja schrecklich anzusehen.
Beten hilft gegen Langeweile im Kloster
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Caruso
Das sind aber niemals im Leben Katzenohren. Die Katze möchte ich sehen, die solche Ohren hat. Da kenne ich mich aus, arbeite selbst als Butler eines solchen Mini-Tigers.
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Dieses Foto hätte der gute Pater nicht auch noch selbst veröffentlichen sollen. Fremdschämen.
Warum nicht? Wir leben in der Welt auch, wenn wir nicht von der Welt sind!
Antiquas likes this.
Tesa
Bibiana
Diese sog. "Flüchtlingskrise" ist irgendwie ein unglückliches Wort und trifft doch die Sache nicht. Aber es stimmt leider, seit "dieser" haben unsere Medien insgesamt an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Und richtige Journalisten, die gut und ehrlich berichten können und das auch wollen, haben nun vermutlich das Nachsehen. Jammerschade.
"Über sich selbst sagt Schmidt ironisch. „Ich muss leider sagen, dass ich mich dabei beobachte, dass ich sechs Interviews pro Woche gebe, in denen ich sage, dass ich mich aus den Medien zurückgezogen habe.“
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Köstlich! "Der Job verändere sich: "Ich bin jetzt in der Heinz-Schenk-Phase: eine Anekdote nach der anderen.“ Dafür gebe es noch einen Markt."
Nicolaus likes this.