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gerdich

Israel in der Karfreitagsbitte der FSSP

"Gewähre gnädig, dass beim Eintritt der Fülle aller Völker in Deine Kirche ganz Israel gerettet wird. Durch Christus, unseren Herrn. Amen"

Das betet die FSSP.
Dies soll eine Bitte für die heutigen Juden sein. Israel wird hier mit den heutigen Juden identifiziert. Der Zusammenhang ist unsinnig: Was hat der Eintritt von Heiden in die Kirche mit der Rettung von modernen Juden zu tun? Die Aussage ist häretisch: Wenn die Heiden in die Kirche eintreten werden sind ohne weiteres Zutun alle modernen Juden gerettet. Von einer Bekehrung ist bewusst nicht die Rede.

Das Gebet ist eine Anspielung auf Röm. 11,25:
Denn Blindheit ist in Israel teilweise eingetroffen, bis die ganze Fülle der Heiden eingetreten sein wird. Und so wird ganz Israel gerettet sein, wie geschrieben steht ...

Wenn man den Vers aus dem Römerbriefs sieht, dann erkennt man schon, dass mit "Israel" nicht die heutigen Juden gemeint sein können.
Schon Origenes lehrt, dass hier vom "neuen Israel", von der Kirche die Rede ist.

Seit wann treten Heiden in das jüdische Volk ein? Die Heiden treten in die Kirche ein.

Paulus erklärt selber was er unter "Israel" versteht. Nachdem er bis Kapitel 11 dargelegt hat, warum alle Juden verloren sind, die Jesus abgelehnt haben, fragt er "Hat Gott also ganz Israel verstossen?"
Seine Antwort ist: "Keineswegs!". Paulus selbst ist Israelit. Er gehört zum "kleinen Rest", der nicht verstossen wurde, sondern katholisch wurde. "Israel" sind hier auch die Juden, die katholisch wurden. Zu diesem katholischen Israel gehören in Zukunft auch die Heiden, die durch den katholischen Glauben in Israel eingetreten sind. Die Juden jedoch, die Jesus untreu geworden sind, werden vom Weinstock (=Israel) abgeschnitten.
Sie gehören nicht mehr zu Israel.

Mit Israel sind also in Kapitel 11 die heutigen Juden NICHT gemeint.

Erst so lässt sich nun auch der Vers 25 verstehen:
In einem Teil von Israel ist Verblendung eingetreten. Dazu zählen die Vorfahren der heutigen Juden. Die Zahl der verlorenen Juden wird wieder mit Heiden aufgefüllt. So wird wieder die ganze Vollzahl Israels erlöst. Gott bereut nämlich seine Gnadengaben nicht und nimmt sie auch nicht zurück. Deshalb gehen die Gnadengaben, die für die verlorenen Glieder Israels vorgesehen waren, auf die Heiden über.
Die Gottlosigkeit Jakobs wird gewendet durch die, welche nach Zion hinaufziehen. Das sind Heiden (Isaias 2,3).

Hier wird keine Heilsperspektive für moderne Juden eröffnet.
Das Gebet der FSSP ist nicht nur häretisch, sondern entstellt auch einen Bibelvers.