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„Weide meine Schafe!“

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)

Papst
Enzyklika „Ut unum sint“ über den Einsatz für die Ökumene (25. Mai 1995), 90–93 (© Libreria Editrice Vaticana)

„Weide meine Schafe!“

Der Bischof von Rom ist der Bischof der Kirche, die die prägende Spur des Martyriums des Petrus und des Paulus bewahrt […] Das Matthäusevangelium beschreibt und präzisiert die pastorale Sendung des Petrus in der Kirche […] „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen […]“ (Mt 16,18). Lukas hebt hervor, dass Christus dem Petrus aufträgt, die Brüder zu stärken, ihn aber gleichzeitig seine menschliche Schwäche und die Notwendigkeit seiner Bekehrung erkennen lässt (vgl. Lk 22,31–32). Es ist gerade so, als würde vor dem Hintergrund der menschlichen Schwachheit des Petrus voll offenkundig werden, dass sein besonderes Amt in der Kirche vollständig seinen Ursprung aus der Gnade hat […] Gleich nach seiner Einsetzung wird Petrus von Christus mit seltener Strenge gerügt, der zu ihm sagt: „Du willst mich zu Fall bringen!“ (Mt 16,23). Sollte man nicht in dem Erbarmen, das Petrus braucht, einen Bezug zu dem Amt jener Barmherzigkeit sehen, die er als erster erfährt? […] Auch das Johannesevangelium hebt hervor, dass Petrus die Aufgabe, die Herde zu weiden, in einem dreifachen Liebesbekenntnis (vgl. 21,15–17) empfängt, das dem dreifachen Verrat entspricht (vgl. 13,38). […] Was Paulus betrifft, so kann er die Beschreibung seines Dienstes mit der ergreifenden Feststellung abschließen, die er aus dem Mund des Herrn vernehmen darf: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“, und kann daher ausrufen: „denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2 Kor 12,9–10). […] Als Erbe der Sendung des Petrus […] übt der Bischof von Rom ein Amt aus, das seinen Ursprung in der vielgestaltigen Barmherzigkeit Gottes hat, die die Herzen bekehrt und mit der Kraft der Gnade erfüllt, während der Jünger den bitteren Geschmack seiner Schwachheit und seines Elends wahrnimmt. Die diesem Amt eigene Autorität steht ganz im Dienst des barmherzigen Planes Gottes und muss immer in dieser Perspektive gesehen werden. Aus ihm erklärt sich die Vollmacht dieses Amtes. Durch seine Bindung an das dreifache Liebesbekenntnis des Petrus, das dem dreifachen Verrat entspricht, weiß sein Nachfolger, dass er Zeichen der Barmherzigkeit sein muss. Sein Dienst ist ein Dienst der Barmherzigkeit, geboren aus einem Barmherzigkeitsakt Christi. Diese ganze Lehre aus dem Evangelium muss dauernd neu gelesen werden, damit die Ausübung des Petrusamtes nichts von ihrer Glaubwürdigkeit und Transparenz verliert.
Tina 13
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„Der Bischof von Rom ist der Bischof der Kirche, die die prägende Spur des Martyriums des Petrus und des Paulus bewahrt […] Das Matthäusevangelium beschreibt und präzisiert die pastorale Sendung des Petrus in der Kirche […] „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen […]“ (Mt 16,18). Lukas hebt hervor, dass Christus dem Petrus aufträgt, die Brüder zu …More
„Der Bischof von Rom ist der Bischof der Kirche, die die prägende Spur des Martyriums des Petrus und des Paulus bewahrt […] Das Matthäusevangelium beschreibt und präzisiert die pastorale Sendung des Petrus in der Kirche […] „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen […]“ (Mt 16,18). Lukas hebt hervor, dass Christus dem Petrus aufträgt, die Brüder zu stärken, ihn aber gleichzeitig seine menschliche Schwäche und die Notwendigkeit seiner Bekehrung erkennen lässt (vgl. Lk 22,31–32). Es ist gerade so, als würde vor dem Hintergrund der menschlichen Schwachheit des Petrus voll offenkundig werden, dass sein besonderes Amt in der Kirche vollständig seinen Ursprung aus der Gnade hat […] Gleich nach seiner Einsetzung wird Petrus von Christus mit seltener Strenge gerügt, der zu ihm sagt: „Du willst mich zu Fall bringen!“ (Mt 16,23). Sollte man nicht in dem Erbarmen, das Petrus braucht, einen Bezug zu dem Amt jener Barmherzigkeit sehen, die er als erster erfährt? […] Auch das Johannesevangelium hebt hervor, dass Petrus die Aufgabe, die Herde zu weiden, in einem dreifachen Liebesbekenntnis (vgl. 21,15–17) empfängt, das dem dreifachen Verrat entspricht (vgl. 13,38). […] Was Paulus betrifft, so kann er die Beschreibung seines Dienstes mit der ergreifenden Feststellung abschließen, die er aus dem Mund des Herrn vernehmen darf: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“, und kann daher ausrufen: „denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2 Kor 12,9–10). […] Als Erbe der Sendung des Petrus […] übt der Bischof von Rom ein Amt aus, das seinen Ursprung in der vielgestaltigen Barmherzigkeit Gottes hat, die die Herzen bekehrt und mit der Kraft der Gnade erfüllt, während der Jünger den bitteren Geschmack seiner Schwachheit und seines Elends wahrnimmt. Die diesem Amt eigene Autorität steht ganz im Dienst des barmherzigen Planes Gottes und muss immer in dieser Perspektive gesehen werden. Aus ihm erklärt sich die Vollmacht dieses Amtes. Durch seine Bindung an das dreifache Liebesbekenntnis des Petrus, das dem dreifachen Verrat entspricht, weiß sein Nachfolger, dass er Zeichen der Barmherzigkeit sein muss. Sein Dienst ist ein Dienst der Barmherzigkeit, geboren aus einem Barmherzigkeitsakt Christi. Diese ganze Lehre aus dem Evangelium muss dauernd neu gelesen werden, damit die Ausübung des Petrusamtes nichts von ihrer Glaubwürdigkeit und Transparenz verliert.„
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