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Brauch am Pfingstmontag: Pilgern zur Waldkapelle von Tinseubois

Jedes Jahr zu Pfingsten wird ein Waldstück zwischen Recht und Petit-Thier bei Vielsalm zu einem Pilgerort für deutschsprachige und französischsprachige Christen. Auch dieses Jahr kamen wieder hunderte Gläubige dort zusammen. An der Waldkapelle von Tinseubois feiern sie gemeinsam Gottesdienst.

Waldkapelle in Tinseubois (Bild: Michaela Brück)
Seit mehr als 100 Jahren zieht der Ort Hilfesuchende und Betende an. Rund 300 Menschen sind in diesem Jahr dorthin gepilgert.
Die Votivtafeln an den Wänden der kleinen Waldkapelle zeugen von den vielen Gläubigen, die hier in den vergangenen hundert Jahren ihre Anliegen vorbrachten. In deutscher und französischer Sprache haben die Menschen ihren Dank ausgedrückt für erhörte Gebete und Heilungen.
Es war die aus Flandern stammende Rosalie Petit, die hier 1878 die Kapelle zu Ehren der Muttergottes errichten ließ – und damit ein Gelübde erfüllte nach erfahrener Heilung in Lourdes – zu einer Zeit, als in der Region die Pest wütete, erzählt Abbé Frédéric Lutete, Pfarrer von Vielsalm. Seitdem pilgerten Menschen hierher, beteten und berichteten von Heilungen.

Messe bei der Waldkapelle in Tinseubois (Bild: Michaela Brück/BRF)
„Rosalie war am Bein schwer verletzt. Als sie geheilt war, hat sie die Kapelle errichten lassen. Durch die Pest, die hier wütete, baten viele in Tinseubois um Heilung. Und diese Tradition ist bis heute geblieben“, so der Abbé wörtlich.
Vor allem viele deutschsprachige Pilger zieht es seit Jahrzehnten nach Tinseubois, das hinter Recht auf frankophonem Gebiet liegt.
Der 80-jährige Hubert Klohse stammt aus Hinderhausen und kommt seit seiner Kindheit hierher. „Seitdem ich ein Junge von 12 Jahren war, kam ich mit meinen Eltern zwei Mal im Jahr zu Fuß von Hinherhausen.“
Einer der Höhepunkte des kleinen Pilgerortes im Wald ist die gemeinsame Messe von Deutschsprachigen und Französischsprachigen am Pfingstmontag, zu der die Pfarre von Vielsalm einlädt. Für viele hat sie einen festen Platz im Kalender. „Gewiss schon 50 Jahre komme ich zwei Mal im Jahr hier hin“, berichtet eine Besucherin.
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