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Prälat Josef Pospiech, 104: achtzigstes Priesterjubiläum - von Von Dr. Gerd Dönni

(Bild: Prälat Josef Pospiech mit Bischof Jean-Marie Lovey von Sitten)

Er wollte kein Fest, der bald 104-jährige Priester und Prälat Josef Pospiech. Ein Leben lang war er bescheiden und fromm im Hintergrund. Warum das ändern?

Es brauchte einige Überzeugungsarbeit, um ihn umzustimmen. Schliesslich aber organisierten die Klosterfrauen des Paulusheims ein wunderbares Fest für Prälat Pospiech, der übrigens seit 30 Jahren aktives Mitglied der Pro Ecclesia ist und zahlreichen hl. Messen der Pro Ecclesia Wallis vorstand.

Im Festgottesdienst hielt Pfarrer Paul Martone die Predigt. Er ging zu Josef Pospiech in den Religionsunterricht, als dieser Pfarrer von Inden und Kaplan von Leukerbad war. In gewohnt humorvoller und gekonnter Weise charakterisierte Pfarrer Martone den Prälaten als Diener Gottes, der sich dem Ruf des Herrn nicht entziehen konnte und wollte, und so nicht Medizin studierte, sondern Theologie.

Erste Opfer von Hitler

In schweren Zeiten erhielt er seine Ausbildung – der 1915 in Oberschlesien geborene Jubilar erlebte seine ganze Seminarzeit im Nazi-Reich. Als er am 25. Juni 1939 zum Priester geweiht worden war, dauerte es nur noch zwei Monate, bis der zweite Weltkrieg ausbrach. In unmittelbarer Nähe des Ortes, wo er junger Vikar war, fanden die ersten Kampfhandlungen statt, und da der Pfarrer des Ortes im Urlaub war, wurde der Neupriester ins Spital gerufen, um den ersten Opfern des 2. Weltkrieges beizustehen. Ein wirklicher Geschichtszeuge!

Verhaftet von der Gestapo

Das Nazi-Regime war der katholischen Kirche sehr feindlich gesinnt – daher wurde der seeleneifrige Mann Gottes denn auch von der Gestapo, der gefürchteten Geheimpolizei des Regimes, verhaftet.

Der Eisenbahnwagon für den Abtransport ins Konzentrationslager Dachau war schon bereit. Pfarrer Pospiech hegte nie Zweifel daran, dass es einzig der Vorsehung Gottes zu verdanken war, dass der Gestapo-Mann, der an diesem Abend die Verhaftung leitete, mit ihm zusammen im selben Haus aufgewachsen war. Eine fast unmerkliche Bewegung mit der Pistole, und Pospiech brauchte nicht, wie die anderen Verhafteten, in den Eisenbahnwagon nach Dachau einzusteigen. Sein Vorgesetzter tat darauf sein Möglichstes, dass Vikar Pospiech an einen anderen Ort versetzt wurde, sonst wäre er ein zweites Mal kaum so glimpflich davongekommen.

Der Weg in die Schweiz

Pfarrer Martone schilderte dann auch prägnant die weiteren Lebensstationen: bei der militärischen Musterung durch die Wehrmacht fiel auf, dass viele katholische Priester vom Sanitätsoffizier der Region, in der Pfarrer Pospiech wohnte, für untauglich erklärt worden waren.

Nach dem Einmarsch in die Sowjetunion („Unternehmen Barbarossa“) wurde die Schraube massiv angezogen. Die Tauglichkeitsrate musste erhöht werden – zwei Priester in der Region waren noch übrig. Der Jubilar liess dem anderen den Vortritt.

Dieser wurde für untauglich erklärt, und damit war Pospiechs Schicksal besiegelt: es folgten fast vier Jahre Zwangsdienst in der Wehrmacht als Sanitätsgefreiter, die amerikanische Kriegsgefangenschaft, schliesslich der Erholungsurlaub in der Schweiz, aus dem dann ein dauerndes Engagement im Weinberg des Herrn in der Schweiz erwuchs.

Segensreich wirkte der Jubilar neben der Pfarrei Inden/Leukerbad unter anderem auch als Spitalseelsorger.

Anerkennung durch Papst und Bischof

Am Schluss der Messe verlas der Ortspfarrer, Pascal Venetz, ein von Papst Franziskus persönlich unterzeichnetes Dankesschreiben. Der Papst hatte ihn schon anlässlich des 100. Geburtstags geschrieben.

Die Feier wurde vom Kirchenchor Leukerbad unter der Leitung von Philipp Loretan wunderschön begleitet. Es schloss sich eine weltliche Feier an, bei der auch der Ortsbischof Jean-Marie Lovey anwesend war.

Der Jubilar, geistig noch sehr rüstig, dankte mit fester Stimme allen Anwesenden für ihr Kommen, skizzierte schlagfertig die Jugendjahre von Pfarrer Martone, und drückte auch seine Freude aus, dass er 80 Jahre als Priester wirken durfte. „Ich kann es allen jungen Männern nur empfehlen“.

Die beste Werbung für den priesterlichen Dienst ist das treue, demütige und hingebungsvolle Wirken des Prälaten, der immer noch viele Gläubige spirituell begleitet und ein gesuchter Beichtvater ist und hoffentlich noch lange bleiben kann.

Am Anfang dieses Videos sieht man Don Reto Nay im Gespräch mit Prälat Pospiech:

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P.Andrijs
Herzliches Glückwunsch dem weissen Mitbruder Josef zum besonderes Jubiläum!
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@P.Andrijs Was soll denn das wieder heißen, "weißer Mitbruder", sind Sie vielleicht ein Neger? Und wenn, dann hat dieser Rassismus unter Priestern wirklich nichts verloren. Mich interessiert es nämlich überhaupt nicht, ob ein Priester weiß, schwarz oder sonstwas ist, sondern einzig und allein, ob er auf dem Boden der röm.-kath. Lehre und Überlieferung steht, was man aus Ihren servilen berg More
@P.Andrijs Was soll denn das wieder heißen, "weißer Mitbruder", sind Sie vielleicht ein Neger? Und wenn, dann hat dieser Rassismus unter Priestern wirklich nichts verloren. Mich interessiert es nämlich überhaupt nicht, ob ein Priester weiß, schwarz oder sonstwas ist, sondern einzig und allein, ob er auf dem Boden der röm.-kath. Lehre und Überlieferung steht, was man aus Ihren servilen berg glioleutrischen unsäglichen Beiträgen ja leider nicht schließen kann.
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P.Andrijs
Aha! Dann bitte Sie das schreiben doch auch unter heutiges Nachrichten über schwarze Nonne Wilhelmina!
@Immaculata90 Vielleicht meint er ja weise?
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@Liberanosamalo Oder gar Waise? Wahrscheinlich leben seine Eltern ja nicht mehr bei diesem Alter. Deutsche Sprache, schwere Sprache!
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