Ein einfacher Christ
@Ratzi
Vielen Dank für die Ausführungen!
Mein Französisch ist zwar etwas mangelhaft, aber ich denke, ich hab's verstanden.
Für mich ist der Gedanke, dass es zwischen der Eroberung der Araber und dem Bau des Felsendomes für wenige Jahrzehnte einen Tempel gegeben haben sollte, völlig neu. Deswegen stellt sich für mich die Frage nach den Quellen. Die "Geheimnisse des Rabbi Ben Yohai" sind ja nicht …More
@Ratzi
Vielen Dank für die Ausführungen!
Mein Französisch ist zwar etwas mangelhaft, aber ich denke, ich hab's verstanden.
Für mich ist der Gedanke, dass es zwischen der Eroberung der Araber und dem Bau des Felsendomes für wenige Jahrzehnte einen Tempel gegeben haben sollte, völlig neu. Deswegen stellt sich für mich die Frage nach den Quellen. Die "Geheimnisse des Rabbi Ben Yohai" sind ja nicht gerade klar. Archäologische Quellen sind wohl nicht zu erwarten, da die Muslime am Tempelberg Ausgrabungen nicht zulassen (soweit ich weiß).
Darum würde mich interessieren, welche Quellen oder Indizien es sonst noch dafür gibt.

Eine weitere Frage im Zusammenhang mit dieser These ist die Frage nach den Tieropfern. Tieropfer konnten nur durch Priester dargebracht werden (siehe die Beschreibungen der Opferrituale in den Anfangskapiteln von Levitikus). Priester mussten Nachkommen Aarons sein. Hätte es bei diesen arabischen Eroberern solche Priester gegeben?

Auch der Gedanke, dass die Einführung der Tieropfer die Wiederkunft Christi bewirken oder beschleunigern würde, erscheint mir sehr eigenartig. Christus hat die Zerstörung des Tempels verheißen, nicht aber dessen Wiedererrichtung. Gibt es auch hierfür Quellen, die eine derartige Erwartungshaltung in "judeo-nazarenischen" Kreisen belegen?
Ratzi
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Ratzi
@Ein einfacher Christ Die Araber (Arabonazarener, Proto-Islam) eroberten Jerusalem kampflos zwischen 635-638 (wahrscheinlichstes Jahr 637). Nach langer Belagerung durch die Araber waren die Christen in Jerusalem zermürbt und hatten Angst, dass sie von den Arabern massakriert würden, wie bereits geschehen bei der Einnahme Jerusalems im Jahr 614 durch die Perser, die von brutalen arabischen …More
@Ein einfacher Christ Die Araber (Arabonazarener, Proto-Islam) eroberten Jerusalem kampflos zwischen 635-638 (wahrscheinlichstes Jahr 637). Nach langer Belagerung durch die Araber waren die Christen in Jerusalem zermürbt und hatten Angst, dass sie von den Arabern massakriert würden, wie bereits geschehen bei der Einnahme Jerusalems im Jahr 614 durch die Perser, die von brutalen arabischen Söldnern unterstützt wurden. 614 wurden rund 30'000 Christen massakriert. Daher öffneten die Christen 637 die Stadt-Tore und überliessen Jerusalem kampflos den Arabern. Gleich nach der Eroberung begannen die Araber mit dem Wiederaufbau des Tempels. Der Tempel dürfte so lange gestanden haben (wie lange er benutzt wurde weiss man nicht genau) bis Abd al-Malik um 680 Kalif wurde und mit dem Bau des Felsendoms begann, der, so nimmt man an, etwa am gleichen Ort steht, wie der damals von den Arabern wieder errichtete Tempel.
Hier ein Auszug aus dem Buch "Le grand secret de l'islam" von Olaf:

Les fanatiques se mettent au travail sans même attendre la venue d’Omar, le chef militaire, resté à Médine, qui n’y entrera qu’en 638. Le crédit de cette reconstruction du temple lui sera toutefois attribué : on lit en effet dans les « Secrets du Rabbi Ben Yohai » qu’un « deuxième roi qui se lève en Ismaël [c'est-à-dire Omar] réparera [a réparé] les brèches du Temple ». Le modèle original ancien sera respecté : on construira un grand cube de pierre, marbre et bois (Sophrone évoque le rôle d’un marbrier qu’il en a d’ailleurs excommunié). Il reprendra les dimensions et la forme du fr.wikipedia.org/wiki/Débir de l’ancien temple des Juifs, bien que la tradition ait perdu ce souvenir en le désignant comme « mosquée d’Omar ». Ce nom est d’ailleurs passé au bâtiment qui a succédé au temple judéonazaréen : ce que l’on voit aujourd’hui n’est plus le cube de 637-638 mais ce que fera construire le calife Abd Al-Malik par la suite à sa place (ou presque), sur le rocher qui affleurait sur l’esplanade, sommet du mont Moriah auquel la tradition juive (et judéonazaréenne) rattachait le sacrifice manqué d’Isaac par Abraham (appelé la « ligature »). C’est le Dôme du Rocher, que nous pouvons toujours y voir de nos jours, de forme octogonale et non cubique.

Omar (der 2. Kalif) ist erst um 638 nach Jerusalem gekommen, als der Tempel-Wiederaufbau schon begonnen hatte. Selbstverständlich wurden die Tieropfer wieder eingeführt, das war ja der Zweck des Wiederaufbaus. Der Bruch zwischen Arabonazarenern und Judeonazarenern geschah um 640, als die Araber definitiv feststellten, dass der "Messias" Jesus trotz der dargebrachten Opfer nicht wieder vom Himmel herunterkommt. Die Araber massakrierten in der Folge die judeonazarenischen Chefs (d.h. die spirituellen Führer), nahmen ihre Frauen zu sich und versklavten ihre Kinder. Der Felsendom von Abd al-Malik ist übrigens im Grössenwahn entstanden, weil Abd al-Malik etwas ähnlich Grosses wollte wie die Byzantiner mit der Hagia Sophia in Konstantinopel. Die achteckige Form des Felsendoms wurde von der byzantinischen Kirche Kathisma (nahe Jerusalem) abgeschaut. Der Felsendom hat nichts mit einer Moschee zu tun, auch steht dort nichts von der Shahada, wie vielfach behauptet wird (Inschrift an der Aussenseite des Felsendoms).
Betreffend der neuesten Forschung über die verschiedenen Tempeln in Jerusalem kann ich folgendes Buch von Ernest L. Martin empfehlen: "The Temples That Jerusalem Forgot" Es ist ein Meisterwerk und räumt mit den verschiedenen Fehldeutungen, v.a. betreffend genauem Ort der Tempel, auf!
www.amazon.com/…/0945657951
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Ratzi
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Josephus
Auch die gelehrteste Dissertation macht den Islam um keinen Deut besser.
Ein einfacher Christ
Eine interessante These.
Ein Punkt scheint mir fraglich. Es wird hier behauptet, dass in der Phase 2 (600 - 640) der Tempel wieder erbaut worden wäre. Ist da eventuell der Felsendom damit gemeint? Der wurde aber nach üblichem Forschungsstand erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts unter Abd al Malik gebaut.
Außerdem steht der Felsendom zwar am Tempelplatz, aber er hat doch eine andere Funktion. Vor …More
Eine interessante These.
Ein Punkt scheint mir fraglich. Es wird hier behauptet, dass in der Phase 2 (600 - 640) der Tempel wieder erbaut worden wäre. Ist da eventuell der Felsendom damit gemeint? Der wurde aber nach üblichem Forschungsstand erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts unter Abd al Malik gebaut.
Außerdem steht der Felsendom zwar am Tempelplatz, aber er hat doch eine andere Funktion. Vor allem ist mir nichts bekannt, dass dort Tieropfer wie im jüdischen Tempel dargebracht worden wären.
Oder meint Herr Gallez, dass es vor dem Felsendom für kurze Zeit eine Art jüdischen Tempel an dieser Stelle gegeben haben sollte?
Irenäus
Der berühmte Salafisten-Prediger Pierre Vogel behauptet in seinen Videos, dass der Koran seit dem Herabsenden zwischen 610 und 632 n.Chr. unverändert geblieben sei. U.a. wiederholt er immer wieder, dass am Text kein Wort verändert worden sei. Man sollte ihm diesen Flyer mal zuschieben und schauen wie er darauf reagiert. Es könnte sein, dass er doch ein wenig nachdenklich wird. Sein lautes Maul …More
Der berühmte Salafisten-Prediger Pierre Vogel behauptet in seinen Videos, dass der Koran seit dem Herabsenden zwischen 610 und 632 n.Chr. unverändert geblieben sei. U.a. wiederholt er immer wieder, dass am Text kein Wort verändert worden sei. Man sollte ihm diesen Flyer mal zuschieben und schauen wie er darauf reagiert. Es könnte sein, dass er doch ein wenig nachdenklich wird. Sein lautes Maul würde vielleicht etwas verstummen.