Clicks927

Vom Wesen des hl. Messopfers

Raffi2211
711
Vom Wesen des hl. Messopfers 1. Die hl. Messe wird auf lateinisch Sakrifizium genannt, ein Wort, das sich auf Deutsch in seiner ganzen Bedeutung nicht eigentlich wiedergeben lässt. Wir sagen zwar …More
Vom Wesen des hl. Messopfers

1. Die hl. Messe wird auf lateinisch Sakrifizium genannt, ein Wort, das sich auf Deutsch in seiner ganzen Bedeutung nicht eigentlich wiedergeben lässt. Wir sagen zwar dafür ein Opfer, aber ein Opfer kann auch viel weniger sein als ein Sakrifizium. Wenn man zum Beispiel ein Stück Geld auf den Altar legt, so ist dieses ein Opfer, und ein solches Opfer ist umso grösser, je grösser die Selbstentäußerung ist, die man bei der Hingabe übt. Das weißt du aus dem Lobe, das der liebe Heiland der Witwe spendete, die von ihrer Armut das opferte, was sie hatte (Mark. 12, 42ff.). Aber ein Sakrifizium war dies keineswegs, denn das ist etwas viel Größeres und Erhabeneres. In seiner eigentlichen Bedeutung wird nämlich als Sakrifizium bezeichnet eine äußere Gabe, die allein Gott als den Allerhöchsten dargebracht und von einem rechtmäßig verordneten und geweihten Priester auf gewisse bedeutungsvolle Weise konsekriert oder geheiligt wird, zur Anerkennung der höchsten Herrschaft des allmächtigen Gottes über alle Kreaturen. Das Sakrifizium wird also Gott geheiligt und jedem anderen Gebrauche durchaus entzogen, weswegen bei der Darbringung gewöhnlich eine Zerstörung der Gabe stattfindet. Hierdurch wird angedeutet, dass das alles eigentlich Gott gehört und seiner Herrschaft gänzlich unterworfen ist, auch der Mensch mit allem, was er ist und was er hat.----Daraus kannst du nun abnehmen, dass ein Sakrifizium weit mehr ist als ein Opfer. Deswegen werde ich in diesem Buche das Wort "Sakrifizium" öfter anstatt des Wortes "Opfer" gebrauchen, damit du bei Anhörung dieses Wortes daran denkst, dass es sich um jenes vortreffliche Opfer und jenen so hohen Dienst handelt, der allein dem unendlichen Gott, aber keiner einzigen Kreatur gebührt.

2. Dass ein solches Sakrifizium Gott allein zukomme, beweist der hl. Augustinus aus dem allgemeinen Gebrauch aller Völker, indem er sagt: "Wer hat jemals dafür gehalten, dass man ein Sakrifizium einem anderen darbringen solle als einzig demjenigen, den man als Gott erkannt hat oder dafür hält?" Und an einer anderen Stelle: "Der Teufel würde von den Seinigen kein Sakrifizium fordern, wenn er nicht wüsste, dass dieses dem wahren Gott zukäme. Viele große Herren haben wohl andere Dienste, die Gott erwiesen werden, auch für sich gefordert; aber es sind doch wenige gewesen, die verlangt haben, dass man ihnen göttliche Opfer darbringen sollte. Diejenigen aber, welche dies zu verlangen sich erkühnt haben, wollten sich für Götter halten lassen." Aus diesen Worten des hl. Augustinus kannst du ersehen, das Sakrifizium ist ein göttlicher Dienst der keinem Menschen oder Heiligen oder Engel zukommt.

3. Der hl. Thomas von Aquin sagt, es sei ein Gesetz der Natur, dem allmächtigen Gott Sakrifizia oder göttliche Opfer darzubringen, und dass der Mensch von Natur aus, auch ohne besonderes Gebot und Ermahnung, dazu angetrieben werde. Das sehen wir an Abel, Noe, Abraham, Job und den anderen Patriarchen, welche ohne besonderen göttlichen Befehl, aus bloßem Antrieb der Natur göttliche Opfer verrichtet haben. Aber selbst die Heiden haben, angetrieben durch das natürliche Licht ihrer Vernunft, Opfer dargebracht den Götzen, die sie für Götter hielten. Den Israeliten hat Gott es dann im Gesetze ausdrücklich befohlen, dass sie ihm täglich und an allen hohen Festtagen Opfer bringen sollten. Nicht bloß gebot er ihnen, dass sie ihm Lämmer, Schafe, Kälber und Stiere zum Geschenke geben, sondern dass diese durch die geweihten Priester unter bestimmten Gebeten und Zeremonien aufgeopfert werden sollten. Diese mussten unter dem Klang der Posaunen und dem Gesang von Psalmen die Tiere schlachten, ihnen die Haut abziehen, das Blut um den Altar gießen und das Fleisch auf dem Altare verbrennen. Das waren die jüdischen Sakrifizia oder Opfer, durch welche sie Gott dem Allerhöchsten die ihm gebührende Ehre geben und bezeugen wollten, dass Gott der wahre Herrscher über alle Geschöpfe sei.

4. Da nun alle Völker und Nationen neben Gebeten, Gesängen, Almosen, Bußwerken und anderem Gottesdienst ihre heiligen Opfer gehabt haben, durch welche sie dem wahren Gott oder ihren vermeintlichen Göttern die gebührende Ehre erwiesen, so war es geziemend, dass auch Christus seiner Kirche mit dem wahren Glauben ebenso ein wirkliches Opfer als äußeren Gottesdienst verordnete, durch welches sie Gott die ihm gebührende Ehre geben und ihm den größten Gefallen erweisen könnte. Es wird sich ja kein vernünftiger Mensch denken können, dass Christus seiner Kirche oder Gemeinde, die er in allen Dingen auf das vollkommenste ausstatten wollte, diesen höchsten Gottesdienst vorenthalten und sie in einer so gar hochwichtigen Sache voll Mangel hatte sein lassen wollen. Dann wäre die Kirche in diesem Stücke ja doch geringer gewesen als das Judentum, welches so herrliche Opfer hatte, dass selbst vornehme Heiden aus fernen Landen kamen, um diesen jüdischen Gottesdienst zu sehen, und dass einige heidnische Könige die Unkosten, die derselbe erforderte, bestritten haben, wie im zweiten Buche der Makkabäer zu lesen ist.

5. Was für ein Opfer nun jenes ist, welches Christus seiner Kirche gegeben hat, das lehrt uns die heilige katholische Kirche auf dem Konzil von Trient, indem sie sagt: "Da im alten Testamente nach dem Zeugnis des Apostels Paulus wegen der Schwäche des levitischen Priestertums Vollkommenheit nicht möglich war, so musste nach der Anordnung Gottes, des Vaters der Barmherzigkeit, ein anderer Priester nach der Ordnung des Melchisedech aufstehen, unser Herr Jesus Christus, dass er alle, soviele geheiligt werden sollten, vollenden und zur Vollkommenheit hinführen könnte. Dieser also unser Gott und Herr wollte einmal sich selbst auf dem Altare des Kreuzes durch seinen Tod Gott dem Vater opfern, um dort eine ewige Erlösung zu bewirken. Weil jedoch sein Priestertum nicht durch den Tod erlöschen sollte, so hat er beim Ietzten Abendmahle, in der Nacht, da er verraten wurde, seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein Gott dem Vater aufgeopfert, beides unter denselben Gestalten den Aposteln, die er damals zu Priestern des neuen Bundes einsetzte, zum Genusse dargereicht und ihnen sowie ihren Nachfolgern im Priesteramte zu opfern vorgeschrieben mit den Worten: Tuet dies zu meinem Andenken. Dadurch hat er sich selbst als den für ewig bestimmten Priester nach der Ordnung Melchisedechs dargestellt. Das hat er getan, um seiner geliebten Braut, der Kirche, wie es die menschliche Natur verlangt, ein sichtbares Opfer zu hinterlassen, durch welches das einmal am Kreuze blutigerweise dargebrachte vor Augen gestellt werden, das Andenken an dasselbe bis zum Ende der Zeiten lebendig bleiben und seine heilsame Kraft zur Nachlassung jener Sünden, die von uns täglich begangen werden, in Anwendung kommen sollte. So hat es die katholische Kirche immer verstanden und gelehrt. Und das ist nun jenes reine Opfer, das durch keine Unwürdigkeit oder Bosheit der Opfernden befleckt werden kann, wovon der Herr gesagt hat durch den Propheten Malachias, dass er seinem Namen, der groß werden solle unter den Völkern, an allen Orten als ein reines Opfer werde dargebracht. Auch der Apostel Paulus spricht nicht dunkel davon, wenn er den Korinthern (1. Kor. 10, 20 ff.) schreibt, es dürften diejenigen, die sich durch Teilnahme am Tische der Teufel befleckt hätten, nicht auch teilnehmen am Tische des Herrn, wobei er beidemal unter "Tisch" den Altar versteht. Dieses ist schließlich das Opfer, von welchem die verschiedenen Opfer zur Zeit der Naturreligion und des Alten Testamentes Vorbilder waren; es enthält ja alle jene Güter, die durch jene angedeutet wurden, denn es ist die vollkommene Vollendung von ihnen allen." (Sitzg. 22, Kap. 1.)

6. Dieses und noch vieles andere sagt die hl. katholische Kirche und befiehlt uns zu glauben, dass Christus beim letzten Abendmahle nicht allein Brot und Wein in sein hl. Fleisch und Blut verwandelt, sondern dieses auch Gott dem Vater aufgeopfert, also das Opfer des Neuen Bundes eingesetzt und in eigener Person verrichtet habe. Du kannst aus obigen Worten schon ersehen, wie man dieselbe Wahrheit auch aus der Heiligen Schrift erweisen kann. Denn es ist darauf hingewiesen, wie Christus hierdurch gezeigt hat, dass er ein Priester nach der Ordnung Melchisedechs sei. Von diesem erzählt die Heilige Schrift (Gen. 14,18): "Und Melchisedech, König von Salem, brachte Brot und Wein, denn er war ein Priester Gottes des Allerhöchsten." Dass nun Melchisedech Brot und Wein als Opfer dem höchsten Gott dargebracht habe, steht ja zwar nicht ausdrücklich dabei, ist aber schon zur Genüge in dem Zusatz enthalten, dass er ein Priester des Allerhöchsten gewesen sei. So hat es auch David ausgelegt, da er im 109. Psalm (V. 4) sagt: "Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester auf ewiglich nach der Ordnung des Melchisedech." Was nun das Hauptamt eines Priesters sei, das setzt der hl. Paulus auseinander, da er an die Hebräer (8, 3) schreibt: 'Ein jeder Hohepriester wird aufgestellt zur Darbringung von Gaben und Opfern," und noch klarer im fünften Kapitel: "Jeder Hohepriester, aus den Menschen genommen, wird für die Menschen bestellt in ihren Angelegenheiten bei Gott, damit er darbringe Gaben und Opfer für die Sünden . . . Niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern der dazu von Gott berufen wird, wie Aaron. So hat auch Christus nicht sich selbst die Herrlichkeit beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der zu ihm gesagt hat: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt, wie er auch an einer anderen Stelle spricht: Du bist Priester auf ewig nach der Weise des Melchisedech." Darauf redet der Apostel vom Leiden Jesu und fährt dann fort: Obwohl er der Sohn Gottes war, hat er aus dem, was er gelitten, Gehorsam gelernt und zur Vollendung gebracht, ist er für alle, die ihm gehorchen, Urheber des ewigen Heiles geworden, angeredet von Gott als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedechs. Davon habe ich Großes zu reden und was schwer …
ľubica and one more user like this.
ľubica likes this.
Tina 13 likes this.
michael7
ľubica likes this.
Vered Lavan and 4 more users like this.
Vered Lavan likes this.
SvataHora likes this.
Eugenia-Sarto likes this.
esra likes this.
Carlus likes this.
Carlus
sehr guter Beitrag, vielen Dank und Gottes Segen
ľubica and 2 more users like this.
ľubica likes this.
Raffi2211 likes this.
Vered Lavan likes this.
Carlus
Eremitin

sacrificium würde ich mit heiliges Opfer übersetzen

***********************************

Im Volksmund sind die Gläubigen in den 50er Jahren des vorherigen JH auch zum "Heiligen Messopfer" gegangen. welches als Stille Messe, als Bet - Sing Messe oder als Hochamt , als leventiertes Hochamts, als bischöfliches leventiertes Amt auch fünf Herren Amt genannt gefeiert wurde.
Eremitin likes this.
Eremitin
sacrificium würde ich mit heiliges Opfer übersetzen
michael7
hoka hey likes this.
HlMaria13
Endlich mal ein Text, der erbaut und wahrhaft lehrt! Vergelt's Gott!
ľubica and one more user like this.
ľubica likes this.
Raffi2211 likes this.
pilger.br.klaus likes this.
Seelenklempner
Guter, wichtiger Text, Leseempfehlung!
ľubica and one more user like this.
ľubica likes this.
Vered Lavan likes this.
onda and one more user like this.
onda likes this.
Ursula Wegmann likes this.