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Hl. Antonius von Padua

Tina 13
196
Hl. Antonius von Padua, Mönch, Kirchenlehrer * um 1195 in Lissabon in Portugal † 13. Juni 1231 in Padua in Italien Fernando Martim de Bulhões e Taveira Azevedo wurde in Lissabon als Sohn einer begüte…More
Hl. Antonius von Padua, Mönch, Kirchenlehrer

* um 1195 in Lissabon in Portugal
† 13. Juni 1231 in Padua in Italien

Fernando Martim de Bulhões e Taveira Azevedo wurde in Lissabon als Sohn einer begüterten Adelsfamilie geboren. Mit 16 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr im Kloster St. Vinzenz nahe Lissabon, studierte in Lissabon und später in Coimbra und wurde dann zum Priester geweiht. Erschüttert durch das Erlebnis der Bestattung der Gebeine der fünf marokkanischen Märtyrer reifte sein Entschluss, sich den Franziskanern anzuschließen; 1220 trat er ins Kloster der Minderbrüder des Ordens, San Antonius Olivares in Coimbra, ein und nahm den Namen Antonius an.

1220 ging Antonius selbst nach Marokko, wurde aber durch Krankheit zur Heimkehr gezwungen, wobei ein Sturm ihn nach Sizilien verschlug. So nahm er 1221 in Assisi am Generalkapitel seines Ordens teil, dabei wurde seine Begabung als Redner entdeckt. Gratian, der Ordensprovinzial der Romagna, beauftragte ihn 1222 bis 1224 in Rimini und Mailand mit dem Kampf gegen die Katharer und dann in Südrankreich gegen die Albigenser. Seine franziskanische Armut verlieh seinen Reden Glaubwürdigkeit, seine enorme Bibelvertrautheit verschaffte ihm Bewunderung.

Die Legende berichtet von Antonius' ans Wunderbare grenzenden Begabung, sich fremden Völkern bei einem Konzil in Rom nur durch den Schwung seiner Rede verständlich zu machen. Zu den bekanntesten seiner Legenden gehört die Predigt am Ufer von Rimini: die Einwohner wollten ihn nicht hören, aber die Fische versammelten sich und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser; dieses Wunder habe fast die ganze Bevölkerung der Stadt bekehrt. Als jemand die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie bezweifelte, ließ Antonius einen Maulesel bringen, der drei Tage nichts zu Fressen bekommen hatte; das Tier fiel, ohne das gereichte Futter zu berühren, vor Antonius nieder, weil der ihm mit der Hostie entgegentrat. Papst Gregor IX. nannte ihn, als er ihm zuhörte, Schatztruhe der Heiligen Schrift.

Von Oberitalien führte Antonius' Weg in die zweite Hochburg der von der katholischen Kirche Abtrünnigen, nach Südfrankreich. Er stand den Ordensgemeinschaften der Franziskaner in Le Puy und Limoges als Guardian vor. Auch hier wirkte seine Predigt und die Kraft seines Wortes in den Jahren 1224 bis 1227 im Kampf gegen die Albigenser und die Waldenser so überzeugend, dass man ihn den Hammer der Ketzer nannte.

1227 bis 1230 war Antonius wieder als Bußprediger in Oberitalien tätig, zugleich wurde er Ordensprovinzial in der Emilia Romagna mit Sitz in Padua. Franziskus ernannte ihn zum Lektor der Theologie für die Minderen Brüder des Ordens an der Universität in Bologna, Antonius führte nun die Theologie von Augustinus in den Franziskanerorden ein. 1230 legte er, entkräftet von den anstrengenden Reisen, seine Ämter nieder, und lebte auf einem Nussbaum auf dem Landgut Camposampiero bei Padua. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, er musste ins Freie ausweichen. Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet.

Antonius' Patronat für verlorene Sachen geht zurück auf die Überlieferung, dass ein junger Mönch den Psalter des Antonius ohne dessen Erlaubnis mitnahm. Daraufhin wurde er von Erscheinungen heimgesucht, so dass er das Buch schleunigst zurückbrachte. Das Attribut Jesuskind geht auf eine Legende zurück, nach der ein Graf, Gastgeber des Heiligen, diesen nachts aufsuchte, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Aus der Kammer des Heiligen drang ein so heller Lichtschein, dass der Graf einen Brand vermutete und erschrocken die Tür aufriss. Er fand Antonius lächelnd vor, in seinen Armen das strahlende Jesuskind haltend. Der Augenzeuge durfte erst nach dem Tode des Heiligen von diesem Geschehnis berichten.

Antonius starb 1231 bei den Klosterfrauen von Arcella in Padua Er wurde zunächst in S. Maria Maggiore in Padua beigesetzt. 1236 wurden seine Gebeine in Anwesenheit von Johannes Bonaventura erhoben und in die zu seinen Ehren neu gebaute und ihm geweihte Basilika in Padua übertragen. Nach Deutschland kamen Reliquien 1330 nach München in die Franziskanerkirche und 1350 nach Erfurt in die Kirche St. Peter.

Antonius ist wohl der im katholischen Kirchenvolk bekannteste und beliebteste Heilige. An seinem Grab ereigneten sich so viele Wunder, dass Bonaventura meinte: Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius! Die Basilika in Padua ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten. Es gibt aber auch sonst kaum eine römisch-katholische Kirche auf der Welt, die nicht einen Altar, ein Gemälde, ein Fresko oder eine Statue besitzt, die dem Heiligen geweiht ist. Verbreitet ist im deutschsprachigen Raum das Gebet im Hinblick auf Antonius' Patronat als Helfer zum Wiederfinden verlorener Sachen: Heiliger Antonius, du kreuzbraver Mann, führ mich dahin, wo (die verlorene Sache, z.B. 'mein Schlüssel') sein kann!
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„Die Legende berichtet von Antonius' ans Wunderbare grenzenden Begabung, sich fremden Völkern bei einem Konzil in Rom nur durch den Schwung seiner Rede verständlich zu machen. Zu den bekanntesten seiner Legenden gehört die Predigt am Ufer von Rimini: die Einwohner wollten ihn nicht hören, aber die Fische versammelten sich und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser; dieses Wunder habe fast die ganze …More
„Die Legende berichtet von Antonius' ans Wunderbare grenzenden Begabung, sich fremden Völkern bei einem Konzil in Rom nur durch den Schwung seiner Rede verständlich zu machen. Zu den bekanntesten seiner Legenden gehört die Predigt am Ufer von Rimini: die Einwohner wollten ihn nicht hören, aber die Fische versammelten sich und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser; dieses Wunder habe fast die ganze Bevölkerung der Stadt bekehrt. Als jemand die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie bezweifelte, ließ Antonius einen Maulesel bringen, der drei Tage nichts zu Fressen bekommen hatte; das Tier fiel, ohne das gereichte Futter zu berühren, vor Antonius nieder, weil der ihm mit der Hostie entgegentrat. Papst Gregor IX. nannte ihn, als er ihm zuhörte, Schatztruhe der Heiligen Schrift.“
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Antonius ist wohl der im katholischen Kirchenvolk bekannteste und beliebteste Heilige. An seinem Grab ereigneten sich so viele Wunder, dass Bonaventura meinte: Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius! Die Basilika in Padua ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten. Es gibt aber auch sonst kaum eine römisch-katholische Kirche auf der Welt, die nicht einen Altar, ein Gemälde, ein Fresko oder …More
Antonius ist wohl der im katholischen Kirchenvolk bekannteste und beliebteste Heilige. An seinem Grab ereigneten sich so viele Wunder, dass Bonaventura meinte: Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius! Die Basilika in Padua ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten. Es gibt aber auch sonst kaum eine römisch-katholische Kirche auf der Welt, die nicht einen Altar, ein Gemälde, ein Fresko oder eine Statue besitzt, die dem Heiligen geweiht ist. Verbreitet ist im deutschsprachigen Raum das Gebet im Hinblick auf Antonius' Patronat als Helfer zum Wiederfinden verlorener Sachen: Heiliger Antonius, du kreuzbraver Mann, führ mich dahin, wo (die verlorene Sache, z.B. 'mein Schlüssel') sein kann"
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Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschenfischer sein

„Wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen“ (vgl. Lk 5,5). Das Wurfnetz der Verkündigung muss man auf Anregung der himmlischen Gnade, der übernatürlichen Eingebung auswerfen. Andernfalls wirft der Prediger das Netz seiner Worte vergeblich aus. Nicht durch …More
Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschenfischer sein

„Wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen“ (vgl. Lk 5,5). Das Wurfnetz der Verkündigung muss man auf Anregung der himmlischen Gnade, der übernatürlichen Eingebung auswerfen. Andernfalls wirft der Prediger das Netz seiner Worte vergeblich aus. Nicht durch gelehrte Abhandlungen wird in den Völkern der Glaube geweckt, sondern durch die Gnade der göttlichen Bestimmung [...] O fruchtbringende Demut! Wer bisher nichts gefangen hat, der vertraue dem Wort Christi, und er wird eine Menge Fische an Land ziehen [...]

„Wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“ Sooft ich sie aus eigenem Antrieb auswarf, wollte ich für mich behalten, was dir gehört. Nicht dich, sondern mich, meine Worte und nicht deine habe ich gepredigt. Deshalb habe ich auch nichts gefangen; und habe ich etwas gefangen, so waren es nicht Fische, sondern Frösche, die dazu taugten, mein Lob zu singen [...]

„Wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“ Auf das Wort Christi hin das Netz loslassen, das bedeutet, sich selbst nichts zuzuschreiben, sondern alles allein ihm. Es bedeutet, das zu leben, was man predigt. Erst dann fängt man enorm viele Fische.

Predigten zum Sonntag und zu den Heiligenfesten
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Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

Gott, seinen Nächsten und sich selbst lieben

Liebe dich so wie er, der dich geliebt hat, dich geschaffen hat. Verachte den, zu dem du dich selbst gemacht hast. Ordne dich dem unter, was über dir ist; schätze gering, was unter dir ist. Liebe dich so, wie er dich geliebt hat, der sich für dich hingegeben hat. Verachte dich dafür, …More
Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

Gott, seinen Nächsten und sich selbst lieben

Liebe dich so wie er, der dich geliebt hat, dich geschaffen hat. Verachte den, zu dem du dich selbst gemacht hast. Ordne dich dem unter, was über dir ist; schätze gering, was unter dir ist. Liebe dich so, wie er dich geliebt hat, der sich für dich hingegeben hat. Verachte dich dafür, dass du verachtet hast, was Gott in dir gestaltet und geliebt hat [...]

Willst du Gott immer in deinem Geist bewahren? So schaue dich an, so wie Gott dich geschaffen hat. Mach dich nicht auf die Suche nach einem anderen Selbst, mach dich nicht anders als Gott dich geschaffen hat. Auf diese Weise wirst du Gott immer in deinem Geist haben.

Predigten zu Sonntagen und Festen
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„Ich bin unter euch wie der, der bedient“ (Lk 22,27)„

Jesus stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann den Jüngern die Füße zu waschen. „In der Genesis steht ein ähnlicher Bericht. Abraham sagt zu den Boten, den drei Engeln, die zu ihm gekommen sind: „Man wird etwas Wasser holen, dann könnt ihr euch die Füße …More
„Ich bin unter euch wie der, der bedient“ (Lk 22,27)„

Jesus stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann den Jüngern die Füße zu waschen. „In der Genesis steht ein ähnlicher Bericht. Abraham sagt zu den Boten, den drei Engeln, die zu ihm gekommen sind: „Man wird etwas Wasser holen, dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen; ich will einen Bissen Brot holen, und ihr werdet wieder Kraft schöpfen“ (18,4-5). Was Abraham für die drei Engel getan hat, hat Christus für seine Apostel, die Boten der Wahrheit getan, die den Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit auf der ganzen Erde verkünden sollten. Wie ein Kind verneigt er sich vor ihnen; er verneigt sich und wäscht ihnen die Füße. Eine unbegreifliche Demut, eine unbeschreibliche Güte. Er, den die Engel im Himmel anbeten, zu Füßen dieser Sünder! Das Antlitz, das die Engel zittern macht, neigt sich über die Füße dieser armen Leute. Deshalb ergreift den Petrus Angst… Als er ihnen die Füße gewaschen hat, lässt er sie „unter dem Baum sich ausruhen“, wie es im Hohenlied heißt: „Im Schatten meines Geliebten begehre ich zu sitzen. Wie süß schmeckt seine Frucht meinem Gaumen“ (2,3). Diese Frucht – es ist sein Fleisch und Blut, das er ihnen an jenem Tage gegeben hat, der „Bissen Brot“, den er ihnen vorgesetzt hat und der sie für das Werk, das sie tun sollten, gestärkt hat… „Ein Festmahl mit fettem Fleisch und Mark bereitet der Herr des Universums auf dem Berg für alle Völker zu“ (Jes 25,6)… Im Obergemach, dort, wo die Apostel am Pfingsttag den Heiligen Geist empfangen werden, bereitet der Herr des Universums allen Völkern, die an ihn glauben, ein Festmahl… Das macht die Kirche heute in der ganzen Welt. Für die Kirche hat Christus auf dem Berg Sion dieses Festmahl bereitet, die Nahrung, die uns wieder aufbaut, seinen wahren Leib, reich an jeder Art von spiritueller Kraft und Barmherzigkeit. Er hat ihn seinen Aposteln gegeben und ihnen befohlen, ihn an die weiterzugeben, die an ihn glauben.
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Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

„Der Geist der Wahrheit [...] wird Zeugnis für mich ablegen“ (vgl. Joh 15,26)

Der Heilige Geist ist ein „Strom von Feuer“ (Dan 7,10), ein göttliches Feuer. Wie das Feuer auf das Eisen einwirkt, so wirkt das göttliche Feuer auf die beschmutzten, kalten und harten Seelen ein. Bei der Berührung mit diesem Feuer verliert die Seele …More
Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

„Der Geist der Wahrheit [...] wird Zeugnis für mich ablegen“ (vgl. Joh 15,26)

Der Heilige Geist ist ein „Strom von Feuer“ (Dan 7,10), ein göttliches Feuer. Wie das Feuer auf das Eisen einwirkt, so wirkt das göttliche Feuer auf die beschmutzten, kalten und harten Seelen ein. Bei der Berührung mit diesem Feuer verliert die Seele allmählich ihre Schwärze, ihre Kälte und Härte. Sie wird umgewandelt und dem Feuer ganz ähnlich, das sie umglüht. Denn wenn dem Menschen der Geist geschenkt wird, wenn er ihm eingehaucht wird, so deswegen, damit er umgewandelt und ihm ähnlich wird, soviel als möglich. Unter der Einwirkung des göttlichen Feuers reinigt sich der Mensch, er wird warm, er wird flüssig und fließt auf die Liebe Gottes zu, entsprechend dem Wort des Apostel Paulus: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5).

Predigten zum Sonntag und zu den Heiligenfesten
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Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

„Und es trat völlige Stille ein“

Jesus stieg in ein Boot. Sobald jemand ins Boot der Buße steigt, entsteht ein großer Sturm auf dem Meer. Das Meer ist unser Herz. „Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen?“ sagt Jeremia (17,9); „Das Tosen dieses Meeres ist gewaltig“ (vgl. Ps 92(93),4). Der …More
Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer

„Und es trat völlige Stille ein“

Jesus stieg in ein Boot. Sobald jemand ins Boot der Buße steigt, entsteht ein großer Sturm auf dem Meer. Das Meer ist unser Herz. „Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen?“ sagt Jeremia (17,9); „Das Tosen dieses Meeres ist gewaltig“ (vgl. Ps 92(93),4). Der Hochmut lässt es sich erheben, der Ehrgeiz lässt es über die Ufer treten, die Traurigkeit bedeckt es mit ihren Wolken, die eitlen Gedanken wirbeln es auf, die Zügellosigkeit und die Genusssucht lassen es schäumen. Daher fühlen diese Bewegung des Meeres einzig die, die in das Schiff der Buße steigen, sie fühlen diese Gewalt des Windes, diese Kraft der Fluten. Jene, die auf festem Land bleiben, bekommen gar nichts mit [...] Sobald der Teufel sich vom Büßenden verachtet fühlt, platzt er vor üblen Einfällen und lässt den Sturm losbrechen. Er geht nicht fort „ohne zu schreien und heftig zu toben“ (vgl. Mk 9,26).

Da befahl Jesus dem Wind und dem Meer. Gott sagt zu Ijob: „Wer verschloß das Meer mit Toren? [...] Ich sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter, hier muss sich legen deiner Wogen Stolz“ (vgl. 38,8−11). Einzig der Herr kann der Bitternis der Verfolgung und der Versuchung Grenzen setzen [...] Wenn er der Versuchung Einhalt gebietet, sagt er: „hier muss sich legen deiner Wogen Stolz“. Die Versuchung weicht vor der Barmherzigkeit Jesu Christi. Wenn der Teufel uns versucht, sollen wir mit aller Frömmigkeit unserer Seele sprechen: „Im Namen Jesu von Nazareth, der dem Wind und dem Meer geboten hat, befehle ich dir, von mir zu weichen“ (vgl. Apg. 16,18).

„[...] und es trat völlige Stille ein.“ Das entspricht dem, was wir im Buch Tobit lesen: „Ich weiß, Herr: Wer dich ehrt, nachdem er in diesem Leben geprüft worden ist, wird die Krone erhalten. Wenn er in Versuchung gerät, wird er daraus befreit. Wenn er zu leiden hat, wird er Erbarmen finden, denn du freust dich nicht an unserem Untergang. Nach dem Sturm schenkst du uns Ruhe. Nach den Tränen und dem Weinen erfüllst du uns mit Freude“ (vgl. 3,21−22 Vulg.).

Predigten auf die Sonntage und die Feste der Heiligen
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Antonius von Padua

Melodie
„Was uns die Erde Gutes spendet“
(GL 490)

oder: Musik


Was wir vergessen und verlieren,
vor Gottes Augen liegt es da.
Uns hilft ein Freund, es aufzuspüren:
Antonius von Padua.

Er durfte Gott und Menschen finden,
als er sich Christus übergab.
Der Geist der Vollmacht zum Verkünden
kam überreich auf ihn herab.

Als Bettelmönch, geübt im Fasten,
warf er das Netz …More
Antonius von Padua

Melodie
„Was uns die Erde Gutes spendet“
(GL 490)

oder: Musik


Was wir vergessen und verlieren,
vor Gottes Augen liegt es da.
Uns hilft ein Freund, es aufzuspüren:
Antonius von Padua.

Er durfte Gott und Menschen finden,
als er sich Christus übergab.
Der Geist der Vollmacht zum Verkünden
kam überreich auf ihn herab.

Als Bettelmönch, geübt im Fasten,
warf er das Netz des Wortes aus.
Und die die satte Kirche hassten –
er führte sie ins Vaterhaus.

Er ließ es nie an Güte fehlen,
trug mit an Sünden, Kreuz und Leid
und fand für schwer geprüfte Seelen
das rechte Wort zur rechten Zeit.

Zuletzt, als seine Kraft sich neigte,
erkannte er: Es ist genug.
Da war es Gott, der sich ihm zeigte
als Kind, das er im Arme trug.

Wenn wir den starken Gott ersehnen,
ist er im Bild des Kindes nah.
Hilf, wenn wir uns verloren wähnen,
Antonius von Padua.

© Peter Gerloff
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Hl. Antonius von Padua
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Mönch, Kirchenlehrer
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* um 1195 in Lissabon in Portugal
† 13. Juni 1231 in Padua in Italien
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Fernando Martim de Bulhões e Taveira Azevedo wurde in Lissabon als Sohn einer begüterten Adelsfamilie geboren. Mit 16 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr im Kloster St. Vinzenz nahe Lissabon, studierte in Lissabon und später in Coimbra und wurde dann zum Priester geweiht. …More
Hl. Antonius von Padua
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Mönch, Kirchenlehrer
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* um 1195 in Lissabon in Portugal
† 13. Juni 1231 in Padua in Italien
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Fernando Martim de Bulhões e Taveira Azevedo wurde in Lissabon als Sohn einer begüterten Adelsfamilie geboren. Mit 16 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr im Kloster St. Vinzenz nahe Lissabon, studierte in Lissabon und später in Coimbra und wurde dann zum Priester geweiht. Erschüttert durch das Erlebnis der Bestattung der Gebeine der fünf marokkanischen Märtyrer reifte sein Entschluss, sich den Franziskanern anzuschließen; 1220 trat er ins Kloster der Minderbrüder des Ordens, San Antonius Olivares in Coimbra, ein und nahm den Namen Antonius an.
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1220 ging Antonius selbst nach Marokko, wurde aber durch Krankheit zur Heimkehr gezwungen, wobei ein Sturm ihn nach Sizilien verschlug. So nahm er 1221 in Assisi am Generalkapitel seines Ordens teil, dabei wurde seine Begabung als Redner entdeckt. Gratian, der Ordensprovinzial der Romagna, beauftragte ihn 1222 bis 1224 in Rimini und Mailand mit dem Kampf gegen die Katharer und dann in Südrankreich gegen die Albigenser. Seine franziskanische Armut verlieh seinen Reden Glaubwürdigkeit, seine enorme Bibelvertrautheit verschaffte ihm Bewunderung.
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Die Legende berichtet von Antonius' ans Wunderbare grenzenden Begabung, sich fremden Völkern bei einem Konzil in Rom nur durch den Schwung seiner Rede verständlich zu machen. Zu den bekanntesten seiner Legenden gehört die Predigt am Ufer von Rimini: die Einwohner wollten ihn nicht hören, aber die Fische versammelten sich und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser; dieses Wunder habe fast die ganze Bevölkerung der Stadt bekehrt. Als jemand die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie bezweifelte, ließ Antonius einen Maulesel bringen, der drei Tage nichts zu Fressen bekommen hatte; das Tier fiel, ohne das gereichte Futter zu berühren, vor Antonius nieder, weil der ihm mit der Hostie entgegentrat. Papst Gregor IX. nannte ihn, als er ihm zuhörte, Schatztruhe der Heiligen Schrift.
-
Von Oberitalien führte Antonius' Weg in die zweite Hochburg der von der katholischen Kirche Abtrünnigen, nach Südfrankreich. Er stand den Ordensgemeinschaften der Franziskaner in Le Puy und Limoges als Guardian vor. Auch hier wirkte seine Predigt und die Kraft seines Wortes in den Jahren 1224 bis 1227 im Kampf gegen die Albigenser und die Waldenser so überzeugend, dass man ihn den Hammer der Ketzer nannte.
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1227 bis 1230 war Antonius wieder als Bußprediger in Oberitalien tätig, zugleich wurde er Ordensprovinzial in der Emilia Romagna mit Sitz in Padua. Franziskus ernannte ihn zum Lektor der Theologie für die Minderen Brüder des Ordens an der Universität in Bologna, Antonius führte nun die Theologie von Augustinus in den Franziskanerorden ein. 1230 legte er, entkräftet von den anstrengenden Reisen, seine Ämter nieder, und lebte auf einem Nussbaum auf dem Landgut Camposampiero bei Padua. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, er musste ins Freie ausweichen. Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet.
-
Antonius' Patronat für verlorene Sachen geht zurück auf die Überlieferung, dass ein junger Mönch den Psalter des Antonius ohne dessen Erlaubnis mitnahm. Daraufhin wurde er von Erscheinungen heimgesucht, so dass er das Buch schleunigst zurückbrachte. Das Attribut Jesuskind geht auf eine Legende zurück, nach der ein Graf, Gastgeber des Heiligen, diesen nachts aufsuchte, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Aus der Kammer des Heiligen drang ein so heller Lichtschein, dass der Graf einen Brand vermutete und erschrocken die Tür aufriss. Er fand Antonius lächelnd vor, in seinen Armen das strahlende Jesuskind haltend. Der Augenzeuge durfte erst nach dem Tode des Heiligen von diesem Geschehnis berichten.
-
Antonius starb 1231 bei den Klosterfrauen von Arcella in Padua Er wurde zunächst in S. Maria Maggiore in Padua beigesetzt. 1236 wurden seine Gebeine in Anwesenheit von Johannes Bonaventura erhoben und in die zu seinen Ehren neu gebaute und ihm geweihte Basilika in Padua übertragen. Nach Deutschland kamen Reliquien 1330 nach München in die Franziskanerkirche und 1350 nach Erfurt in die Kirche St. Peter.
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Antonius ist wohl der im katholischen Kirchenvolk bekannteste und beliebteste Heilige. An seinem Grab ereigneten sich so viele Wunder, dass Bonaventura meinte: Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius! Die Basilika in Padua ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten. Es gibt aber auch sonst kaum eine römisch-katholische Kirche auf der Welt, die nicht einen Altar, ein Gemälde, ein Fresko oder eine Statue besitzt, die dem Heiligen geweiht ist. Verbreitet ist im deutschsprachigen Raum das Gebet im Hinblick auf Antonius' Patronat als Helfer zum Wiederfinden verlorener Sachen: Heiliger Antonius, du kreuzbraver Mann, führ mich dahin, wo (die verlorene Sache, z.B. 'mein Schlüssel') sein kann!
Tina 13
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deiner Kirche

im heiligen Antonius von Padua

einen machtvollen Verkünder des wahren Glaubens

und einen Helfer in der Not geschenkt.

Gib, dass wir nach seinem Vorbild

ein christliches Leben führen

und in allen Nöten deine Hilfe erfahren.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Amen
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Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer
-
„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“
-
Der Vater hat uns seinen Sohn gesandt, der die „beste Gabe, das vollkommene Geschenk ist“ (Jak 1,17). Die beste Gabe, von nichts zu übertreffen; das vollkommen Geschenk, dem nichts hinzugefügt werden kann. Christus ist die beste Gabe, denn derjenige, den …More
Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer
-
„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“
-
Der Vater hat uns seinen Sohn gesandt, der die „beste Gabe, das vollkommene Geschenk ist“ (Jak 1,17). Die beste Gabe, von nichts zu übertreffen; das vollkommen Geschenk, dem nichts hinzugefügt werden kann. Christus ist die beste Gabe, denn derjenige, den uns der Vater gegeben hat, ist sein Sohn, Herrscher in Ewigkeit wie Er. Christus ist das vollkommene Geschenk. Entsprechend sagt der Apostel Paulus: „Mit ihm hat uns Gott alles geschenkt“ (Röm 8,32) [...] Er hat uns den geschenkt, der „das Haupt der Kirche ist“ (Eph 5,23). Mehr konnte er uns nicht schenken. Christus ist das vollkommene Geschenk, denn der Vater hat, indem er ihn uns schenkte, durch ihn alle Dinge zur Vollkommenheit gebracht.
-
„Der Menschensohn ist gekommen“, sagt der hl. Matthäus, „um zu retten, was verloren ist“ (18,11). Deshalb ruft die Kirche: „Singt dem Herrn ein neues Lied!“ (Ps 97,1). Sie will uns damit sagen: Ihr Gläubigen, die der Menschensohn gerettet und neu gemacht hat, singt ein neues Lied, denn ihr müsst „das Alte hinausschaffen, um Platz für das Neue zu haben“ (Lev 26,10). Singt, denn der Vater „hat wunderbare Taten vollbracht“ (Ps 97,1), als er seinen Sohn, das vollkommene Geschenk, uns gesandt hat. „Er hat sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker“ (Ps 97,2), als er uns das vollkommene Geschenk, seinen einzigen Sohn, geschenkt hat, der die Nationen richtet und alles zur Vollendung bringt.
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Predigten zum Sonntag und zu den Heiligenfesten
Tina 13
Hl. Antonius von Padua

„... der eine Gott und der eine Herr, nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens" (Präfation)

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind eines Wesens und untrennbar in ihrer Gleichheit. Die Einheit liegt in ihrem Wesen, die Verschiedenheit in den Personen. Der Herr unterstreicht ganz offen die Einheit des göttlichen …More
Hl. Antonius von Padua

„... der eine Gott und der eine Herr, nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens" (Präfation)

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind eines Wesens und untrennbar in ihrer Gleichheit. Die Einheit liegt in ihrem Wesen, die Verschiedenheit in den Personen. Der Herr unterstreicht ganz offen die Einheit des göttlichen Wesens und die Dreiheit der Personen, wenn er sagt: „Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Er sagt nicht „in den Namen“, sondern „im Namen“, wodurch er die Wesenseinheit anzeigt. Doch er gebraucht dann drei Namen, um zu zeigen, dass es drei Personen gibt.

In dieser Dreifaltigkeit hat der letzte Ursprung aller Dinge ihren Ausgangspunkt, die vollendete Schönheit, die glückselige Freude. Der letzte Ursprung, wie es der hl. Augustinus in seinem Buch über die wahre Religion sagt, ist Gott, der Vater, von dem alle Dinge kommen, aus dem der Sohn und der Heilige Geist hervorgehen. Die vollendete Schönheit, das ist der Sohn, die Wahrheit des Vaters, der ihm in keinem Punkt unähnlich ist, den wir mit dem Vater und im Vater ehren, der das Urbild aller Dinge ist, weil alles durch ihn gemacht wurde und sich auf ihn bezieht. Die glückselige Freude, die höchste Güte, das ist der Heilige Geist, der die Gabe des Vaters und des Sohnes ist. Und diese Gabe, so müssen wir glauben und daran müssen wir festhalten, ist ganz gleich dem Vater und dem Sohn.

Wenn wir die Schöpfung betrachten, dann schließen wir daraus, dass die Dreifaltigkeit eins ist. Wir erfassen den einen Gott: den Vater, aus dem wir leben, den Sohn, durch den wir leben, den Heiligen Geist, in dem wir leben. Das ist der Grundsatz, auf den wir uns beziehen; das ist das Beispiel, dem wir folgen; das ist die Gnade, die uns versöhnt.

(Predigten für den Sonntag und die Heiligenfeste)
Tina 13
Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer
Predigten für die Sonntage und die Heiligenfeste

«Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe»

„Ich bin der gute Hirt.“ Christus kann mit gutem Recht sagen: „Ich bin.“ Für ihn ist nichts vergangen oder zukünftig; alles ist für ihn gegenwärtig. Deshalb spricht er von sich selbst im Buch der Offenbarung: „Ich bin das Alpha und …More
Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer
Predigten für die Sonntage und die Heiligenfeste

«Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe»

„Ich bin der gute Hirt.“ Christus kann mit gutem Recht sagen: „Ich bin.“ Für ihn ist nichts vergangen oder zukünftig; alles ist für ihn gegenwärtig. Deshalb spricht er von sich selbst im Buch der Offenbarung: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende; der ist, der war und der kommen wird (Off 1,8). Und im Buch Exodus: „Ich bin der Ich-bin-da. Sage den Söhnen Israels: Der Ich-bin-da hat mich zu euch gesandt“ (Ex 3,14).

„Ich bin der gute Hirt.“ Das Wort „Hirte“ kommt von dem Wort „hüten“. Jesus speist uns mit seinem Fleisch und Blut jeden Tag im Sakrament des Altares. Isai, der Vater Davids, sagte zu Samuel: „Mein jüngster Sohn ist noch ein Kind und hütet die Schafe“ (vgl. 1Sam 16,11). Unser David, klein und demütig, weidet auch seine Schafe, wie ein guter Hirte...

Man liest außerdem bei Jesaja: „Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide; die Lämmer sammelt er mit seinen Armen, er trägt sie an seinem Herzen; die Mutterschafe führt er behutsam“ (vgl. Jes 40,11)... Wirklich, wenn der gute Hirte seine Herde auf die Weide führt, dann sammelt er die ganz kleinen Lämmer, die nicht mehr weiter laufen können; er nimmt sie auf seine Arme und trägt sie an seinem Herzen. Er trägt auch die Mutterschafe, jene die trächtig sind oder jene, die gebären. Genau so handelt Jesus Christus: Jeden Tag nährt er uns in den Unterweisungen des Evangeliums und mit den Sakramenten der Kirche. Er sammelt uns mit seinen Armen, die er am Kreuz ausgebreitet hat, „um die zerstreuten Kinder Gottes in einem einzigen Leib zu vereinen" (Jn 11,52). Er nimmt uns auf in den Schoß seiner Barmherzigkeit, wie eine Mutter ihr Kind.
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Tina 13
Hl. Antonius von Padua

«Lass leuchten über uns das Licht deines Angesichtes» (Ps 4,7)

Wie dem Denar das Bild des Königs (vgl. Mt 22,20), so ist unserer Seele der heiligsten Dreieinheit Bild eingeprägt. Darum heißt es im Psalm (4,7 Vulg): „Es leuchtet über uns, o Herr, das Licht deines Angesichtes“; dazu sagt die Erklärung: Herr, das Licht deines Angesichtes, d.h. „das Gnadenlicht“, das dein …More
Hl. Antonius von Padua

«Lass leuchten über uns das Licht deines Angesichtes» (Ps 4,7)

Wie dem Denar das Bild des Königs (vgl. Mt 22,20), so ist unserer Seele der heiligsten Dreieinheit Bild eingeprägt. Darum heißt es im Psalm (4,7 Vulg): „Es leuchtet über uns, o Herr, das Licht deines Angesichtes“; dazu sagt die Erklärung: Herr, das Licht deines Angesichtes, d.h. „das Gnadenlicht“, das dein Bild in uns erneuert und uns dir ähnlich macht, das Licht deines Angesichtes leuchtet über uns, ist unserer Vernunft eingeprägt. Von allen Vermögen der Seele ist sie ja das edelste, und da wir durch sie Gott ähnlich sind, ist ihr jenes Licht eingeprägt wie dem Wachs das Siegel. Das Licht des Angesichtes Gottes ist also die Vernunft, denn wie wir einen Menschen an seinem Angesicht erkennen, so erkennen wir Gott im Spiegel der Vernunft. Durch die Sünde wurde die Vernunft entstellt und der Mensch Gott unähnlich. Christi Gnade aber hat sie erneuert. Darum mahnt der Apostel die Epheser: „Erneuert euch in eurem Sinne durch den Geist“ (4,23). Die Gnade, die das geschaffene Bild erneuert, wird also hier im Psalm Licht genannt... Zum Bild der Ähnlichkeit wurde der Mensch erschaffen nach dem Bild und Gleichnis der ganzen Dreieinheit, und dieses Bild besteht darin, dass der Mensch durch sein Gedächtnis dem Vater, durch seine Vernunft dem Sohne und durch seine Liebe dem Heiligen Geiste ähnlich ist... Nach Gottes Bild und Gleichnis wurde der Mensch geschaffen (vgl. Gen 1,26). Bild ist er durch die Erkenntnis der Wahrheit, Gleichnis durch die Liebe zur Tugend. Das Licht des göttlichen Angesichtes ist also die Gnade der Rechtfertigung, die dem geschaffenen Bild aufgedrückt wird. Dieses Licht ist das einzige und wahre Gut des Menschen, da er dadurch seine Prägung erhält wie der Denar durch das Bild des Königs. Deshalb fügt der Herr hinzu: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört“, und das kann bedeuten: Wie ihr dem Kaiser sein Bild zurückgebt, so gebt Gott eure Seele zurück, geschmückt und gezeichnet mit dem Licht seines Angesichts.

Predigt über die Seele als Bild des dreifaltigen Gottes („Lehrer des Evangeliums“, Dietrich-Coelde-Verlag, Werl 1954, S. 82)
Tina 13
+++ Hl. Augustinus +++ „Leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig“ +++ „Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden“ (Joh 5,28)… Im Evangelium begegnen uns drei von unserem Herrn auferweckte Tote, und das hat seinen Grund: Die Taten des Herrn sind nicht nur Tatsachen, sondern auch Zeichen… Voller Bewunderung lesen wir den Bericht …More
+++ Hl. Augustinus +++ „Leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig“ +++ „Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden“ (Joh 5,28)… Im Evangelium begegnen uns drei von unserem Herrn auferweckte Tote, und das hat seinen Grund: Die Taten des Herrn sind nicht nur Tatsachen, sondern auch Zeichen… Voller Bewunderung lesen wir den Bericht von der Auferstehung des Lazarus (Joh 11). Wenn wir aber unsere Aufmerksamkeit auf die noch bewundernswerteren Taten Christi lenken, wird uns klar, dass jeder Mensch, der glaubt, aufersteht. Und wenn wir ernsthaft darüber nachdenken wollen, werden wir erkennen, dass es noch viel schrecklichere Tode gibt, und dass jeder, der sündigt, stirbt. Alle Menschen fürchten den Tod des Leibes, sehr wenige den Tod der Seele… Der Mensch tut alles, um dem unvermeidlichen Tod zu entkommen, und der gleiche Mensch, der dazu berufen ist, ewig zu leben, tut nichts, um der Sünde zu entkommen… Wenn wir doch die Menschen – und mit ihnen uns selbst – aus der Gleichgültigkeit wecken könnten, damit wir und sie das ewige Leben mit der gleichen Glut lieben könnten wie dieses vergängliche Leben!... Wenn zu jemandem gesagt wird, er solle die Meere überqueren, um dem Tod zu entgehen – zögert er dann? Wenn man ihm sagt, er solle die größte Mühe darauf verwenden, um dem Tod zu entgehen – bleibt er dann untätig? Wenn es um unser Leben geht, stellt Gott an uns die geringsten Anforderungen – und wir wollen ihnen nicht genügen… Wenn also unser Herr unsere Seelen durch seine große Gnade und Barmherzigkeit auferweckt, um sie vor dem ewigen Tod zu erretten, dann sehen wir in den drei Toten, deren Leiber er wiedererweckt hat, zu Recht das Symbol und die Vorabbildung der durch den Glauben bewirkten Auferstehung der Seelen. (Predigten über das Evangelium nach Johannes, Nr. 49, 1-2 )