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Predigt vom heutigen Sonntag dem 7. Februar 2021

Predigt 5. Sonntag im Jahreskreis, 7.2.2021
Perikopen: Ijob 7,1-4,6-7 Mk 1,29-39
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Auch heute begegnet uns in der Lesung aus dem Alten Testament ein interessanter Text. Er ist dem Buch Ijob entnommen. Ijob wird geschildert als gerechter und gottesfürchtiger Mensch, der rechtschaffen lebt. Er wird von schwerem Leid heimgesucht. Er verliert Frau und Kinder und wird schließlich von schwerer Krankheit heimgesucht. Drei Freunde kommen zu Besuch mit denen er beginnt über sein Leben zu sprechen. Bei all der Schwere seines Lebens hält Ijob an Gott fest. Freilich ringt er mit ihm, aber er hält fest. Ich glaube das sollen auch wir, in dieser nicht leichten Zeit. An Gott festhalten! Und gerade in seinem Festhalten an Gott, versucht Ijob sein Leben zu verstehen. Wie tut er das? Der zuerst gehörte Abschnitt gibt uns drei Hinweise, wie auch wir das Leben verstehen können. Erstens: Ijob sagt: „Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf Erden?“ Unser Leben als Kriegsdienst, stimmt das? Wir sind Gottseidank nicht im Krieg und beim Militär. Aber jeder Mensch hat seine Kämpfe. Man kämpft für seine Ziele. Es gibt Kampf gegen Hunger. Es gibt den Kampf für soziale Gerechtigkeit. Eltern kämpfen für ihre Kinder. Es gibt Kampf gegen den Krebs, und letztlich sind wir derzeit alle hineingestellt in den Kampf gegen diesen Corona-Virus. Die christlich spirituelle Tradition spricht vom Kampf des Glaubens bzw. vom guten Kampf. Es braucht diesen guten Kampf des Glaubens, der das Böse durch das Gute bekämpfen will, das Unmenschliche durch das Menschliche, das Gleichgültige durch ein tiefes Interesse, das Teuflische durch das Göttliche. Im Evangelium heilt Jesus heute die Schwiegermutter des Petrus, die mit Fieber im Bett liegt. Fieber ist nie die Krankheit selber, sondern nur ihr Symptom. Der Krankheitsherd liegt anderswo. Damit der Organismus der Welt, der Menschheitsfamilie, der Kirche gesund ist und funktionieren kann, dürfen wir uns nicht begnügen an den Symptomen herumzudoktern. Es gilt die Krankheitsherde zu bekämpfen. So ist zum Beispiel der Priestermangel, den wir zurzeit erleben, Symptom für den noch größeren Glaubensmangel, der die Gesellschaft durch zieht. Da wird auch der so euphorisch propagierte Zukunftsweg der Diözese Linz nichts ändern. Die Symptome gilt es zu beachten, um die Krankheitsherde zu bekämpfen. Der Glaube soll etwas Kämpferisches im Guten Sinn haben. Der Epheserbrief gibt uns einen guten Hinweis. Er sagt, wie der Christ gerüstet sein soll: „Legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes.“ Es täte uns gut das Kämpferische des Glaubens neu zu entdecken. Zweitens: Ijob fragt weiter: „Sind nicht des Menschen Tage, die eines Tagelöhners?“ Einen Tagelöhner kennen wir eigentlich nicht mehr. Es gibt ja heute auch Arbeitslosengeld. Die Welt der Bibel kennt den Tagelöhner. Dem Arbeitgeber war die tägliche Auszahlung des Lohnes vorgeschrieben, weil der Arbeiter vom Lohn lebte. Allerdings war er der Willkür des Arbeitgebers ausgeliefert. Wenn er einen Tag nicht angeworben wurde, gab es keinen Lohn, und dann wurde es kritisch. Ich denke, dass wir uns ein bisschen als Lohnarbeiter, als Tagelöhner Gottes in der Welt von heute verstehen sollen. Gott ist unser Arbeitgeber, gottseidank kein willkürlicher. Er wirbt uns jeden Tag an. Er sagt uns jeden Tag: „Geht auch ihr in meinem Weinberg.“ Es geht darum all unser Tun an Gott auszurichten. Alles was ich tue, ich kann es mit und für Gott tun. Ich muss aber auch mein Tun und Unterlassen von Gott her auf seine Richtigkeit her befragen. Abends darf ich mir dann die Frage stellen: „Kann ich mir heute von Gott jenen Lohn erwarten, der mich, meine Seele den nächsten Tag Leben lässt? Kann Gott, mein Arbeitgeber, mit mir zufrieden sein?“ Tagelöhner bin ich in dieser Welt. Das ist viel Grundlage für eine persönliche Meditation. Drittens: Ijob kommt zum Schluss: „Denk daran, dass mein Leben nur Hauch ist.“ Ijob wird seine Vergänglichkeit bewusst. Alles in dieser Welt ist vergänglich. Das Schönste und Beste in dieser Welt, das wir auch mitbewirken dürfen, ist und bleibt vergänglich. Aber es gibt etwas Anderes, etwas Unvergängliches. Es gibt das Ewige, die Ewigkeit. Darum, das habe ich schon öfters gepredigt, muss es uns gehen. Wir dürfen den Blick auf das Ewige nicht verlieren. Das ist Grundproblem in der Kirche von heute. Es ist sehr leise geworden in der Rede um das ewige Leben. Jemand hat einmal gesagt, ich habe es schon einmal zitiert: „Früher lebten die Menschen 50/60 Jahre plus die Ewigkeit. Heute leben sie 80/90 Jahre, aber die Ewigkeit sparen sie aus.“ Versuchen wir immer mehr mit dem Blick auf das Ewige zu leben. Machen wir uns unsere eigene Vergänglichkeit und die Vergänglichkeit der Dinge dieser Welt bewusst. Wir sollten das Unvergängliche mehr lieben, als das Vergängliche. Das ist ein langer, ein lebenslanger Weg.
Liebe Brüder und Schwestern!
Ijob gibt uns ein paar Hilfen das Leben zu verstehen. Wir sollen den guten Kampf des Glaubens kämpfen. Wir sind Lohnarbeiter Gottes in seiner uns unserer Welt. Wir sollen den Blick auf das Ewige nicht verlieren. Christsein ist in erster Linie: „Suchen was droben ist.“ Amen.
Sonia Chrisye
Diese Leitlinien sind ein sehr gutes Wort, insbesondere für den Kampf des Glaubens, damit wir auf dem Weg zu unserem Ziel nicht in die Gefahr geraten, in Resignation zu versinken, sondern unsere Hoffnung ganz auf IHN setzen, selbst in aussichtslosen Lagen. Der Herr kann noch immer Wunder tun.