Hermine spielt ihre Rolle nicht mehr

Die konservativen Konzilskleriker predigen unablässig die Umkehr in ihrem NOM und wundern sich, dass die Kirchen immer leerer werden. Warum funktioniert die „Participatio actuosa“ nicht? Im Gegenteil, genau diese beschleunigt die Gottlosigkeit.

Es ist einfach, wir können den Grund unserer Existenz nicht vernünftig verstehen. Wir existieren, weil das unergründliche Geheimnis des Lebens, Gott, uns will. Wir existieren nicht, weil wir denken. Descartes hatte gerade nicht Recht. Wir sind ontologisch Seiendes, wir sind nicht die mentale Gehirnaktivität biologischer Produkte der Evolution. Wir sind Charakter in der Heiligen Schrift, in der Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen. Sonst sind wir nicht.

Seit dem 16 Jahrhundert lebt der Mensch eine gewaltige Lüge, die Lüge des Mentalismus. In dieser versteht er alles geistig Geistliche in seinem Kopf (Flausen im Kopf) als eine Art Epiphänomen des objektiv allein existierenden materiellen Körpers, der rein nach den physischen Gesetzen funktioniert. Allerdings sind in der Wahrheit die seelische und die körperliche Existenz des Menschen untrennbar ontologisch in die Liebesgeschichte Gottes mit seinen Menschen (die Heilige Schrift) verbunden. Der Mensch wird in sie hineingeboren, wie ein Charakter in Harry Potter. Hermine ist in dieser Geschichte. Es ist völlig abwegig, dass sie auf einmal auf die Idee kommen würde, in ihr nicht mehr mitspielen zu wollen. Genau das tut der aufgeklärte Mensch in Bezug auf die Heilige Schrift. Was für eine satanische Lüge!

Kant: Was ist Aufklärung? AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Dieser andere ist natürlich Gott mit seinem Willen, der den Menschen im Regelfall zur Kreuzesnachfolge auffordert. Das will der aufgeklärte Mensch nicht hören. Er folgt nur noch seiner eigenen instrumentellen Vernunft. Schon seit Luther (Kant ist Protestant) ist der mentalistische (alles nur Flausen im Kopf) Mensch nicht mehr bereit, seine Rolle in der Heiligen Schrift zu übernehmen. Es reicht ihm nicht mehr, ein Charakter im Liebesspiel Gottes zu SEIN! Jetzt ist er Gott. Er richtet mit seiner Vernunft, in wieweit Gott ihm dient oder nicht. Wenn nicht, dann erfindet er sich einen anderen Gott, den Gott der Konzilskirche. Der dient ihm jetzt. Die Konzilskleriker, die von ihm genau dafür bezahlt werden, bestätigen ihn unaufhörlich.

Der protestantische Pastor war nie etwas anderes als ein Lehrer. In der Konzilskrankheit/-kirche gilt das auch für den Priester. Vor ihm im NOM sitzen die aufgeklärten Menschengötter und erwarten sich einen angenehmen Vortrag. Es ist wie in einem Uni Hörsaal. Eine Stunde Mathematik, eine Stunde Islam, eine Stunde Katholizismus und eine Stunde Yoga. Der Menschengott, die verrückt gewordene Hermine aus Harry Potter, lebt nicht mehr seine Rolle in der Heiligen Schrift. Jetzt sitzt er als Menschengott erhöht in der protestantischen Vernunftanstalt und entscheidet je nach Geschmack über die mentalistische Lehre, die ihm gerade passt. Hier Schopenhauer, dort Hegel, Kant immer cool, eine Prise Nietzsche, dann Hinduismus mit einem Buddha, später noch etwas liebes LGBT als Dessert. Das ist der sich selbstvergötzende Menschengott in der Schulbank der Aufklärung.

Weil er sich selbst nicht als ontologisch in das Leben bedingungslos integriert versteht (Ontologismus statt seinem falschen Mentalismus), kann er mit seinem freien Geist entscheiden, was er will. Damit ist das Gute etwas Abstraktes in ihm selbst, jenseits aller irdischen Formen/Bedingungen/Fremdbestimmungen. Die Jesuiten räumen deshalb für den Menschengott ihre Kirchen leer. Der Mentalismus hat sie hervorgebracht. Die Benediktiner werden sie von ihrem Lug und Trug befreien. Genauer, es sind ihre Kapuzen am Skapulier. Diese hören bedingungslos auf den Willen des wahren Gottes.

Der Mensch ist eingebunden in das Irdische. Er hat in der Welt zu schwitzen, genauso wie Gott es will. Gott ist Gott, nicht der Mensch. Niemals darf er sich aus der Liebesgeschichte Gottes verabschieden. Die diesbezügliche Strafe ist die Hölle.