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Predigt vom Aschermittwoch von Pfarrer Maximilian Pühringer

Predigt Aschermittwoch, 17.2.2021
Perikopen: Joel 2,12-18 Mt 6,1-6.16-18
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Wenn Kinder in eine neue Umgebung kommen, beispielsweise im Urlaub, dann gehen sie gerne auf Entdeckungsreise um die neue Gegend zu erkunden. Die Fastenzeit ist die Erkundungstour für uns Christen. Wir dürfen erkunden, wie rechtes Menschsein und Christsein funktioniert. Wir dürfen unser Inneres erkunden. Wir dürfen erkunden, was es bedeutet ein Kind Gottes zu sein. Das Evangelium des heutigen Tages nennt uns drei ganz klassische Hilfen für die Erkundungstour der heiligen vierzig Tage, die vor uns liegen. Es tut uns sicher gut wieder einmal neu den Blick darauf zu werfen. Erstens: Fasten! Beim Fasten geht uns um unseren Leib und um unsere Seele. Wir haben leibliche Bedürfnisse und seelische. Durch bewussten, ehrlichen Verzicht können wir etwas wesentlicher werden. Es gilt der Übersättigung des Leibes entgegenzuwirken. Wir haben ja meist keinen Hunger mehr, sondern höchstens einen Gusto. Wenn wir jetzt konsequent auf etwas verzichten, wird es uns zu Ostern ganz anders schmecken. Und genau darum geht es auch bei unseren seelischen Bedürfnissen, um das Genießen und Verkosten von innen her. Es kommt neue Ordnung in unsere Seele, wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, wenn wir so manche Taten und Handlungen unterlassen, wenn wir auch mit so manchen Wortspenden sparen. Beim Fasten erkunde ich mich und werde mir meiner Bedürftigkeit bewusst. Zweitens: Almosen geben! Almosen kommt vom Griechischen „elemosünäh.“ Das bedeutet Mildtätigkeit, Milde und Barmherzigkeit. Es geht darum, dass wir diese Haltungen den Bedürftigen gegenüber einnehmen. Wir können großzügiger werden. Es wird uns bewusst, dass nicht das Ich das Hauptwort sein soll, sondern das Wir. Es geht hier um das Lassen bzw. Loslassen lernen. Was wir geben, spenden und teilen, macht uns letztlich nicht ärmer, sondern reicher. Nicht im materiellen Sinn, sondern im geistlichen Sinn. Das nehmen wir auch mit in die Ewigkeit. Es geht hier darum, dass wir das Gutsein lernen und das Gutsein üben. Drittens: Beten! Jede Beziehung braucht eine Sprache, auch die Gottesbeziehung. Es gilt in diesen Tagen mit Gott ins Gespräch zu kommen, ihm mein Leben, meine Welt, was in ihr im Argen liegt zur Sprache zu bringen. Beten heißt die Welt vor Gott zur Sprache bringen. Beten ist ein wirksames Mittel gegen die Hektik und die Oberflächlichkeit unserer Zeit. Warum beten? Weil es sich gehört? Aus Gewohnheit? Oder habe ich aufgehört zu beten, weil es eh nichts bringt? Oder soll Beten nicht manchmal Ausdruck meiner Hilflosigkeit sein? Oder ist beten zuerst Ausdruck meiner Sehnsucht nach Gott?
Liebe Brüder und Schwestern!
Treten wir die Erkundigungstour nach Innen an in dieser Zeit. Fasten, Almosengeben und Beten sind uns eine Hilfe. Wichtig ist, dass wir etwas tun in dieser Zeit, dass wir uns etwas vornehmen und etwas umsetzen. Der Herr braucht Nachfolger, die wirklich etwas tun, und keine Bewunderer, die bloß sagen: „Oh wie schön.“ Amen.
Anna2020
von wem ist die Predigt?
RupertvonSalzburg
Von Pfarrer Maximilian Pühringer