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19.Oktober - Elisabeth von Thüringen 1207-1231

Elisabeth wurde im Jahr 1207 als Tochter Andreas II., des Königs von Ungarn, und dessen Ehefrau Gertrud von Kärnten-Andechs-Meran geboren. Als Vierjährige wurde sie mit dem damals elf Jahre alten Thüringer Landgrafensohn Hermann verlobt und zur Erziehung nach Thüringen geschickt. Doch Hermann starb 1216, ein Jahr darauf auch sein Vater, als Herrscher stand nun der jüngere Ludwig an, der, nachdem er volljährig geworden war, 1218 als Ludwig IV. Landgraf wurde. Elisabeth, die am Hofe durch Frömmigkeit, Schönheit und Sittsamkeit aufgefallen war, aber nun ohne Gemahl dastand, sollte nach Ungarn zurückgeschickt werden.
Ludwig jedoch verliebte sich in Elisabeth und im Jahr 1221 - Elisabeth war 14 Jahre alt - wurde die Hochzeit gefeiert. Es kam zu einer glücklichen Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen. Im Jahr 1222 wurde Hermann geboren, der später den Titel des Landgrafen erbte, im Jahr 1224 Sophie, die spätere Herzogin von Brabant und Stammmutter der Landgrafen von Hessen, und im Jahr 1227 Gertrud, die spätere selige Äbtissin von Altenberg.
Als 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal der Besitzlosigkeit, ihre Fürsorge für die Armen und die authentische Verkündigung des Evangeliums großen Einfluss auf Elisabeth aus. Ihre Liebe galt von nun an den Ärmsten der Gesellschaft, um die sie sich persönlich kümmerte. Dieser Lebensstil entsprach nicht den Idealen ihrer adligen Umgebung und trug Elisabeth viel Ablehnung ein. Doch Ludwig hielt zu seiner Frau.

Wir müssen das, was wir haben, froh und gerne geben.

Mit ihrem Tun folgte Elisabeth den Idealen der Bergpredigt und dem Wort Jesu:

Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank, und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt 25,34-36.40)


An vielen Beispielen erfahren wir, dass dieses Wort nicht nur im übertragenen Sinn, sondern durchaus wörtlich verstanden werden darf. Der hl. Martin sieht im Traum Christus mit dem Teil seines Mantels bekleidet, den er dem Bettler geschenkt hat. Auch von der hl. Elisabeth erfahren wir eine ähnliche Begebenheit:

Es muss für ihren Ehemann sicher ein Schock gewesen sein, als er das Gerücht gehört hat, seine Frau würde Arme und sogar Aussätzige mit auf die Wartburg nehmen und dort pflegen und das nicht etwa in einem besonderen Raum, sondern im gemeinsamen Schlafzimmer.
Bei aller Liebe zu seiner Frau, das geht für ihn zu weit und so stellt er Elisabeth zur Rede, als er von den Bediensteten erfährt, dass sie wieder einmal einen Kranken aufgenommen hat. Wutentbrannt stürmt er in das Schlafzimmer. Doch als der Landgraf die Decke des Bettes zurückschlägt, erblickt er statt des erwarteten Aussätzigen den gekreuzigten Heiland.
Mit Staunen betrachteten die Menschen des Hofgesindes dieses Wunder. Der Landgraf aber segnete seine Gemahlin, die in die Knie gesunken war, und hieß alles gut, was sie getan hatte.


Elisabeth kümmerte sich um Bedürftige, besuchte Armenviertel; dies wurde trotz der Unterstützung, die Elisabeth von ihrem Mann erhielt, von der Familie mehr als skeptisch betrachtet. Und es geschehen weitere Wunder:

Als sie im Hungerjahr 1226 alles verfügbare Korn austeilen ließ und auch Geld aus der Staatskasse zur Hilfe verwendete, wurden heftige Vorwürfe erhoben - da bedeckte sich plötzlich der Boden des Saales mit Korn, und Korn füllte alle Kammern.
Als sie bei der festlichen Ankunft des Kaisers Friedrich II. kein Gewand mehr in der Truhe fand, überkleidete sie ein Engel mit Glanz und Schmuck, worauf sie fürstlicher als je im Saal erschien.


Bekannt ist auch das "Rosenwunder" der heiligen Elisabeth:

Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, trat seiner Frau, die mit einem mit Brot gefüllten Deckelkorb die Burg herab stieg, mit der Frage entgegen: "Was trägst du da?", deckte den Korb auf, sah aber nichts als Rosen.

Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen Orden bei und empfing von Konrad von Hildesheim das Kreuz, um am 5. Kreuzzug teilzunehmen. Er erkrankte dabei und starb 1227 an einer Seuche. Elisabeth war tief traurig:

Mit ihm ist mir die Welt gestorben.

Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth mit ihren drei Kindern von ihrem Schwager Heinrich Raspe von der Wartburg vertrieben mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder für Almosen. In Eisenach fand sie keine Unterkunft, es heißt sie habe dort zunächst in einem Schweinestall gehaust. Bei ihrem Onkel mütterlicherseits, dem Bischof von Bamberg, fand Elisabeth dann mit ihren drei Kindern Aufnahme. Er wollte sie wieder vermählen, aber Elisabeth lehnte selbst die Werbung von Kaiser Friedrich ab. Sie sagte:

Wie kann ich eine goldene Krone tragen, wenn der Herr eine Dornenkrone trägt!

Rückkehrende Kreuzfahrer brachten ihr den Ring und die Gebeine Ludwigs; nach seiner feierlicher Bestattung musste man ihr auf Betreiben von Papst Gregor IX. ihr Witwengut herausgegeben. 1229 zog Elisabeth nach Marburg, den Wirkungsort ihres Seelenführers und Beichtvaters, des Prämonstratensers Konrad von Marburg. Elisabeth lebte aus der Überzeugung, ganz arm sein zu wollen, ging von Tür zu Tür betteln und wollte öffentlich auf all den Reichtum verzichten, der ihr juristisch zustand. Konrad hinderte sie aber am Verzicht, um das Vermögen zu retten. Mit diesem Witwenvermögen errichtete sie daraufhin 1229 in Marburg ein Spital, benannte es nach Franziskus und arbeitete dort selbst als Pflegerin bis zu ihrem Tod. Sie ließ nun auch ihre Kinder zurück und trat in die von Konrad geleitete Hospitalitergemeinschaft ein.
Im November 1231 wurde Elisabeth krank, es heißt, dass ihre letzten Tage von kindlicher Heiterkeit überstrahlt waren. Wenige Tage vor ihrem Tod hatte sie eine Vision von einem Vogel, der zwischen ihr und der Wand fröhlich sang und sie dazu bewegte, mitzusingen. Sie verschenkte ihre letzten Sachen und soll sogar noch ihre Gefährtinnen getröstet haben. Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren, aufgezehrt in der Fürsorge für andere, und wurde in ihrem Franziskushospital bestattet.
Bereits vier Jahre nach Elisabeths Tod erfolgte ihre Heiligsprechung durch Papst Gregor IX. Der Deutsche Orden mit einem Verwaltungssitz in Marburg erweiterte ihr Spital und ließ 1235-1283 die ihr geweihte Kirche als ersten gotischen Bau in Deutschland errichten. 1236 erfolgte die Erhebung ihrer Gebeine im Beisein Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen. Bald setze eine große Wallfahrt zu ihrem Grab ein und breitete sich durch Berichte von Wunderheilungen immer weiter aus. Im Zuge der Reformation wurden ihre Gebeine aus der Grablege entfernt, um dem Reliquienkult ein Ende zu bereiten. Im 19. Jahrhundert jedoch erlebte die Elisabeth-Verehrung im Zuge der Romantik einen neuen Aufschwung. Bis heute ist die die Patronen zahlreicher caritativer Einrichtungen. Friedrich Heer nannte Elisabeth "eine der zartesten, innigsten und liebenswertesten" Heiligen des Mittelalters.

Wir sind wie ein Schilf, das am Flussufer wächst. Schwillt der Fluss, so beugt sich das Schilf; sinkt das Wasser, so richtet es sich wieder empor und wächst in seiner Kraft fröhlich und erquickt weiter. So müssen auch wir uns bisweilen beugen und demütigen, um uns dann froh und erquickt wieder aufzurichten.
Elisabeth von Thüringen
Sunamis 49
Psalm 91
1 Wer unter dem Schirm[1] des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen.
2 Ich sage zu dem Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue!
3 Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelstellers und vor der verderblichen Pest;
4 er wird dich mit seinen Fittichen decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; seine Treue ist Schirm …More
Psalm 91
1 Wer unter dem Schirm[1] des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen.
2 Ich sage zu dem Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue!
3 Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelstellers und vor der verderblichen Pest;
4 er wird dich mit seinen Fittichen decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; seine Treue ist Schirm und Schild.
5 Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tag fliegt,
6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag verderbt.
7 Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen;
8 ja, mit eigenen Augen wirst du es sehen, und zuschauen, wie den Gottlosen vergolten wird.
9 Denn du [sprichst]: Der Herr ist meine Zuversicht! Den Höchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht;
10 kein Unglück wird dir zustoßen und keine Plage zu deinem Zelt sich nahen.
11 Denn er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen.
12 Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
13 Auf den Löwen und die Otter wirst du den Fuß setzen, wirst den Junglöwen und den Drachen zertreten.
14 »Weil er sich an mich klammert[2], darum will ich ihn erretten; ich will ihn beschützen, weil er meinen Namen kennt.
15 Ruft er mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn befreien und zu Ehren bringen[3].
16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und ihn schauen lassen mein Heil!«