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"Luthers Lebensende. Eine historische Untersuchung"(lat/dt) - Pflichtlektüre für alle Kleriker ?

Der Auszug aus folgender Schrift soll dazu dienen, dem Tod Luthers
sowohl ehrlich als auch mit wissenschaftlichem Anspruch, soweit
dies möglich ist, nachzugehen. "Ehrlich" muss deswegen betont werden,
weil die prot. Lutherforschung gerne beschönigt und/oder verschweigt.
Überzeugen Sie sich bitte selbst anhand dieses seltenen Zeugnisses
ernsthafter Lutherforschung und nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass
es den Aussagen christlicher Mystik zum Tode Luthers entspricht.


Luthers Lebensende

eine historische Untersuchung

von

Paul Majunke


fünfte, verbesserte Auflage

Mainz,

Druck und Verlag von Fl. Kupferberg,


im Jahr 1891

Harvard College, Library (Bücherei-Archiv), 30. Jan. 1893

Die erste authentische Nachricht über Luthers Lebensende (1592)

So blieb der Tod Luthers ein Geheimnis, zu welchem nur einige wenige, welche an seinem Todesbett gestanden, den Schlüssel hatten.
In diesem Stadium verblieb auch die Angelegenheit über vierzig Jahre hindurch, bis endlich im Jahre 1592 ein namhafter katholischer Kontroversist (lat: contra: entgegen; versus: gerichtet, Wortführer einer länger anhaltenden theologischen Debatte, Kontrovers-Theologie vor und nach der Reformation) und Historiker, der gelehrte Oratorianer Thomas Bozius (Bosius, Oratorianer-Orden, abgeleitet von lat. Oratorium: Gebetshaus, Ordensgründer ist der Heilige Philipp Neri) auftrat, der einen Bericht von einem Augenzeugen, und zwar von Luthers eigenem Diener, veröffentlichte.
Dieser Diener befand sich noch im jugendlichen Alter, als sein Herr verstarb.
Nach dem Tod desselben kehrte er in die katholische Kirche zurück und trat hierauf entweder in persönliche Beziehungen zu Bozius (oder Bozio) oder zu dessen Freundeskreis, gerade als derselbe sein berühmtes, von den Theologen des folgenden Jahrhunderts häufig zitiertes Werk „De signis ecclesiae“, „Über die Zeichen der Kirche“, (Rom und Köln 1592 und 1593) schrieb.1

1
Der Kölner Druck erschien mit kaiserlichem Privileg. – Über den Autor sind die katholischen Enzyklopädien voll des Lobes. Aber auch das sehr katholikenfeindliche „Universal-Lexikon aller Wissenschaften uns Künste“, gedruckt bei Zedler (Halle und Leipzig 1733) schreibt über ihn: „Ob er gleich in vielen Wissenschaften, sonderlich in der Theologie erfahren war, legte er sich doch am meisten auf die Historia.“

Aufgrund seiner Aussagen berichtet nun Bozius in dem Kapitel, welches über das traurige Ende aller Häresiearchen (Anführer von Ketzern) handelt (l. c. lib. XXIII, cap. 3):

„Lutherus, quum vespere laute coenasset ac laetus somno se dedisset, ea nocte suffocatus interiit.
Audivi haud ita pridem compertum testimonio sui familiaris, qui tum puer illi serviebat et superioribus annis ad nostros se recepit, Lutherum sibimetipsi laqueo iniecto necem miserimam attulisse; sed datum protinus cunctis domesticis rei consciis iusiurandum, ne factum divulgarent, ob honorem adiecere Evangelii.“

„Als er am Abend vornehm gespeist hätte und sich fröhlich dem Schlaf überlassen hätte, ist Luther in dieser Nacht erwürgt zugrunde gegangen.
Ich habe vor nicht allzu langer Zeit durch die zuverlässige Zeugenaussage seines Hausdieners gehört, welcher jenem damals als junger Mann diente und sich in den späteren Jahren zu den Unsrigen zurückgezogen hat, dass Luther sich durch einen sich selbst angelegten Strick einen unglücklichen gewaltsamen Tod beigebracht haben soll; indessen wurde aber von allen in die Sache eingeweihten Hausbewohnern sofort ein eidliches Versprechen gegeben, dass sie die Tat keinesfalls allen preis geben sollten, zur Ehre des Evangeliums, haben sie hinzugefügt.“


Diese Mitteilung, aus äußeren Gründen authentisch, aus inneren nicht unwahrscheinlich, fand bei den katholischen Schriftstellern sogleich allgemeinen Glauben.

Zunächst übernahm sie Cornelius a Lapide (Cornelissen van den Steen, Cornelis van Stein, Jesuit und Professor für Exegese, d.h. Textauslegung, seine Schriften zur Bibelauslegung waren im 17. bis 19. Jahrhundert sehr verbreitet, S. J., Societas Jesu, d.h. Gesellschaft Jesu), der in seinem (gegen 1660 verfassten) Kommentar zu 2 Petri 2, 12 („pseudoprophetae in corruptione sua peribunt“, „die falschen Propheten werden in ihrer eigenen Verderbtheit zugrunde gehen“) bemerkte:
„Sane Lutherum, quum vespere laute coenasset, noctu desperatione et furiis daemonis actum, sibi iniecto laqueo necem intulisse, asseruit eius famulus postea ad orthodoxam fidem conversus, uti refert Thomas Bozius „de signis ecclesiae“, tom. 2. lib. 23. c. 3.“

„Führwahr hat Luther, als er am Abend vortrefflich gespeist hätte, in der Nacht von Verzweiflung und Wutanfällen eines bösen Geistes (Dämon) getrieben, sich mit einem selbst angelegten Strick einen gewaltsamen Tod zugefügt, er hat hinzugefügt, dass dessen Hausdiener sich später zum rechten Glauben (orthodox = rechtgläubig, röm.-katholisch) bekehrte, wie Thomas Bosius in „Über die Zeichen der Kirche“ berichtet, Tom. 2. lib. (Buch-Nr.) 23. c. 3.“

Der gefeierte Exeget (Fachmann für Text-Auslegung und Interpretation) fügt noch eine Erklärung zu dem hinzu, was Bozius berichtete: dass nämlich Luther seine letzte Tat „desperatione et furiis daemonis actus“ („aus Verzweiflung und von der Wutraserei eines Dämons getrieben“) begangen habe1.

1 In dem einige Jahre vorher geschriebenen Kommentar zu den vier großen Propheten sagte Cornelius a Lapide noch aufgrund der zirkulierenden Gerüchte:
„Lutherus dormiens cum sua pellice noctu est suffocatus.“ (Comm. in Ezech. XIII, 9.)
„Luther wurde in der Nacht beim Beischlaf mit seiner Nebenfrau (Konkubine) erwürgt.“(Comm. in Ezech. XIII, 9.) – Dieselbe Version gibt noch ein 1650 zu Augsburg erschienenes Buch:
„Optica Praelatorum per Carolum Stengelium Ord. S. Benedicti.“ pagina 138. „Die Sichtweisen der Prälaten durch Karl Stengel vom Orden des Heiligen Benedikt, Seite 138. Köln 1684. Prälat ist ein Würdenträger in der christlichen Kirche und Inhaber ordentlicher Leitungsbefugnisse. – Übrigens bekennt sich Cornelius a Lapide in dem zuletzt von ihm geschriebenen Kommentar zur Apokalypse noch einmal zu der Ansicht des Bozius.

Gleichzeitig übernahm die Mitteilung des Bozius der Martin Becanus, S. J., welcher zu der Zeit, als Bozius seine Schrift in Köln drucken ließ, daselbst Professor der Philosophie war.2

2
Über Cornelius a Lapide dürften nähere Erläuterungen nicht erforderlich sein. Über den heute minder bekannten Martin Becanus (auch Verbeeck, van der Beeck, ursprünglich Schellekens) sagt das bereits zitierte Universal-Lexikon von 1783: „Becanus, Martin, ein Jesuite aus Hilvarenbeck (heute Hilvarenbeek), einem Städtchen in N-Brabant, schiene recht zu denen (zu den) Studiis (Studien) geboren zu sein, und vornehmlich zu der Philosophie und Theologie, davon er jene 4 Jahre, diese aber 22 Jahre zu Mainz, Würzburg und Wien gelehret, woselbst er auch Ferdinandi II. (des Kaiser Ferdinand II.) Beichtvater ward und den 24. Jan. anno 1624 im 63. Jahre seines Alters starb.“ --- Die Stelle, welche Becanus aus (von) Bozius übernommen hatte, findet sich in einer gegen die Calvinisten gerichteten Schrift des Verfassers. (Gesamt-Ausgabe, Moguntiae = Mainz 1631, Tom. II. pagina 460.)

Demnächst wurde auch der Wortlaut der Erklärung bekannt, welche der Diener Luthers abgegeben hatte.
Dieselbe war schriftlich aufgezeichnet und in mehrfachen Abschriften verteilt worden.

Zuerst veröffentlichte sie im Druck der tatkräftige und vielgereiste Heinrich Sedulius (eigentlich Hendrik de Vroom), Ord. Min., (Minoriten-Orden der minderen Brüder, Franziskaner, nach seiner Flucht erster Provinzialminister der Tiroler Franziskanerprovinz), der von ihr zu Freiburg Breisgau Einsicht genommen hatte, in seinem Werke: „Praescriptiones adversus heareses“, Antverpiae 1606 1
„Vorschriften gegen Ketzer“, Antwerpen 1606 1

1
Über diesen Autor bemerkt das protestantische Universal-Lexikon von 1733: „Sedulius, Heinrich, ein Franziskanermönch, war zu Cleve (Kleve), der Hauptstadt im Herzogtum gleichen Namens, um das Jahr 1550 geboren. Nachdem er unter George Macropedius (auch: Joris van Lanckvelt) den nötigen Grund seiner Studien in schönen Wissenschaften geleget, trat er in dem neunzehnten Jahre seines Alters in den Orden und erlangte nach der Hand darinnen viele Ehrenstellen, wie er denn an vielen Orten Guardian (Beschützer, Aufsichtsperson = Superior der Frankiskaner), desgleichen Kommissarius (kirchlicher Beauftragter und Bevollmächtigter) in unterschiedlichen Provinzen, wie auch zweimal Provinzial in denen (in den) Niederlanden und endlich Definintor Generalis (bestimmender oberster Rat der höheren Klosteroberen) geworden. Ferdinand von Österreich, Herzog von Bayern, trug ihm einige Geschäfte in Rom bei dem Papst Paul V. auf. Im Jahre 1618 wohnte er noch dem General-Kapitel (das lat. „capitulum abbatum“ ist eine Versammlung der Äbte aller Zisterzen und die höchste Autorität der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes") zu Salamanca (Hauptstadt von Kastilien) bei, starb aber nicht gar lange hernach, nämlich den 5. März, oder wie andere wahrscheinlicher berichten, den 26. Februar 1621.“ – (Es folgt nunmehr das ausführliche Verzeichnis aller von Sedulius verfassten Schriften, worunter sich auch die oben erwähnten „Praescriptiones adversus heareses“ = „Verordnungen gegen Ketzer“ befinden.)

Der Diener, welcher, wie erwähnt, später zur katholischen Kirche zurückgekehrt war, bemerkt darin im Eingange, dass ihm allerdings einst geboten worden sei, über den traurigen Vorgang zu schweigen, dass er aber Gott und der Stimme seines Gewissens mehr gehorchen müsse, als den Menschen. Er beschreibt dann auf sehr drastische Weise, wie er als der Erste seinen Herrn am Morgen des 18. Februar 1546 „iuxta lectum suum pensilem et misere strangulatum“, „neben seinem Bettlager erhängt und kläglich erdrosselt“ gefunden habe.
(Unten im Anhang ist diese Erklärung nebst der dazu gegebenen Einleitung des Sedulius in extenso (ausführlich) mitgeteilt1.

1 Der Wortlaut der Erklärung mag schon hier seine Stelle finden. Die quasi zu Protokoll gegebene Aussage des Dieners lautete, wie folgt:

„Dant quidem calcar ad abrumpendum omnem humanae indignationis seu offensae metum et ad debitum veritati perhibendum testimonium addunt religiosae vestrae preces: sed longe vehementius eodem me impellit summi Numinis Divorumque omnium reverentia. Neque enim ignoro mirabilibus Dei operibus suam ubique tribuendam esse gloriam, meque divino magis praecepto quam humano debere parere mandato. Proinde, licet gravissime interminati sunt Germaniae Heroes, ne mortalium cuiquam horrendum domini mei Martini Lutheri exitum eliminarem: non celabo tamen, sed ad Christi gloriam revelabo et ad totius Reipub. Catholicae aedificationem propalabo, quod ipse vidi et in primis comperi, ipsisque Principibus viris Islebii congregatis enunciavi, nullius odio lacessitus, nullius amore aut favore provocatus. Contigit cum Martinus Lutherus aliquando inter illustriores Germaniae Heroes Islebii genio suo largius indulsisset et plane obrutus potu cubitum a nobis ductus, atque in lectulum foret compositus, ut nos ei salutarem quietem precati in nostrum abiremus conclave, ibique nihil sinistre vel ominantes vel suspicantes, placide obdormiremus. Postridie vero ad dominum reversi, quacum solemus in vestitu operam daturi, vidimus – proh dolor ! – eundem dominum nostrum Martinum iuxta lectum suum pensilem et misere strangulatum. Ad quod sane horribile spectaculum suspendii ingenti perculsi pavore, non diu tamen haesitantes, ad hesternos eius compotores et Principes viros prorupimus eisque execrabilem Lutheri exitum indicavimus. Illi porro non leviori quam nos formidine perterriti omnia polliceri, multaque obtestari coeperunt: primum omnium, ut rem constanti ac fideli premeremus silentio, ne quid in lucem proferretur; tum ut expeditum laqueo foedum Lutheri cadaver in lectum collocaremus, denique in hominum vulgus spargeremus, dominum meum Martinum repentina morte ex hac vita discessisse: id quod et precibus illorum Principum et non secus, quam adhibiti Dominico monumento vigiles, amplis corrupti promissis facturi eramus, nisi vis quaedam insuperabilis veritatis aliud persuasisset: quae vel hominum metu seu reverentia vel lucri spe aliquamdiu quidem premi potest, sed exstimulante religionis, vel conscientiae oestro, in perpetuum opprimi non potest.“

„Sie geben zwar einen Ansporn / Anreiz, um die ganze Angst vor der menschlichen Empörung oder der Kränkung zu verscheuchen und um aus moralischer Verpflichtung der Wahrheit Zeugnis zu geben, fügen sie die Gebete ihrer Religiosität hinzu: Indessen aber drängt mich eben deswegen die Ehrfurcht vor der höchsten Gottheit und vor allen Himmelsbewohnern zusammen bei weitem umso stärker voran. Denn ich weiß recht wohl um die wunderbaren Werke Gottes und überall ist ihm Ehre zu erweisen, und was mich betrifft, dem göttlichen Gebot ist mehr als einem menschlichen Befehl zu gehorchen.
So denn, mag es auch sein, dass die germanischen Helden noch so sehr verpönt sind, damit ich nach dem schrecklichen (entsetzlichen) Lebensende meines Herrn Martin Luther niemanden unter den Sterblichen verstoße:
Ich werde dennoch nicht schweigen, sondern zum Ruhme Christi und der katholischen Gemeinschaft insgesamt werde ich aufklären und den Bauplan (des Hauses) skizzieren, was ich selbst gesehen und zuerst entdeckt habe und den versammelten Fürsten von Eisleben persönlich verkündet habe, dabei keinerlei Hass herausgefordert habe, das ohne Zuneigung oder Beifall geerntet zu haben.
Es traf sich sodann zu, dass Martin Luther manchmal unter den berühmteren Helden Deutschlands zu Eisleben seinem Genius reichlicher (in größerem Umfang) gefrönt hätte und im Liegen gänzlich überwältigt vom Trank war, der von uns herangeschafft wurde, und so wäre er zu Bett gegangen, als wir ihm heilsame Ruhe wünschten, gingen wir in das Gemach von uns, und indem wir dort sowohl nichts Unheilvolles anwünschten als auch vermuteten, schliefen wir allmählich ein.
Am darauf folgenden Tag aber - zum Herrn zurückgekehrt, bei dem wir ihm wie gewöhnlich auf alle Weise ins Gewand halfen (um ihm, wie gewohnt, beim Ankleiden zu helfen) - haben wir jedoch – ach Schmerz, welch ein Jammer – denselben unseren Herrn Martin neben seinem Bettlager erhängt und kläglich erdrosselt gesehen. Darauf hat uns das wahrlich ganz schreckliche Schauspiel des Erhängens mit unermesslich großem Angstzittern erschüttert; indem wir dennoch nicht lange zögerten, sind wir zu den gestrigen Trinkgenossen von ihm und zu den Fürsten losgestürmt und haben ihnen den verabscheuungswürdigen Ausgang Luthers gemeldet.
Ferner haben jene begonnen – durch das Schreckensbild nicht weniger erschrocken als wir - alles zu versprechen und vielerlei inständig zu bitten:
Das Erste von allem, dass wir die Angelegenheit im beständigen und außerdem treuen Stillschweigen bedeckt halten sollten, damit es nicht ans Licht gebracht werde; wie wir dann den vom Strick befreiten, scheußlichen Leichnam Luthers ins Bett legten, sollten wir dann schließlich unter die Masse der Menschen gerüchteweise verbreiten, dass unser Herr Martin durch einen plötzlichen Tod aus diesem Leben geschieden sei:
Das was wir nicht nur durch Bitten jener Fürsten, sondern ebenso - sowie die Wächter am Sonntag beim Grabmal hinzugezogen wurden - durch große Versprechungen der Bestechung machen sollten, außer: es sei denn die Kraft (höhere Gewalt) einer gewissen unübersteigbaren Wahrheit hätte als etwas anderes überzeugt:
Was sowohl aus Furcht vor Menschen oder aus Ehrfurcht / Scheu, als auch durch Hoffnung auf Gewinn gewiss eine Zeitlang zu unterdrücken möglich ist, aber durch Anstacheln des Glaubens oder sogar auch durch die Pferdebremse des Gewissens, auf Dauer unmöglich zu erzwingen ist.“


Theodor Petrejus, Ord. Carth. (Kartäuser-Orden, Ordo Cartusiensis), nahm die Hauptstelle der Erklärung in seinen 1629 zu Köln erschienenen „Catalogus haereticorum“, „Verzeichnis von Ketzern“ auf und fügte seinerseits hinzu (pagina 120): „quod et ego in iusto quodam bibliothecae nostrae Coloniensis scripto consignatum vidi“.
(Seite 120): „insofern als dass ich das in einer gewissen Vollständigkeit in unserer Bibliothek zu Köln in einem Schriftstück urkundlich beglaubigt gesehen habe“.
Ich selbst habe in einer schlesischen Bibliothek ein altes Scriptum (Schriftstück) gefunden, wonach Luther die bewusste Prozedur „durch behuff eines handthuchs“ (mithilfe eines Handtuchs) an sich vorgenommen habe.
Die Aussage des Dieners macht es auch verständlich, wie die – nach dem obigen Berichte „cuiusdam civis Mansfeldensis“ (eines gewissen Mansfelder Bürgers) – herbeigerufenen Ärzte samt Apotheker am Sterbelager Luthers erst nach eingetretenem Tode erschienen.
Sie erklärt es ferner, wie die – auch von der „Historia“ (Historie) erwähnten – auffälligen Wiederbelebungsversuche vorgenommen werden konnten.
Endlich bringt die Aufklärung über den noch auffälligeren, von der „Historia“ ebenfalls angeführten Umstand , dass die Leiche vom Sopha („Ruhebett“), wo man sie gefunden, in ein (schnell bereitetes) Federbett übertragen wurde.
Wenn auch alle beteiligten Diener anfänglich in der Hauptsache Schweigen beobachteten, so scheinen sie doch in Andeutungen sich ergangen zu haben; auch scheinen sie bezüglich einzelner Nebenumstände sich gar keine Zurückhaltung auferlegt zu haben, z.B. nicht hinsichtlich der Wiederbelebungs-Versuche und der Übertragung der Leiche ins Bett. Zweck der „Historia“ war es daher, auch diese Nebenumstände auf eine harmlose Weise zu deuten – für diejenigen, die ihr glauben wollten. (Der Wortlaut der Historie befindet sich unten im Anhange.)

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Ganze Lektüre:
kath-zdw.ch/…/luthers.lebense…
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Ich habe vor nicht allzu langer Zeit durch die zuverlässige Zeugenaussage seines Hausdieners gehört, welcher jenem damals als junger Mann diente und sich in den späteren Jahren zu den Unsrigen zurückgezogen hat, dass Luther ...
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Entgegen Luthers ausschweifenden Lebensstil:
Die 10 Gebote zur Gesundheit + Kraftvolles Gebet
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