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Predigt von Pfarrer Maximilian Pühringer zum Fest der Taufe Jesu

Predigt Taufe des Herrn, 10.1.2021, Lockdown
Perikopen: 1 Joh 5,1-9 Mk 1,7-11
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Bei der Taufe haben wir einen Taufpaten bekommen. Er soll für uns Zeuge des Glaubens sein. Hatte Jesus, dessen Tauf-Fest wir heute feiern, auch einen Taufpaten, eine Taufzeugen? Im Evangelium merken wir davon nichts. Aber die Lesung aus dem ersten Johannesbrief nennt uns sogar drei Taufzeugen Jesu, die uns wohl aufs Erste etwas merkwürdig vorkommen. Die Taufzeugen Jesu sind das Wasser, das Blut und der Geist. Da wollen wir heute ein wenig nachdenken, was das zu bedeuten hat. Erstens: Das Wasser! Es kommt in der Bibel häufig vor. Es ist unentbehrliche Voraussetzung für Wachstum und Leben. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Da denke ich an die großartige Tempelvision bei Ezechiel. Er sieht vom Tempel aus ein Wasser fließen. Es wird zu einem großen Fluss, der das Land tränkt. Überall, wo er hinkommt gibt es Heilung, Wachstum, und eine neugeordnete, harmonische Schöpfung. Wasser belebt, erfrischt und schenkt neues Leben. Wie Jesus aus dem Wasser steigt, öffnet sich der Himmel und der Heilige Geist kommt herab. Und da denke ich dann noch an das Wort Jesu: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke.“ Das Wasser bezeugt, dass der Glaube an ihn mein Leben erfrischt, dass nur er den Durst meines Lebens stillen kann. Das Wasser möchte mich hineinführen in die Erfrischung des Glaubens, damit ich reifen und wachsen kann. Das Wasser möchte mich hineinführen in ein wirkliches Leben. Zweitens: Das Blut! Da muss man unweigerlich an das Ende des Johannesevangeliums denken. Der Soldat durchbohrt das Herz Jesu. Es fließt Blut und Wasser heraus. Es sind Zeichen für die Sakramente. Das Blut Christi sagt uns, was wir Gott wert sind. Soviel, dass er den letzten Tropfen seines Blutes für uns vergießt. Das Blut bezeugt diese unendliche Liebe Gottes zu uns Menschen, die wir annehmen können und sollen. Noch ein weiteres verbindet sich mit dem Blut als Zeuge. Ende des 1. Jahrhunderts, als Johannes seinen Brief schreibt, setzt sich nach und nach die Irrlehre der Gnosis durch. Sie wertete den irdischen Jesus, wie er hier auf Erden lebte, ab. Nicht sein Leib und Blut zählte, sondern nur das Wasser des Wissens und der Erkenntnis, das er gebracht hat, ist wichtig. Außer ein bisschen religiöses Wissen und etwas Ethik bleibt nicht viel übrig. Glaube als Akt des Herzens, als Akt des ganzen Menschen wird überflüssig, weil es einzig um das Verstehen geht. Die Gnosis hat gleichsam den Wein Christi bei der Hochzeit zu Kana in Wasser zurückverwandelt. Durch die Gnosis sollte ein verwässertes Christentum entstehen. Nicht ein Glaube, der die Welt überwindet zählt, sondern nur noch das eigene Wissen und Erkennen, das sich die Welt zurechtlegt und zurechtdenkt. Die Welt braucht nicht mehr vom Glauben besiegt zu werden, sondern lässt sich bestätigen. Gegen diese Verwässerung des Christentums steht der Zeuge Blut. Wir brauchen diesen Zeugen ganz dringend. Das Christentum ist ja nicht bloß eine Idee oder ein Hirngespinst. Es ist Fleischwerdung Gottes, Menschwerdung Gottes, nicht Theorie, sondern Konkretion. Die Welt kann nie durch Wissen erlöst werden, das zeigt uns die Coronakrise ganz deutlich, sondern nur durch ein Herz voll von Glauben, Hoffnung und Liebe. Das passt natürlich nicht hinein in eine Zeit der Besserwisser. Drittens: Der Geist. Das ist eigentlich der erste und wichtigste Zeuge. Wir glauben daran, dass sein Geist bis heute wirkt. Da müssen wir kurz in das Pfingstevangelium schauen. Jesus haucht die Jünger an und sagt: „Empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ Jesus haucht die Jünger an. Er tut dasselbe, wie Gott, als er Adam formte und ihm den Lebensatem einbläst. Damit sagt er uns, dass wir im Geschenk des Heiligen Geistes neue Menschen werden können. Wir gehören durch diesen Geist zu Christus. Nichts kann uns von ihm trennen. Aber dieser Geist möchte uns von innen verwandeln und erneuern. Es geht immer um die innere Verwandlung des Menschen. Damit verbunden ist die Vergebung der Sünden. Vergebung und Versöhnung sind mit dem Neuwerden verbunden. Wo keine Vergebung ist, da ist auch kein neuer Mensch. Und dann gibt der Heilige Geist auch noch die Binde- und Lösegewalt. Er gibt die Gewalt auch Stopp zu sagen, du bist nicht mehr im Glauben. Er trägt den Jünger auf klar zu machen, was Glaube ist. Es bedeutet dem Nein des Menschen immer wieder das Ja Gottes entgegen zu halten, das durch die Kirche bewahrt werden muss. Von diesem Geist Gottes müssen wir uns abrühren lassen. Und da denke ich dann noch an das Osterevangelium vom heiligen Thomas. Der Herr reißt diesen Menschen, der sich sicher bemüht hat, heraus aus seiner Glaubensarmut, seiner Beweissucht, seiner Selbstherrlichkeit. Er vermag Thomas in der Kraft des Heiligen Geistes anzurühren, sodass ihm die Augen aufgehen und er bekennen kann: „Mein Herr und mein Gott!“
Liebe Brüder und Schwestern!
Wasser, Blut und Geist sind die Taufpaten Jesu. Umgekehrt wird er selber im Wasser, im Blut und im Geist unser Taufpate. Das Wasser bezeugt uns, dass wir als Getaufte leben und wachsen müssen. Das Blut sagt uns, dass es nicht um ein Christentum in Gedanken geht, sondern unser Herzblut dabei ist. Der Heilige Geist bezeugt uns die verwandelnde Kraft Gottes, die uns immer mehr hineinführen will in einen Glauben, der unser ganzes Leben bestimmt. Diese drei Zeugen mögen auch über unserem Leben stehen. Amen.
Sonia Chrisye
Das ist eine sehr gute Predigt. Sie bezeugt die konkrete Wandlung in uns durch die Teilnahme an der Eucharistie, wenn sie im Glauben geschieht, und ihr die Vergebung durch die Berichte vorausgegangen ist. Ohne mit Gott und den Menschen versöhnt zu sein nimmt sich der Mensch die Eucharistie zum Gericht, denn ein solcher glaubt nicht an die Gemeinschaft SEINER Leiden, sondern in einer Art des …More
Das ist eine sehr gute Predigt. Sie bezeugt die konkrete Wandlung in uns durch die Teilnahme an der Eucharistie, wenn sie im Glauben geschieht, und ihr die Vergebung durch die Berichte vorausgegangen ist. Ohne mit Gott und den Menschen versöhnt zu sein nimmt sich der Mensch die Eucharistie zum Gericht, denn ein solcher glaubt nicht an die Gemeinschaft SEINER Leiden, sondern in einer Art des Glaubens an die Selbsterlösung ohne Jesus.
Danke lieber Rupert für das Einstellen dieser wahrhaftigen Botschaft. Dieser Priester redet Klartext.