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[Leuchtendes Angesicht des hl. Johannes vom Kreuz]

Aus den verschiedenen Berichten über das Leuchten des Angesichts des hl. Johannes vom Kreuz (geboren am 24. 6. 1542 zu Fontivera, gestorben am 14. 12. 1591 zu Ubeda), der wegen seiner geistlichen Lehre zum Kirchenlehrer erhoben wurde, seien die folgenden gebracht (Positio super miraculis, 1674, S. 14 f.):

Mutter Luzia vom hl. Albert, 64 Jahre alt, sagte aus, daß sie einmal sah, als der Diener Gottes in ihrem Kloster die Messe las, daß sein Gesicht strahlte. Sie schloß daraus, wie alle anderen Schwestern, der Diener Gottes habe eine besondere Gnade von Gott dem Herrn empfangen, welche, das wollte er den Nonnen nicht sagen, die ihn sehr baten, es ihnen zu offenbaren.

Mutter Anna von der Menschwerdung, 60 Jahre alt: Mehrmals sah man auf seinem Gesicht unter lebhaftem Aufleuchten so etwas wie Strahlenglanz, der auf ihm ausbrach. Insbesondere erinnert sich die Zeugin, wie man bei der Messe des Dieners Gottes an einem St.-Martins-Tage kurz nach Erhebung der Hostie auf seinem Gesicht deutlich einen Lichtschein erkennen konnte mit lebhaften Flammen. Eine einzigartige und übernatürliche Änderung schien das Gesicht des Diensers Gottes durchzumachen, worüber die Zeugin staunte. Auch Mutter Luzia vom hl. Albert, die Priorin dieses Klosters, die zugegen war, bemerkte ebenfalls das Berichtete. Und sie fragten nachher den Diener Gottes, wie es ihm bei dem Unerwarteten, das er bei der Messe gehabt habe, ergangen sei, und er antwortete, das sei durch Gott den Herrn geschehen und eine Gnade gewesen, die er seinem Diener erwiesen habe. – –

Bruder Ferdinand Bravo, Augustiner, 55 Jahre alt, gab zu Protokoll, er sei Pförtner des Klosters Los Martires in Granada gewesen, als der Diener Gottes dort Prior war [1581–1588]. So hatte er ihm auszurichten, was an der Pforte bestellt wurde, in seiner Zelle wie im Chore, wenn er mit den anderen betete. Der Diener Gottes war durch seine große Liebe so in Gott versunken, daß er immer ein wenig wartete, bis er den Zeugen seine Bestellung ausrichten ließ. Und bei diesen Gelegenheiten, wie auch während seiner hl. Messe, sah der Zeuge auf seinem Gesicht einen Glanz, ein Leuchten, das verschieden war von allem natürlichen Licht. Denn mehrmals trat er auch nachts in seine Zelle, um ihm etwas zu bestellen, und stets fand er auf seinem Gesicht dieses Leuchten, und wenn er ihn betend fand, sah er es ebenfalls. Er war darüber erstaunt und betrachtete es als eine übernatürliche und wunderbare Sache. – –

Bruder Lukas vom Heiligen Geist sagte über die letzte Krankheit des Heiligen aus: Wenn ich manchmal bei ihm eintrat, um mit ihm über notwendige Dinge bezüglich seiner Krankheit zu sprechen, antwortete er mir manchmal nichts, weil er in der Verzückung war, andere Male antwortete er benommen, was gar nicht zur Frage paßte, und manchmal fand ich, wenn ich eintrat, daß er das Gesicht entflammt hatte, was nicht durch die Krankheit kam, denn die machte ihn sehr mager und bleich, sondern durch seine Entrückung und seinen Umgang mit Gott unserm Herrn, worauf ich das stets zurückgeführt habe. – –

Aus: Wilhelm Schamoni, Wunder sind Tatsachen. Eine Dokumentation aus Heiligsprechungsakten, 2. Auflage, Würzburg/Stein am Rhein/Linz 1976, S. 240 f.