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20.Okt. Korbinian von Freising um 680-725 Bischof

Korbinian wurde um 680 in Frankreich geboren. Sein Vater verstarb kurz vor der Geburt des Kindes und auch die Mutter musste Korbinian bereits in jungen Jahren entbehren. Schon früh war der Junge begeistert vom christlichen Glauben, las in den Heiligen Schriften und widmete sich dem Gebet. Schließlich verzichtete er auf seinen gesamten Besitz und zog sich in die Einsamkeit zurück.
Es schlossen sich ihm Gefährten an, eine kleine Gemeinschaft entstand. Bald kamen immer mehr Menschen, um bei ihm Rat und Hilfe zu finden. Um das Jahr 710 brach er mit einigen Gefährten nach Rom auf, um dem Papst seinen Wunsch nach einem Leben als Einsiedler kundzutun. Doch dieser hatte anderes im Sinn und weihte Korbinian ganz unerwartet zum Missionsbischof für Gallien, denn:

Das Licht darf nicht unter dem Scheffel bleiben, sondern muss auf den Leuchter gestellt werden. Ich werde dich zum Priester weihen und zum Bischof für solche Gegenden, die noch keinen Bischof haben.

Damals war nicht Afrika oder Asien das Ziel der Missionare, sondern unsere Gegend, das damals noch weitgehend heidnische Gebiet nördlich der Alpen. Schweren Herzens kehrte Korbinian zunächst in seine gallische Heimat zurück. Einige Jahre später brach er erneut nach Rom auf.
Die Legende erzählt, dass damals bei der Alpenüberquerung ein Bär die Gruppe überfiel und das Lasttier verspeiste. Korbinian wurde wütend und drohte dem Bären mit erhobener Hand. Er befahl ihm, das herumliegende Gepäck wieder einzusammeln und nun selbst zu tragen. Der Bär gehorchte aufs Wort und begleitete nun als lammfrommer Lastträger die Gruppe.
Nach seiner Rückkehr aus Rom um das Jahr 720 ließ sich Korbinian auf Wunsch des Herzogs Grimoald von Bayern in Freising nieder. Er gilt als erster Bischof und Diözesanpatron des Erzbistums München-Freising. Auch die Gründung des Klosters Weihenstephan bei Freising geht auf die Zeit Korbinians zurück.
Doch bald kam es zu einem Streit zwischen dem Herzog und dem Bischof, weil dieser die Heirat des Herzogs als nach kirchlichem Recht unerlaubt ansah. Korbinian musste Freising verlassen, doch nach dem Tod Grimoalds holte ihn dessen Nachfolger Hugbert nach Freising zurück. Korbinian verstarb dort nach einem segensreichen Wirken wahrscheinlich im Jahr 725.
Seine Gebeine wurden zunächst nach Mais bei Meran überführt, wo Korbinian während seiner Romreisen ein Kloster errichtet hatte, weil er aber in Freising große Verehrung fand, holte man die Gebeine wenige Jahre später dorthin zurück und setzte sie in die Krypta des Freisinger Doms bei. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ruhen sie im damals neu geschaffenen neoromanischen Korbinianschrein in Freising.

Wir danken Christus, der durch den heiligen Bischof Korbinian die Kirche von Freising begründet hat.
Herr Jesus Christus, du hast den heiligen Korbinian zu unseren Vätern gesandt, uns das Wort der Wahrheit zu künden und das Brot des Lebens zu reichen.
Begleite die Kirche von München und Freising weiter mit deinem Schutz, erhalte den Glauben lebendig und das Leben heilig, schenke uns echte Frömmigkeit und brüderliche Liebe.
Gib unserem Bischof Mut, das Evangelium unerschrocken zu verkünden; erhalte die Priester und Diakone in Treue zu ihrer Berufung und schenke allen, die sich dem Dienst an den Gemeinden verpflichtet haben, Ausdauer und Freude. Mache unsere Familien zu Heimstätten christlichen Glaubens, damit deine frohe Botschaft der kommenden Generation weitergegeben wird.
Und wenn wir, wie der heilige Korbinian, wegen der Treue zu deinen Geboten verlacht und verkannt werden, dann gib uns die Kraft, mit dir das Kreuz zu tragen, für das Leben der Welt.


Der Bär gehört seither zum Wappen des Erzbistums München-Freising und findet sich auch im Papstwappen Benedikt XVI. Anlässlich seines Besuches in München sagte Benedikt XVI. am 9. September 2006 auf dem Münchner Marienplatz:

Vielleicht darf ich bei dieser Gelegenheit einen Gedanken wieder aufgreifen, den ich in meinen kurzen Erinnerungen im Zusammenhang meiner Ernennung zum Erzbischof von München und Freising dargestellt hatte. Ich sollte ja Nachfolger des heiligen Korbinian werden und bin es geworden. An der Legende dieses Heiligen hat mich seit meiner Kindheit die Geschichte fasziniert, wonach ein Bär sein Reittier auf seiner Reise über die Alpen zerrissen hat. Korbinian verwies es ihm streng und lud ihm zur Strafe sein Gepäck auf, das er nun bis nach Rom zu schleppen hatte. So musste der Bär, beladen mit dem Bündel des Heiligen, nach Rom wandern und wurde erst dort von Korbinian freigelassen.
Als ich 1977 vor die schwierige Entscheidung gestellt wurde, die Ernennung zum Erzbischof von München und Freising anzunehmen oder nicht ... da habe ich viel nachgedacht und mich gerade an diesen Bären erinnert und an die Interpretation, die der heilige Augustinus zu Psalm 73,22 gibt. ... In diesem Psalm fragt sich der Psalmist, warum es den schlechten Menschen dieser Welt oft so gut geht und warum es so vielen guten Menschen in der Welt so schlecht geht. Dann sagt der Psalmist:
"Ich war dumm, wie ich nachdachte, ich war wie ein Stück Vieh vor dir, aber dann bin ich in den Tempel hineingegangen und habe gewusst, dass ich gerade in meinen Nöten ganz nah bei dir bin und dass du immer mit mir bist."
Augustinus hat diesen Psalm mit Liebe immer wieder aufgenommen und hat in diesem Wort: "Ich war wie ein Vieh vor dir" (iumentum im Lateinischen) die Bezeichnung für die Zugtiere gesehen, die damals in der Landwirtschaft in Nordafrika üblich waren, und er hat sich selbst in dieser Bezeichnung "iumentum" als Lasttier Gottes wiedererkannt, sich selbst darin gesehen als einen, der unter der Last seines Auftrages der "sarcina episcopalis" steht. Er hatte von sich aus das Leben eines Gelehrten gewählt und war, wie er dann sagt, von Gott zum "Zugtier" Gottes bestimmt worden - zum braven Ochsen, der den Pflug im Acker Gottes zieht, die schwere Arbeit tut, die ihm aufgetragen wird. Doch dann erkannte er: Wie das Zugtier ganz nahe bei dem Bauern ist, unter dessen Führung es arbeitet, so bin ich ganz nahe bei Gott, denn so diene ich ihm unmittelbar für das Errichten seines Reiches, für das Bauen der Kirche.
Auf dem Hintergrund der Gedanken des Bischofs von Hippo ermutigt mich der Bär immer neu, meinen Dienst mit Freude und Zuversicht zu tun - vor dreißig Jahren wie auch nun in meiner neuen Aufgabe - und Tag für Tag mein Ja zu Gott zu sagen: Ein Lasttier bin ich für dich geworden, doch gerade so bin ich "immer bei dir" (Ps 73,23).
Der Bär des heiligen Korbinian wurde in Rom freigelassen. In meinem Fall hat der Herr anders entschieden. Und so stehe ich also wieder zu Füßen der Mariensäule, um die Fürsprache und den Segen der Muttergottes zu erflehen, nicht nur für die Stadt München und auch nicht nur für das liebe Bayernland, sondern für die Kirche der ganzen Welt und für alle Menschen guten Willens.

praedica.de/Heilige-Feste/1120_Korbinian.htm