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„Die Weisheit Gottes hat recht bekommen“ (vgl. Mt 11,19): Gott ruft uns zur Umkehr

Hl. Clemens von Alexandrien (150-um 215)

Theologe
Mahnrede an die Heiden (Protrepticus) 9, 87–88 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1934)

„Die Weisheit Gottes hat recht bekommen“ (vgl. Mt 11,19): Gott ruft uns zur Umkehr

Auf niemand dürften die Ermahnungen der anderen Heiligen einen solchen Eindruck machen wie der Herr selbst, der menschenfreundliche. Denn dies und nichts sonst ist sein einziges Bestreben, dass der Mensch gerettet wird. Deshalb nötigt er selbst zum Heil und ruft: „Das Himmelreich ist herangekommen!“ (Mt 4,17). Er will die Menschen, die sich ihm nahen, durch die Furcht zur Sinnesänderung veranlassen. In diesem Sinn erklärt auch der Apostel des Herrn das Wort Gottes, wenn er sich an die Makedonen wendet und sagt: „Der Herr ist nahe herangekommen; hütet euch, dass wir nicht leer erfunden werden!“ (vgl. Phil 4,5; vgl. 1 Thess 5,4). Ihr aber seid so sehr ohne Furcht, vielmehr so sehr ohne Glauben, dass ihr weder dem Herrn selbst noch Paulus gehorcht, obwohl dieser um Christus willen ein Gefangener (vgl. Phil 1,7) war. „Schmecket und sehet, dass Gott gütig ist!“ (Ps 33(34),9). Der Glaube wird euch herbeiführen, die Erfahrung lehren, die Schrift erziehen. „Kommt her, ihr Kinder“, sagt sie, „höret auf mich, ich will euch die Furcht des Herrn lehren!“ (Ps 33(34),12) Dann fügt sie, da sie zu solchen spricht, die schon zum Glauben gekommen sind, kurz hinzu: „Wer ist der Mensch, der sich nach Leben sehnt, der gute Tage zu sehen wünscht?“ (Ps 33,13). Wir sind es, werden wir antworten, wir, die Verehrer des Guten, wir, die wir nach den Gütern streben. Hört also „ihr, die ihr ferne seid“, hört „ihr, die ihr nahe seid!“ (Jes 57,19). Das Wort wurde keinem verborgen; es ist ein gemeinsames Licht; es leuchtet allen Menschen (vgl. Joh 1,9); hinsichtlich des Wortes ist keiner ein Kimmerier [die Kimmerier, deren Land nach Hom. Od. 11,14ff. in ewige Nacht getaucht ist, sind für in Finsternis lebenden Menschen sprichwörtlich geworden]. Lasst uns eilen zum Heil, zur Wiedergeburt [zur Taufe]! Lasst uns eilen, dass wir, die wir viele sind, entsprechend der Einheit des einzigartigen Wesens zu einer Herde versammelt werden! (vgl. Joh 10,16). Da wir Gutes erfahren, lasst uns in gleicher Weise nach Einheit streben, indem wir eifrig nach der guten Monas [Einheit] suchen! Wenn die aus vielen bestehende Vereinigung aus den vielen und zerstreuten Stimmen zu einer göttlichen Harmonie gelangt ist, dann entsteht ein einziger zusammenklingender Gesang, der sich von einem einzigen Chorführer und Meister, dem Logos, leiten lässt und sein Ende erst bei der Wahrheit selbst mit dem Ruf findet: „Abba, Vater!“ (vgl. Mk 14,36).
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Wenn die aus vielen bestehende Vereinigung aus den vielen und zerstreuten Stimmen zu einer göttlichen Harmonie gelangt ist, dann entsteht ein einziger zusammenklingender Gesang, der sich von einem einzigen Chorführer und Meister, dem Logos, leiten lässt und sein Ende erst bei der Wahrheit selbst mit dem Ruf findet: „Abba, Vater!“ (vgl. Mk 14,36).
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