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Ein Plädoyer für das kontemplative Leben. Von Maestro Aurelio Porfiri

Wir leben in hektischen Zeiten, in denen das Tun Vorrang vor dem Sein zu haben scheint. Wir sind nicht, was wir sind, sondern wir sind, was wir tun oder sogar was wir haben.

In Wirklichkeit sind wir, was wir sind. Unser Wesen besteht in der Teilhabe an dem höchsten Wesen, das Gott ist. Der heilige Paulus sagt in seiner Rede auf dem Areopag: "Denn in ihm leben und bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: 'Denn von ihm sind auch wir der Same'".

Eine wichtige Erscheinungsform unseres Seins liegt gerade in unserer Fähigkeit, uns durch Gebet und Kontemplation wieder mit jenem zu verbinden, der uns geschaffen hat. Was ist mit denen, die ihr Leben der Kontemplation widmen? Sie sollten auf jeden Fall gelobt werden.

Das klösterliche und einsiedlerische Leben hat in der Kirche seit jeher einen hohen Stellenwert, wie uns Pius XII. lehrt: "Wenn wir an dieser Stelle in die tiefen Geheimnisse des klösterlichen Lebens eindringen wollten, wer könnte die in den Klöstern verborgenen Schätze der religiösen Vollkommenheit aufzählen und bewerten? Wer könnte die Blumen und Früchte der Heiligkeit aufzählen, die diese geschlossenen Gärten Christus und der Kirche hervorbrachten? Wer könnte die Wirksamkeit des Gebets, die Fülle der Hingabe, die Güter jeder Art aufzählen, mit denen die Nonnen mit all ihrer Kraft ihre Mutter Kirche schmückten, stützten und trösteten?" (Sponsa Christi 1950).

Und doch werden heute die Tugenden der Kontemplation, des Sich-von-Gott-Besuchen-Lassens, Tugenden, die manche als passiv bezeichnen, gerade wegen des Vorrangs, der dem Tun oder Haben eingeräumt wird, fast verachtet.

Dieses Problem ist nicht neu, Leo XIII. hatte es bereits in seinem Schreiben Testem Benevolentiae vom 22. Januar 1899 gut umrissen:

"Aus dieser sozusagen Verachtung der evangelischen Tugenden, die zu Unrecht als 'passiv' bezeichnet werden, ergab sich ganz natürlich, dass nach und nach die Verachtung des Ordenslebens selbst in die Köpfe der Menschen eindrang, und dass dies bei den Verfechtern der neuen Ansichten üblich ist, kann man an bestimmten Aussagen über die Gelübde erkennen, die in den Orden abgelegt werden.

Denn sie sagen, dass diese Gelübde sehr weit vom Charakter unserer Zeit entfernt seien, weil sie die Grenzen der menschlichen Freiheit einschränken und eher für schwache als für starke Seelen geeignet seien; auch seien sie der christlichen Vervollkommnung und dem Wohl der menschlichen Gesellschaft nicht sehr förderlich: im Gegenteil, sie sie würden beiden entgegenstehen und sie behindern.

Wie viel Unwahrheit in diesen Behauptungen steckt, lässt sich jedoch aus der Praxis und der Lehre der Kirche ableiten, die das religiöse Leben seit jeher in hohem Maße begrüßt hat. Und das nicht ohne Grund; denn diejenigen, die, von Gott berufen, spontan ein solches Leben wählen und sich an die evangelischen Räte binden, erweisen sich als fleißige und großzügige Soldaten im Heer Christi. Kann man das von trägen oder nutzlosen Seelen sagen? Oder das als schädlich für die Vollkommenheit des Lebens bezeichnen?

Wer sich auf diese Weise an die Heiligkeit der Gelübde bindet, ist so weit davon entfernt, seine Freiheit zu verlieren, dass er sich einer volleren und edleren Freiheit erfreut, der Freiheit, 'mit der Christus uns frei gemacht hat' (Gal 4,31)".


Der Papst wandte sich gegen eine Irrlehre namens Amerikanismus, einen engen Verwandten des Modernismus, ja man könnte sagen, dass sie eine besondere Erscheinungsform des vielgestaltigen Phänomens des Modernismus war (und ist).

Ein Theologe wie Henri de Lubac (1896-1991), der gewiss nicht über der Kritik steht und der zum Kardinal erhoben wurde, hat es in einem interessanten Buch, der Meditation über die Kirche, sehr treffend formuliert: "Jede Tätigkeit, die es verdient, christlich genannt zu werden, findet notwendigerweise vor dem Hintergrund der Passivität statt. Der Geist, von dem sie ausgeht, ist nämlich ein 'von Gott empfangener Geist'".

Wenn wir das nicht verstehen, verfallen wir in Aktivismus und tun so, als wäre die Liturgie ein Ergebnis unserer eigenen Erfindungskraft und nicht ein Geschenk, das wir erhalten. Diese Passivität ist keine Schwäche, sondern eine Stärke, denn durch sie wollen wir Gott in uns wirken lassen.

Die Kontemplation, die Klöster, das Ordensleben waren also unsere "Atomkraftwerke" der Gnaden und Segnungen, die vom Himmel zu uns kamen. Ihre einzige Daseinsberechtigung liegt nicht in dem, was sie tun, sondern in Ihm, in dem sie sich bewegen und existieren. Und das ist genug.

Salzburger
Sie, @SvataHora, sind dermaßen "abartig" und "ausfallend", daß Sie mich zuerst als "Schaum" (oder ehrlicher gesagt: AbSchaum) bezeichnen und mir somit jedes LebensRecht abstreiten - und dann die Schockierte mimen, wenn ich darauf hinweise, daß nun einmal entschieden werden muß, ob ich tatsächlich "Schaum" bin oder ob dies auf den Absender zurückfällt - für uns beide wird's nicht mehr reichen.
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Sie, @SvataHora, sind dermaßen "abartig" und "ausfallend", daß Sie mich zuerst als "Schaum" (oder ehrlicher gesagt: AbSchaum) bezeichnen und mir somit jedes LebensRecht abstreiten - und dann die Schockierte mimen, wenn ich darauf hinweise, daß nun einmal entschieden werden muß, ob ich tatsächlich "Schaum" bin oder ob dies auf den Absender zurückfällt - für uns beide wird's nicht mehr reichen.
JedenFalls: Judica me...
Santiago_ shares this
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Ein Plädoyer für das kontemplative Leben
Goldfisch
Man gönne ihr doch dieses Freizeitszenario. Ich persönlich freue mich schon darüber, wenn ich eine Nonne sehe, die man auch an ihrem ÄUSSEREN erkennt. Die meisten tragen gar keine Schwesterntrachten mehr. Somit lasse man ihr doch diese 10 Minuten!
SvataHora
Die Schwester auf dem Pferd ist eine Marian Sister von der Congregatio Mariae Reginae Immaculatae (CMRI) aus Spokane/WA USA. Die meisten dieser Schwestern sind Lehrerinnen. Die Gemeinschaft ist halbkontemplativ. Einige Schwestern aus Montana machten einen Besuch bei einer Familie, die zu den heiligen Messen der CMRI geht. Und da hat sie halt mal wieder eine kleine Runde auf dem Pferd gedreht. …More
Die Schwester auf dem Pferd ist eine Marian Sister von der Congregatio Mariae Reginae Immaculatae (CMRI) aus Spokane/WA USA. Die meisten dieser Schwestern sind Lehrerinnen. Die Gemeinschaft ist halbkontemplativ. Einige Schwestern aus Montana machten einen Besuch bei einer Familie, die zu den heiligen Messen der CMRI geht. Und da hat sie halt mal wieder eine kleine Runde auf dem Pferd gedreht. Ich hatte das Bild schon mal veröffentlicht. Da gab es gleich böse Kommentare. Ihr wurde sogar unterstellt, sie könnte durch das Sitzen auf dem Sattel "erregt" worden sein. Peinlicher geht's wirklich nimmer. 😡
SvataHora
Wäre mal interessant zu wissen, ob auch vorkonziliare Missionsschwestern Lasttiere zurhilfe genommen haben, um ihre oft entlegenen Einsatzgebiete zu erreichen. Hatte zwar nichts mit diesem Freizeitspaß zu tun sondern mit der grundsätzlichen Frage, ob eine Nonne zu Perd verwerflich ist.
Salzburger
DamenSättel (d.i. beide Beine auf einer Seite) betonen das Elegant-Hoheitliche sogar.
Doch schon "die Dt. Art" - Rock und darunter je 1 Schenkel auf 1 Seite - ist ärgerlich plump (wir Dt. neigen halt zu FormLosigkeit...). Und Damen in Hosen sind sowieso wider die (über)natürliche Ordnung: Das weibliche Geschlecht verkörpert nun mal nicht die Zweiheit, GeSpaltenheit des Mannes/Menschen; sondern …More
DamenSättel (d.i. beide Beine auf einer Seite) betonen das Elegant-Hoheitliche sogar.
Doch schon "die Dt. Art" - Rock und darunter je 1 Schenkel auf 1 Seite - ist ärgerlich plump (wir Dt. neigen halt zu FormLosigkeit...). Und Damen in Hosen sind sowieso wider die (über)natürliche Ordnung: Das weibliche Geschlecht verkörpert nun mal nicht die Zweiheit, GeSpaltenheit des Mannes/Menschen; sondern die EinHeit: den MutterSchoß, die unio mystica!
SvataHora
Wawawa! @Salzburger - Hoffentlich ist die Salzburger FSSPX nicht mit mehr solch wirren Ansichten belastet.
Salzburger
Wie schon oft genug geschrieben: Wenn Sie für was zu dumm sind, dann seien Sie wenigstens so klug zu schweigen!
SvataHora
Bei der FSSPX lässt sich eben (leider") allerlei Schaum nieder und schadet ihr damit! - Hoffentlich sind Sie gut bei Kasse, um wenigsten ordentlich was für den Kirchenneubau in Salzburg springen zu lassen
Salzburger
Also gut, @SvataHora: Einer von uns beiden ist denn halt "<ab>Schaum" mit "wirren Ansichten", der besser abgetrieben worden wäre; und der andere nicht.
SvataHora
"...besser abgetrieben worden wäre": Sie sind doch abartig! Und jetzt Schluss, bevor ich auch ausfallend werden muss!