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Joseph Ratzinger über Dogmengeschichte und -evolution

Joseph Ratzinger hat seine Anschauungen hinsichtlich Geschichtlichkeit und "Evolution" der katholischen Dogmen in einer kleinen, wenig rezipierten …
Salzburger
"Die christlichen Dogmen sind implizite Widerlegungen. Die dogmatischen Formeln legen nicht den Inhalt des Glaubens dar, sondern schließen Interpretationen aus, die ihn verfälschen. Die dogmatische Metapher zeigt einen Weg auf, ohne Beschreibungen des Ziels vorwegzunehmen." "Die eine philosophische Transkription des Dogmas verlangen, sind dieselben wie die, die eine Paraphrase des Gedichtes in …More
"Die christlichen Dogmen sind implizite Widerlegungen. Die dogmatischen Formeln legen nicht den Inhalt des Glaubens dar, sondern schließen Interpretationen aus, die ihn verfälschen. Die dogmatische Metapher zeigt einen Weg auf, ohne Beschreibungen des Ziels vorwegzunehmen." "Die eine philosophische Transkription des Dogmas verlangen, sind dieselben wie die, die eine Paraphrase des Gedichtes in Prosa fordern." "Da der Dogmatismus das Feld gewechselt hat, muß die Erbarmungslosigkeit die Stellung wechseln. Heute gilt es, die demokratischen Heuchler auszupfeifen." "Die Entwicklung des christlichen Dogmas hätte explizit hermeneutisch sein müssen - wie sie es implizit gewesen ist - und nicht exegetisch, wie sie es explizit gewesen ist. Um den Verdrehungen des Theologen zu entgehen." "Die Geschichte des christlichen Dogmas ist weder eine Entwicklung noch eine Entfaltung, sondern ein Tasten." " Die einen analysieren das christliche Dogma, als ob es ein formalisiertes axiomatisches System wäre, die anderen, als ob es aus subjektiven Fiktionen bestünde. Beide irren, weil die religiöse Metapher der Präzision entbehrt, ohne aber eines Bezugsobjektes zu entbehren." "Das Dogma zu vereinheitlichen, die Moral zu mildern, den Ritus zu vereinfachen, fördert nicht die Annäherung des Ungläubigen, sondern die Annäherung an den Ungläubigen." "Das katholische Dogma konstatiert eine geheimnisvolle Tatsache; es entwirft keine Erklärung." "Die Geschichte des Dogmas erzählt vor allem von den Anstrengungen der Kirche, das Verdunsten der Lehre in Metaphysik zu verhindern. Weder in Nicaea noch in Chalcedon ging es um Theorien: die Kirche grenzte ein Mysterium ein." (GOMEZ DAVILA)
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@Tradition und Kontinuität
Zur Kenntnisnahme.
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Solimões
kompliziert geschrieben, aber in der Sache völlig korrekt.
ich bin auch kein Freund des (neuen?) Axioms vom Ende der Offenbarung mit dem Tod des Apostels.
Dieses "Dogma" verhindert ein jegliches Sprechen Gottes in den Nachfolgern der Apostel, welcher Form sie auch seien.More
kompliziert geschrieben, aber in der Sache völlig korrekt.

ich bin auch kein Freund des (neuen?) Axioms vom Ende der Offenbarung mit dem Tod des Apostels.
Dieses "Dogma" verhindert ein jegliches Sprechen Gottes in den Nachfolgern der Apostel, welcher Form sie auch seien.
nujaas Nachschlag
Die Offenbarung ist keineswegs mit dem Tod der Apostel zu Ende, nur die für das Heil eines Christen notwendige.
Neu ist diese Auffassung auch nicht sondern mehr als 1000 Jahre alt.