Zum Video über die Inquisitionsmythen

Leider fand ich keine Möglichkeit, einen Kommentar zu dem Video zu verfassen. Deswegen einige Gedanken hier.
Es ist sehr wichtig, immer objektiv zu sein. Deswegen ist es auch gut, wenn es eine Korrektur von oft angegebenen Phantasiezahlen gibt.
Vom geistlichen Standpunkt aus ist allerdings zu sagen, dass, auch wenn die Inquisition nur ein einziges Todesopfer gefordert hätte, das um genau eines zu viel gewesen wäre. Leider hat der Beitrag sich nicht mit dem Thema "Folter" beschäftigt.

Das Neue Testament geht ganz klar davon aus, dass es nur einen Weg gibt, um das Heil zu erlangen: Jesus Christus (Johannes 14,6; Apostelgeschichte 4,12 ...). Dass Menschen, die gegen ihre Erkenntnis an einer falschen Lehre festhalten, verloren gehen, ist auch eine klare biblische Lehre (Galater 1,8-9; Titus 3,10-11).
Doch an keiner Stelle des Neuen Testaments finden wir irgendeine Rechtfertigung dafür, Gewalt gegen Andersdenkende oder auch gegen Abgefallene anzuwenden. So weit ich weiß, war Augustinus der Erste, der diese Gedanken hatte und auch propagierte.

Leider hat die römisch-katholische Kirche dieses falsche Denken übernommen (eine andere Irrlehre von Augustinus - die Prädestination zur Verdammnis - hat sie erfreulicherweise nicht übernommen, das blieb den Reformatoren vorbehalten) und so dieses im Mittelalter und der frühen Neuzeit verbreitete Denken geprägt. Nicht die katholische Kirche war das Opfer des mittelalterlichen Denkens, sie war die Ursache dieses Denkens. Dass auch Luther und Calvin diesem Denken verhaftet waren, spricht gegen diese beiden Irrlehrer, entschuldigt die katholische Hierarchie aber nicht. Das Vierte Laterankonzil (Canon 3) rief zur Gewaltanwendung gegen Ketzer auf. Ein Landesfürst, der das nicht tun wollte, geriet selber in den Verdacht der Ketzerei.

Die Kirche der Apostel kannte diese Form der Verfolgung von Irrlehrern nicht. In Titus 3,10 weist Paulus Titus an, einen "Sektierer" nach Ermahnung zu meiden. Es sollte klargestellt werden, dass dieser Mensch nicht zur Gemeinde der Christen gehört, ja nach 2 Johannes 10-11 soll man so einen Menschen nicht einmal grüßen. Dadurch sollte klar sein: Das ist ein Irrlehrer, der auf dem Weg ins Verderben ist.
Aber keine Anweisung, zur Gewaltanwendung, weder von kirchlicher noch von staatlicher Seite.

Die Inquisition war ein Verbrechen, und alle Verantwortlichen werden vor Gott dafür zur Rechenschaft gezogen, auch wenn es nicht Millionen Opfer waren, sondern "nur" einige Tausend.

"Denn in der Schrift steht: Euretwegen wird unter den Heiden der Name Gottes gelästert." (Römer 2,24)

Übrigens ist die Vorgehensweise: "Versöhnung", d.h. Unterwerfung unter die herrschende Religion, oder Tod genau die Methode, die wir auch im Koran finden, und die der "Islamische Staat", der zurecht als Terrororganisation verurteilt wird, anwendet.
Klaus Elmar Müller
Bei grundsätzlicher Zustimmung der Hinweis, dass die Inquisition ("Nachforschung") weg von missgünstigen Verdächtigungen wollte und die Beweislast der Behörde auferlegte.
augustinus 4
Vielleicht darf ich noch was zu einer fruchtbaren Kommunikation
anfügen, CSc:
1.) Der Glaube ist immer derselbe und ändert sich nicht.
2.) Rechtliche Bestimmungen (auch wenn Sie von Päpsten waren),
haben zur jeweiligen Zeit ihren Zweck erfüllt und versucht, dem
Glauben am besten zu entsprechen.
3.) Allerdings sind Rechtssätze nicht so konzipiert, dass sie in jedem
Fall die Fülle des Glaubens …More
Vielleicht darf ich noch was zu einer fruchtbaren Kommunikation
anfügen, CSc:
1.) Der Glaube ist immer derselbe und ändert sich nicht.
2.) Rechtliche Bestimmungen (auch wenn Sie von Päpsten waren),
haben zur jeweiligen Zeit ihren Zweck erfüllt und versucht, dem
Glauben am besten zu entsprechen.
3.) Allerdings sind Rechtssätze nicht so konzipiert, dass sie in jedem
Fall die Fülle des Glaubens darlegen. Sie fließen zwar aus der Fülle
heraus, allerdings kann zu gegebener Zeit auch durchaus eine andere
rechtliche Formulierung gefunden werden. Beispiel:

Die Frau aller Völker sagte vor Vat. II., die Lehre der Kirche müsse unverändert
bleiben, das Gesetz könne sich allerdings ändern. Wichtiger Hinweis: Die
Botschaften der Frau aller Völker wurden den jeweilige Päpsten übermittelt.
Es steht in den Botschaften drin. Auch hier ein Beispiel:

Das bestehende Nüchternheitsgebot sollte geändert werden. Dies wurde dem
Sakristan von Pius XII. mitgeteilt und nur deswegen hat es Pius XII. verändert
und dann Joh. XXIII. nochmal. In diesen Botschaften lässt sich auch ganz klar
erkennen, was der Himmel mit dem Konzil hätte bezwecken wollen. Leider musste
am Ende auch gesagt werden, dass die Bischöfe Jesus erneut gekreuzigt haben.

Wenn man also jetzt hergehen würde, und den Papst mit alten Vorschriften
kritisieren würde, weil er das Nüchternheitsgebot gelockert hatte, dann läge man
falsch. (In dem Fall wurde es gelockert, weil der Himmel manche strenge Sätze
im CIC für die heutige Zeit etwas auflockern wollte. Und dies in einem Spielraum,
der sinnvoll ist. Daher sagte Johannes XXIII., die Frucht des Konzils solle ein neuer
CIC sein. Das ist der Grund und kein anderer. (Um es zu vervollständigen: Wer
das Nüchternheitsgebot 3 h lang schafft, gut, wunderbar. Aber das Gesetz gibt
sich nun zurecht mit einer Stunde bis Kommunionempfang zufrieden. Den ganz
genauen Grund könnte ich angeben, aber lesen Sie doch bitte selber nach. Die
Botschaften fassen nur ein Büchlein von ca. 130 Seiten - ungefähr).

Was ich sagen möchte:
Man kann nicht allemöglichen Gesetzesaussagen von früher benutzen, um sie
als Grundlage für die Bewertung heutiger kirchlicher Aussagen zu benutzen. Der
Schwerpunkt in dem Satz liegt auf "allemöglichen".

Der Glaube ist lebendig und der Herr kann uns immer noch tiefer in die Wahrheit
einführen oder Veränderungen aus einem bestimmten Grund herbeiführen.
Wenn es nur darum ginge, vergangene Rechts- und Gesetzestexte
zu zitieren, dann bräuchte es eh keine Predigten und immer neue Ergießungen
der einen Wahrheit. Wenn pastorale Sätze nicht für richtig gehalten werden,
können wir aufhören zu reden. Das macht keinen Sinn.

Im übrigen täuscht man sich viel öfter als man meint, wenn man heutige mystische
Aussagen, die für den Himmel durchaus wichtig sind, weil es darin steht, nicht zu
Rate zieht.

Ob Sie das nun nutzen wollen, ist Ihre Sache.
😇
augustinus 4
An CSc:
Was in meinen Prädestinationskommentaren der Sinn ist, der hervortreten
sollte für Sie, d.h. für Ihre Auffassung zum Dogma, ist die Tatsache, dass das
Dogma niemals die persönliche freie Entscheidung des Menschen umgeht,
was also bedeutet, dass sich jeder Mensch selber verdammt. Ich stimme
dem dogmatischen Satz vollkommen zu. Da gibt es überhaupt nichts
zu diskutieren von meiner Seit…More
An CSc:
Was in meinen Prädestinationskommentaren der Sinn ist, der hervortreten
sollte für Sie, d.h. für Ihre Auffassung zum Dogma, ist die Tatsache, dass das
Dogma niemals die persönliche freie Entscheidung des Menschen umgeht,
was also bedeutet, dass sich jeder Mensch selber verdammt. Ich stimme
dem dogmatischen Satz vollkommen zu. Da gibt es überhaupt nichts
zu diskutieren von meiner Seite. Unsere Gesprächsbasis war dazu der
dogmatische Satz, nicht "Privatoffenbarungen".

Was auffällt, ist, dass Sie sich gegen viele richtigen Erklärungen
von mir auflehnen und sie als falsch hinstellen, obwohl manchmal fast kein
Unterschied zu Ihren Aussagen besteht. So macht reden keinen Sinn, ich
sage Ihnen etwas dazu:
Wenn Sie ein zweifellos richtiges Argument ad absurdum führen wollen,
dann ist das Ihr Problem, aber nicht meins. Diskutieren Sie bitte mit sich
selber, wenn Sie nicht kooperativ sein wollen.

Was den Vatikan anbelangt: Ja, der Papst hat im Vatikan auch weltliche Macht.
Das steht doch außer Zweifel. Ich hatte aber allgemein gesprochen: Die Bischöfe
(außer eben der Papst) sollten keinerlei weltliche Macht besitzen. So einfach ist
das. Und die weltliche Macht des Papstes sollte sicherlich nicht ausufern. Durch
die Schrumpfung auf das kleine Gebiet des Vatikans hat die Vorsehung sicherlich
auch eine Aussage getroffen.

Und was die Todesstrafe angeht, hat Jesus Christus mehrere mystische Aussagen
getätigt und das ist der Wille Gottes, nicht etwas anderes. Das ist keine Privat-
Erkenntnis, sondern geht alle was an.

Und wenn Sie schon meinen, so korrekt mit Heiligenaussagen umzugehen,
stellen Sie uns doch bitte einige Werke von Heiligen einmal vor. Das wäre
doch mal was. Dann können wir sehen, wieviel Ihnen die Heiligen wirklich wert
sind.

Viel Erfolg dabei !

P.S.: Was soll CSc eigentlich bedeuten ?
CSc
@Ein einfacher Christ

Wenn ich noch nichts zur Folter geschrieben habe, so deswegen, weil ich mich erst noch eingehender darüber informieren möchte. Klar ist jetzt schon, dass ich auch in dieser Frage Christus, der Kirche und den Heiligen folge.

Da die Verurteilungen in der Bulle von Papst Leo X. unfehlbare Kathedralentscheidungen darstellen, hat der Heilige Geist durch den Heiligen Vater …More
@Ein einfacher Christ

Wenn ich noch nichts zur Folter geschrieben habe, so deswegen, weil ich mich erst noch eingehender darüber informieren möchte. Klar ist jetzt schon, dass ich auch in dieser Frage Christus, der Kirche und den Heiligen folge.

Da die Verurteilungen in der Bulle von Papst Leo X. unfehlbare Kathedralentscheidungen darstellen, hat der Heilige Geist durch den Heiligen Vater gesprochen. Wieso sollte der Heilige Geist gegen Scheiterhaufen sein, da Er doch auch für Steinigungen und sogar für die Feuerhölle ist? Die Heiligen haben Scheiterhaufen für Häretiker auch befürwortet.

Sie verweisen auf Lk 9,54f. Die Zeit des Erdenwandels Christi war die Zeit unermesslichen Erbarmens. Aus diesem Grund hat Er jenen Städten, die Seine Jünger nicht aufnehmen zwar für den Jüngsten Tag ein Gericht prophezeit, welches schlimmer sein wird, als jenes über Sodom und Gomorrha (Mt 10,14f.), aber gleichzeitig seinen Aposteln verboten schon jetzt Feuer auf jene Städte herabzurufen (Lk 9,53-55). Christus sprach: „Wisst ihr nicht, welchen Geistes ihr seid? Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, Menschenseelen zu verderben, sondern zu retten.“ (Lk 9,55) So ist gemäß dem hl. Augustinus auch zu erklären, warum Christus auf die Steinigung der Ehebrecherin verzichtet und sie begnadigt. Nicht, weil Christus prinzipiell gegen die Todesstrafe wäre, die Er im Alten Bund ja selbst vorgeschrieben hat, noch weil Er die Absicht hat, kraft Seiner alles umfassenden göttlichen Vollmacht die Todesstrafe nun abzuschaffen.

Hier erklärt der hl. Augustinus, weshalb sich Christus gegenüber der Ehebrecherin so verhalten hat, wie Er Sich gemäß dem Evangelium verhalten hat:
www.unifr.ch/bkv/kapitel1806-4.htm
www.unifr.ch/bkv/kapitel1806-5.htm
www.unifr.ch/bkv/kapitel1806-6.htm

Ein Hinweis zum Schluss, da sie die hll. Hippolyt und Calixtus erwähnt haben: Wider den falschen Beschuldigungen gegen den hl. Papst Kallistus I.
CSc
@augustinus 4

Ihr von mir beanstandeter Satz über die Prädestination kann mit der kirchlichen Prädestinationslehre nicht in Einklang gebracht werden. Was Ihre neueren Ausführungen zur Prädestination betrifft, so erscheinen sie mir wenigstens verwirrend, womöglich auch gänzlich falsch zu sein. Die kirchliche Lehre dagegen ist klar. Bestimmte Engel und Menschen sind zur Seligkeit vorherbestimmt; …More
@augustinus 4

Ihr von mir beanstandeter Satz über die Prädestination kann mit der kirchlichen Prädestinationslehre nicht in Einklang gebracht werden. Was Ihre neueren Ausführungen zur Prädestination betrifft, so erscheinen sie mir wenigstens verwirrend, womöglich auch gänzlich falsch zu sein. Die kirchliche Lehre dagegen ist klar. Bestimmte Engel und Menschen sind zur Seligkeit vorherbestimmt; bestimmte Engel und Menschen sind wegen ihrer vorhergesehenen Sünden zur Verdammnis vorherbestimmt. Luzifer und alle Engel und Menschen, die ihm freiwillig folgen und deswegen verdammt werden, sind von Gott zur Verdammnis vorherbestimmt, da Gott sie mit dem Wissen geschaffen hat, dass sie sich trotz Seiner Gnade aus eigener Schuld verdammen werden.

Eine Privatoffenbarung, die der Kirchenlehre widerspricht, erkennt der Katholik als falsche Privatoffenbarung, die aus der Hölle stammt. „Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist“, ermahnt uns eindringlich der Apostel Johannes, „sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen“ (1 Joh 4,1). Privatoffenbarungen, die der göttlichen Offenbarung, so wie sie das kirchliche Lehramt immer verstanden hat, widersprechen, stammen nicht vom Himmel. Wir müssen in unseren Tagen sehr wachsam sein, denn heute gelten die Worte Christi: „Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist Er! Hier ist Er!, so geht nicht hin und lauft nicht hinterher!“ (Lk 17,22f.). Der Heiland warnt uns: „Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter Meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!“ (Lk 21,8). Zu denjenigen, die diesen falschen Privatoffenbarungen nicht folgen, spricht der Apostel Paulus: „Niemand soll euch verachten, [...] der mit Visionen prahlt und sich ohne Grund nach weltlicher Art wichtig macht, sich dabei aber nicht an das Haupt [Christus] hält, von Dem aus der ganze Leib [die Kirche] durch Gelenke und Bänder versorgt und zusammengehalten wird und durch Gottes Wirken wächst“ (Kol 2,18f.).

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie nicht wüssten, dass die NWO-Elite sich i.d.R. genauso eifrig für die Abschaffung der Todesstrafe für Verbrecher einsetzt, wie sie für die Legalisierung der Ermordung von Unschuldigen (= Abtreibung) eintritt.

Der Papst ist nicht nur geistliches Oberhaupt der Kirche Christi, sondern auch weltliches Oberhaupt des Kirchenstaats. Papst Pius IX. verurteilte in seinem Syllabus errorum vom 8. Dezember 1864 unter „§IX. Irrtümer über die weltliche Obergewalt des Römischen Bischofs“ folgende falsche These: „Die Abschaffung der bürgerlichen Herrschaft, in deren Besitz der Apostolische Stuhl ist, trüge in höchstem Maße zur Freiheit und zum Glück der Kirche bei.“ (DH 2976) Am 24. November 1868 ließ Papst Pius IX. in seiner Funktion als Monarch des Kirchenstaats die Rebellen Giuseppe Monti und Gaetano Tognetti enthaupten. Wenn geistliche Würdenträger zugleich Träger weltlicher Macht sind, dürfen und müssen sie auch ihre weltliche Gewalt zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen ausüben.
Ein einfacher Christ
@CSc:

Vielleicht sind Sie viel beschäftigt, und deswegen noch nicht zu Ihrer angekündigten Stellungnahme zum Thema „Folter“ gekommen. Obwohl ein kurzes klares Nein, wie ich das von jemanden erwarte, der glaubt, dass in Jesus Christus die Güte und Menschenliebe unseres Retters (Titus 3,4) erschienen ist, nicht lange dauern dürfte.

Falls ich diesen Artikel www.dominikaner.de/…/Erklaerung_des_…More
@CSc:

Vielleicht sind Sie viel beschäftigt, und deswegen noch nicht zu Ihrer angekündigten Stellungnahme zum Thema „Folter“ gekommen. Obwohl ein kurzes klares Nein, wie ich das von jemanden erwarte, der glaubt, dass in Jesus Christus die Güte und Menschenliebe unseres Retters (Titus 3,4) erschienen ist, nicht lange dauern dürfte.

Falls ich diesen Artikel www.dominikaner.de/…/Erklaerung_des_… richtig verstanden habe, denken, die heutigen Dominikaner etwas anders über die Inquisition als Sie. In einem anderen Artikel versuchen die Dominikaner auch etwas mehr Verständnis für die Inquisition aufzubringen: www.dominikaner.de/…/Frank-Dominikan…

Aber auch in diesem Artikel findet sich der Satz: Uns ist ja klar, mit dem Geist Jesu hat die Inquisition nichts zu tun.

Als einfacher Christ möchte ich mich aber nicht auf die Worte der heutigen Dominikaner berufen, welche ihre Einstellung erfreulicherweise zum Positiven geändert haben, sondern auf die Worte des Herrn Jesus Christus, welcher im Gleichnis vom Unkraut des Ackers in Matthäus 13,30 sagt: Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

Ich verstehe das nicht so, wie es heute viele oder alle Modernisten verstehen, und nach dem Zeugnis Hippolyts auch schon der römische Bischof Calixt I. verstanden haben soll (Widerlegung aller Häresien, Buch IX, Kapitel 12 www.unifr.ch/bkv/kapitel1770-7.htm), dass alle Sünder ohne Reue in der Kirche bleiben sollen. Das hat Jesus sicher nicht gemeint. Aber, wer meint, dass Häretiker getötet werden sollen, handelt gegen dieses Wort Jesu.

Der Herr Jesus Christus hat auch gesagt: Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. (Matthäus 12,31)

Es fällt mir schwer, den Satz: „Dass Häretiker verbrannt werden ist also nicht (!) gegen den Willen des Heiligen Geistes.“ NICHT als eine Lästerung gegen den Heiligen Geist zu verstehen. Dem Heiligen Geist diese schreckliche Hinrichtungsart in die Schuhe schieben zu wollen, ist schon ein starkes Stück. Vor dem Richterstuhl Christi werden Sie sich nicht auf Giovanni de' Medici (besser als Leo X. bekannt) berufen können, der das angeblich unfehlbar gelehrt habe.

Bitte lesen Sie auch Lukas 9,54-56, am besten nach der Vulgata, in der eine wichtige Aussage steht, die leider nicht in allen Handschriften, enthalten ist, und so in der Einheitsübersetzung nur in der Fußnote steht: Nescitis cujus spiritus estis. Filius hominis non venit animas perdere, sed salvare. Ihr wisst nicht, was für ein Geist aus euch spricht. Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschen zu vernichten, sondern um sie zu retten.
augustinus 4
Schuldbekenntnis einer Priesterseele aus dem Fegefeuer
Auch hier steht sinngemäß, dass die Todesstrafe nicht erlaubt ist,
womit wir schon das 3. übernatürliche Zeugnis hier besprechen:

"Das Leben soll in Gottes Hand liegen und nicht, dass der
Mensch sich in seinem Hochmut anmaßt, über das Leben
des einzelnen Menschen zu verfügen."


Wohl dem, der darauf hört, was im Himmel gilt und
im 5. Gebot …More
Schuldbekenntnis einer Priesterseele aus dem Fegefeuer
Auch hier steht sinngemäß, dass die Todesstrafe nicht erlaubt ist,
womit wir schon das 3. übernatürliche Zeugnis hier besprechen:

"Das Leben soll in Gottes Hand liegen und nicht, dass der
Mensch sich in seinem Hochmut anmaßt, über das Leben
des einzelnen Menschen zu verfügen."


Wohl dem, der darauf hört, was im Himmel gilt und
im 5. Gebot steht !
augustinus 4
Ich stimme dem Dogma zur Prädestination, voll zu,
hatte mich aber mit dem Artikelschreiber unterhalten,
um nur das Wesentliche darzustellen.
Alle Menschen sind von vornherein für den Himmel bestimmt,
weil aber der Herr schon vorhersieht, dass sich manche falsch
entscheiden werden, sind sie dann letztlich für die Hölle bestimmt,
aber nicht von aller Anfang an, denn der Himmlische Vater will
keine…More
Ich stimme dem Dogma zur Prädestination, voll zu,
hatte mich aber mit dem Artikelschreiber unterhalten,
um nur das Wesentliche darzustellen.
Alle Menschen sind von vornherein für den Himmel bestimmt,
weil aber der Herr schon vorhersieht, dass sich manche falsch
entscheiden werden, sind sie dann letztlich für die Hölle bestimmt,
aber nicht von aller Anfang an, denn der Himmlische Vater will
keine Wesen erschaffen mit dem Urzweck, sie in die Hölle zu verfrachten.
Das wäre ein völlig falsches Gottesbild. Das würde ja konsequent
durchgedacht bedeuten, Luzifer wäre von Anfang an für die Hölle
bestimmt gewesen, aber das stimmt definitiv nicht. Er hatte die völlig
freie Entscheidung. Das Böse wurde nicht von Gott erschaffen, sondern
der völlig freie Wille. Wir brauchen gar nicht über diese Dinge diskutieren,
weil es nur Nuancen sind, auf die ich eigentlich gar nicht hinauswollte.

(Man muss es schon auch verstehen wollen ! Die Liebe Gottes
verdammt niemanden. Jeder Verdammte verdammt sich durch
die Ablehnung Gottes selbst. Das ist auch eine Wahrheit, welche
dem Dogma exakt entspricht !)

Wenn Sie einfache Sätze stehen lassen könnten, wären Sie fähig,
die himmlischen Botschaften zu glauben. Diese sind nämlich göttliche
Offenbarung bzw. Botschaften. Es gibt nur ganz wenige Punkte, die
in der Lehre der Kirche verbesserungsfähig bzw. ausbaufähig sind:
Die Mariologie z.B.. Hat man die Unbefleckte Empfängnis am Anfang
richtig begriffen ? Nein, selbst Albertus Magnus, dessen Schüler Thomas
v. Aquin war, hat nicht lösen können, wann die Erbsünde im Mutterleib Mariens
genommen wurde (was meiner Erinnerung nach seine Annahme war), oder ob
sie völlig befreit davon war. Er wusste es schlicht und ergreifend nicht wie so
viele andere Größen der damaligen Zeit.

Für Sie sind unten zitierte himmlische Botschaften nicht relevant, daher brauchen
wir nicht weiterreden. Das bringt nichts.

Weil Sie schon die NWO erwähnen: Da verwechseln Sie was: Genau die
USA-NWO-Leute fordern die Todesstrafe. Die Katholische Kirche hat dafür
gesorgt, dass die Todesstrafe reduziert und schließlich abgeschafft wurde.

Zum Verhältnis von kirchlicher und weltlicher Macht:
Dass das Papstamt und die weltliche Macht vereint waren, war eine
Durchgangsstation der Geschichte, aber niemals so, wie es im Ideal
sein sollte:
Der hl. Augustinus hat ausführlich im Gottesstaat darüber geschrieben.
Gegenseitige Befruchtung von Kirche und Staat ist das Ideal, wobei
der Staat die kirchlichen Gesetze schützen soll und im Staat umsetzen
soll und wobei das weltliche Oberhaupt (der Kaiser) dem religiösen
Oberhaupt (dem Papst) dient. Geistliche Würdenträger sollen dabei
keine (!!!!!!) weltliche Macht besitzen. Dies war ein Missstand der Ge-
schichte, der von Christus wieder beseitigt wurde. Und darauf zielt
meine berechtigte Kritik ab. Womit wir derselben Meinung sein müssten,
weil es nie anders gelehrt wurde.


Gesegneten Tag !

P.S.:
Sie sollten nicht immer gleich kritisieren, wo es nichts zu kritisieren
gibt. Es kommt auf das Verständnis an, nicht lediglich auf den
Buchstaben !

Sie brauchen mir auch keine Dogmen vorlegen. Ich stimme in
allem der Lehre der Kirche zu. Was die Todesstrafe angeht, ist es ein
absoluter Sonderfall, würde ich sagen. Es ist meiner Vermutung nach ein
Punkt, in welchem die Kirche selbst durch neuere Botschaften korrigiert
wurde. Johannes Paul II. hatte den Fall "Todesstrafe" eher in Richtung der
Ansicht der unteren Botschaften verkündet. Es gibt nur äußerst wenige
Fälle, wo die Kirchenlehre noch entwicklungsbedürftig ist, z.B. in
der Mariologie. Die Todesstrafe ist ja nicht als Lehre von Anfang an
behauptet worden, sondern als Gewohnheit der weltlichen Obrigkeiten
erduldet worden. Heilige haben sich nie gewehrt, die Todesstrafe anzunehmen.
Es brauchte eine Entwicklung, bis die Staaten die Todesstrafe abschafften.
Der Geist Gottes war es, der dies bewirkte, wie untere Botschaften beweisen.
Jetzt in jüngster Zeit kommen tyrannische Staaten wieder mit der Todesstrafe
dafür. Also bitte: Jeder Christ möge aufwachen ! Wir verkünden Gottes- und
Nächstenliebe, sogar Feindesliebe und nicht die Todesstrafe.

Jesus Christus hat zur Todesstrafe seine Botschaften gegeben.
Dem gibt es nichts hinzuzufügen !
CSc
@Ein einfacher Christ

Wie bereits unter Legitimität der Todesstrafe gegenüber @Winfried angekündigt, werde ich zur Folter bei Gelegenheit noch etwas schreiben.

Aus 2 Kor 10,4-6 dürfen Sie nicht schließen, der Apostel Paulus habe den Gebrauch irdischer Waffen prinzipiell abgelehnt. Er schreibt ja hier von der Kirche, die sich - wie Sie richtig schreiben - in der Tat geistiger Waffen bedient, …More
@Ein einfacher Christ

Wie bereits unter Legitimität der Todesstrafe gegenüber @Winfried angekündigt, werde ich zur Folter bei Gelegenheit noch etwas schreiben.

Aus 2 Kor 10,4-6 dürfen Sie nicht schließen, der Apostel Paulus habe den Gebrauch irdischer Waffen prinzipiell abgelehnt. Er schreibt ja hier von der Kirche, die sich - wie Sie richtig schreiben - in der Tat geistiger Waffen bedient, da irdische Waffen in dem Kampf, den sie führt, nichts nützen. Darum haben die Kirchenmänner immer versucht, häretische Bewegungen durch Reformen und Widerlegung zu begegnen. So gründete Papst Innozenz III. die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner, um die häretischen Armutsbewegungen wieder in die Kirche einzubinden, was teilweise gelang. Papst Hadrian VI. ließ 1523 auf dem Nürnberger Reichstag ein Schuldbekenntnis verlesen, wodurch die Missstände in der Römischen Kurie, die den Erfolg der protestantischen Häresie begünstigt haben, in aller Deutlichkeit angeprangert und aufs schärfste verurteilt wurden und er kündigte tiefgreifende Reformen an, die er aufgrund seines baldigen Todes allerdings nicht mehr umsetzen konnte. Der hl. Inquisitor Petrus Martyr predigte so erfolgreich gegen die katharische Häresie, dass er von Katharern zum Märtyrer gemacht wurde. Der hl. Kardinalinquisitor Robert Bellarmin behandelte die protestantischen Irrtümer in einer Schrift derart überzeugend, dass von protestantischer Seite hunderte Gegenschriften verfasst wurden. Die Kirche bedient sich nicht irdischer Waffen. Darum wurden hartnäckige Häretiker dem weltlichen Arm zur Hinrichtung übergeben.

Die weltliche Gewalt besitzt gemäß den Worten des Apostels Paulus in Röm 13,4 das Recht des Schwertgebrauchs bei der Strafverfolgung von Verbrechern. Das katholische Gemeinwesen ist das Ideal eines Gemeinwesen, da es nach den göttlichen Gesetzen eingerichtet ist. Die Verwandlung des heidnischen Reichs in ein christliches Reich in der Spätantike ist zweifellos die Frucht jenes Blutes, welches die Märtyrer der ersten Jahrhunderte vergossen haben. In einem katholischen Gemeinwesen besitzt die katholische Religion Verfassungsrang, weshalb die weltliche Obrigkeit die katholische Religion schützt und fördert. In einem katholischen Gemeinwesen wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Ausübung nichtkatholischer Religionen und hartnäckiger Glaubensabfall von Katholiken ein Verbrechen ist. Diejenigen, die niemals Katholiken waren dürfen gemäß der Kirchenlehre aber nicht dazu gezwungen werden, die wahre Religion anzunehmen, da der Glaubensakt seiner Natur nach ein freier Akt ist.
CSc
@augustinus 4

Zur Prädestination hatten Sie geschrieben: „Die Prädestination verweist im Grunde (sehr vereinfacht gesagt) nur auf die Tatsache hin, dass jeder Mensch zum Heil bestimmt ist.“ Das stimmt (auch sehr vereinfacht) nicht. Es gehört zur unfehlbaren Kirchenlehre, dass die einen Menschen zur Seligkeit und die anderen Menschen zur Verdammnis bestimmt sind. Denn obgleich Gott in Seiner …More
@augustinus 4

Zur Prädestination hatten Sie geschrieben: „Die Prädestination verweist im Grunde (sehr vereinfacht gesagt) nur auf die Tatsache hin, dass jeder Mensch zum Heil bestimmt ist.“ Das stimmt (auch sehr vereinfacht) nicht. Es gehört zur unfehlbaren Kirchenlehre, dass die einen Menschen zur Seligkeit und die anderen Menschen zur Verdammnis bestimmt sind. Denn obgleich Gott in Seiner unendlichen Liebe „will, dass alle Menschen gerettet werden“ (1 Tim 2,4) und deshalb jedem einzelnen genügend Gnade zu seiner Rettung gibt, schuf Er nicht nur Menschen, von denen Er in Seiner Allwissenheit im Voraus wusste, dass sie sich durch Seine Gnade retten, sondern auch Menschen, von denen Er in Seiner Allwissenheit im Voraus wusste, dass sie sich durch eigene Schuld verdammen. So verherrlichen die Heiligen durch ihr Glück im Himmel und die Verdorbenen durch ihre Pein in der Hölle den Allerhöchsten. Unser Leben auf dieser Erde dient dazu, dass wir uns mit unserem freien Willen für oder gegen die vollkommene Liebe, die in den Wunden unseres gekreuzigten Erlösers zum Ausdruck kommt, entscheiden. Auch jene Seelen, die gelebt haben und gestorben sind ohne unseren Herrn Jesus Christus zu kennen, werden von Gott durch die äußeren Umstände ihres Leben und das innere Wirken der Gnade vor diese Entscheidung gestellt, sodass auch ihnen die Wunden Christi entweder zum Heil oder zum Verderben gereichen.

Sie haben Recht, wenn Sie meinen, dass im Alten Bund die Gerechtigkeit Gottes im Zentrum steht, während es im Neuen Bund die Barmherzigkeit Gottes ist. Vielleicht besser ausgedrückt: Im Alten wie im Neuen Bund steht die Barmherzigkeit Gottes im Zentrum, obgleich diese im Neuen Bund, insbesondere durch die Menschwerdung und das Kreuzesopfer Christi, noch einmal unvergleichlich stärker hervortritt als im Alten. Bereits der Psalmist schreibt aber: „Die Barmherzigkeit des Herrn will ich in Ewigkeit besingen.“ (Ps 88,1) Der Gott des Alten und Neuen Bundes „ist die Liebe“ (1 Joh 4,16). Hinsichtlich der Legitimität der Todesstrafe hat sich im Neuen Bund gemäß der Kirchenlehre nichts geändert. Die Todesstrafe entspricht ja der vollkommenen Liebe, wie es auch die Heiligen beweisen, die in dieser reinen Liebe lebten und die Anwendung der Todesstrafe befürworteten. Die Todesstrafe dient nicht nur dem Schutz des Gemeinwesens vor schweren Verbrechern, insofern sie diese vor der Tat abschreckt und nach der Tat beseitigt, sondern sie dient auch dem Verbrecher selbst, da sein im bösen verstockter Wille durch die Furcht vor dem nahenden Tod leichter gebrochen wird, da er bei reuevoller Gesinnung seine Tat sühnen und sich so das Fegefeuer ersparen kann und da er selbst bei bleibender Verstockung davor bewahrt wird, sich durch sein Ausharren im Bösen noch größere Höllenpein zuzuziehen. Aus diesen Gründen hat Gott der weltlichen Obrigkeit die Anwendung der Todesstrafe bei schweren Verbrechen erlaubt.

Ein historisches Beispiel: Im Mai des Jahres 1447 raubte Anna Vögtli das Allerheiligste Sakrament des Altares aus der Pfarrkirche von Ettiswil in Luzern in der Schweiz – dasselbe hatte sie bereits zweimal in der Kirche von Bischoffingen getan –, um das Allerheiligste gegen eine Entlohnung gottlosen Menschen für abscheuliche Sakrilegien zu überlassen. Anna Vögtli wurde verhaftet, sie gestand alles und bereute ihre Tat zutiefst. „Der liebe Gott, dessen Barmherzigkeit größer ist als die Verbrechen aller Menschen und aller Zeiten, hat ihr gewiss verziehen, da sie im Geiste der Sühne willig die Verurteilung zum Feuertode annahm. [...] Das Gerichtsprotokoll berichtet, dass Anna Vögtli vor dem Richter Hemmann und den von ihm eigens gerufenen und aufgebotenen Zeugen ihre Schuld eingestanden habe. - «Bis zum letzten Augenblicke ihres Lebens hielt sie dies Geständnis aufrecht und hauchte unter großer Reue ihres Herzens und mit hoher Andacht, selig, wie man fromm glaubt, im lodernden Feuer ihr Leben aus!»“ (Haesele, Maria, Eucharistische Wunder aus aller Welt, 8. Aufl., Stein am Rhein, 2009, S. 17).

Sie sollten Ihre Haltung unbedingt überdenken, denn Sie wenden sich gegen die göttliche Offenbarung, wie die das kirchliche Lehramt sie immer verstanden hat und wie die Heiligen sie in ihrem Leben verwirklicht haben. Gott ist die vollkommene Liebe und durch Seine Offenbarung, Seine Kirche, Seine Heiligen will Er nichts anderes bewirken, als dass die Seelen aus reinster Liebe verzehrt werden, damit sie in den Himmel eingehen und glücklich sein können. Die Todesstrafe kann nur der ablehnen, der ihren tiefen Sinn im göttlichen Heilsplan verkennt, weil er vom luziferischen Pseudohumanismus der „Aufklärung“ und der Neuen Weltordnung infiziert ist. Den „Aufklärern“ und Architekten der Neuen Weltordnung gilt die Mahnung des Propheten Isaias: „Wehe denen, die Böses gut nennen und Gutes böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis, die bitter zu süß machen und süß zu bitter.“ (Is 5,20)

Noch eine Anmerkung: Sie kritisieren eine Verquickung von kirchlicher und weltlicher Gewalt. Harmonische Beziehungen zwischen der kirchlichen und der weltlichen Gewalt stellen aber das Ideal dar, da beide Gewalten zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen zusammenarbeiten müssen.
Ein einfacher Christ
@CSc: Über Karl Borromäus fand ich in der Wikipedia folgenden Text:
Als Borromäus 1583 vom Generalrat des überwiegend katholischen Misoxertales um Hilfe gegen die – vielfach aus Italien geflohenen – Protestanten gebeten wurde, wurde dieses Hindernis dadurch umgangen, dass man die Verdächtigen stattdessen der Hexerei bezichtigte. Hiergegen hatte die weltliche Obrigkeit in Graubünden nichts …More
@CSc: Über Karl Borromäus fand ich in der Wikipedia folgenden Text:
Als Borromäus 1583 vom Generalrat des überwiegend katholischen Misoxertales um Hilfe gegen die – vielfach aus Italien geflohenen – Protestanten gebeten wurde, wurde dieses Hindernis dadurch umgangen, dass man die Verdächtigen stattdessen der Hexerei bezichtigte. Hiergegen hatte die weltliche Obrigkeit in Graubünden nichts einzuwenden. Von 108 Angeklagten wurden elf durch die weltliche Gewalt verbrannt, die übrigen kehrten unter Folter zur Kirche zurück. Im benachbarten Calancatal wurde ähnlich verfahren, von 50 protestantischen Familien des Tales soll nach Borromäus' Abreise keine mehr übrig gewesen sein.

Unabhängig von den historischen Details möchte ich Sie persönlich fragen: Wie stehen Sie zur Folter? Ist die auch von Heiligen Geist gewollt wie die Verbrennung von Häretikern? Die Folter - wenn auch in "gemäßigter" Form (es sollten keine bleibenden körperlichen Schäden oder der Tod bewirkt werden) wurde ja auch von einem Papst (Innozenz IV - Dekretale "Ad Extirpanda", 1252) angeordnet.

Paulus hat da anders gedacht:
Die Waffen, die wir bei unserem Feldzug einsetzen, sind nicht irdisch, aber sie haben durch Gott die Macht, Festungen zu schleifen; mit ihnen reißen wir alle hohen Gedankengebäude nieder, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen. Wir nehmen alles Denken gefangen, sodass es Christus gehorcht; wir sind entschlossen, alle Ungehorsamen zu strafen, sobald ihr wirklich gehorsam geworden seid. (2 Kor 10,4-6)

Die Waffen des Christen und der Kirche sind nicht irdisch. Gedankengebäude werden durch Worte der Weisheit niedergerissen, nicht durch Folter und Tod! Das Denken wird durch freiwillige Unterordnung unter den Willen Gottes gefangengenommen, durch Gehorsam Christi, der immer in der Liebe begründet ist. Die Strafen der Gemeinde sind nicht Gefängnis, Folter oder Tod, sondern Ermahnung und - im schlimmsten Fall - Ausschluss.
augustinus 4
"Jede Entschuldigung wird vom Menschen angeführt, um einem anderen Menschen das Leben zu nehmen, doch keine davon wird als gerechtfertigt akzeptiert werden, unter welchen Umständen auch immer. Das trifft auf Exekution, die Sünde der Abtreibung und Euthanasie zu.

Werdet jetzt wach, ihr alle, und denkt daran, dass ihr hart gerichtet werdet, solltet ihr gegen das heiligste aller Gebote Meines …More
"Jede Entschuldigung wird vom Menschen angeführt, um einem anderen Menschen das Leben zu nehmen, doch keine davon wird als gerechtfertigt akzeptiert werden, unter welchen Umständen auch immer. Das trifft auf Exekution, die Sünde der Abtreibung und Euthanasie zu.

Werdet jetzt wach, ihr alle, und denkt daran, dass ihr hart gerichtet werdet, solltet ihr gegen das heiligste aller Gebote Meines Vaters verstoßen: Du sollst nicht töten. Vergesst nicht: Es gibt nur einen Gott, und nur Er kann entscheiden, wann ein Leben genommen wird. Verstoßt ihr gegen dieses Gebot in voller Kenntnis dessen, was ihr tut, so werdet ihr für die Ewigkeit die Qual der Hölle erleiden.

Bitte, Ich beschwöre euch, gebt dem Druck Satans nicht nach, der ständig dazu ermutigt, Leben zu nehmen, damit er Seelen stehlen kann, die sonst für das Herrliche Reich Meines Vaters bestimmt wären.

Euer Göttlicher Erlöser

Lehrer und Retter

Jesus Christus"
augustinus 4
"Denjenigen, welche die Todesstrafe stillschweigend billigen, sage Ich Folgendes:

Ihr, die ihr einen Menschen dazu verurteilt, getötet zu werden, seid desselben Verbrechens schuldig, dessen er möglicherweise schuldig ist.

Ihr seid in diesem Fall des Mordes schuldig, und das ist eine Todsünde. Euch ist nicht das Recht gegeben worden, ein Leben zu nehmen … oder zu richten. Nur Ich, Jesus …More
"Denjenigen, welche die Todesstrafe stillschweigend billigen, sage Ich Folgendes:

Ihr, die ihr einen Menschen dazu verurteilt, getötet zu werden, seid desselben Verbrechens schuldig, dessen er möglicherweise schuldig ist.

Ihr seid in diesem Fall des Mordes schuldig, und das ist eine Todsünde. Euch ist nicht das Recht gegeben worden, ein Leben zu nehmen … oder zu richten. Nur Ich, Jesus Christus, habe das Recht, zu richten.

Jeder, der durch den Akt einer Hinrichtung zum Tod eines Mörders beiträgt, wird in Ewigkeit im Feuer der Hölle leiden, wenn er nicht bereut.

So viele von euch glauben an das Gesetz „Auge um Auge“. Wie irregeführt ihr doch seid. Erkennt ihr die Gebote Meines Vaters nicht an? „Du sollst nicht töten.“


Du sollst nicht töten gilt auch für diejenigen aggressiven Armeen, die in Länder, die ihnen nicht gehören, einmarschieren, um sie zu beherrschen.

Es gilt für Armeen, die unschuldige Seelen niederschießen und töten. All das ist Mord. Es verstößt gegen das Gebot Meines Vaters."

(Jesus Christus)
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augustinus 4
@CSc:
1.) Die Prädestination hatte ich ausdrücklich vereinfacht dargestellt
und zwar richtig. Alles andere war nicht mein Thema.

2.) Zur Hl. Schrift: Da sind wir uns schlicht und ergreifend nicht einig:
Zwischen AT und NT gibt es in der Auswirkung der Gerechtigkeit einen
fundamentalen Unterschied: Das Gesetz Christi, das Gnadengesetz Christi,
das evangelische Gesetz Christi, welches die Vorzeic…More
@CSc:
1.) Die Prädestination hatte ich ausdrücklich vereinfacht dargestellt
und zwar richtig. Alles andere war nicht mein Thema.

2.) Zur Hl. Schrift: Da sind wir uns schlicht und ergreifend nicht einig:
Zwischen AT und NT gibt es in der Auswirkung der Gerechtigkeit einen
fundamentalen Unterschied: Das Gesetz Christi, das Gnadengesetz Christi,
das evangelische Gesetz Christi, welches die Vorzeichen ändert zur
Fülle der Liebe: Gottesliebe, Nächstenliebe, Feindesliebe, Barmherzigkeit.
Das Gesetz Christi besteht im Verzeihen, Vergeben, Begnadigen, barmherzig sein.

Warum ist da ein gewisser Unterschied: Weil im AT die Sünde zurückgehalten
werden musste mit Strafen. Im NT konnte die Gnade des Blutes Christi wirken
und die Seele immer sofort erneuern. Die Ausgießung des Hl. Geistes schenkt
so viel Gnade, dass man die Fülle der Liebe üben kann.

Was die weltliche Gerichtsbarkeit angeht, muss sie gemäß NT akzeptiert werden,
also auch Todesstrafe, allerdings kann ich beim besten Willen nicht erkennen,
dass Christus die Todesstrafe befürwortet hat. Da bin ich eindeutig anderer Meinung,
auch wenn ich mir Ihre Argumente durchlese.

3.) Was die Kirchenväterzitate angeht, die habe ich zur Kenntnis genommen,
was mir vorher teils bewusst war.
Es ist aber auch bewiesen, dass die Kirche gelegentlich mit staatlicher Macht
verquickt war, was ungute Entwicklungen herbeigeführt hat. Ich halte die
Todesstrafe für ein Thema, welches die Gnade und Erkenntnis Christi über die
Jahrhunderte überwinden wollte (vermutlich).

Mein Hauptargument und davon werde ich niemals abrücken, sind Aussagen
Jesus selbst zu diesem Thema, und die zählen für mich mehr als alles andere
und diese Aussagen decken sich für mich mit der Hl. Schrift, siehe nächsten
Kommentar:
CSc
@NAViCULUM
Jede Strafe (nicht nur die Todesstrafe!) ist Vergeltung und dient bei freiwilliger Übernahme der Sühne. Gerade das Bewusstsein um den nahen Tod führt schließlich zur Besserung, da nichts so sehr wie der nahende Tod geeignet ist, einen im Bösen verstockten Willen zu brechen. Man muss dem Verurteilten die Möglichkeit der Beichte gewähren.
CSc
@Ein einfacher Christ

1.) Justizirrtümer und Justizmissbrauch wird es immer geben, sofern es eine Justiz gibt. Dennoch wäre es weitaus verheerender die Justiz abzuschaffen. Man war bemüht in der Heiligen Inquisition sowohl Irrtum als auch Missbrauch zu verhindern. Da man sich der großen Verantwortung bewusst war, die das Inquisitorenamt mit sich brachte, konnte man es erst ab einem Alter von 40 …More
@Ein einfacher Christ

1.) Justizirrtümer und Justizmissbrauch wird es immer geben, sofern es eine Justiz gibt. Dennoch wäre es weitaus verheerender die Justiz abzuschaffen. Man war bemüht in der Heiligen Inquisition sowohl Irrtum als auch Missbrauch zu verhindern. Da man sich der großen Verantwortung bewusst war, die das Inquisitorenamt mit sich brachte, konnte man es erst ab einem Alter von 40 Jahren bekleiden. Bei der Spanischen Inquisition wurde die Altersgrenze nach einiger Zeit auf 30 Jahre gesenkt. Ein Inquisitor, der sich nicht an seine streng geregelten Vorgaben hielt, musste selbst mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. So wurde etwa der Inquisitor Robert Le Bougre († nach 1239) zur Rechenschaft gezogen. Die ersten Inquisitoren Spaniens wurden aufgrund ihrer Willkür abgesetzt. Papst Innozenz VIII. lobte den ersten Großinquisitor Spaniens, Tomás de Torquemada, dass er durch seine Instrucciones, eine Verfahrensregel für Inquisitoren, alle Missbräuche beseitigt habe. Unter Diego de Deza, dem Nachfolger von Torquemada, wurde ein Inquisitor ins Gefängnis geworfen, weil er sich nicht an die Regeln hielt. Die Kardinalinquisitoren der Römischen Inquisition hatten ein Auge auf ihre Vertreter vor Ort. Schon einfache Irrtümer konnten Amtsentzug bedeuten. Amtsmissbrauch wurde gar mit Verurteilung zum Ruderdienst auf den päpstlichen Galeeren geahndet. Dies galt als Hölle auf Erden.

2.) Es gibt seit dem Neuen Testament eine Unterscheidung von kirchlicher und weltlicher Gewalt, aber eben keine Trennung von kirchlicher und weltlicher Gewalt. Eine solche wurde von der Kirche immer scharf verurteilt. Als Ideal wurde immer ein Gemeinwesen begriffen, welches auf der katholischen Religion gründet. Wie der Verfassungsschutz in säkularen Staaten sogenannte religiöse Extremisten verfolgen muss, da sie den Staat im Sinne ihrer Religion umgestalten wollen, musste ein katholisches Gemeinwesen all jene strafrechtlich verfolgen, die die katholische Religion angriffen. Jedes Gemeinwesen muss seine eigenen Grundlagen schützen, wenn es seinen Fortbestand sichern will. Ein Katholik wünscht sich kein säkulares Gemeinwesen mit säkularer Strafverfolgung, sondern ein katholisches Gemeinwesen mit katholischer Strafverfolgung. Das Soziale Königtum Christi über die Gesellschaft ist das Ideal. Nur so kann Gott die geschuldete Ehre und Seelen möglichst einfach das Seelenheil zuteil werden. Sie können übrigens nicht die Schrift gegen die Väter ausspielen, da nicht nur die Schrift, sondern auch die Väter eine Offenbarungsquelle bilden. Sie wollen gemäß dem häretischen Prinzip sola scriptura handeln, um die Väter und das Lehramt zu verwerfen. Eben dadurch stellen Sie Ihr eigenes Denken ins Zentrum und verwerfen den wahren Schriftsinn, so wie er von überall, immer von allen (wenigstens implizit) geglaubt wurde. Seit mit Konstantin dem Großen der erste christliche Kaiser auf dem Thron saß, nahm die Kirche zu Recht die Hilfe der weltlichen Obrigkeit gegen gefährliche Sekten in Anspruch. Dies war bekanntlich vor der Zeit des hl. Augustinus.

3.) Zu Recht halten Sie die Anwendung der Todesstrafe bei Mord für denkbar. Um wieviel mehr müssen Sie sie dann im Falle von Häresie für denkbar halten! Solange die Inschrift auf dem Grabstein des hl. Thomas Morus noch zu entziffern war, verriet sie über ihn, dass er zu Lebzeiten den Dieben, Mördern und Ketzern Drangsal bereitet hatte. Noch in den letzten Monaten, in denen Morus als Lordkanzler des englischen Königs Heinrich VIII. tätig war, unterzeichnete er die Todesurteile dreier Häretiker. Morus wusste, dass es letztlich um das Seelenheil des Menschen geht. Wenn nacheinander von Dieben, Mördern und Ketzern die Rede ist, wird eine Steigerung der Verbrechen deutlich: „Vergehen gegen Eigentum – gegen Leben – gegen Seelenheil.“ (Berglar, Peter, Die Stunde des Thomas Morus. Einer gegen die Macht, 2. Aufl., Freiburg i. B. 1979, S. 91) Daraus wird die Schwere des Verbrechens der Ketzerei ersichtlich. Die Ketzerei verdirbt die heilbringende göttliche Lehre und stürzt die Menschen in die ewige Verdammnis. Ketzerei ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Papst Leo X. verurteilte kraft seiner Unfehlbarkeit folgende Behauptung Luthers: „Daß Häretiker verbrannt werden, ist gegen den Willen des [Heiligen] Geistes.“ (DH 1483) Dass Häretiker verbrannt werden ist also nicht (!) gegen den Willen des Heiligen Geistes.

4.) Die Heilige Inquisition hat nichts mit Hass zu tun, da die Strafverfolgung von Verbrechern nicht aus Gehässigkeit, sondern aus Notwendigkeit und auch zum Besten des Verbrechers selbst geschieht. Der hl. Thomas von Aquin lehrt, dass jene Sünder, die „in größte Bosheit fallen und unheilbar werden [...], bei denen mehr eine Schädigung anderer als eigene Besserung vorausgesetzt wird, den Vorschriften des göttlichen und menschlichen Gesetzes nach zu töten“ seien: „Das tut der Richter freilich nicht aus Haß gegen sie, sondern aus Liebe der Teuerliebe, mit der das öffentliche Gut dem Leben der Einzelperson vorgezogen wird. – Und doch ist der durch den Richter zugefügte Tod dem Sünder zu Nutz: zur Tilgung der Schuld, wenn er sich bekehrt; bekehrt er sich aber nicht, so zur Beendigung der Schuld, weil ihm dadurch die Macht genommen wird, weiter zu sündigen.“ (S.th. II-II, q.25, a.6, ad2) Es war ein und dieselbe Liebe zu Gott und den Menschen, die den hl. Karl Borromäus einerseits dazu drängte, bei der schrecklichen Mailänder Epidemie von 1576 aufopferungsvoll den Pestkranken zu dienen und andererseits als Inquisitor im Veltlin nach Häretikern zu fahnden und sie ggf. dem weltlichen Arm zur Hinrichtung zu übergeben. Die Größe der Liebe, die den hl. Karl Borromäus - dessen Fest wir morgen feiern - beseelte, vermögen wir wohl gar nicht zu erahnen. Fern sei es darum von uns, über seine Tätigkeit als Inquisitor zu richten.
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CSc
@augustinus 4

1.) Die weltliche Gewalt hat von Gott die Erlaubnis erhalten, Verbrecher mit dem Tode zu bestrafen. Dies geht aus den beiden Offenbarungsquellen, Schrift und Väter, hervor. Das kirchliche Lehramt hat immer die Legitimität der Todesstrafe verteidigt. Es würde mich darum sehr wundern, wenn Sie auch nur einen einzigen katholischen (=vorkonziliaren) Moraltheologen nennen könnten, der …More
@augustinus 4

1.) Die weltliche Gewalt hat von Gott die Erlaubnis erhalten, Verbrecher mit dem Tode zu bestrafen. Dies geht aus den beiden Offenbarungsquellen, Schrift und Väter, hervor. Das kirchliche Lehramt hat immer die Legitimität der Todesstrafe verteidigt. Es würde mich darum sehr wundern, wenn Sie auch nur einen einzigen katholischen (=vorkonziliaren) Moraltheologen nennen könnten, der die Legitimität der Todesstrafe bestreitet oder auch nur vorsichtig in Frage stellt. Selbst der ultramodernistische KKK, Nr. 2266 schließt die Anwendung der Todesstrafe nicht aus, worauf @a.t.m bereits aufmerksam gemacht hat. „Da Gott die Gewalt über das Leben geben konnte und die weltliche Obrigkeit mit den nothwendigen Mitteln zur Erhaltung der Ordnung ausrüsten mußte, so hat er auch das Recht zur Verhängung der Todesstrafe verliehen.“ (Laurentius, Jos., Art. Todesstrafe, in: Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon, Elfter Band: Sculptur bis Trient, 2. Aufl., Freiburg i. B. 1899, Sp. 1824-1828, Sp. 1824) Die vermeintlich himmlische Botschaft, auf die sie sich berufen, ist zweifellos nicht himmlischen Ursprungs, da sie gegen die Offenbarung, so wie sie die Kirche immer ausgelegt hat, gerichtet ist.

2.) Die Anwendung der Todesstrafe ist selbst für den Verurteilten nicht nur ein Akt der Gerechtigkeit, sondern auch der Barmherzigkeit. @Eugenia-Sarto hat dies bereits sehr schön zum Ausdruck gebracht. Der hl. Thomas von Aquin lehrt, dass jene Sünder, die „in größte Bosheit fallen und unheilbar werden [...], bei denen mehr eine Schädigung anderer als eigene Besserung vorausgesetzt wird, den Vorschriften des göttlichen und menschlichen Gesetzes nach zu töten“ seien. Im Hinblick auf den verurteilten Verbrecher fährt er fort: „Und doch ist der durch den Richter zugefügte Tod dem Sünder zu Nutz: zur Tilgung der Schuld, wenn er sich bekehrt; bekehrt er sich aber nicht, so zur Beendigung der Schuld, weil ihm dadurch die Macht genommen wird, weiter zu sündigen.“ (S.th. II-II, q.25, a.6, ad2) Ebenso erklärt es der hl. Robert Bellarmin bezüglich der Exekution von Häretikern. „Gegen den Einwand, der Zweck jeder Strafe, die Besserung, werde bei der Todesstrafe vereitelt, ist zu bemerken, daß der Staat mit seinen Strafen zunächst die Erhaltung des Gemeinwohles bezweckt. Uebrigens führt die Gewißheit des nahen Todes den Uebelthäter eher zur reuigen Gesinnung als lebenslängliches Gefängniß.“ (Laurentius, a.a.O., Sp. 1825) Den zum Tode Verurteilten muss - wie bereits @MilitiaAvantgarde bemerkt hat - stets die Möglichkeit zur Beichte gewährt werden. „In den meisten westlichen Ländern läßt man einen Menschen, der des Mordes überführt und zum Tode verurteilt worden ist, der zwischen dem Moment der Urteilssprechung und dem der Hinrichtung jedoch wahnsinnig wird, solange am Leben, bis er wieder gesund ist, und exekutiert ihn erst dann. Der Grund für diese ungewöhnliche Verfahrensweise ist rein theologischer Natur: Nur wenn der Verurteilte bei Verstand ist, kann er eine gute Beichte ablegen, Vergebung für seine Sünden erlangen und hoffen, seine Seele zu retten.“ (Woods jr., Thomas E., Sternstunden statt dunkles Mittelalter. Die katholische Kirche und der Aufbau der abendländischen Zivilisation, Aachen 2006, S. 243)

3.) Nun zu den Schwertfragen. Wie ist der legitime Schwertgebrauch der weltlichen Obrigkeit gemäß Röm 13,4 zu verstehen? „Auch im Neuen Bunde wird das Schwert, d. i. das Recht über Leben und Tod, der weltlichen Obrigkeit ausdrücklich zuerkannt (Röm. 13, 4). Dementsprechend lehrt der hl. Augustinus, die Vollziehung der Todesstrafe falle nicht unter das allgemeine Verbot der Tödtung eines Menschen.“ (Laurentius, a.a.O., Sp. 1824) Wie ist das Verbot zum Schwert zu greifen in Mt 26,52 zu verstehen? Der hl. Thomas von Aquin schreibt: „Wie Augustinus 2. C. Manich. (Faust. 22, 70) sagt, »greift zum Schwert, wer sich um Blutvergießen waffnet, ohne daß es eine höhere oder rechtmäßige Gewalt entweder befiehlt oder gestattet«. Wer aber das Schwert gebraucht, falls er eine unbeamtete Person ist, kraft der Gewaltsame des Oberhauptes oder des Richters, oder auch, falls er eine öffentliche Person ist, aus dem Eifer für die Gerechtigkeit, sozusagen aus der Gewaltsame Gottes, der greift nicht selbst zum Schwerte, sondern gebraucht das von einem anderen ihm übertragene. Weswegen ihm keine Strafe gebührt.“ (S.th. II-II q.40 a.1 ad1) Aus Röm 13,4 geht ja hervor, dass der Schwertgebrauch bei der Strafverfolgung von Verbrechern durch die weltliche Obrigkeit dem Willen Gottes entspricht.

4.) In Mt 15,3-6 tadelt Christus die Pharisäer und Schriftgelehrten deshalb, weil sie statt der von Gott vorgeschriebenen Todesstrafe ihre eigenen Regelungen befolgen. Christus bezieht sich zweifellos auf Ex 21,17, wo man liest: „Und wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll gewißlich getötet werden.“ (Ex 21,17) An keiner Stelle hebt Christus die Todesstrafe im Neuen Bund auf.

5.) Es gibt eine fortschreitende Erkenntnis der Kirche in dem Sinne, dass das, was immer geglaubt wurde, vertieft und entfaltet wird, nicht aber in dem Sinne, dass die Kirche heute dies und morgen das Gegenteil lehrt. „Denn die Glaubenslehre, die ja Gott geoffenbart hat“ - so das I. Vatikanum - „ist nicht nach Art eines philosophischen Lehrsystems dem menschlichen Geiste vorgelegt worden, um durch seine Forscherarbeit erst vervollkommnet zu werden. Sie ist vielmehr der Braut Christi anvertraut worden als göttliches Lehrgut, um von ihr treu behütet und unfehlbar erklärt zu werden. Daher muss an dem Sinn der Heilslehren, wie ihn die Kirche, unsre heilige Mutter, einmal dargelegt hat, immerdar festgehalten werden und man darf niemals, etwa unter dem Vorwand und aus dem Scheingrund einer tiefern Erkenntnis, von diesem Sinn abgehen. So wachse denn im Lauf der Zeiten und Jahrhunderte und blühe weit und mächtig auf, Einsicht, Wissenschaft und Weisheit, in den einzelnen und in der Gesamtheit, in jedem Menschen wie in der ganzen Kirche: in dem ihnen zustehenden Bereich. Der Sinn der Glaubenssätze aber und die Lehrverkündigung müssen die gleichen bleiben (Vinzenz von Lerin, Common. n 28).“ (www.kathpedia.com/index.php/Dei_filius_(Wortlaut)) Sie dürfen nicht die Moden unserer Zeit bzw. der neuheidnischen Staaten unter dem Anschein eines Erkenntnisfortschritts der katholischen Lehre und Praxis aller Zeiten, die genau das Gegenteil beinhaltet, vorziehen.

6.) Die Prädestination weist eben nicht darauf hin, dass alle Menschen zum Heil bestimmt sind: „Gott hat durch seinen ewigen Willensratschluß bestimmte Menschen wegen ihrer vorhergesehenen Sünden zur ewigen Verwerfung vorherbestimmt. De fide.“ (Ott, Ludwig, Grundriss der katholischen Dogmaik, 2. Aufl., Freiburg i. B. 1954, S. 281) Der allgemeine Heilswille Gottes weist darauf hin, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und darum jedem einzelnen genügend Gnade gibt. Wie Sie richtig dargestellt haben, hängt es letztlich vom Menschen ab, ob er gerettet oder verdammt wird. Gott aber hat bewusst auch Menschen erschaffen, von denen Er wusste, dass sie sich verdammen werden. Während die Seligen im Himmel durch ihre Heiligkeit und ihr daraus folgendes Glück den allheiligen Gott verherrlichen, verherrlichen die Verdammten durch ihre aus ihrer Verdorbenheit folgenden Pein den allheiligen Gott.
augustinus 4
Lieber Artikelschreiber,
ich verstehe, was Sie sagen wollen,
aber ich bin ganz sicher, dass die Aussage des größten
Kirchenlehrers in diesem Fall nicht so banal - bitte verzeihen
Sie diesen Ausdruck - abgetan werden kann, wie in manchen
(übrigens oft gefälschten !) Geschichtsbüchern über den
hl. Augustinus die Rede ist. Ich habe gerade gegen diesen
Heiligen an den Hochschulen so viele Spötteleien…More
Lieber Artikelschreiber,
ich verstehe, was Sie sagen wollen,
aber ich bin ganz sicher, dass die Aussage des größten
Kirchenlehrers in diesem Fall nicht so banal - bitte verzeihen
Sie diesen Ausdruck - abgetan werden kann, wie in manchen
(übrigens oft gefälschten !) Geschichtsbüchern über den
hl. Augustinus die Rede ist. Ich habe gerade gegen diesen
Heiligen an den Hochschulen so viele Spötteleien gehört,
dass ich mich irgendwann mal selber auf den Weg gemacht
hab, um seine Quellen zu lesen. Und das löste bei mir einen
Aha-Effekt aus. Dieser große Kirchenvater wurde in all meinen
Problemstellungen durchaus immer falsch verstanden, falsch
zitiert oder ähnliches. Er hat die kniffligen Fragen stets in einem
Gesamtkontext mit großer Umsicht bearbeitet, sodass es nicht
möglich ist, dass er sich bei einer so einfachen Fragestellung
wie das "Nötigen" geirrt haben könnte. Jeder kann sich mal irren,
aber da liegt ganz sicher kein Irren vor.

Wir müssten da in den Text gehen, den ich jetzt nicht vorliegen
hab, um die Sache auflösen zu können.

Was Nötigen angeht: Da fällt mir nur ein, dass jeder, der letztlich
im Himmel landet, egal wie, großes Glück hat. Wenn sich manch
einer durch Nötigung in den Himmel bewegen lässt, dann wird
er froh sein, dass es so gelungen ist. Der hl. Augustinus hat sicher
nicht zur gewaltsamen Nötigung aufgerufen, wozu auch. Er ist
bekannt für seine glühende Liebe. Er hat keine Vorlagen für
Fehlinterpretationen gegeben. Die Verantwortung liegt bei
jenen, die ein Zitat missbrauchen.

Also wie gesagt: Man müsste Textarbeit machen. So kann ich
das nicht stehen lassen.

Danke für Ihr Verständnis .... , so hoffe ich.
Ein einfacher Christ
@augustinus 4: Sie haben sich sicher sehr eingehend mit Augustinus beschäftigt, was ich in dem Ausmaß nicht getan habe. Er hatte viele gute und schöne, erbauliche Gedanken. Aber ich würde nie wagen, über einen Menschen zu sagen: Er hat so viele Themen so erhaben behandelt, dass man ihn nicht kritisieren kann.
Über aller Kritik steht nur Gott. In seinem Wort hat er uns den Maßstab gegeben, alles…More
@augustinus 4: Sie haben sich sicher sehr eingehend mit Augustinus beschäftigt, was ich in dem Ausmaß nicht getan habe. Er hatte viele gute und schöne, erbauliche Gedanken. Aber ich würde nie wagen, über einen Menschen zu sagen: Er hat so viele Themen so erhaben behandelt, dass man ihn nicht kritisieren kann.
Über aller Kritik steht nur Gott. In seinem Wort hat er uns den Maßstab gegeben, alles zu prüfen und das Gute zu behalten (1 Thess 5,21).
Angenommen, ein Physik-Nobelpreisträger macht einen einfachen Rechenfehler wie 2x2x=5. Da würde auch ich ihn mit meinen nicht übermäßig großen Mathematikkenntnissen dafür kritisieren dürfen.
Wenn nun Augustinus Lukas 14,23 "Nötige die Leute, zu kommen, damit mein Haus voll wird!" als Begründung zur Gewaltantwendung gegen Häretiker verwendet, so kann auch ich als einfacher Gläubiger sagen: Nein! Nein! und abermals Nein! Das ist eine Verdrehung dessen, was Jesus in diesem Gleichnis gemeint hat. Eine besonders starke und intensive Einladung ist keine Gewaltanwendung. Deswegen findet sich auch in der Jerusalemer Bibel zur Stelle Lukas 14,23 in der Fußnote der Satz: "Bekannt ist der Missbrauch, der im Lauf der Geschichte mit dieser Nötigung getrieben wurde (compelle intrare)." Auch die Jerusalemer Bibel denkt hier offensichtlich an Augustinus, ohne diesen aber namentlich zu nennen. Meines Wissens war Augustinus der erste, der diese Stelle so verstanden hat (ich lasse mich aber gerne korrigieren). Hier hat Augustinus eine neue Lehre eingeführt, die den Aposteln nicht bekannt war. Er ist über das hinausgegangen, was die Lehre Christi ist (2. Johannes 9), er hat zum ein für allemal überlieferten Glauben (Judas 3) etwas dazugefügt, und diesen dadurch auch verändert. Wenn wir "katholisch" mit Vinzenz von Lerins als das definieren "was überall, was immer und was von allen geglaubt wurde" (Commonitorium 2), dann hat Augustinus hier eine Lehre vertreten, die nicht katholisch ist, da sie ja nicht immer und überall von allen geglaubt wurde, schon gar nicht von den Aposteln.

Letztlich bleibt uns immer nur der Weg zu Jesus, zu seinen Worten, zur Lehre der Apostel, wie wir sie in den Schriften des Neuen Bundes aufgezeichnet finden, um alles andere zu beurteilen, vor allem auch uns selber, damit er uns von unseren Sünden befreit, damit wir nicht unser eigenes Denken ins Zentrum stellen, sondern allein Gott, der allein wahr und gut ist, und uns daher mit seiner Güte und Wahrheit in Jesus Christus überreichlich beschenkt hat und weiter beschenken will. Dann wird unser Leben von der Gesinnung erfüllt, die Paulus in Römer 12,17 beschreibt: Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht! Mit einer derartigen Gesinnung gibt es keinen Hass, keine Inquisition, keine Folter, keine Scheiterhaufen für Ketzer. Aber es gibt auch keine Gleichgültigkeit, wo es egal ist, was der andere denkt und glaubt. Man kann nur versuchen, den Irrenden in Liebe zu überzeugen. Hört er nicht, dann muss man sich von dem Irrlehrer distanzieren, um ihm so die Konsequenzen des Irrtums deutlich zu machen.
augustinus 4
Die Lehren des hl. Augustinus sind zuuuuu ausgereift, um sie
angreifen zu können. Ich empfehle einfach mal "De doctrina
christiana" (Von der christlichen Lehre/Bildung) zu lesen (Reclam-
Heft für ca. 7 Euro). Da behandelt er sehr ausführlich die Hl.
Schrift und das Schriftverständnis, bringt auch die Bedeutung
der philosophischen Sichtweisen hinein. Es erweitert sehr den
Schrift-Horizont. Es ist …More
Die Lehren des hl. Augustinus sind zuuuuu ausgereift, um sie
angreifen zu können. Ich empfehle einfach mal "De doctrina
christiana" (Von der christlichen Lehre/Bildung) zu lesen (Reclam-
Heft für ca. 7 Euro). Da behandelt er sehr ausführlich die Hl.
Schrift und das Schriftverständnis, bringt auch die Bedeutung
der philosophischen Sichtweisen hinein. Es erweitert sehr den
Schrift-Horizont. Es ist geradezu genial. Er behandelt darin
jede Menge Schriftstellen und legt sie aus. Es werden schwierigste
Themen behandelt, z.B: Warum durften Könige im AT mehr Frauen
haben, warum gilt dies heute nicht mehr, was hat sich da verändert,
Verhältnis von AT/NT, Die Bedeutung von Zeichen in der Schrift,
die Berechtigung der Philosophie, die kanonische Exegese usw..

Augustinus hat so viele Themen so erhaben behandelt, dass man
ihn nicht kritisieren kann. Er gilt zurecht als der größte Kirchenvater
und wird zurecht unter den vier großen des Westens genannt:
hl. Ambrosius, hl. Augustinus, hl. Hieronymus, hl. Papst Gregor d. Gr..
Wer einmal die Auslegung des Johannes-Evangeliums von Augustinus
gelesen hat, weiß, dass er eine untrügliche Methode entwickelt hat,
um schwierigste Fragen zu lösen. Nicht umsonst hat er so viele Fragen
für die Nachwelt genial-einfach lösen können. Und nicht umsonst
hat ihn Jesus einmal "eine große Leuchte" genannt.
Die Prädestination verweist im Grunde (sehr vereinfacht gesagt) nur auf die
Tatsache hin, dass jeder Mensch zum Heil bestimmt ist. Die Guten sind aber
für den Himmel bestimmt, die Nichtumkehrwilligen (die Bösen) für die Hölle.
Jeder Mensch hat den freien Willen und jeder Mensch hat im Leben
totale Freiheit, sich für den Himmel zu entscheiden. Der Herr will alle retten.
Dass der Allwissende Gott die Guten und Bösen im Voraus schon sehen
kann, ist ein Geheimnis Gottes, das die Freiwilligkeit der Menschen nicht
im Geringsten antastet. Das bleibt ein Geheimnis, über das Augustinus sagt:
Für den Allmächtigen ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf einen
Blick überschaubar. Für Ihn ist alles wie Gegenwart. Den Werdegang des
hl. Augustinus nachzuvollziehen, ist sehr fruchtbar. In seinen Confessiones = Bekenntnisse gibt er einen Einblick in seine scharfe Unterscheidungsgabe:
Hl. Aurelius Augustinus (354-430) - Confessiones (Bekenntnisse des größten Kirchenvaters)
😇